Allgemeines > Reiseberichte
Lava, Lada, Lundis - Island 2009
Silvia:
--- Zitat von: Horst am 06. Oktober 2013, 21:59:36 ---Ein Anblick der süchtig macht.
Immer und immer wieder möchte man „die Blase“ sehen – für das Foto den perfekten Sekundenbruchteil erwischen, wenn die grüne Wölbung ihren Höhepunkt erreicht.
--- Ende Zitat ---
:happy: ooohhh jaaa, und wenn man kein Kamera-Stativ wie ihr habt wird die Kamera irgendwann ziemlich schwer. ;)
Heiko:
Ich wollte nur kurz anmerken, dass ich euch auch noch hinterherreisen werde und hoffe euch bald einholen zu können ;). Der Starttermin kam jetzt etwas ungeschickt für mich :).
Heiko:
So, jetzt bin ich dabei, ihr seid ja gottseidank noch nicht so weit gekommen ;).
Der Lada erinnert mich von der Ausstattung und Bedienung ganz stark an meinen ersten Polo zu Anfang der 80iger Jahre. Zu dem sagte ich auch immer: 4 Räder, ein Lenkrad, ein Motor (den man damals aber unter der Motorhaube fast noch suchen musste) und etwas Blech außenrum. Aber man kann so ein Gefährt richtig lieb gewinnen, wenn es einen überall hin bringt ;D.
Die Geysire gefallen mir schon mal sehr gut :thumb:. Man muss also nicht unbedingt bis nach USA fliegen um sowas mal zu sehen, 3 1/2 Stunden Flugzeit sind da schon mal angenehmer :floet:. Und vor dem "Butterfass" hätte ich bestimmt auch Stunden verbringen können :).
Auch der Wasserfall ist toll anzusehen und wohl noch beeindruckender, wenn man so nah ran kann :windig:. Also mit der Natur bin ich schon zufrieden, über die Unterkünfte müssen wir aber noch mal reden, da bin ich noch nicht so glücklich damit (wohl mittlerweile etwas zu verwöhnt) ;).
Danke für den Link mit der Karte. Da ich Island bisher nur als kleinen Fleck auf der Landkarte kannte :-[, kann ich mir jetzt besser ein Bild davon machen und hoffentlich damit auch eure Reise etwas nachverfolgen.
Horst:
--- Zitat von: Silv am 08. Oktober 2013, 08:14:48 ---Der Strokkur ist ja wirklich klasse. Da könnte ich mich wohl auch nicht losreißen. Aber auch die Wasserfälle find ich total beeindruckend.
Ich war mal an den Niagarafällen. Und selbst, als ich sie noch nicht gesehen habe - allein das Geräusch hat mich damals schon umgehauen.
--- Ende Zitat ---
Bezüglich Wasserfälle darfst Du Dich noch auf einige sehr schöne und beeindruckende Exemplare freuen. :)
--- Zitat von: Silvia am 08. Oktober 2013, 08:53:17 ---
--- Zitat von: Horst am 06. Oktober 2013, 21:59:36 ---Ein Anblick der süchtig macht.
Immer und immer wieder möchte man „die Blase“ sehen – für das Foto den perfekten Sekundenbruchteil erwischen, wenn die grüne Wölbung ihren Höhepunkt erreicht.
--- Ende Zitat ---
:happy: ooohhh jaaa, und wenn man kein Kamera-Stativ wie ihr habt wird die Kamera irgendwann ziemlich schwer. ;)
--- Ende Zitat ---
Aber auch mit Stativ ist es mit Strokkur nicht immer einfach - zumindest bei mir. :P
Entweder ich komme hin und er bricht wenige Sekunden bevor ich mein Stativ aufgestellt habe monstermäßig aus und die zweit folgenden Ausbrüche sind dann nur kleine Hüpfer oder ich halte mal auf die Blase und ausgerechnent dann verpasse ich einen großen Monsterausbruch .....
Trotzdem Strokkur ist einfach der Hit. :D
--- Zitat von: Heiko am 08. Oktober 2013, 09:56:18 ---Ich wollte nur kurz anmerken, dass ich euch auch noch hinterherreisen werde und hoffe euch bald einholen zu können ;). Der Starttermin kam jetzt etwas ungeschickt für mich :).
--- Ende Zitat ---
Freut mich Heiko, daß Du wieder dabei bist :)
--- Zitat von: Heiko am 08. Oktober 2013, 14:33:08 ---Die Geysire gefallen mir schon mal sehr gut :thumb:. Man muss also nicht unbedingt bis nach USA fliegen um sowas mal zu sehen, 3 1/2 Stunden Flugzeit sind da schon mal angenehmer :floet:. Und vor dem "Butterfass" hätte ich bestimmt auch Stunden verbringen können :).
Auch der Wasserfall ist toll anzusehen und wohl noch beeindruckender, wenn man so nah ran kann :windig:. Also mit der Natur bin ich schon zufrieden, über die Unterkünfte müssen wir aber noch mal reden, da bin ich noch nicht so glücklich damit (wohl mittlerweile etwas zu verwöhnt) ;).
--- Ende Zitat ---
Wer sich für Natur begeistern kann ist auf Island genau richtig.
Die Unterkünfte wie schon geschrieben gibt es auch für ein paar Euros mehr in gehobener Kategorie.
Wir sind da halt eher Sparbrötchen. ;)
Horst:
3. Tag Samstag, 6.6.2009
Da es gestern nicht so spät war sind wir verhältnismäßig früh auf – und beide geduscht und hinter den Ohren gewaschen um Punkt 8 Uhr beim Frühstück im Nachbarhaus. Empfangen werden wir dort von einem jungen Isländer dessen gute Laune ansteckend ist. Auf mein „How are you ?“ bekomme ich als Antwort:” I’m always good. I am from Iceland”. Die Qualität des Frühstücks kann zwar nicht ganz mit dem launigen Isländer mithalten – ist aber in Ordnung – Wunderdinge hatten wir sowieso nicht erwartet. Immerhin lernen wir den isländischen Skyr kennen – eine Mischung aus Quark und Joghurt – erfrischend und lecker – gibt es in jeder Tanke und jedem Shop zu kaufen.
Kurz vor 9 verlassen wir Laugarvatn Richtung Westen. Noch ist es bedeckt. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
Wir fahren einen kleinen Umweg und kommen so ein Stück entlang am Þingvallatn – dem größten See Islands.
Unser neues Lada-Maskottchen hat die Nacht im Auto offensichtlich gut überstanden - wir hören zumindest keine Klagen.
Um halb 11 erreichen wir den Nationalpark Þingvellir – ein Must See für jeden Island-Besucher und das dritte Ziel am Goldenen Zirkel.
Das Þ spricht man übrigens wie das englische th aus – weshalb man den Ort im englischen auch Thingvellir schreibt. Was Þingvellir aber so interessant macht ist nicht die Schreibweise, sondern der Mix aus Natur und Geschichte.
Hier wurde bereits um 930, also am Ende der Landnahme (die Besiedelung von Island im 9. und 10.Jahrhundert ) durch vor allem norwegische Wikinger die traditionelle gesetzgebende Versammlung Alping abgehalten. Gesetze wurden verabschiedet und nebenbei auch gleich vollstreckt. Es handelt sich um eines der ältesten Parlamente der Welt (nach denen im antiken Griechenland). Es bestand bis ins Jahr 1798 als die Dänen das Althing auflösten. An diesem historischen Ort wurde auch am 17. Juni 1944 die Republik Island ausgerufen.
Die Almannagjá (Allmänner-Schlucht) hat eine so gute Akustik dass ein Gesetzessprecher jedes Jahr die mündlich überlieferten Gesetze vortragen konnte, denn erst im Jahr 1117 wurden die Gesetze niedergeschrieben. Dabei stand der Gesetzessprecher auf dem Lögberg (Gesetzesberg) und konnte die hinter seinem Rücken aufragende Wand der Allmännerschlucht als natürlichen Verstärker nutzen.
U.a. an diesem Ort (und im weiteren Umfeld) wird auch das Auseinanderdriften der amerikanischen und europäischen tektonischen Platten durch imposante Felsspalten und Risse sichtbar. In den letzten 10.000 Jahren ist das Land beiderseits der Almannagjá Schlucht um 70 Meter auseinandergedriftet und der Talboden hat sich um 40 Meter gesenkt.
Gleich neben dem Visitor Center auf dem Haukadalsfjall befindet sich eine Aussichtsplattform, die einen tollen Überblick über die Allmänner-Schlucht, den See und die Landschaft ....
... rings um die malerische Kirche bietet.
Gefahr, dass man hier als Tourist an Einsamkeit zugrunde geht besteht nicht – aber noch ist die Besucherzahl erträglich – es gibt halt immer wieder Plätze die man mit (vielen) anderen teilen muss – zum Glück ist das in Island eher die Ausnahme als die Regel.
Wir wandern durch die Schlucht und erfreuen uns an der sich zunehmend aus den Wolken kämpfenden Sonne.
Besonders schön ist es am Öxaráfoss. In Island ist so ein Wasserfall ja nichts besonderes – für mich als "Wasserfallfanclub-Beauftragten" natürlich schon.
Inzwischen haben wir strahlend blauen Himmel (T-Shirt – Wetter) und die Landschaft Þingvellirs ist traumhaft schön. Die Sonne kommt – die Touris gehen (wohl der übliche Rhythmus – weiter zum nächsten Busziel am Goldenen Zirkel) – eine Kombination die uns gefällt.
Wildlife gibt's auch. ;)
Im kleinen Besucherzentrum des Parks fragen wir wegen der Strasse F550 (Kaldidalur) nach. Gestern war die für uns als Idealroute erhoffte Strecke zum Hraunfossar (erspart Umweg und ist landschaftlich sehr vielversprechend) im Internet noch als gesperrt angezeigt. Die Dame hat zwar keine Ahnung – macht sich für uns aber telefonisch schlau.
Ergebnis: Piste ist noch zu – schade. :(
Zurück am Lada legen wir ein Päuschen in der Sonne ein mit Skyr und belegten Broten bevor wir Þingvellir gegen 13 Uhr verlassen.
Wir fahren die 52 nach Norden. Inzwischen hat sich die Landschaft noch einmal gesteigert. Wir sehen Berge, wilde Flüsse und leuchtende Wiesen auf denen Islandponys malerisch in der Sonne grasen.
Nach einer halben Stunde erreichen wir den Abzweiger der uns entweder per Umweg über den Westen zum Hraunfossar – oder auf direktem Weg über die Kaldidalur nach Norden führt.
Wir haben Riesenglück. Vor wenigen Stunden muss die Piste (allerdings nur für Allradfahrzeuge) freigegeben worden sein wie uns ein entsprechendes Schild verdeutlicht.
Na dann steht der ersten Bewährungsprobe für unseren Lada ja nichts mehr im Wege. :D
Zumindest Islandponys haben mit der F550 kein Problem.
Die Fahrt führt über eine Geröllwüste sanft in höhere Gefilde – immer näher an die verschneiten Berggipfel des Schildvulkans Skjaldbreiður.
Die ersten Schneefelder tauchen neben der Piste auf – ein faszinierender Anblick.
Schnell kommt man auf der Strecke nicht voran – für einen PKW aktuell nicht machbar – es sind schon einige fordernde Passagen dabei und auch beim größten Bemühen allen hohen Steinen und tiefen Schlaglöchern auszuweichen gelingt das nicht immer – sie sind einfach in der Überzahl.
Nach 30 Kilometern in denen wir nicht nur gerührt sondern auch geschüttelt sind gibt es eine Abzweigung nach Osten – die zu einem Ausläufer des Langjökull (dem mit 940 km² zweitgrößten Gletscher Islands) führt. Da man sich ja sonst nichts gönnt .....
7 halbwegs erträglich befahrbare Kilometer später sind wir oben am Gletscher angekommen ...
... und blicken auf das strahlende Weiß der schier unendlichen Schnee- und Eislandschaft.
Da wir schon mal hier sind machen wir natürlich auch einen kleinen Spaziergang auf dem Gletscher.
YEAH - I'm In ICE-Land
Das hat sich wirklich gelohnt !
Wieder zurück auf der F550 sind es noch 10 Kilometer bis zum Erreichen des Asphalts.
Besonders das letzte Stück durch ein von vielen Schmelzwasserflüssen durchdrungenes Tal ist noch einmal ein Highlight der Strecke die man jedem Allradfahrer nur ans Herz legen kann. Gerade für Anfänger stellt die F550 keine Probleme dar, da keine Flüsse zu durchqueren (zu „furten“) sind und auch sonst keine technisch schwierigen Passagen dabei sind. Sein Auto schrotten kann man natürlich bei viel Pech auch hier.
Gegen 17 Uhr erreichen wir nur wenige Minuten später den Parkplatz am Hraunfossar.
Den Hraunfossar (den Lavawasserfall) gebührend mit Worten zu beschreiben ist ein Ding der Unmöglichkeit.
Zum Glück haben wir 4 Millionen Bilder gemacht. :)) ;)
Die Sonne leuchtet auf die unzähligen Kaskaden die sich vom Hang hinab in die teilweise türkisfarbene Hvíta ergießen.
Unglaublich schön. :D
Angeblich sollen einer Sage nach diese milchig blauen Wasser Trollmilch sein. Ob das der Wahrheit entspricht ist doch egal wenn etwas so schön klingt …..
In jedem Fall leuchten die Augen eines Naturfans am Hraunfossar und es macht Riesenspaß so ein Naturwunder dazu noch bei strahlendem Sonnenschein abzulichten.
Aber damit nicht genug. Etwa 500 Meter weiter – die nächste Sensation. Ein toller Canyon mit einer Brücke die zu Aussichtspunkten auf beiden Seiten der Schlucht führt, .....
.... in die sich diverse Fallstufen des Barnafoss ergießen.
Nach 2 Stunden und angehender Hornhaut auf dem Auslöser-Finger ....
... reißen wir uns los und fahren das letzte Stück auf der 50 nach Westen .....
.... wo wir um 20 Uhr im Städtchen Borgarnes eintreffen.
Auch hier probieren wir wieder das Hostel das etwas außerhalb auf einer kleinen Anhöhe ....
.... malerisch über der Flüsse- und Seenlandschaft thront.
Wir bekommen zwar noch ein Zimmer allerdings ist es sehr klein. Natürlich steht hier wieder eine Küche zur Verfügung – allerdings müssen wir warten bis 3 Österreicher ihre Nudeln aus den in Beschlag genommenen Töpfen in ihre Mägen wuchten. Bis dahin trinken wir schon mal ein Bierchen in der Sonne vor dem Haus, kochen uns dann ein leckeres (na ja) Tütensüppchen – und das zusammen mit noch einem Bier und einigen Salzletten bleibt heute unser karges Mahl.
Restaurants und Supermärkte haben inzwischen schon zu und so haben wir die Suppen wenigstens nicht umsonst mitgeschleppt.
Wir bleiben noch ein bisschen draußen sitzen und sprechen begeistert über den tollen Tag und überlegen wie und vor allem wohin es morgen weitergehen soll.
So ein (oder zwei) Döschen isländisches Bier runden so einen perfekten Tag noch einmal ab und sorgen für die (eigentlich schon vorhandene) Bettschwere. ;)
Wir wollen morgen früh per Internet das Wetter checken und uns dann entscheiden welche Richtung der Ringstraße wir fahren.
Also Quo Vadis ?
..... und was wird uns der morgige Tag bringen ?
Übernachtung: Hostel Hamar Borgarnes
Preis: 5000 ISK (29 €) Frühstück nehmen wir extra dazu >1000 ISK pro Person (5,50€); also Gesamtpreis 7000 ISK (40€)
Bewertung: 5 von 10
Kommentar: schön gelegen, schön mit Holz vertäfelt. Für alle Zimmer nur eine Dusche ist zu wenig. Kleines aber gemütliches Zimmer – allerdings null Komfort.
Borgarnes ist ein nettes Städtchen – gut als Übernachtungsort geeignet
Bild des Tages:
Am Rande des Langjökull
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln