24.12.25 – Von Al Hamra nach Wahiba SandsNach einer vor allem warmen Nacht schnappten wir unsere Gutscheine fürs Frühstück und fuhren zum Restaurant Reem Al Yamen.
Obwohl wir gerne indisch/orientalisch essen, sagte uns die Frühstückskarte so gar nicht zu. Deshalb bestellten wir zweimal die kleinste Portion dieser Club-Sandwiches zu je 1,80 OMR.
Auch zum Frühstück erhielten wir je eine Flasche Wasser und Salat.
Uns war klar, dass wir die Portionen nicht schaffen. Der Kellner freute sich, dass wir die Reste mitnehmen wollten. Man verpackte uns nicht nur die restlichen Brote, sondern es gab noch frisch zubereitete Pommes obendrauf. Fürs Mittagessen unterwegs war gesorgt

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Zurück im Guesthouse packten wir unsere Koffer ins Auto und ich schrieb Ahmed, dass wir aufbrechen. Persönlich konnten wir uns leider nicht von ihm verabschieden.
Wir hatten eine längere Strecke vor uns, doch schon ein paar Kilometer weiter legten wir einen Zwischenstopp ein. Das ehemalige Dorf Tanuf wurde im Bürgerkrieg zwischen 1954 und 1959 fast vollständig von der britischen Luftwaffe zerstört. Die Bewohner flohen damals in die Berge und bauten die Stadt nach Kriegsende neu auf.
Wir schauten uns in den Ruinen um.
Anschließend fuhren wir in den angrenzenden Wadi und suchten den Arch Tanuf.
Ich wusste nur, dass der große Arch wegen
diesem Nervenkitzel beliebt war. Mittlerweile ist das Abseilen und Schaukeln verboten. Ganz oben in der Wand entdeckten wir den Steinbogen.
Für den Aufstieg hatten wir keine Zeit. Somit zogen wir als kleine Karawane weiter und begegneten unterwegs den ersten wilden Dromedaren.
Selbst einige Nebenstraßen sind über eine weite Strecke nachts beleuchtet.
Am frühen Nachmittag erreichten wir den Ort Bidiyah in der Nähe des Wüstencamps. Dort stand ein Schild, dass es nur noch zwei Kilometer sind. Wir fuhren 30 Minuten lang alle Nebenstraßen ab und auch ein Stück auf der Sandpiste, doch Google Maps konnte uns keine zuverlässige Route anzeigen. Kurzentschlossen rief ich im Camp an. Der Besitzer wollte jemand schicken, doch nach 15 Minuten kam er selbst angefahren und ließ erst einmal Luft von Sultans Reifen ab.
Von wegen zwei Kilometer. Wir folgten ihm sieben Kilometer in rasanter Fahrt durch den Tiefsand zum Camp. Das hätten wir allein nie gefunden.
Wir wurden sofort sehr herzlich von den drei Angestellten aus Bangladesh begrüßt und man zeigte uns die geräumige Cabin für die Nacht. Anschließend gab es einen Begrüßungstrunk im offenen Restaurant. Omani Coffee, Karak-Tea (Milchtee mit Kardamon), ein gesüßter Früchtetee, Wasser und Bananen wurden angeboten.
Und was macht man im Wüstencamp an Heiligabend? Richtig! Man fährt Schlitten

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Wir erhielten zwei Plastikschlitten, deren Laufflächen zuvor mit Seife eingerieben wurden und dann schnauften wir die hohe Düne hinauf. Leider waren die Schlitten zu lahm ähm wir zu schwer

und nahmen keine Fahrt auf. Spaß hat es trotzdem gemacht.
Wir blieben bis zum Sonnenuntergang

auf der Düne.
Das Essen vom Büffet gab es um 19 Uhr, also noch genügend Zeit für eine sparsame Dusche. Man sollte schon berücksichtigen, dass jeder Tropfen Wasser zum Camp transportiert werden muss.
Das Essen war schmackhaft und wegen meiner Hüftbeschwerden wurde extra für uns ein kleiner Tisch bereitgestellt.
Wir waren die einzigen Europäer im Camp und überrascht, als nach dem Dinner diese omanische Boygroup samt Dudelsack aufschlug

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Obwohl wir kein Wort von diesen herzzerreißenden Volksweisen verstanden, blieben wir fast bis zum Schluss. Die Musikanten sollten wenigstens noch etwas Applaus bekommen, nachdem sich die indischen Familien mit ihren kleinen Kindern schon in die Hütten verzogen hatten.
Für uns war dies ein schöner Heiligabend im Morgenland.
Übernachtung: Al Hawiyah Camp, Bidiyah 134 € mit Halbpension über Booking.com