3. Tag – Donnerstag, 23.04. - 1. TeilNach so viel moderner Architektur gestern, soll es heute idyllischer werden. Ich mache einen Ausflug nach Dordrecht mit seiner typisch holländischen Altstadt.
Die Stadt mit 122.000 Einwohnern liegt 20 km südöstlich von Rotterdam und kann entweder in 15 min mit der Bahn oder in einer Stunde mit dem Wasserbus erreicht werden. Ich entscheide mich für letzteren, mit der Bahn kann ich überall fahren.
Die Ablegestelle des Waterbus in Rotterdam liegt an der Willemskade, direkt beim Auf-/Abgang zur Erasmusbrücke. Es geht also als erstes wieder vom Hotel über die Brücke, dabei sehe ich, dass am Wilhelminapier ein riesiges Kreuzfahrtschiff angelegt hat (Aida Perla), jetzt habe ich keine Zeit mir das genauer anzuschauen, sonst fährt mir der Wasserbus vor der Nase weg, aber vermutlich wird das Schiff auch noch heute Nachmittag, wenn ich zurück von Dordrecht komme, hier sein.
Ich nehme den Wasserbus um 9.30 Uhr und setze mich auf einen der wenigen Plätze im Freien, die meisten Sitze sind im Inneren, das ist kein touristisches Sightseeing Boot, sondern wird hauptsächlich von den Einheimischen als öffentliches Verkehrsmittel genutzt. Die Zahlung erfolgt dementsprechend wie überall in Rotterdam mittels einchecken mit der Kreditkarte (oder sonstiger Karte des öffentlichen Verkehrsunternehmens RET). Auf dem Boot wird dann nochmal kontrolliert, ob man eingecheckt hat, wenn nicht, kann man auch noch an Bord zahlen (aber nicht in bar).
Sehr frisch ist es heute Vormittag trotz wieder strahlendem Sonnenschein, da bin ich froh, einigermaßen windgeschützt zu sitzen, einige Holländer, die meist mit ihrem Fahrrad an einer der folgenden Haltestellen ein- oder aussteigen, sind in T-shirt und Shorts, da friere ich schon beim Anschauen.
Zu Beginn der Fahrt mache ich einige Fotos, es schwankt aber stark, dazu der Wind, daher lasse ich bald einfach nur die Landschaft von meinem Platz aus vorbeiziehen, ohne für Fotos aufzustehen.
Dordrecht ist eine der ältesten Städte der Niederlande und hat eine große Bedeutung für die Geschichte des Landes: 1275 schlossen sich zwölf holländische Städte unter Wilhelm von Oranien zusammen und erklärten ihre Unabhängigkeit von Spanien, wozu sie bis dahin gehörten – die Geburtsstunde der Niederlande.
Um 10.30 Uhr legt der Wasserbus an der Merwekade am Rande der Altstadt an. Eine Reihe von Schafen begrüßt mich in der Stadt,
dann bin ich auch schon mittendrin im klassischen Holland mit Kanälen, Ziehbrücken, wappengeschmückten Stadttoren und Giebelhäusern.
Ich orientiere mich grob am ausgeschilderten Rundgang „Rondtje Dordt“, der mich zu den schönsten Ecken der Stadt bringt. Gemütlich bummle ich durch die Gassen und genieße Sonne, Ruhe (es sind fast keine anderen Leute unterwegs) und Idylle.