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Reise an das Ende der Welt – Südsee über Neuseeland
Heike Heimo:
19.11.2025 Taupo - New Plymouth
Die ganze Nacht hatte es kräftig durchgeregnet. Wir fuhren am Morgen in den Ort, um zu frühstücken. Beim Frühstück beratschlagten wir, was wir mit diesem Tag machen. Wir beschlossen Taupo zu verlassen und einen Tag früher in die Egmont Region zu fahren. Die letzte Nacht in Taupo ließen wir verfallen. In New Plymouth fand ich eine günstige Unterkunft. Auch das Wetter soll an der Westküste besser sein.
Auf dem Weg nach New Plymouth liegen die Waitomo Caves. In diesen Höhlen leben eine spezielle Art von Glühwürmern. Die kurze Tour mit dem Boot durch die Höhlen ist von den Tourbusen auf Wochen ausgebucht. Es blieb uns daher nur die Glühwürmer, gemeinsam mit einer Tropfsteinhöhlentour durch die Ruakuri Cave zu besichtigen. Egal welche Tour besucht wird, die Preise sind gesalzen, wie überall wo Eintritt verlangt wird.
Beim Visitor Center stand wieder zwei Pou
Der Eingang über einen Spiralgang in die Höhle ist spektakulär.
Angelangt in der Höhle, wurde zuerst ein Bereich mit Tropfsteinen erreicht.
Danach kam der Höhepunkt die Glühwürmer. Die Würmer sind nicht wie unsere in Europa. Sie fliegen nicht, sondern sitzen an den Wänden in bestimmten Höhlen. Von den Glühwürmern hängen dünne Fäden herab. Mit ihrem Leuchten locken sie Insekten an, die sich in die Höhle verirren. Die Tiere verfangen sich in den Fäden und dienen dann als Nahrung.
Die blauen Lichtpunkte an den Wänden schauen in der Dunkelheit sehr gut aus. Auf den Bildern sind sie leider weiß.
Der weitere Weg führte an einem Rinnsal vorbei, das über Steinen floss. In der Höhle hat sich das Rinnsal aber angehört wie ein rauschender Fluss. Mit den Glühwürmern war sehr schön.
Wir erreichten einen großen Raum mit weiteren Tropfsteinen.
Auf dem Rückweg kamen wir bei einer vertikalen Röhre vorbei, die bis zur Erdoberfläche reichen soll.
Der Weg führt nochmals zur den Glühwürmern, bevor wir die Höhle nach 1 ½ Stunden wieder verließen.
Nach New Plymouth war es noch eine 2 ½-stündige Fahrt. Der Regen hatte aufgehört und es waren sogar erste Auflockerungen zu sehen.
Auf dem Weg stach uns besonders ins Auge, dass die Neuseeländer ihr Land vergiften. Das Gras an den Straßen wird nicht gemäht, sondern vermutlich mit Roundup freigespritzt. Auch die Wiesen, auf denen die Kühe weiden, sind abschnittsweise braun. Wie beobachteten einen Bauern, der seine Wiese gerade mit einem Tankanhänger „behandelte“.
Die Kühe werden auch anders gehalten als bei uns. Es sind viele Tiere auf engen Raum eingezäunt und sie werden anscheinend alle paar Tage auf eine andere Wiese getrieben.
Gegen Abend erreichten wir New Plymouth und bezogen unser Zimmer beim Heta Bed and Breakfast etwas außerhalb. Zum Abendessen sind wir in den Ort gefahren. Anscheinend hatten wir nun den Dreh heraus, wir bekamen wieder ein richtiges Bier. Zum Sonnenuntergang machten wir einen Sparziergang an der Strandpromenade. Als wir ankamen, war Richtung Hafen viel Polizei zu sehen und es wurde gerade alles abgesperrt. Wir gingen daher in die andere Richtung.
Christina:
Tropfsteinhöhlen kennt man ja, aber die Glühwürmchen machen den Besuch dann zu etwas Besonderem.
Susan:
Tropfsteinhöhlen besucen wir auch immer wieder gern ^-^ Und hier gibt es als Bonus auch noch besondere Glühwürmchen zu sehen
Heike Heimo:
20.11.2025 New Plymouth – Stratford
Dieser Tag sollte deutlich besseres Wetter bringen. Beim Durchstöbern der Nachrichten in der Früh sahen wir, dass der Polizeieinsatz mit einer Messerstecherei zu tun hatte. Eine Person wurde dabei lebensgefährlich verletzt.
Das Frühstück war wieder im Kühlschrank vorbereitetes, aber ein wesentlich besseres als in Taupo. Danach fuhren wir zum Paritutu Rock beim Hafen. Der markante Felsen konnte bestiegen werden. Der Weg zum Aussichtspunkt ist nicht ohne und mit einer Kette im oberen Teil gesichert.
Leider ist diesig und die Sicht nicht besonders gut.
Auf der anderen Seite des Felsens befindet sich die Black Beach. Hinunter gingen wir nicht, da vom Meer herein ein kräftiger Regenschauer aufzog.
Das Highlight der Gegend ist der Egmont-Nationalpark, mit dem formschönen und von weitem in der Ebene sichtbaren 2.518m hohen aktiven Stratovulkan Mount Taranaki. Der letzte Ausbruch fand 1854 statt. Er ist so monströs, da die Ebene auf Meeresniveau liegt und er frei in der Ebene steht. Das Blöde ist nur, dass es nur wenige Tage im Jahr gibt, an denen er wolkenfrei ist. Auch an diesem Tag versteckte sich der Berg ab der Hälfte hinter Wolken. Das Schutzgebiet erstreckt sich kreisförmig mit einem Radius vom 9,6 km um den Vulkan.
Der Mount Taranaki hat mehrere Zufahrtsmöglichkeiten. Wir fuhren die Hauptstraße um den Berg auf die andere Seite, hier schien die Bewölkung geringer zu sein. Eine Stichstraße führt von Stratford hinauf zum Dawson Falls Visitors Center auf rund 900m. Im Nationalpark ist noch der ursprüngliche Wald zu sehen.
Mehrere Wanderwege beginnen hier. Auch an diesem Ort steht ein Pou. Die leuchtenden Augen sind Innenseiten von Muscheln.
Wir entschieden uns für den Rundweg zu den Wilkies Pools. Der Weg führt sehr schön durch den Wald hinauf zu den Pools.
Durch die feuchte Luft sind die Bäume mit Flechten und der Boden dicht mit Moos bewachsen.
Bei einem Aussichtspunkt vor einer Brücke zeigte sich kurz der schneebedeckte Gipfel des Vulkans.
Auf der anderen Seite der Bücke gab es einen Blick in die Ebene mit schönen Wolkenformationen.
Nach der Brücke sind über Stock und Stein die Wilkies Pools zu erreichen. Es handelt sich um mehrere kleine Wasserfälle, die schöne Ausschwemmungen im Felsen erzeugt haben.
Zurück geht es wieder durch knorrige Bäume und kleinen Wasserfällen zum Visitor Center.
Kurz nach dem Visitor Center ist bei einem kleinen Parkplatz der Beginn des Weges zu den Dawson Falls. Zuerst besuchten wir den Aussichtspunkt. Viel schöner ist es aber die Stufen hinunter zur Basis des Wasserfalls.
Es war nun kurz nach Mittag. Bevor wir zur nächsten Zufahrt des Vulkans fuhren, wollten wir zu unserer Unterkunft dem Regan House in Stratford fahren. Wir hatten auch die Hoffnung, dass sich inzwischen die Wolken etwas lichteten.
Das Regan House wird von einem älteren Ehepaar in einem stielvollen Haus in einem sehr schön angelegten Garten betrieben. Lang dürfte es diese Unterkunft nicht mehr geben, da vor der Einfahrt ein Schild „For Sale“ steht. Wir wurden von der Gastgeberin herzlich empfangen und konnten schon unser Zimmer beziehen. Nach einigen Erklärungen über das wichtigste der Umgebung, fragte sie, wann wir das Frühstück haben wollten. Wir sagten, dass wir am nächsten Tag früh auf müssten, da wir eine lange Wanderung geplant hätten. Sie meinte, da werdet ihr ein Frühstück brauchen und wann wir denn wegwollten. Ich sagte 5 Uhr 15 wäre optimal. Sie sagte überraschenderweise zu unserer Freude zu uns ein Frühstück zu machen.
Leider haben sich die Wolken um den Mount Taranaki noch nicht verzogen, die Wolkenbasis scheint aber höher zu sein. Wir fuhren trotzdem zum Stratford Plateau auf 1.150m Seehöhe. Der riesige Parkplatz liegt unterhalb der Wolkendecke und die Aussicht war hervorragend. In der Ferne leuchtete unter der Wolkendecke dunkelblau das Meer herauf. Es waren nur wenige Autos zu sehen.
Die Vulkanspitze war weiterhin hinter Wolken versteckt.
Von diesem Parkplatz führt ein Weg zuerst zu einer Materialseilbahn und danach als Fußweg zu einer neu errichteten spektakulären Brücke über die Schlucht das Manganui Rivers. Der Fluss führt momentan kein Wasser.
Die Brücke scheint für so machen ein psychologisches Hindernis zu sein. Manche drehten nach den ersten Schritten um, andere schritten ängstlich darüber.
Sie wurde als sicherer Zugang zum Manganui Skigebiet errichtet. Es ist nur zu Fuß erreichbar. Dh die ganze Ausrüstung muss vom Parkplatz heraufgetragen werden. Vereinsmitglieder dürfen dann wenigstens die Lastenseilbahn nutzen. Zwei Schlepplifte führen den Berg hinauf.
Als wir die geschlossene Manganui Lodge erreichten, begann sich die Wolkendecke abzusenken. Bald waren wir vom Nebel umschlossen. Wir machten uns daher auf den Rückweg.
Vor dem Abendessen versorgten wir uns für die morgige Wanderung noch mit Lebensmittel. Für 18 Uhr hatten wir auf Anraten einen Tisch im Colonel Malone's Restaurant & Bar reserviert. Das war auch notwendig, das Lokal war voll.
Wir wurden von der netten älteren Frau bedient, bei der wir zu Mittag reserviert hatten. Die Bierbestellung funktionierte bei ihr hervorragend.
Auf dem Rückweg zum Regan House sahen wir, dass der Vulkangipfel im Sonnenuntergang wolkenfrei war.
Als wir in die Straße zum Regan House einbogen, sahen wir, welchen tollen Namen diese Überlandstraße hat.
Christina:
Toll, dass ihr am Abend den Vulkan doch noch sehen konntet. Und die Wanderung war auch ohne Gipfelblick lohnenswert.
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