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Unterwegs in Down Under
Silvia:
15.08. Donnerstag
Wir fahren zum Uluru, es windet bei 14° C und ist sehr kühl. John unser örtlicher Guide kommt mit Daunenjacke!
Der Uluru, auch Ayers Rock, ist ein an der Oberfläche befindlicher Teil einer großen unterirdischen Gesteinsschicht in der zentralaustralischen Wüste. Er gehört wie die Kata Tjuta zum Amadeus-Becken. Der Uluru ist etwa drei Kilometer lang, bis zu zwei Kilometer breit und hat einen Umfang von rund neun Kilometern. Er ist kein Monolith, kein eigenständiger Gesteinskörper, sondern ein Teil einer unterirdischen Gesteinsschicht, die auch am 30 km entfernten Katja Tjuṯa an die Erdoberfläche tritt. Die Gesteinsschicht ist am Uluru etwa 2,4 km mächtig und erreicht nach Schätzungen bis zu 5 km Dicke und ist etwa 100 km breit
Der Uluru besteht im Wesentlichen aus Arkose-Sandstein. Das Gestein ist in unverwittertem Zustand grau. Ist es jedoch Verwitterung ausgesetzt, rosten die Eisenanteile rot bis braun aus. Der Sandstein verwittert an der Oberfläche schalenförmig und zeigt so wunderbare Formationen.
John erzählt uns viel über die Tjukata, die Sog. Schöpfungs-Wanderungs-Sein-Geschichte (fälschlicherweise als Traumzeit bezeichnet). Ebenso viel erzählt er über essbare und giftige Pflanzen.
Am Rand des Uluru befinden sich viele Höhlen, Auswaschungen und einige wurden von den Aboriginals zum Wohnen, andere für Zeremonien genutzt. Frauen und Männer übrigens getrennt.
Auf Grund seiner spirituellen Relevanz für die Traumzeit-Erzählungen gilt er den lokalen Aborigines, den Anangu, als Heiliger Berg.
So beschreibt der Uluru-Mythos die Entstehungsgeschichte der Landschaft: Auf der Sonnenseite des Uluru wohnten die Mala, die Hasenkänguru-Menschen, und auf der Schattenseite die Kunia, die Teppichschlangen-Menschen, in Harmonie und Frieden. Die entfernten Windulka luden die Mala zu einer Initiation ein, doch die Mala sagten ab, da sie selbst Initiationen durchführen wollten und die Kunia nahmen gerne an und verliebten sich auf ihrer Anreise in die Sleepy-Lizard-Women (Lizard = blauzüngige Tannenzapfenechse) und reisten nicht weiter. Daraufhin wurden sie durch einen Kulpunya bestraft, einen Hund mit riesigen Zähnen und ohne Haare, der bösartiger als ein Krokodil war, aber auch die Kunia wurden durch die Liru, die Giftschlangen-Menschen und weitere Kämpfer, die am Kata Tjuta lebten, bestraft. In der fürchterlichen Schlacht mit Toten, Schwerverletzten und Feuer bebte die Erde und der Uluru hob sich aus der damals ebenen Erde hervor und damit wurde der Geist der Mala und Kunia zu Stein und die Spuren und die Geschichte des Kampfes können die Anangu am Uluru ablesen und erzählen
Einige Teile des Uluru sollen nicht fotografiert werden, da es für die Aboriginals heilige Stätten sind. Bis auf eine halten sich alle daran. Darauf aufmerksam gemacht, das hier Fotografieren verboten ist kommt die Antwort, sie hätte eine andere Glaubensrichtung. ????? Was für eine Ignoranz und Respektlosigkeit gegenüber anderen Kulturen und Religionen. >:( :hammer:
Diese Büsche formt der Wind.
Der Rundweg ist ca. 10 km und wirklich faszinierend, je nach Standort, Sonneneinstrahlung ändert sich das "Gesicht" des Uluru ständig.
Auf der "Rückseite" zeigt sich eine ganz andere Form des Felsens.
Stop am Kulturzentrum mit einer wunderschön gestalteten Ausstellung, die nochmal versucht die Bedeutung der Tjukata zu verdeutlichen.
Danach heißt es wieder Kilometet machen, über 400 stehen an bis Alice Springs.
Ein Stüchen vor Alice Springs Stop an einer Kamel-Farm. Kamele wurden 1870 als Wüstentiere aus dem Nahen Osten in den Fünften Kontinent eingeführt. Nachdem in den 1920er Jahren Eisenbahn und Lastkraftwagen die Transporte übernahmen, wurden die Tiere in die Freiheit entlassen. Mangels natürlicher Feinde konnten sie sich ungestört vermehren. Die Kamelpopulation beläuft sich nach offiziellen Schätzungen auf circa 1 Million wilde Dromedare. Wer die Geschichte der Kamele in Australien nachlesen will von Horrocks's Beast bis hin zum Einsatz bei der Telegraphen-Linie kann hier nachlesen: Das Kamel in Australien
Auf dem Campingplatz begrüßt uns eine ganze Schar Papageien.
Ilona:
Die Geschichte des Uluru liest sich spannend :thumb:. Ich finde solche Hintergrundinformationen ohnehin sehr wichtig - Reisebericht lesen bildet einfach!
Flicka:
Respekt, dass du dir soviel merken konntest! Ich habe im nachhinein keine dieser Geschichten mehr richtig zusammenbekommen, außer, dass irgendwie immer die Strafe für unbotmäßiges Verhalten ziemlich drastisch war.
--- Zitat von: Silvia am 30. September 2013, 09:00:52 ---
Einige Teile des Uluru sollen nicht fotografiert werden, da es für die Aboriginals heilige Stätten sind. Bis auf eine halten sich alle daran. Darauf aufmerksam gemacht, das hier Fotografieren verboten ist kommt die Antwort, sie hätte eine andere Glaubensrichtung. ????? Was für eine Ignoranz und Respektlosigkeit gegenüber anderen Kulturen und Religionen. >:( :hammer:
--- Ende Zitat ---
Interessantes Argument. Ich gehe allerdings davon aus, dass sie ihrerseits erwarten würde, dass ein Aborigine, der eine christliche Kirche betritt, sich streng an die dortigen Gepflogenheiten hält.
Horst:
--- Zitat von: Silvia am 30. September 2013, 09:00:52 ---Darauf aufmerksam gemacht, das hier Fotografieren verboten ist kommt die Antwort, sie hätte eine andere Glaubensrichtung.
--- Ende Zitat ---
Sag das mal bei uns in einer Kirche wo Fotografierverbot herrscht. ;)
Silvia:
--- Zitat von: Ilona am 30. September 2013, 10:08:50 ---Die Geschichte des Uluru liest sich spannend :thumb:. Ich finde solche Hintergrundinformationen ohnehin sehr wichtig.
--- Ende Zitat ---
Ich bin jemand der sich vorher nur wenig um solche (Hintergrund-)Infos kümmert , erst hinterher wird das ganze nachgelesen. :read2: So kann ich mir dann das alles viel besser vorstellen und hab nen Bezug dazu.
--- Zitat von: Flicka am 30. September 2013, 18:28:51 ---Respekt, dass du dir soviel merken konntest! Ich habe im nachhinein keine dieser Geschichten mehr richtig zusammenbekommen, außer, dass irgendwie immer die Strafe für unbotmäßiges Verhalten ziemlich drastisch war.
--- Ende Zitat ---
:-[ ähem ... mit Merken alleine hätte ich es auch nicht mehr zusammenbekommen, das meiste ist nachrecherchiert.... aber was die Strafen angeht, da muss man daran denken, das hier sehr harte Lebensbedingungen herrschten. Einer konnte durch fehlerhaftes Verhalten das Überleben der ganzen Gruppe gefährden.
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