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Lava, Lada, Lundis - Island 2009

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Horst:
9. Tag, Freitag,12.6.2009


Dass es in Island im Sommer so lange hell ist verursacht schon ungewöhnliche Erlebnisse.
Als ich gestern nach dem Umtrunk mit dem Pärchen aus Brandenburg noch mal aus dem Zimmer musste  ;)  lief mir ein halbnackter Inder über den Weg. 10 Meter größer hätte ich bei den Rücken- und Brusthaaren an King Kong gedacht – aber schon seltsam nachts um halb 2 mehr oder weniger nackt in der Küche zu hantieren und noch groß aufzukochen .... vielleicht lag es ja auch an der Zeitverschiebung zu Indien ...... 

Wir haben mal wieder Lust auf ein ordentliches Frühstück und schlagen unerbittlich im angeschlossenen Restaurantbereich des Museums zu. Hier gibt es ein wirklich leckeres Buffet für umgerechnet 7 €. Einmal mehr stellen wir fest, dass auch viele Franzosen in Island unterwegs sind – und – dass man immer wieder dieselben Leute sieht.

Das Wetter ist zwar trocken aber noch zeigt sich keine Sonne – also eher schlechter als gestern Abend – weshalb wir nicht noch einmal zum Jökulsarlón fahren – was wir bei strahlendem Wetter sicher in Erwägung gezogen hätten – war in jedem Fall klasse dort. Unser Tag wird aber sicher auch so gut gefüllt.  :)
Wir folgen der 1 nach Nordosten und gönnen uns dafür den Abstecher (8 km one Way – äußerst raue Piste) zum Fláajökull. Falls ich es noch nicht erwähnt haben sollte – irgendwas mit „Jökull“ heißen in Island nahezu alle Gletscher, denn „Jökull“ bedeutet „Eis“. 






Der letzte Kilometer führt über einen Damm aus größeren Steinen über die unser Lada aber mühelos dahinrattert zu einer Gletscherzunge mit Gletschersee.

 

 




Wir parken und laufen etwa eine halbe Stunde zum Gletscher.

 

 

 

 


 

 


Hat man den Gletscher erreicht wird die Fortbewegung meist schwer bis unmöglich. Schlamm auf spiegelglatten Eisplatten – wahrlich nicht verlockend dort noch weiterzugehen und dann doch mit Nase oder Hinterteil ein Schlammbad zu nehmen.

 

 

 

Wir machen einige Aufnahmen und kehren um.

 

 




"Eishand" am Fláajökull

 

 

Ach ja – wo war denn noch unser Auto ?

Da wir über einige Hügel hinabgestapft sind versteckt es sich jetzt wohl in einer Senke und wir können nur raten in welche Richtung wir genau gehen müssen – alles sieht gleich aus  - Geröllschutt so weit das Auge reicht.   
Also tut man das was man in so einem Fall am besten immer tut – auf den höchsten Hügel steigen und den Blick schweifen lassen. In der Ferne glauben wir das „jagdgrüne“ Dach unseres kleinen Freundes ausmachen zu können.

 

 


Also halten wir auf diese Richtung zu und werden fündig. 

 






Weiter geht es auf der Ringstraße ....

 

 

 

.... die hier entlang der ganzen Südküste ein Erlebnis für sich ist. Noch einen letzten Gletscherblick gönnen wir uns bevor es in die Ostfjorde geht – der Hoffellsjökull ist gut von der Ringstraße aus zu bewundern.

 

 




Islandponys direkt an der Straße - auch da wird gehalten und der Auslöser weiter abgenutzt.

 

 


 

 

 


 

 

 


Eingekeilt zwischen den Lagunen Hornarfjörður und Skarðsfjörður liegt die gemütliche Stadt Höfn, erreichbar über die kurze Zufahrtsstraße Nr. 99.
Hier befindet sich auch der einzige Hafen der Südküste, da die Sanderflächen keinen anderen Standort zuließen.  Höfn ist auch die erste wirklich nennenswert große Ortschaft/Kleinstadt seit Hunderten von Kilometern mit gut 1600 Einwohnern. 

 

 



Bemerkenswert ist hier vor allem ein Aussichtspunkt den man erreicht, wenn man den Hafen passiert. Es ist zwar so windig dass es uns fast aus den Schuhen weht aber der Blick auf die Stadt und gleichzeitig 4 Gletscherzungen ist schon klasse !

Eigentlich wollen wir nur aufs Klo und stoppen dafür an einem Cafe. Da das Cafe gemütlich aussieht denken wir – ein wärmender Kaffee wäre auch recht. Letztendlich haben wir dann ein Mittagessen auf dem Tisch stehen .....

 




Nördlich von Höfn – etwa ab Djúpivogur beginnen die Ostfjorde. Dorthin knattern wir mit unserem Lada, der wegen unserer vollen Mägen sicher einen Liter mehr braucht. Zum Glück müssen wir nicht radeln. :P

 

 




Die Strecke ist teilweise hochspektakulär.


 




Wir werden durch eine wunderschöne Szenerie von Bergen, Buchten, im Meer stehenden Lavafelsen und Zinnen... 

 

 



... immer wieder zum Anhalten gezwungen. 

 

 

 

An einem dieser Stops treffen wir auf ein polnisches Pärchen, ...

 

 



.... das auch mit einem Lada unterwegs ist.

Ich errate sofort dass deren Lada ebenfalls von geysir.is ist (das war nicht schwer) und wir hören dass sie sogar schon mit dem Ding „gefurtet“ haben. Wer hier eine peinliche Bildungslücke haben sollte – „Furten“ ist das Durchfahren eines Flusses mit dem Auto. 

 

 




Ein launiger Smalltalk über den Lada entwickelt sich - Fazit: Ladafahrer sind auf jeden Fall die besseren Touristen  wenn nicht gar überhaupt die besseren Menschen!   ;)

 

 



Bevor es weitergeht besehen wir uns den Strand und die Felsen.

 

 



Lavafelszinnen und Löcher ragen aus dem Meer, ...

 

 


... einen Vogelfelsen gibt es zu bewundern ... 

 




.... Robben die im Meer schwimmen ....

 

 


 ..... und das alles so ohne große Ankündigung – so was bietet Island eben einfach im Vorbeifahren.

Gäbe es so eine Szenerie in Kalifornien – würde man mindestens einen State Park daraus machen (sofern noch Geld dafür da ist ....) und halb Touri-Deutschland wäre dem Hype erlegen den man um so einen Ort machen würde.
Hier hält man einfach für ein paar Bilder – genießt die nun strahlende Sonne die sich mal wieder unvermittelt aus den Wolken kämpft und fährt begeistert weiter.   :D

 






Im kleinen Städtchen Djúpivogur sehen wir uns ein bisschen um ....

 

 



.... und füllen unseren Biervorrat wieder auf. (im Bild: Bier-Task-Force Einsatzleiterin Petra) 

 



Isländische Hinterhofidylle in Djúpivogur

 

 



Weiter kurven wir um den Berufjörður – den ersten Fjord auf dem Weg nach Norden.
Ab Breiðalsvik verlassen wir die 1 und kurven auf der 96 weiter um und durch die Ostfjorde.

 

 




Islands Natur hält die Strecke abwechslungsreich.
Die Sonne bleibt uns noch einige Zeit erhalten – aber kalt und windig ist es heute.
Satte +4°C zeigt das Thermometer an der Tanke in Fáskrúðsfjörður. 

 

   



Die häufigsten Verkehrsteilnehmer sind in Island Schafe.

 

 


Das Umkurven weiterer Fjorde sparen wir uns – das Wetter zieht sich jetzt doch ungemütlich zu und per Tunnel kann man einige Kilometer abkürzen. 

Inzwischen ist das Wetter ziemlich mies, als wir an Schneefeldern vorbei den einen oder anderen kleinen Pass auf der 92 nach Norden überqueren. Hier soll es sogar Rentiere geben – wir sehen aber keine – wohl alle weggerannt.
Gegen 19 Uhr erreichen wir Egilsstaðir. Was für ein hässlicher Ort !
Immerhin eine der 20 größten Städte Islands (Platz 19) aber wahrlich kein Hingucker. Eine angedachte Hüttenunterkunft etwas außerhalb der Stadt ist uns zu teuer, also werfen wir einen Blick ins Visitor Center im Ortskern, vielleicht gibt es ja hier noch einen Übernachtungstipp – was allerdings nicht der Fall ist. So checken wir wenigstens noch das Wetter und sehen, dass es hier morgen extrem ungemütlich wird. Sogar Schneefall ist angekündigt, während es am Mývatn (eigentlich für übermorgen geplant) schön werden soll. 
Also mal wieder eine Planänderung. Das schöne Hafenstädtchen Seyðisfjörður und Bakkagerði die für morgen auf dem Programm standen lassen wir wetterbedingt sausen und Egilsstaðir (oder vielleicht besser "Eklig-staðir") muss ebenfalls auf uns verzichten – hier gefällt es uns sowieso nicht. Wir fahren noch weiter nach Westen Richtung Mývatn.
Bis ganz nach Mývatn schaffen wir es heute natürlich nicht mehr – aber wir entdecken im Heimur-Führer (der Islandguide mit Übernachtungstipps vom Isländischen Fremdenverkehrsamt) ein einsames Guesthouse an der Ringstraße, rufen dort an und bekommen ein Zimmer zugesagt. Jetzt gilt es nur noch vor 21 Uhr dort anzukommen, damit wir noch etwas im Restaurant des Veitingar Guesthouse zu beißen bekommen.

Wir geben Gummi – bremsen aber trotzdem weiterhin für Schafe.  ;)

 

 

 

 
Entlang an einem sehenswerten Canyon und diversen Wasserfällen die von den Bergen hinabstürzen, erreichen wir kurz nach halb 9 das Veitingar Guesthouse, checken ein und gehen erst mal etwas essen.
Wir sind zwar die einzigen Gäste – normalerweise ja kein gutes Zeichen – aber das Essen ist sehr gut (ich probiere mal isländisches Lamm).
 

 



 
Das Zimmer ist zwar nicht bombastisch – aber durchaus ok und der Preis ist es auch. Man beachte (Bild rechts) die sofort strategisch platzierte Bierdose. Nicht, dass man denkt wir müssen uns das Zimmer schön trinken - nein - wir finden auch andere Gründe.    :)) 








Das Beste an der Unterkunft ist aber der Name der Ortschaft die praktisch nur aus dem Guesthouse besteht: "Skjöldólfstaðasköli"

Super oder ? 

und jetzt alle zusammen .....   ;)








Auf dem Zimmer gibt es noch das sich bereits "andeutende" obligatorische Bierchen (da man ja am hellichten Tag keinen Alkohol trinken sollte muss man sich halt anders behelfen  ) ...   ;)

 


 
.... und ein weiterer toller Tag diesmal allerdings vorwiegend im Auto (das soll morgen ganz anders werden) geht zu Ende.

 

 
Übernachtung: Veitingar Guesthouse in Skjöldólfstaðasköli

Preis: 7000 ISK (40 €) ohne Frühstück – als Schlafsackunterkunft, WC & Bad wie immer auf dem Gang

Bewertung: 6,5 von 10

Kommentar: in the „Middle of nowhere“ – also kein Punkt für die Lage – aber sonst durchaus ok – kann man weiterempfehlen.

 

 

Bild des Tages:


Islandpferde in den Ostfjorden

Susan:
Hallo,

Der Tag hatte doch so seine Höhepunkte  :zwinker:  :drunken: (nein, nicht nur das Bier)

Hab mich schon gefragt, wann die Islandponys kommen,  8) oder hab ich die bisher übersehen?

Andrea:
Hast du  mal versucht mit der Augenbinde zu trinken? Ich glaube, das kann leicht mal ins Auge gehen - äh... naja, vielleicht nicht gerade ins Auge. Du weißt schon....

Wunderschöne Bilder sind das! Und daran hat nicht nur die Natur ihren Anteil  ;)

Paula:
Also diese Zungenbrechernamen machen mich echt fertig. Eins ist schon mal klar: in Island kann man niemanden nach dem Weg fragen "können Sie mir sagen wie ich nach Tjzklmerfckplmnd komme?  :o

Und in einer Vinbudin hätte ich eine Weinhandlung vermutet oder ist das Isländisch für Liquor store?

Aber die Natur ist echt toll, besonders die Ponys gefallen mir heute. Sind das wirklich Wildtiere? Wie überleben die im Winter?

Horst:

--- Zitat von: Susan am 23. Oktober 2013, 19:06:33 ---Hallo,

Der Tag hatte doch so seine Höhepunkte  :zwinker:  :drunken: (nein, nicht nur das Bier)

Hab mich schon gefragt, wann die Islandponys kommen,  8) oder hab ich die bisher übersehen?

--- Ende Zitat ---
Die gab's schon mal am 3.Tag aber eigentlich sieht man die immer wieder mal - man fotografiert halt dann nicht immer.  ;)
Übrigens das Bier, das ich da in der Hand halte (Egilstadir), ist nicht gerade das beste was man in Island erwischen kann - über die Marke deckt man besser ein oder zwei Augenklappen.  ;)




--- Zitat von: Andrea am 23. Oktober 2013, 19:16:58 ---Hast du  mal versucht mit der Augenbinde zu trinken?
--- Ende Zitat ---
Logisch. Für so einen Quatsch bin ich immer zu haben.  :))



--- Zitat von: Andrea am 23. Oktober 2013, 19:16:58 ---Wunderschöne Bilder sind das! Und daran hat nicht nur die Natur ihren Anteil  ;)

--- Ende Zitat ---
Ich wage zu erraten welches Eyecatcher Bild da vorne liegt.  ;)




--- Zitat von: Paula am 23. Oktober 2013, 22:09:01 ---Also diese Zungenbrechernamen machen mich echt fertig.
--- Ende Zitat ---
Halb so wil Paula - aber extra für Dich kommt dann demnächst mal ein einfacher kurzer Name (Myvatn).  ;)



--- Zitat von: Paula am 23. Oktober 2013, 22:09:01 ---Und in einer Vinbudin hätte ich eine Weinhandlung vermutet oder ist das Isländisch für Liquor store?
--- Ende Zitat ---
Ich gehe davon aus, daß das Weinhandung heißt wobei das dann eben ein dehnbarer Begriff ist.



--- Zitat von: Paula am 23. Oktober 2013, 22:09:01 ---Aber die Natur ist echt toll, besonders die Ponys gefallen mir heute. Sind das wirklich Wildtiere? Wie überleben die im Winter?

--- Ende Zitat ---
Nein das sind keine Wildtieren. Die gehören schon irgendeinem Farmer der sie über den Winter einsammelt und auf seinen Hof bringt.


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