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Riesling, Regen, Rhein und Ritter - Eine Wanderung auf dem Rheinburgenweg

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Shadra:
Da wollte man mal schnell hinterher eilen und dann scheuchst du mich da in solchen Etappen rum*schnauf*


--- Zitat --- Nach unserer Rückkehr habe ich gleich mal verkündet, dass ich mir jetzt eine eigene Burg zulegen will. Da käme mir ein Burgenkatalog gerade recht.
--- Ende Zitat ---
Bei solchen Prachtstücken kein wunder  ^-^

Silv:
Und wie schön ist das erst bei Sonnenschein!

Flicka:
Sehr schön, die Truppe hat wieder zusammengefunden, dann können wir gleich gemeinsam beschwingt in die Schlussetappe starten.

Heiko darf gerne mitgekommen, auch wenn er heute auf den üblichen Regen verzichten muss. Sonne gibts zwar leider auch nicht, aber nach dem Dauerregen der letzten Etappe sind wir mit trockenem Wetter auch zufrieden. Und immerhin können wir heute beim Abschiedsschoppen draußen sitzen.

Also bis gleich zum Schlussspurt!

Flicka:
Sonntag, 6. Oktober


Als ich aufstehe, regnet es noch, aber bis zum Frühstück hat es sich ein wenig aufgehellt und ist trocken. Elsa berichtet, dass sie am frühen Morgen von heftigem Regenprasseln auf ein Vordach aufgewacht ist. Wir hoffen, dass sich das Wetter bei dieser Gelegenheit ausreichend ausgetobt hat und fahren optimistisch und gutgelaunt nach Oberwesel.

Von Oberwesel hatten wir uns nach dem gestrigen Stadtspaziergang nicht mehr viel versprochen. Jetzt sind wir umso überraschter über die Stadtmauer, die sich oberhalb des Ortes noch ein gutes Stück am Rhein entlang zieht.




Danach folgt noch ein kurzer Abstecher in den Ort.




Als wir anschließend wieder in die Weinberge wandern, müssen wir eine Entscheidung treffen: Folgen wir dem Hauptweg und erklimmen den Oelsbergsteig? Oder nehmen wir die Alternativroute  ohne sportliche Herausforderung?

Der Wanderführer erwähnt bei einer Beschreibung des Oelsbergsteigs Leitern und Felspassagen und empfiehlt dem Wanderer, der seinen Fähigkeiten nicht voll vertraut, diese Passagen mit einem Klettergurt in Angriff zu nehmen. Wir sind weit davon entfernt, unseren Fähigkeiten voll zu vertrauen, außerdem ist der Boden rutschig, und zumindest Elsa fehlt es an der laut Wanderführer erforderlichen Schwindelfreiheit. Also schlagen wir die Alternativroute ein, die laut Wanderführer auch als Umgehung bei Eis und Schnee genutzt werden soll.

Eine Viertelstunde später sind Elsa und ich der Meinung, dass der steile, rutschige Pfad, über den uns die Alternativroute geführt hat, auch nicht schlimmer sein kann als der Oelsbergsteig. Als wir schnaufend die Hangkante erreichen, informiert uns ein Schild, dass der Weg, über den wir uns gerade hochgequält haben, nur auf eigene Gefahr betreten werden soll. Bei Eis und Schnee würde ich hier sicher nicht herumkraxeln. Immerhin dürfen wir von hier oben wieder ein tolles Rheinpanorama genießen.




Weiter wandern wir, und wie schon oft in diesen Tagen überlege ich laut, dass es von hier aus ja nicht mehr weiter bergauf gehen kann. Kann es aber doch. Immerhin ist der Weg nicht mehr steil, und ab und zu kann man sich ja beim andächtigen Betrachten von Kunstobjekten am Wegesrand ausruhen.




Als schließlich die Alternativroute und der vom Oelsbergsteig kommende Hauptweg wieder aufeinandertreffen, fragen wir zwei andere Wanderer, wie schlimm denn die Kletterpartie gewesen sei. Nicht schlimm, finden beide.Eigentlich sind sie sogar enttäuscht. Und Elsa und ich beschließen, bei der nächsten Rheinwanderung die Route über den Oelsbergsteig zu nehmen.

Jetzt dürfen wir uns aber erst einmal auf die Loreley freuen. Nur eineinhalb Kilometer sind noch zu bewältigen, dann können wir durch die Bäume den ersten Blick auf den sagenhaften Felsen werfen. Ein paar Minuten später finden wir dann eine Bank mit einer wunderbaren Aussicht hinüber zur Loreley und hinunter auf den Rhein, wo die Transportschiffe in der engen Fahrrinne um die Kurven schlittern.



Wir bleiben lange alleine hier sitzen und genießen die wunderbare Aussicht, bevor wir uns schließlich losreißen können und entlang der anderen Aussichtspunkte weiterwandern. Dann folgt nochmal ein knackiger Abstieg ins Tal, gefolgt von einem ebenso knackigen Anstieg durch ein Waldstück. Als Belohnung erwartet uns dann der letzte Loreleyblick. Man sollte sich übrigens nicht täuschen: Obwohl inzwischen Felsen gesprengt wurden, ist diese Durchfahrt wegen der Kurven, der Strömungen und der eingeschränkten Sicht immer noch gefährlich. Vor 10 Jahren lief ein Schiff auf Grund, mehr als 40 Menschen wurden verletzt. Und vor zwei Jahren gab es bei einem Unfall in der Nähe zwei Todesfälle.



Wenige Minuten später taucht auf der anderen Rheinseite schon die Burg Katz auf, die wir vom Blick aus dem Frühstückszimmer schon kennen. Wir nähern uns St. Goar, und schließlich sehen wir schon Burg Rheinfels hoch über dem Ort. Die Burg Katz wurde im 14. Jahrhundert von den Grafen von Katzenelnbogen erbaut. Zusammen mit der Burg Rheinfels, die etwas stromabwärts auf der anderen Rheinseite liegt, bildete sie einen Zollriegel. Wie die Burg Gutenfels wurde sie Anfang des 19. Jahrhunderts von Napoleon gesprengt.



Ein letzter Abstieg ins Tal, ein letzter Aufstieg – meine Zehen melden sich so langsam wieder mit leichten Schmerzen, und Elsa tun die Knie weh. Aber wir müssen nur noch ein paar hundert Meter bergauf bewältigen, dann betreten wir die Burg. Geschafft! Unser letztes Ziel ist erreicht. Wir feiern uns und unsere erfolgreiche Wanderung erst mal mit einem ordentlichen Schoppen Riesling und leckeren Nudeln auf der einladenden Terrasse des Burgrestaurants, dann drehen wir noch eine Runde durch die Burgruinen und das Burgmuseum. Die Burg Rheinfels wurde übrigens schon im 13. Jahrhundert als Zollburg von einem der Katzenelnbogen-Fürsten gebaut und war für die Zölle der flussaufwärtsfahrenden Schiffe zuständig. Ein Jahrhundert später übernahm dann die Burg Katz die flussabwärtsfahrenden Schiffe. Die Burg Rheinfels wurde dann zur Festung ausgebaut und war die größte Festungsanlage zwischen Bingen und Koblenz. Zur Jahreswende 1692/1693 widerstand sie der Belagerung durch 28.000 französische Soldaten, gut 60 Jahre später musste sie im siebenjährigen Krieg aber kampflos übergeben werden.






Der letzte Abstieg ins Tal führt uns zurück nach St. Goar, und hier nehmen wir Abschied vom Rhein und vom Rheinburgenweg. So endet nach 4 Wandertagen und insgesamt ca. 63 Kilometern unsere schöne Rheinburgenreise.

Unser Fazit: Ein paar Burgen gilt es bis nach Koblenz noch zu entdecken, und sicher lohnt es sich auch, das rechtsrheinische Ufer auf dem Rheinsteig unsicher zu machen. Elsa und ich sind uns jedenfalls sicher: Das soll nicht unsere letzte gemeinsame Wanderung gewesen sein, und schließlich müssen wir ja sowieso wieder zurückkommen und den Oelsbergsteig bezwingen. Und in der Jugendherberge in der Burg Stahleck übernachten. Und im Viersterne-Hotel in der Burg Schönburg. Und herausfinden, wann in den Restaurants in Bacharach die Küche schließt.

Also sagen wir: Auf Wiedersehen in St. Goar!




- ENDE -

Ilona:

--- Zitat von: Flicka am 14. Oktober 2013, 18:01:04 ---Das soll nicht unsere letzte gemeinsame Wanderung gewesen sein, und schließlich müssen wir ja sowieso wieder zurückkommen und den Oelsbergsteig bezwingen. Und in der Jugendherberge in der Burg Stahleck übernachten. Und im Viersterne-Hotel in der Burg Schönburg. Und herausfinden, wann in den Restaurants in Bacharach die Küche schließt.
--- Ende Zitat ---

Eine tolle Wanderung habt ihr da gemacht :thumb: und da noch einige Rechnungen offen sind, arbeiten wir das nächste Mal an mehr :strahl: schein  :zwinker:.

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