Autor Thema: Mai 2026 - Kurztrip nach London - ein paar Eindrücke  (Gelesen 427 mal)

Susan

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Kurztrip nach London – ein paar Eindrücke

Wir hatten ein paar British Airways Avios einzulösen ehe sie verfielen. Dublin wäre mal ganz nett oder nochmals Edinburgh?  Doch die Verbindung von uns aus ist zu kompliziert. Also ist es doch London geworden. Eigentlich ist eine Gärten&Parks Tour geplant, doch das englische Wetter hat nicht so ganz mitgespielt.  :floet:

Ob nach fast 10 Jahren wohl unseren Oyster Travel Card noch funktioniert? Vorsichtshalber habe ich eine neue bestellt; ebenso wieder einen London Pass. Den gibts nun aufs Handy.
ETA nicht vergessen, die App dazu ist etwas gewöhnungsbedürftig. Klappt dann aber wunderbar.

Vielleicht habt ihr ja Lust auf ein paar Impressionen unserer Reise?

11. Mai Anreise

Ein Prämienflug nach London geht leider nur abends, 21:20 Uhr ab Hannover. Wir sitzen Mitte, sehen daher nichts aufregendes. Pünktlich landen wir in Heathrow und haben eine Stunde "gewonnen". Peinlich, die automatische Passkontrolle funktioniert bei mir nicht  :verlegen: Muss zu einem Zollbeamten, der winkt mich dann aber relativ schnell durch. Das gleiche passiert mir auch bei der Rückkehr in Hannover – soll an der Länge meiner Vornamen liegen (sind wirklich viele Buchstaben). In Amsterdam oder Vancouver hat das aber irgendwie nicht gestört.

Unsere aufgegebene Reisetasche dreht schon ihre Runden. Die aufgegabelt folgen wir den Schildern zur Station des Heathrow Express. Ganz Oldschool hatte ich die online erstandenen Fahrkarten ausgedruckt. Doch natürlich kontrolliert die hier nicht irgendwann ein Schaffner im Zug, sondern der Leser an der Bahnsteigsperre.  ::) Nachdem ich also die Drucke aus der Mappe im Rucksack gekramt habe, kommen wir auch gut durch. Ruckzuck sind wir nach einer Viertelstunde Fahrt am Bahnhof Paddington. Ausstempeln und Fußmarsch zur Underground. Die alte Oystercard funktioniert nicht. Wir waren zu dösig zu testen, ob es tatsächlich am Alter lag oder nur zu wenig Pfunde drauf waren. Zum Glück haben wir ja eine neue. 

Wir fahren eine Station bis nach Bayswater. Dort in der Wohngegend habe ich ein Studio bei Hyde Park Suites gebucht. In das Haus hinein kommen wir mit einem Code, der uns gemailt wurde. Drinnen bekommen wir dann mit einem anderen Code aus einer Box die Schlüsselkarten zu unserem Studio. Die wirkliche Herausforderung liegt nun im Erklimmen der steilen Treppen in den dritten Stock.  :girly:

Das Studio selbst gefällt uns dann wieder. Es hat ein großes Doppelbett, eine Sitzecke und eine kleine Küchenzeile. Dort gibt es einen Kühlschrank, eine Mikrowelle, zwei Herdplatten, Spüle, Toaster und Wasserkocher. Die Ausstattung mit Geschirr und Besteck ist etwas sparsam, auf genau nur zwei Leute abgestimmt. Dafür gibt es Tee, Kaffee, stilles Wasser, etc. dazu. Auch das Duschbad genügt unseren Ansprüchen. Etwa alle zwei Tage gibt es neue Handtücher, der Müll wird entsorgt und Tee, Kaffee, Wasser, Pflegeprodukte im Bad aufgefüllt.



Der Blick aus den Fenstern geht in den schmalen Hintergarten.   

gebucht über booking.com 825 Euro für 5 Tage
Liebe Grüße
Susan


Ilona

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Re: Mai 2026 - Kurztrip nach London - ein paar Eindrücke
« Antwort #1 am: 01. Juni 2026, 08:30:12 »
Hallo Susan,

London geht immer :adieu: und noch dazu, wenn man einen Prämienflug ergattert.

Unsere Oyster-Cards sind bestimmt auch schon abgelaufen, doch mehr als 3 £ sind ohnehin nicht mehr drauf.

Das Studio sieht gut aus, wobei mich die Küchenzeile direkt neben dem Bett stören würde. Wir waren immer in den günstigen Premiere Inn-Hotels und das zugebuchte Frühstück war immer ok.

Jetzt bin aber ich auf euer Programm gespannt.
Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)


Christina

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Re: Mai 2026 - Kurztrip nach London - ein paar Eindrücke
« Antwort #2 am: 01. Juni 2026, 18:38:42 »
Hallo Susan,

ich reise auch noch mit, nach London habe ich es bisher noch nicht geschafft, im Januar waren wir als Algarve Alternative nah dran, da wären wir mit dem Zug nach Paris, nach ein paar Tagen dort dann mit dem Eurostar nach London und zurück wieder über Paris. Eure Unterkunft hatte ich mir glaube ich auch angeschaut. Aber dann wurde es ja doch die Algarve.

Ich meine ich hätte gelesen, dass man in London auch mit Kreditkarte die Öffis zahlen kann (wie z.B. gerade auch erlebt in Rotterdam), dann bräuchte man die Oyster Card nicht mehr?


LG Christina

Susan

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Re: Mai 2026 - Kurztrip nach London - ein paar Eindrücke
« Antwort #3 am: 01. Juni 2026, 20:01:12 »
Schön, dass ihr dabei seid  ;D Wenn ich die Bilder hochgeladen habe, geht es gleich weiter.

Ich meine ich hätte gelesen, dass man in London auch mit Kreditkarte die Öffis zahlen kann (wie z.B. gerade auch erlebt in Rotterdam), dann bräuchte man die Oyster Card nicht mehr?

Ihr könnt auch mit einer Kontaktlos-Kreditkarte die Öffies bezahlen oder auch mit diversen Systemen (ApplePay etc) auf Handy oder Uhren. Da unsere Kreditkarten im Nicht-EU Ausland manchmal kontaktlos nicht funktionieren (müssen dann stecken), war mir die Oyster Card sicherer. Zu bedenken sind außerdem eventuell die Gebühren für Fremdwährungseinsatz. Meine Barclays easybank Karte berechnet zwar keine, aber Kerstens Karten.
Liebe Grüße
Susan


Susan

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Re: Mai 2026 - Kurztrip nach London - ein paar Eindrücke
« Antwort #4 am: 01. Juni 2026, 22:58:11 »
12. Mai  Sky Garden, Tower Bridge & Bootstour nach Greenwich

Wir haben recht gut geschlafen, das Handy muss uns wecken. Für das erste Frühstück in London habe ich etwas Besonders spendiert. Dankeschön für die Inspiration, Ilona.  ;D

Dafür müssen wir aber erstmal eine gute halbe Stunde mit der Underground fahren und zwar mit der Circle Line von Bayswater nach Monument. "Mind the Gap…"  Unser Ziel ist ein Hochhaus, trotzdem fällt die Orientierung über Tage nicht so leicht. Doch die Briten sind ja sehr hilfsbereit. Wir kommen also zeitig genug am Fenchurch Building aka "The Walkie-Talkie" an. Dank meiner Reservierung in der Darwin Brasserie dort werden wir an der Schlange vorbei zur Sicherheitskontrolle und den Fahrstühlen geleitet. Flugs geht es in den 35. Stock. 



Das Restaurant ist in dem Glaskasten unten links im Bild. Wir haben noch etwas Zeit schon mal den Garten hier oben zu bewundern.



Die Brasserie ist gut besucht. Wir genießen nun unser Frühstück mit Aussicht: Pfannkuchen mit Nutella, Haselnüssen und Banane, Omelette mit Füllung nach Wahl und Kaffee mit free refill (letzter ist richtig gut). Die Portionen haben wir uns jeweils geteilt. 



Während wir so da sitzen, können wir endlich mal beobachten wie die Tower Bridge sich öffnet: ein Kreuzfahrtschiff läuft ein (Ich habe schon wieder vergessen, wie es heißt).



Nach dem Essen schauen wir uns die weiteren Aussichten an und gehen auch auf die Terrasse hinaus.


Aussicht nach Westen
Offenbar gibt es noch mehr Dachgärten in London.


nach Süden mit "The Shard"
Die Aussichtsterrasse dort hätte uns auch interessiert, doch die Besuchszeiten sind da momentan wegen Bauarbeiten sehr eingeschränkt.


Blick ost mit Tower Bridge
unserem nächsten Ziel.


nach unten

Der Blick nach Norden geht auf Hochhäuser in der Nähe und war wegen Spiegelungen nicht gut abzulichten. Mittlerweile ist es hier sehr viel voller geworden und selbst für den Fahrstuhl nach unten müssen wir ein wenig Schlangestehen.

Wir spazieren dann zum Tower und auf der Uferpromenade daran vorbei. Dort tummeln sich natürlich etliche Touristen, besonders Schulklassen. Wir sehen das Denkmal für die alte Königliche Menagerie und das ehemalige Cottage des Hafenmeisters.



Auch einen der Yeomen Warden erspähe ich. Offensichtlich haben sie neue Uniformen bekommen. 2016 schmückte die einen Krone mit E II R, nun ist es natürlich C III R  ^-^

Ein wenig Zeit müssen wir noch vertrödeln, so bummeln wir weiter zum St. Katherine Docks.



Beim letzten Besuch sind wir ja (wegen Fußball  ::) ) nicht dazu gekommen, heuer wollen wir die Tower Bridge Experience nachholen. Es wurde im London Pass dringend geraten einen Zeitschlitz zu buchen, tatsächlich ist der Andrang hier riesig. Ich musste einen der Aufseher auf der Brücke fragen, wo wir uns denn nun anstellen müssen. Es geht wieder durch eine Sicherheitskontrolle und dann den Nordturm mit dem Fahrstuhl hinauf. Hier in 42 m Höhe verlaufen zwei Fußgängerstege zwischen den Türmen.

An den Wänden gibt es Schautafeln zur Geschichte der Brücke. Interessant fand ich vor allem die damals eingereichten Designvorschläge, die abgelehnt wurden. Es waren mehr als 50 und der Auswahlprozess zog sich über 8 Jahre hin.



Sehr gefragt -zumindest bei den anderen- ist der Glasbodenabschnitt. Durch ihn schaut man hinunter auf Fluss und Straßenverkehr. Beim westlichen Übergang ist zudem die Decke verspiegelt für einfacherer Selfies.  ::)



Ich war froh, dass es an den Seiten noch Holzboden gibt.


Aussicht vom Ost Walkway


und die vom West Walkway

Das City Hall oder auch Darth Vaders Helmet genannte Gebäude wird gerade abgerissen. Schade, ich fand es eigentlich sehr interessant, und so alt war es ja noch gar nicht.

Durch das Treppenhaus im Südturm steigen wir wieder hinunter auf Straßenniveau.



Fortsetzung folgt ...
Liebe Grüße
Susan


Susan

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Re: Mai 2026 - Kurztrip nach London - ein paar Eindrücke
« Antwort #5 am: 02. Juni 2026, 00:19:59 »
Weiter gehts ...

Zur Tower Bridge Experience gehört auch ein Besuch der alten Maschinenräume. Vom Südturm aus folgen wir einer blauen Linie mit Plaketten für die Arbeiter dorthin.

Die beiden beweglichen Tragwerke der Brücke können bis zu einem Winkel von 86 Grad hochgeklappt werden, um großen Schiffen die Durchfahrt zu ermöglichen. Dies funktioniert mit einem hydraulischen System. Ursprünglich pumpten zwei Kolbendampfmaschinen a 360 PS unter einem Druck von 50 bar Wasser in große Druckspeicher. In mechanische Arbeit umgesetzt konnten die Fahrbahnen binnen zwei Minuten hochgeklappt werden. 1974 wurde das hydraulische System von Wasser- auf Ölhydraulik umgestellt, die mit elektrisch angetriebenen Pumpen arbeitet.

Wir können noch die alten Dampfmaschinen besichtigen und eine Ausstellung zur Arbeit im Maschinenraum.



Da grad der Kreuzfahrtdampfer neben dem Museumsschiff der Royal Navy HMS Belfast ankert, ist Kersten nicht so geneigt jenes zu besichtigen (was für ein Glück  ;) ). Wir queren die Brücke also nochmals zu Fuß, diesmal auf Straßenebene, und haben einen tollen Blick auf das "Walkie-Talkie".



Die ganzen Hochhäuser rechts davon gab es 2016 so noch nicht. Sie verdecken nun weitgehend das charakteristische "The Gherkin" (Gurke). 

Wegen der Wettervorhersage für die nächsten Tage beschließen wir, heute noch unser 24 Stunden Ticket für die City Cruises auf der Themse einzulösen. Vom Tower Millennium Pier starten wir in Richtung Greenwich.



Wir schippern vorbei an alten Werften und modernen Wolkenkratzern. Tatsächlich ziehen schon jetzt dunkle Wolken auf  :(







Wir nutzen die Fahrt für eine Kaffeepause mit Muffins. Hier an der Bar im Schiff gilt wie vielerorts in London "cards only".

In Greenwich müssen wir leider aussteigen, da die Schiffsbesatzung nun Pause hat. Das Observatorium mit der Nulllinie haben wir schon besichtigt, ebenso das Marine Museum und die Cutty Sark, die wir nur von außen umrunden.



Wir schauen uns ein wenig im Ort um



Mit dem nächsten Schiff dampfen wir zurück und zwar bis zum Anleger Westminster. Wir unterqueren einige der zahlreichen Brücken Londons. Bei der Tower Bridge sehen wir jetzt schön die Glasböden. Ob die einsamen Pfeiler dort im Fluss wohl zur alten London Bridge gehörten?



Weitere Impressionen





Wir erreichen Westminster, Endstation. Hier ist die Hölle los  :o Wir werfen nur kurze Blicke auf Big Ben und das London Eye, dann verschwinden wir im Untergrund.





Mit der Circle Line fahren wir zurück nach Bayswater. Nicht weit von der Station entfernt finden wir einen M&S Supermarkt. Dort können wir sprudeliges Wasser und Bier kaufen, sowie Salat und Brot fürs Abendessen und Auflagen für die weiteren Frühstücke.  Zum Haus ist es dann auch nicht weit, erst auf der steilen Treppe machen sich die 12.547 Schritte heute bemerkbar  ;)
 

Liebe Grüße
Susan


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Re: Mai 2026 - Kurztrip nach London - ein paar Eindrücke
« Antwort #6 am: 02. Juni 2026, 16:55:33 »
Was für ein gelungener Start in den Tag im Sky Garden :beifall:.

Die Tower Bridge Experience hat uns auch gut gefallen und natürlich auch die City Cruise auf der Themse. Wir kannten Greenwich noch nicht. Im Ort selbst haben wir damals enttäuschende Fish & Chips gegessen. Die waren schon eine Weile aus der Fritteuse und trieften vor kaltem Fett.

In London kommen so einige Meilen zu Fuß zusammen.
Liebe Grüße

Ilona

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Re: Mai 2026 - Kurztrip nach London - ein paar Eindrücke
« Antwort #7 am: 02. Juni 2026, 18:34:12 »


Ihr könnt auch mit einer Kontaktlos-Kreditkarte die Öffies bezahlen oder auch mit diversen Systemen (ApplePay etc) auf Handy oder Uhren. Da unsere Kreditkarten im Nicht-EU Ausland manchmal kontaktlos nicht funktionieren (müssen dann stecken), war mir die Oyster Card sicherer. Zu bedenken sind außerdem eventuell die Gebühren für Fremdwährungseinsatz. Meine Barclays easybank Karte berechnet zwar keine, aber Kerstens Karten.

Im Nicht-EU Ausland habe ich die Kontaktlos Funktion noch gar nicht verwendet, da hätte ich gar nicht dran gedacht, dass das nicht funktionieren könnte, gut zu wissen. Ja die Fremdwährungsgebühr habe ich auch, fiel zuletzt in Kopenhagen an, aber das betrifft dann ja auch alles andere, was man bezahlt und ist mit 1,5% eh nicht sehr viel.


LG Christina

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Re: Mai 2026 - Kurztrip nach London - ein paar Eindrücke
« Antwort #8 am: 02. Juni 2026, 18:42:19 »
Ein toller erster Tag! Besonders gut gefallen mir die Ausblicke erst vom Sky Garden und dann von der Tower Bridge und auch die Anblicke auf die Hochhäuser vom Schiff aus.


LG Christina

Susan

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Re: Mai 2026 - Kurztrip nach London - ein paar Eindrücke
« Antwort #9 am: 03. Juni 2026, 19:54:46 »
13. Mai   Teil 1  St. Paul‘s Cathedral

Die Wettervorhersage bewahrheitet sich leider: wir werden von Regenprasseln wach. So wird es erstmal nichts mit der Erkundung der nahe gelegenen Kensington Gardens und des Hyde Parks. Nach dem Frühstück – der M&S Markt hat erstaunlich gutes Baguette – entern wir mal wieder eine Circle Line und fahren bis zur Haltestelle Mansion House. Zeit mal eine weitere Ikone aus unseren Englischbüchern zu besuchen. Mit unserem London Pass erhalten wir freien Eintritt und bekommen auch einen Audioguide.

An dieser Stelle befand sich schon seit 604 eine Bischofskirche Londons. Die ursprünglichen Kirchen wurden immer mal wieder zerstört, die letzte beim großen Brand 1666. Der heutige Bau wurde von Sir Christopher Wren geplant, fertiggestellt wurde er 1708. Die Kathedrale ist 158 m lang und 365 Fuß hoch. Leider ist beim Eingang an der Westfassade nichts von der gewaltigen Kuppel in der Mitte zu sehen.



Dafür ist der erste Blick das Längsschiff hinab und zu den Deckengewölben hinauf schon beeindruckender.



Und erst recht der Blick in die Kuppel



Da die Engländer zu der damaligen Zeit puritanisch eingestellt waren, wurden die Deckenfresken dort nicht bunt, sondern in Sepia ausgeführt. Erst später wurden die Mosaiken an den Seitengewölben etwas farbiger.





Auch der Chor ist eher schlicht (verglichen mit spanischen Kathedralen).



Beim Altar dagegen war man nicht ganz so zurückhaltend.



Vielleicht weil der erst aus dem Jahr 1958 stammt. Der vorherige wurde von einer deutschen Fliegerbombe 1940 zerstört. Und damit ist auch der Mythos widerlegt, dass die Kathedrale beim so genannten "Blitz" nie getroffen wurde. Das gilt nur für die Kuppel. Viele freiwillige Helfer trugen damals dazu bei, dass der Schaden nicht allzu groß wurde. 


Altar Rückseite und Teil der Orgel

Wir lernen, dass von 1972 bis 1977 die alte Orgel erneuert und erweitert wurde. Insbesondere wurde sie geteilt, um den gesamten Kirchenraum besser beschallen zu können.

Hier und da sehen wir auch etwas modernere Kunstwerke



Der nächste Programmpunkt wäre nun der Aufstieg in die Kuppel. Da gibt es drei Stationen: das so genannte Flüstergewölbe 30 m über den Boden, die steinerne Galerie bei 53 m und die goldene
ganz oben 85 m hoch. 528 Stufen auf teilweise engen Treppen haben unsere Knie aber abgeschreckt.  :floet:

Stattdessen steigen wir 37 Stufen hinunter in die Krypta. Diese erstreckt sich über die ganze Länge des Hauptschiffs. Im östlichen Teil sehen wir die St Faith's Kapelle des  "Order of the British Empire". Die verleihen die Ritterwürde für besondere Leistungen in Kunst, Wissenschaft oder Wohltätigkeit. Auch Damen waren da von Anfang an schon zugelassen. Bekannt sind da z.B. Agatha Christie, Judy Dench, Helen Mirren, Elizabeth Taylor uva.



Ansonsten gibt es dort zahlreiche Gräber und Denkmäler bedeutender Persönlichkeiten der britischen Geschichte, so eine Gedenktafel für Florence Nightingale und Nelsons Sarkophag



Im westlichen Teil des Untergeschosses finden wir Ausstellungen, Waschräume, ein Café und natürlich einen Shop. Boxenstopp, danach geht es zurück ans Tageslicht.

Beim Verlassen der Kathedrale sieht es erst nach Wetterbesserung aus (das erste Bild entstand da). Doch auf dem Weg zum nächsten Ziel überrascht uns der nächste Schauer. Daher gibt es keine Bilder der durchaus interessanten Ansichten unterwegs.
Liebe Grüße
Susan


Susan

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Re: Mai 2026 - Kurztrip nach London - ein paar Eindrücke
« Antwort #10 am: 03. Juni 2026, 23:48:24 »
Noch 13. Mai  Inner Temple

Gegen Ende des 13. Jahrhundert wurde in England das weltliche vom kirchlichen Recht getrennt. Für die wachsende Anzahl der weltlichen Rechtsgelehrten wurden in London Campus ähnliche Gebäude eingerichtet: die Inns of Court.  Auf dem Gebiet, das bis 1312 den Tempelrittern gehörte, entstanden so zwei Anwaltskammern, Inner Temple und Middle Temple. Außer diesen Namen erinnert noch die Rundkirche Temple Church an den Ritterorden.  Breiter bekannt wurde sie durch den Robert Langdon Roman/Film The Da Vinci Code – Sakrileg.
Der Eintritt hier ist nicht im London Pass enthalten, wir zahlen 5 Pfund pro Person.


(Die Sonne kam während unseres Besuchs wieder hervor, Bild daher von dann)

Die Kirche wurde Mitte des 12. Jahrhunderts errichtet, original als Rundkirche nach dem Vorbild der Grabeskirche in Jerusalem. Ein halbes Jahrhundert später gab es auf Wunsch des damaligen Königs einen rechteckigen Anbau "The Chancel".



Den schauen wir uns zuerst an, da in der Rundkirche gerade etwas aufgebaut und geliefert wird.



Die Kirche wurde im 2. Weltkrieg arg getroffen. Da sie jedoch schon oft fotografiert worden war, konnte sie nahezu originalgetreu rekonstruiert werden. Das neue Ostfenster, gestiftet von der Glaserinnung,  zeigt ua. eine Szene vom "Blitz" und der Temple Church vor dem Krieg.



Der dreiteilige Altaraufsatz aus Holz stammt von Christopher Wren, der die Kirche 1680 umgestaltete. Er zeigt das Glaubensbekenntnis, die Zehn Gebote und das Vaterunser.



Wir sehen hier auch noch Sarkophage und einen Ritter, allerdings kann ich nicht mehr nachvollziehen, wer das war.  :gruebel:



Über eine steile Wendeltreppe kommen wir zu einer Galerie der Rundkirche - nicht ganz so viele Stufen wie in St. Paul's. Der Fußboden hier oben besteht aus Fliesen, die Mönchen im 12. Jahrhundert gestaltet wurden. Ursprünglich wurden sie für den Kirchenboden gemacht. Diejenigen, die den "Blitz" überstanden haben, wurden nun hier verwendet. In den Wänden scheinen Urnengräber zu sein.



Durch Spitzbögenfenster können wir hinunter in die Rundkirche schauen.



Die Wendeltreppe führt noch weiter nach oben, ist aber abgesperrt.

Arkadenbögen zieren die Wand des Rundbaus, darüber sehen wir Gargoyle Fratzen. Das ist ungewöhnlich, denn normalerweise findet man solche an den Außenwänden einer Kirche. In den Bögen sind Erklärungstafeln zur Geschichte der Templer und dieser Kirche aufgehängt. So wurde hier auch die Magna Carta unterzeichnet, eine wichtige Quelle der englischen Verfassung. 



Natürlich versäumen wir auch nicht das anzuschauen, was Robert Langdon hierher geführt hat: die Grabplatten von Rittern.  ^-^



Die Sonne zeigt sich, das gibt mir Hoffnung für die Temple Gardens. Unser Weg dorthin führt uns über Höfe der Anwaltskammern. Das erinnert mich an die Romantrilogie Rubinrot - Saphirblau-Smaragdgrün von Kerstin Gier. Die streng geheime Geheimgesellschaft der Zeitreisenden hatte hier nämlich ihr Quartier  ;D ( Ja, es ist eine Teenager-Geschichte, gefällt mir aber immer noch)





Wir kommen direkt zum Inner Temple Garden







Leider haben wir keine lange Freude daran, denn es ziehen schon wieder dunkle Wolken auf.



Heftige Windstöße und dann legt das Unwetter so richtig los: Platzregen wird zu Hagel. Da hilft auch der Schirm kaum noch. Wir flüchten unter einen der Bogengänge. So hat das keinen Sinn mit den Gärten. Als der Hagel wieder in normalen Regen übergeht, spazieren wir zur Underground Station Temple und fahren zurück zur Unterkunft. Von einem griechischen Bäcker in Bayswater nehmen wir uns ein paar süße Teilchen für den Nachmittagskaffee mit. Danach können wir uns in Ruhe für das Abendprogramm aufhübschen.  ;)
Liebe Grüße
Susan


Susan

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Re: Mai 2026 - Kurztrip nach London - ein paar Eindrücke
« Antwort #11 am: Heute um 01:01:27 »
13. Mai  Ein mörderischer Abend   ;)

Zum Glück hat es aufgehört zu regnen, die Schirme kommen trotzdem mit. Wir starten recht zeitig zu unserem Abendprogramm, wollen die Gegend noch nach Möglichkeiten fürs späte Abendessen abklopfen. Diesmal müssen wir zur Station Queensway, ein wenig weiter die Straße hinunter. Mit der Central Line gondeln wir dann zur Tottenham Court Road. Der Umgebungsplan dort an der Station ist etwas verwirrend. Ich bin es gewöhnt, dass Karten die Nord-Süd-Ausrichtung zeigen und nicht oben geradeaus weiter  ::) Vielleicht sind wir auch abgelenkt durch die vielen Polizeiautos, die grad  hier angebraust kommen - erstmal weg hier.

Mit dem Handynavi kommen wir schließlich wieder in Spur und zum St. Martin's Theatre. Ursprünglich sollte es mal mit dem Ambassadors Theatre ein Duo bilden. Der erste Weltkrieg verzögerte allerdings die Eröffnung bis 1916. Etliche (zumindest in England) berühmte Schauspieler sind hier aufgetreten. Seit März 1974 wird hier statt im benachbarten Ambassadors das Stück aufgeführt, das wir heute sehen wollen.



Als Fan von Agatha Christie muss ich natürlich unbedingt "Die Mausefalle" mal gesehen haben. Die Show läuft seit gut 74 Jahren im Londoner Westend und ist damit das am längsten ununterbrochen aufgeführte Theaterstück der Welt -trotz Corona Zwangspause. Nach einem kurzen Rundgang - es scheint hier ein paar Restaurants zu geben - gehen wir in die Bar des Theaters.



Es gibt hier einige Drinks, die auf die Geschichte Bezug nehmen, wir vergnügen uns aber mit einem Amber Ale. Witzig finde ich die vielen Karikaturen zur Langlebigkeit der Show.
Ich habe Sitze im Rang gebucht, dafür müssen wir durch ein extra Treppenhaus hinauf.



Der Zuschauerraum hat den Charme alter Zeiten und die Sitzreihen sind nicht unbedingt für größere Leute gemacht. Von der Aufführung dürfen keine Bilder gemacht werden, daher hier mal die Besetzung aus dem Prospekt.



Fünf Gäste erreichen eine neu eröffnete Pension eines frisch verheirateten Ehepaares und werden darin eingeschneit. Ein Polizist taucht auf und warnt vor einem Mörder auf der Flucht. Ein Gast nach dem anderen wird befragt, es gibt ein weiteres Opfer und schließlich wird dem Mörder eine Falle gestellt. Wer war es? 

Wird natürlich nicht verraten  ;)  Es wird englisch gesprochen, bis auf einen nervösen Typ hat aber auch Kersten das meiste verstanden. Ich kannte die Geschichte zwar schon, fand die Show aber trotzdem spaßig.

Nach der Show sehen wir dann auf der Straße auch noch das Agatha Christie Memorial.



Die Restaurants sehen nicht mehr so belebt aus, doch es gibt eine Five Guys Burgers Bude. Die wird dann prompt ausprobiert. Krosse Fritten - mehr als wir bestellt haben - und auch die Burger schmecken. Zurück gehts bewährt mit einmal umsteigen per Underground.
Liebe Grüße
Susan