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Lava, Lada, Lundis - Island 2009

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Horst:
6. Tag, Dienstag, 9.6.2009


Da wir schon so ein tolles Apartment mit Riesenküche haben, frühstücken wir heute morgen noch ausgiebig und sind dadurch erst um kurz nach 10 Uhr mit dem einladen unseres eigenwilligen Russen fertig und startklar für einen neuen Tag auf der Insel der Überraschungen.






Zunächst sehen wir uns „endlich“ mal wieder einen Wasserfall an – davon hat Grundarfjörður sogar seinen eigenen – den Grundarfjörður Foss.
 





"Kein schöner Land in dieser Zeit ...." - Grundarfjörður im Nebeldunst


In Grundarfjörður machen wir die übliche Runde – tanken (unser Lada hat ja nur einen 30 Liter Tank – da gibt es für ihn nahezu täglich ein Besäufnis) und die Suche nach einem Supermarkt um auch unsere Batterien wieder aufzufüllen. In Island haben die Supermärkte (anders als bei uns) keine große farbige Werbung und die Scheiben sind meist mit Farbe überstrichen – sodass man von außen nichts sieht. Es ist also auch hier wieder ein kleines Suchspiel – das wir aber zu einem glücklichen Ende und daraufhin diverse Getränke und Snacks zu unserem Auto bringen können. In großen Orten/Städten gibt es ja den Bonus, eine Art ALDI Islands. Bisher haben wir es aber noch nicht geschafft in so was reinzustolpern – wird aber sicher noch kommen.
 





Wir fahren nach Westen. Die Teerstraße folgt dort dem Küstenverlauf im Bogen nach Süden. 

Allbeherrschend auf Snæfellsness ist ja der Snæfellsjökull – ein 1446m hoher Stratovulkan mit einer strahlend weißen Gletscherkappe. Davon sehen wir heute leider nichts – tief hängen die Wolken. Vom schönen Bergpanorama der Halbinsel ist nicht mal etwas zu erahnen. Das lähmt unsere Begeisterung doch etwas – da hilft auch nicht das Wissen, dass der französische Autor Jules Verne in seinem Roman „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ den Einstieg in die Unterwelt genau am Snæfellsjökull angelegt hat – wenn man ihn und seine Nachbarn gar nicht sieht.

Trotzdem versuchen wir das Beste aus den Bedingungen zu machen – interessant ist es hier allemal - die Halbinsel Snæfellsness wird oft als eine Miniaturausgabe von Island bezeichnet, weil dort fast alle typischen Landschaftsformen vorkommen.

Durch den Regen und die etwas höhere Luftfeuchtigkeit beschlägt unsere Scheibe und wir lassen das Gebläse unseres Ladas mal ordentlich durchpusten – klingt schwer nach Asthma was da aus den Kunststoffritzen kommt .....

 





Vorbei an einigen Kratern und gelbbemoosten Lavafeldern ....

 





... halten wir nach etwa einer Stunde Fahrt an den Lavagebilden von Djúpalónssandur bei Dritvik.
Auf dem schwarzen Sandstrand Djúpalónssandur liegen vier Kraftsteine mit denen die Fischer die anzuheuernden Seemänner testeten (die übrigen Steine in der Reihe wurden wohl von Touristen gestiftet). 

 





Die Steine mussten hochgehoben werden - Almoði (Versager) hat 23kg, Hálfdrættingur (Halbe Portion) ist 54kg schwer, Hálfsterkur (Halbstarker) hat 100kg und der größte Stein Fullsterkur (Vollstarker) kommt auf 154kg.

Wer Hálfdrættingur nicht heben konnte, wurde nicht angeheuert. Das nennt man doch mal einen unbürokratischen Einstellungstest ! 

 





Touristen aus Süddeutschland die bei diesem Test versagen, wird zur Strafe von heidnischen Strandsirenen die Mütze über das Gesicht gezogen.

 





Am Strand liegen auch noch die Reste des englischen Trawlers Epine, der vor einigen Jahren hier zerschellte.

 





Auch die Lavafelsen bieten interessante Motive ......






....  wie der Strand selbst.

 


 








Weiter geht es Richtung Süden. Beim Leuchtturm von Malarif halten wir wieder und laufen zu der Lava-Felsenburg Lóndrangar am Meer.


 


 

 





Inzwischen ist es früher Nachmittag – Zeit für einen Kaffee.
Bestens dafür geeignet ist das Cafe Fjöruhúsið (ein ehemaliges Fischerhaus) in Hellnar, einem kleinem Nest im Südwesten der Halbinsel. Hier beginnt die lohnende Wanderung nach Arnastapi und schon hier hat man einen tollen Blick auf die Küste mit ihren direkt am Meer stehenden aberwitzigen Lavaskulpturen und Vogelfelsen.
 






Wir fahren weiter nach Arnastapi und wandern von hier entlang der Küste nach Osten.
Der Parkplatzwächter ist hier etwas überdimensioniert – wen das Monument darstellen soll weiß ich nicht, vielleicht einen dicken Wikinger oder Helmut Kohl. 

 





Die kleine Tour entlang der Küste bei Arnastapi ist sicher das Highlight des heutigen Tages.

 

 
 

 


 

 


 



 
 

 


 

 




 




Grassodenhäuser in Arnastapi

 
Unglaublich was hier für ein Möwen-Flugbetrieb herrscht. Nach gut einer Stunde haben wir genug gesehen und bevor wir noch ein Andenken auf unsere neuen Jacken bekommen (die sind zwar wind- und regendicht aber nicht Vogelkacke-abweisend) kehren wir zu unserem Lada zurück und fahren weiter nach Osten bis Buðir. 






Die Kirche in Buðir ist eines der bekanntesten Fotomotive, das in keinem Islandmagazin fehlen darf – also machen auch wir unsere Aufnahme – wenngleich das Bergpanorama heute bestenfalls angedeutet ist.
Es ist windig und kalt – was uns die kleine Runde zum Strand doch recht kurz halten lässt. 






Selbst bei so bescheidenem Wetter geben Islands Landschaften immer etwas her.....

 

 


 .... und die Islandponys sowieso.

 

Nirgendwo zeigt sich ein Wolkenloch  - keine Chance in den nächsten Stunden noch irgendwo einen Sonnenstrahl oder mehr Licht abzubekommen. Hoffen wir morgen mal auf Besserung – für heute haben wir genug gesehen. Snæfellsness hat uns nicht ganz so begeistern können wie die anderen Landstriche in denen wir bisher unterwegs waren – liegt vielleicht auch an der schlechten Sicht oder daran dass Snæfellsness zwar vieles bieten mag – aber nichts wirklich ganz Spektakuläres (von Arnastapi mal abgesehen). Schön war's natürlich trotzdem.  :D
 




Was gibt es heute eigentlich sonst noch Neues von unserem jagdgrünen Russen ?
Nun, nichts weltbewegendes. Wir registrieren jedes Mal wenige Sekunden nachdem man die Zündung ausgeschaltet hat ein sirrendes Geräusch – etwa 10 Sekunden lang – das dann so unvermittelt aufhört wie es begonnen hat und der Sitz rutscht schon mal 20 Zentimeter nach vorne wenn man mal stark für ein paar Schafe auf der Straße bremst.

Ach ja – und das Gebläse das wir wegen beschlagender Scheibe auch am Nachmittag gelegentlich mal laufen lassen macht nach wie vor ein Geräusch, als ob der Selbstauslösemechanismus gestartet wäre und die Bombe gleich hochginge.... 

Wir halten noch einmal kurz an ein paar Basaltsäulen die im Reise-Know-How gefeiert werden, entscheiden dann aber dass wir uns das  Foto aus der Nähe sparen – da gab es wahrlich schon prickelnderes .....

Island ist ja auch das Land der Feen und Trolle. Dementsprechend trollen wir uns jetzt auch und fahren nach Borgarnes – das wir ja schon bestens kennen ( nach 6 Tagen Island sind wir ja schon Islandexperten  ).
Da wir gerne mal was Neues ausprobieren wollen geht es diesmal nicht wieder ins Hostel. Bei einem Guesthouse das wir anfragen ist nichts mehr zu bekommen – also versuchen wir es mal beim Motel Venus jenseits der Brücke über den Borgarfjörður. Dort kommen wir günstig unter – wenn es auch nach dem tollen Zimmer von gestern fast eine Absteige ist.
Heute sind wir extrem früh dran – erst halb 7 – wir drehen mit dem Auto eine kleine Runde durch den Ort, suchen schon mal das Visitor Center (das man an den Ortsrand verlegt hat) um morgen per Internet das Wetter zu checken und zu entscheiden ob wir die Insel wie ursprünglich geplant im - oder gegen den Uhrzeigersinn weiter erkunden.
Borgarnes ist dahingehend der ideale Stützpunkt – liegt direkt an der Ringstraße und ermöglicht dann morgen in die eigentliche Tour einzusteigen.
Da wir beim Zimmer ja sparsam waren ist heute mal richtig speisen an der Reihe.
Wir entscheiden uns für das Vina Kaffi Restaurant.
Während ich endlich mal einen Lachs auf Island probieren will entscheidet sich Petra für einen landestypischen Burrito   ;) – beides ist sehr gut und das Lokal empfehlenswert. 
Auf dem Zimmer gibt es dann noch einen Absacker in Dosenform ....





.... und der Blick aus dem Fenster bietet noch einen stimmungsvollen Abendhimmel über Borgarnes bevor es in die Heia geht und die Schlafbrillen über den Tag geschoben werden.

 

 

Übernachtung: Motel Venus, Borgarnes

Preis: 5700 ISK (33 €) ohne Frühstück und in der Spar/Schlafsack-Variante - ohne Bad & WC

Bewertung: 2 von 10

Kommentar: halbwegs sauber –aber mehr Gutes kann man nicht schreiben - kein Übernachtungstipp – nur wenn man unbedingt günstig unterkommen will und das Hostel oder andere günstige Anbieter nichts mehr frei haben

 

 

Bild des Tages:


Kirche in Buðir auf der Halbinsel Snæfellsness

Shadra:
Wow!

Zugegeben - Zuhause im trockenen und warmen guckt man sich selbst solche Bilder gerne an:



Es schaut aus, als würde gleich der Sturm losbrechen und ich finde die Lichtstimmung in dieser Umgebung so richtig spannend!

Ilona:
Herrlich  :herz: - der Strand mit den Arches. Erinnert etwas an den Nordwesten der USA und an Twilight  :cool2:.

Bin ich froh, dass du durch den Eignungstest gefallen bist, denn sonst wüsste ich jetzt nicht, wie es in Island aussieht.

Silv:

--- Zitat von: Ilona am 16. Oktober 2013, 08:21:21 ---Herrlich  :herz: - der Strand mit den Arches. Erinnert etwas an den Nordwesten der USA und an Twilight  :cool2:.


--- Ende Zitat ---

Ilona, ich muss feststellen, du denkst meistens das Gleiche wie ich.....

Horst, mit deiner roten Jacke setzt du immer einen schönen Farbtupfer in deine Fotos.  ;D

Heiko:
Gut dass du beim Test versagt hast, sonst hättest du zum Fischen gehen müssen und wir wären alleine auf der Insel verloren gewesen ;).

Die Lavafelsen gefallen mir ausnehmend gut  :thumb: und die Grassodenhäuser sehen auch interessant aus, isoliert bestimmt gut.

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