Autor Thema: Desert Sun - durch die Wüsten Kaliforniens und Nevadas im März 2026  (Gelesen 12009 mal)

Ilona

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Alles mir bekannte Locations :thumb:. Die Fahrstrecke zog sich an dem Tag.

Der Cathedral Gorge SP ist schon eine Augenweide und bei Fotografen begehrt. Während bei uns ein verkleideter Yedi-Ritter unterwegs war, wurden während deines Besuchs Hochzeitsaufnahmen gemacht.
Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)


Christina

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Frühmorgendliches Geklopfe an die Moteltür und das auch noch zweimal hat dann ja nochmal bestens zum Atomic Inn gepasst.

Viele abwechslungsreiche Ziele standen auf deinem Programm, manches davon habe ich schon selbst gesehen, von anderem schon öfter gelesen, der Holzsteg im Death Valley über dem salzhaltigen Bachlauf ist mir ganz neu.

Die Geschichte der Ghosttowns ist immer wieder faszinierend, vor allem, dass sie meist nur eine so kurze Blütezeit hatten und dann direkt wieder verlassen wurden.


LG Christina

Horst

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Der Cathedral Gorge SP ist schon eine Augenweide und bei Fotografen begehrt.
Ursprünglich war ja 2 Tage Anza Borrego in Südkalifornien geplant, musste aber wegen der Rekord-Hitze gecancelt werden. So entstand die Möglichkeit mal Cathedral Gorge zu erleben, auch wenn es etwas Fahrerei war. Die Besonderheit dieser Lehmstrukturen, besonders in den Caves mit diesen Röhren die zum Himmel ragen lohnt sich, wenn man eben echter Badlands-Fan ist. Für den "Normaltouristen" gibt es mit weniger Fahraufwand in Süd-Utah oder Nord-New Mexico viele schöne Badlandsgebiete die sich in klassische Routen einbauen lassen.

Die Geschichte der Ghosttowns ist immer wieder faszinierend, vor allem, dass sie meist nur eine so kurze Blütezeit hatten und dann direkt wieder verlassen wurden.
Wäre gerne noch mal nach Bodie gefahren - vielleicht die schönste Ghosttown der USA - war dann aber durch Schneesperrung auf der Zufahrtsstraße noch nicht möglich.



Horst

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10.Tag - 28.3.2026 Samstag: Die Summe der Dinge





Entgegen sonstiger Gewohnheiten gibt es auf dieser Südwest-Reise nur ein einziges Ziel in Utah und auf das würden wahrscheinlich bei der Vielzahl der tollen Felslandschaften dieses Bundesstaates die Wenigsten auswählen, den Snow Canyon State Park. Es gibt für mich 3 Gründe warum ich mich letztendlich für diesen Park entschieden habe. Erstens, ich kenne ihn noch nicht, zweitens er ist für mich auf dem Weg nach Nevada praktisch ohne Umweg (nur eine handvoll Meilen nördlich der Interstate bei St.George) sehr gut „mitzunehmen“ und drittens, er soll einen Mix aus Roten Steinen, erstarrter schwarzer Vulkanlava mit Lava-Höhlen und sogar Slotcanyons. Ich bin auf jeden Fall gespannt.

Der Park kostet erst mal stattliche 20$ Eintritt.







Der Snow Canyon State Park, an dem Viele ahnungslos auf der Interstate vorbeifahren, wirkt auf den ersten Blick wie eine klassische Wüstenlandschaft – rote Sandsteinfelsen, weite Ebenen, flirrende Hitze.



Doch wer genauer hinsieht, entdeckt eine zweite, dunklere Seite des Parks und seine offensichtliche vulkanische Geschichte. Vor rund 27.000 Jahren ergossen sich hier Lavaströme aus vulkanischen Spalten, die die Landschaft bis heute prägen.



Schwarze Basaltfelder durchziehen den Park wie erstarrte Flüsse und bilden einen faszinierenden Kontrast zu den warm leuchtenden Navajo-Sandsteinen.
Diese Lava ist kein Relikt eines einzelnen Vulkanausbruchs, sondern Teil eines größeren vulkanischen Systems im sogenannten Great Basin. Die dünnflüssige Lava breitete sich weit aus, kühlte langsam ab und hinterließ bizarre Formationen: zerklüftete Oberflächen, Lavatunnel und scharfkantige Gesteinsbrocken.



Nach kurzem Studium der Parkkarte, die man mir am Eingang mitgegeben hat, starte ich mit einem Rundtrail, der aus einer Kombination aus Hidden Pinion und Red Sands Trail besteht.





Am Anfang stapft man auf einem sandigen Trail nach Norden. Die Vegetation wird immer interessanter, Kakteen und ihre Blüten garnieren den Weg, ...





... der immer felsiger wird.












Vor mir blicke ich auf eine Anhöhe die sehr stark vulkanisch geprägt ist und mich gleich in ihren Bann zieht. Da hätte es mich auch hinaufgezogen wenn der Weg nicht dorthin geführt hätte, was aber der Fall ist.





Diese Anhöhe überrascht mit einer Art Lava-Hoodoos ...






... und diversen Felsgebilden die eindeutig vulkanisch geprägt sind ...





... und wie eine Armee aus roten Leibern und schwarzen Hüten diese Anhöhe verteidigt.





Nach etwa 90 Minuten bin ich zurück am Wrangler, fahre einen Steinwurf weiter und halte wieder an den Petrified Dunes.






Ein kurzer Spaziergang führt mich zu den gut von der Straße aus erkennbaren Felsen. Diese langgestreckten fließenden Felsen sind verfestigte Sanddünen, die vor Millionen Jahren zu Stein wurden und heute wie erstarrte Wellen wirken.






 





Besonders eindrucksvoll und vielleicht das Highlight im Snow Canyon State Park sind die Lavahöhlen. So freue ich mich besonders auf den Lava Flow Trail, den ich nach kurzer Fahrt weiter nach Norden erreiche.




Der Lava Flow Trail führt an drei zugänglichen Lavahöhlen vorbei, die beim Abkühlen der Lavaströme entstanden sind und heute einen direkten Einblick in die vulkanische Vergangenheit des Parks geben. Sie entstanden, als die äußere Schicht eines Lavastroms bereits erstarrte, während im Inneren noch glühendes Gestein weiterfloss – bis schließlich hohle Röhren zurückblieben.
Die erste Lavahöhle verkneife ich mir und das nicht nur, weil auf dem Weg dorthin ein verletzter Tourist auf einer Bahre an mir vorbeigetragen wird.





Der Blick in die Tiefe und die Vorstellung dort hinunter zu kraxeln hätte mich vor 20 Jahren sicher interessiert aber heute denke ich mir, lohnt sich das für ein schwarzes Loch für das ich eine Stirnlampe brauche um da unten meine Hand vor Augen zu sehen? Zudem ist die Verletzungsgefahr an dem scharfen Lavagestein nicht zu unterschätzen. Minimum würde ich mir wahrscheinlich meine Hose aufreißen – ich kenne mich … 






So wundere ich mich ein bisschen über meinen Vernunftanfall (das ist nicht immer so) und gehe ich weiter zu Lavahöhle 2 die relativ klein ist und nur wenige Meter ohne Klettereinlage in die Tiefe geht.




Die ist wiederum natürlich kein Problem für Knochen und Hose.






Am interessantesten und ebenfalls weitestgehend einfach zu erleben, ist die dritte Lavahöhle.





Ein einfacher kurzer Abstieg führt zunächst in einen Lavakessel, in dessen Ende sich die Lava-Höhle versteckt.





Die Höhle selbst kann man dann vielleicht noch 15-20 Meter erkunden. Stirnlampe oder Handyleuchte sind notwendig - sonst kommt man nicht weit, da der Untergrund im Dunkeln liegt und man dann nicht sieht wo man hin steigt. Die erhöhten Wände sind aber ganz gut zu erkennen. Diesen Kessel mit der Höhle finde ich schon richtig cool und beeindruckend. 





Lava-Wände




Auch auf dem Lava Flow Trail kann man gerade jetzt im Frühjahr viele Wüsten-Pflanzen entdecken und das trotz den harten Bedingungen der von Lava geprägten Umgebung. Ein Beleg dafür wie eng Zerstörung und Neuanfang in der Natur miteinander verbunden sind.
Übrigens - die Lava speichert die Hitze der Sonne und strahlt sie wieder ab, weshalb der Park gerade im Sommer eher noch etwas heißer empfunden wird als die Umgebung. So wäre der Sommer wohl nicht gerade die ideale Reisezeit für diesen Park. Die 32°C heute sind da Vorgeschmack genug.





Nochmal Kontrastprogramm im Snow Canyon: es geht auf der Parkstraße nach Süden zum Jenny's Canyon.
Gerade mal 5 Minuten ist man auf dem "Trail" unterwegs und steht schon vor dem Eingang der kurzen Schlucht.



Der ca. 80m lange Jenny's Canyon ist ein Slotcanyon wie aus dem Bilderbuch.






Die engen, vom Wasser geschliffenen Sandsteinwänden sind wirklich ein starker Kontrast zu den umliegenden Lavafeldern.




Besonders gut gefallen mir die wabenförmigen Auswaschungen von denen es hier jede Menge gibt.















Mein letztes Ziel im Park ist der Snow Canyon Overlook - der den Blick über die Bereiche des Parks schweifen lässt.
Der Snow Canyon State Park hat mich positiv überrascht und ist für jeden eine Empfehlung wert, der den Kontrast an rotem Sandstein und der schwarzen Lava zu schätzen weiß. Wer ausschließlich auf der Jagd nach roten Steinen ist, für den gibt es spektakulärere Schutzgebiete im Südwesten und gerade in Utah.
Der Snow Canyon State Park besitzt nicht die eine überragende Natursensation aber die "Summe der Dinge" macht einfach Spaß.




Der Overlook ist ein würdiger Abschluß sowohl meines Besuchs im Snow Canyon State Parks als auch des kurzen Abstechers nach Utah.
Von hier geht es über die Interstate 15 in einer Stunde zu meinem Übernachtungsziel in Mesquite, wo noch ein Lebensmittel-Einkauf im Walmart und eine Stippvisite des Casino-Hotel-Pools absolviert wird, bevor dann die Planung für die letzten Tage erfolgt.


Übernachtung:  Virgin River Casino & Lodge, Mesquite

Ilona

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Zitat
Die erste Lavahöhle verkneife ich mir und das nicht nur, weil auf dem Weg dorthin ein verletzter Tourist auf einer Bahre an mir vorbeigetragen wird.

 :schreck: In unserem Alter muss man wirklich nicht mehr in jedes Loch kriechen. Das Lava-Gestein ist teilweise messerscharf.

Der Snow Canyon SP ist eine Augenweide :herz:. Er bietet so einige (kurze) Trails und verschiedene Gesteinsfarben. Das Whiterocks Amphitheater ist z. B. weiß. Vielleicht kommt da der Name her. Jedenfalls kann man im Park locker zwei Tage mit wandern und erkunden verbringen.

Anscheinend ist Jenny's Canyon von Mitte März bis Anfang Juni nicht mehr gesperrt. Während dieser Zeit konnten früher die Vögel und Schildkröten ungestört brüten.
Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)


Christina

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Sieht wirklich sehr interessant aus im Snow Canyon State Park mit dem Kontrast zwischen rotem und schwarzem Gestein. Und wenn ich mir die Hikes in Ilonas Link anschaue, würde ich am liebsten gleich loswandern (na ja, nicht zu dieser Jahreszeit natürlich).


LG Christina

Silv

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Zitat
Die erste Lavahöhle verkneife ich mir und das nicht nur, weil auf dem Weg dorthin ein verletzter Tourist auf einer Bahre an mir vorbeigetragen wird.

 :schreck: In unserem Alter muss man wirklich nicht mehr in jedes Loch kriechen. Das Lava-Gestein ist teilweise messerscharf.


Und wenn ich richtig sehe, gehen da - wie so oft und überall - welche mit Flipflops da herum... ::)
Liebe Grüße
Silvia

Horst

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11.Tag - 29.3.2026 Sonntag: Die Olympiade der Erosion







Der Handywecker hat seinen Auftritt heute wieder um 5 Uhr. Als ich meinen Schlüssel in der Casino-Rezeption abgebe, sind schon wieder einige am Zocken (meist ältere Leute).
Auf der I-15 geht meine Fahrt nach Westen. Nach 15 Minuten verlasse ich die Interstate auf einen Highway nach Süden. Morgenstund hat Gold im Mund. Bei mir ist das die Gold Butte Road, auf die ich nach Süden abbiege. Die Straße ist größtenteils geteert, sollte aber umsichtig befahren werden. Ein solches Schlaglochfestival überhaupt als Straße zu bezeichnen ist gewagt. Die Gegend ist nicht gerade überlaufen. Eine einzige kleine Farm liegt an der Strecke, an der man aber immerhin ein Palmenhain findet. Nach einer Fahrzeit von gut einer Stunde ist die Whitney Pocket erreicht.




Das Gelände der Whitney Pocket ist Teil des Gold Butte National Monuments aber keine Sorge, ein Kassenhäuschen wird man hier vergeblich suchen. Außer 2 Campern, die wohl hier übernachtet haben, auch hier weit und breit niemand zu sehen.






Die Whitney Pocket steht eigentlich für drei Dinge - bunte und aberwitzig geformte Felsen, durchlöchert wie ein Schweizer Käse, Joshua Trees und Petroglyphs. Auf die Suche nach Petroglyphs also Felszeichnungen zu gehen spare ich mir. ...
Bei so einer spektakulären Landschaft fehlt mir für Petroglyphs heute die Begeisterung. Per Allrad könnte man auch mit dem Auto weiter in das Gebiet vordringen aber ich möchte das ja zu Fuß machen, um durch dieses Wunderland mit der Kamera streifen zu können.





Die bunten skurrilen Felsen ziehen mich sofort in ihren Bann.





Die Whitney Pocket wird oft als Gebiet mit Sandsteinfelsen aus gestreiften Bändern beschrieben. Genau solche Landschaften machen Farbunterschiede besonders sichtbar, weil die Erosion die inneren Schichten freilegt.









Geologisch hängt das auch mit denselben großen Wüstensandstein-Systemen zusammen, die man aus Teilen von Süd-Nevada und Süd-Utah kennt – also ehemaligen Dünenlandschaften, die später verfestigt und wieder freigelegt wurden.
 



Überwiegend bestehen (teilweise bestanden) die Felsen aus dem rot-orangem Aztec Sandstone, also verfestigten alten Wüstendünen aus dem Erdmittelalter. In diesen Dünensanden wurden zu verschiedenen Zeiten unterschiedliche Minerale abgelagert. Rot-, Orange- und Brauntöne entstehen hauptsächlich durch Eisenoxide.









Helle Weiß-, Creme- oder Beigetöne zeigen Bereiche, in denen entweder weniger Eisen vorhanden war oder Eisen später durch zirkulierendes Wasser teilweise wieder herausgelöst wurde. Die Bänder und Streifen entstehen, weil Sandlagen mit unterschiedlicher Mineralzusammensetzung schichtweise abgelagert wurden.
Später haben Wind, Regen und Temperaturwechsel die Gesteine unterschiedlich stark angegriffen.






Dadurch treten manche Farbschichten stärker hervor als andere, und bizarre Formen mit noch deutlicheren Farbkontrasten entstehen. Es wirkt so, als ob die Erosion hier ihre olympischen Spiele abhalten würde.
 
















Aufgrund der grellen Farben kommen die orangen Felsen wie man sie im Valley of Fire zu Hauf findet in meiner Aufmerksamkeit fast ein wenig zu kurz.








Das rot, gelb, weiß, lila und rosa flasht mich schon völlig.
 












Das für mich einmalige der Whitney Pocket ist die Kombination der bunten Felsen mit den Joshua Trees.





Joshua Trees sind ziemlich spezialisierte Pflanzen – sie wachsen nur unter ganz bestimmten Bedingungen, weshalb ihr Verbreitungsgebiet auch relativ begrenzt ist, so wachsen sie fast ausschließlich in der Mojave Desert im Südwesten der USA (Kalifornien, Nevada, Arizona, Randgebiete von Utah). Die Mojave-Wüste bietet genau die Mischung aus Höhe, Winterkälte und saisonalem Regen, die diese Pflanzen brauchen. In heißeren Wüsten wie der Sonora-Wüste fehlen oft diese kühleren Winterbedingungen.
Ihre Höhenlage liegt meist zwischen 400 und 1.800 Metern. Diese mittleren Höhen sorgen für die richtige Kombination aus Temperatur und Niederschlag. Joshua Trees sind übrigens überraschend frosttolerant (bis etwa −10 °C), aber mögen keine dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit.

 









Die Farbenorgie ist unfassbar.














Für den Moment mache ich nun einen Cut, verlasse die Whitney Pocket und fahre auf dem Gold Butte Highway (der nun nicht mehr geteert ist) weiter nach Osten. Irgendwann folge ich einer Abzweigung (Mud Wash North Road) nach Süden. Für High Clearance Fahrzeuge kein Problem, nur die letzten 1-2 Meilen sind etwas grenzwertig für einen PKW (Mud Wash Road). Man könnte das Fahrzeug aber vorher abstellen und Luftline etwa einen Kilometer laufen und so nicht der Piste folgen die im Bogen mehr oder weniger einem Wash folgt.






Irgendwann habe ich mein Ziel – Little Finland erreicht und gönne mir auch noch den letzten Anstieg über ein paar Höhenmeter – wofür hat man sonst einen Wrangler. Nicht nur die Palmen weisen darauf hin, dass ich trotz des scheinbar nordischen Namens nicht per „beamen“ nach Skandinavien gereist bin.





Fin heißt im englischen so viel wie Flosse.




So bin ich also im „kleinen Flossenland“ und das hat nichts mit Finnland im Norden Europas zu tun.






Die Gegend von Little Finland wirkt fast wie von einem Künstler gestaltet – ist aber ein Lehrbuchbeispiel für extreme Verwitterung in der Wüste.





Ein derart von der Erosion zerfressenes Gestein ist selbst für den Südwesten der USA ungewöhnlich. Ähnlich wie im Valley of Fire State Park besteht auch Little Finland aus altem Sandstein (ebenfalls aus ehemaligen Dünen). Dieser ist aber besonders weich und ungleichmäßig verfestigt. Einige Bereiche sind stärker „zementiert“ (also härter), andere sehr brüchig. Dadurch wird das Gestein nicht gleichmäßig abgetragen. Der Wind schleift über Jahrtausende Sandkörner gegen den Fels. Weiche Teile werden schnell ausgehöhlt. Harte „Kappen“ bleiben stehen, wodurch bei manchen Formationen die dunklen Kappen über dem roten Gestein thronen. Die vielen kleinen Löcher entstehen durch eine Kombination von Salzkristallen, die das Gestein von innen sprengen und lokal wirkender Feuchtigkeit (z. B. Tau).










Der Boden ist häufig mit einer weißen Schicht bedeckt. Diese Schicht ist die Hinterlassenschaft eines ehemaligen Sees, dessen Wasser einst verdunstet ist und gelöste Mineralien zurückblieben, die für die weiße Kruste sorgten. Auch heute kann Wasser aus dem Untergrund nach oben steigen: Es bringt gelöste Salze mit und verdunstet sofort in der Wüstenhitze. Als Folge bleibt das ebenfalls weiße Salz an der Oberfläche.





Irgendwie ist man hier fast ein wenig erschlagen von der Vielzahl der Figuren.





Zwei dieser Figuren ragen aus dem Labyrinth dieser Skulpturen heraus. Dieser hier der etwas von einem Herz hat ...





... und mein Favorit ist der reitende Drache (zumindest sieht er für mich so aus).





So geflasht wie in der Whitney Pocket bin ich trotzdem nicht. Auch nicht, weil ich das Gebiet von früher kenne und es relativ klein ist. Ich denke die Farben und die Vielfalt wie in der Whitney Pocket fehlen mir hier für einen zeitlich längeren Besuch als die ca. 2 Stunden die ich herumstreife.






So geht es für mich wieder zurück und da ich gerade am späten Nachmittag ja wieder an der Whitney Pocket vorbeifahre, lockt es mich dort noch einmal die Rückseite der Felsen beleuchtet zu bekommen, die am Morgen im Schatten lagen.













Face-Rock?































So habe ich hier wieder meinen Spaß, schaffe an diesem Tag insgesamt meinen Rekord an Bildern dieser Reise und fahre hochzufrieden in mein Domizil nach Mesquite, Nevada.
 


Übernachtung: Virgin River Casino & Lodge, Mesquite, Nevada

Ilona

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Wow, was für eine Farbpalette der Natur :herz: :beifall:.

In die Ecke haben wir es nie geschafft. Als wir mal wollten, wurde die Zufahrt nach Little Finland durch unangenehme Cowboys blockiert und wir verzichteten lieber auf die Begegnung.

Anscheinend ist das jetzt Geschichte, aber wir kommen vermutlich nicht mehr in die Gegend.
Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)


Christina

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Wow, welche eine Farben -und Formenpracht. Es ist immer wieder erstaunlich, was die Natur alles hervorbringt.

Bei Little Finland und deiner Erklärung zum englischen Wort fin musste ich jetzt doch nochmal genauer nachschauen, wo der Name des Landes Finnland herkommt, weil ja auf Finnisch das Land als Suomi bezeichnet wird, das wohl vom finnischen Wort suo = Sumpf kommt, aber keinen Bezug zum Wort Finnland hat. Interessanterweise gibt es auch im deutschen den Begriff Finne, der eine Fischflosse bezeichnet und da das Volk der Finnen an der Ostsee lebt, könnte der Länder- bzw. Bevölkerungsname tatsächlich daher kommen (und damit wäre das amerikanische Little Finland von der Bezeichnung her doch wieder näher am Land Finnland oder auf englisch Finland).

Oder das Wort stammt vom lateinisch-germanischen Wort fenni, was finden oder der Finder bedeutet.


LG Christina

Horst

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Bei Little Finland und deiner Erklärung zum englischen Wort fin musste ich jetzt doch nochmal genauer nachschauen, wo der Name des Landes Finnland herkommt, weil ja auf Finnisch das Land als Suomi bezeichnet wird, das wohl vom finnischen Wort suo = Sumpf kommt, aber keinen Bezug zum Wort Finnland hat. Interessanterweise gibt es auch im deutschen den Begriff Finne, der eine Fischflosse bezeichnet und da das Volk der Finnen an der Ostsee lebt, könnte der Länder- bzw. Bevölkerungsname tatsächlich daher kommen (und damit wäre das amerikanische Little Finland von der Bezeichnung her doch wieder näher am Land Finnland oder auf englisch Finland).

Oder das Wort stammt vom lateinisch-germanischen Wort fenni, was finden oder der Finder bedeutet.

Laut meiner Recherche vermutet chat gpt:

Zitat
Der deutsche Name Finnland (wie englisch Finland oder schwedisch Finland) stammt aus dem Schwedischen. Schweden herrschte vom Mittelalter bis 1809 über Finnland.
Der erste Bestandteil "Finn" geht auf die altnordische Bezeichnung Finnr zurück. Interessanterweise bezeichneten die Wikinger damit ursprünglich nicht die heutigen Finnen, sondern eher die Samen (Lappen) oder allgemein Menschen, die als Jäger und Sammler im Norden lebten.