Allgemeines > Reiseberichte

Incredible India - meine neue, große, bunte, aufregende Liebe

<< < (8/48) > >>

Birgit:
Hi Gerd,

ich bin grundsätzlich ganz genau so gestrickt wie du. Alleine das Gefühl, dass man anhalten kann, wo man will, auch wenn man es dann nicht einmal nicht tut, ist eine Menge wert.

Klar ist man auf den Fahrer angewiesen und darauf, dass er "pariert". Und ich will nicht einmal sagen, dass es nicht auch in meinem Fall hier und da mal nötig gewesen wäre, sehr klare Ansagen zu machen, manchmal auch ein sehr klares Nein zu formulieren. Wie auch sonst soll der Fahrer wissen, was er machen und was er lassen soll.

Hat man sich da erst einmal aufeinander eingespielt, bringt es aber jede Menge Vorteile, wenn man den Fahrer an seiner Seite hat. Er kennt sein Revier im Schlaf, muss nicht suchen, kennt die Öffnungszeiten und weiß, wann es wo voll ist und wann man seine Ruhe hat. Du kannst dich voll auf das Land und deinen Urlaub konzentrieren und musst keine Energie dafür aufwenden zu suchen, Sprachbarrieren zu überwinden und herauszufinden, wo was wie funktioniert.

Er kennt die Tricks der Locals dich in ein Gespräch zu ziehen und sich als dein Führer zu verdingen, denn sonst sitzt du schwupps in einem Seidengeschäft und kommst nicht wieder raus. Davor kann er dich bewahren.

Letztlich kann er dein Sprachrohr sein, dir beispielsweise einiges am Wegesrand erklären, dir ohne Touristenaufschlag das Obst kaufen, von dem du nicht einmal beim Ansehen weißt, ob es roh gegessen werden kann oder ein Gemüse ist, das drei Stunden gekocht werden muss. Er kann dem Zuckerrohrsaftverkäufer begreiflich machen, dass er die Maschine und das Zuckerrohr sauber machen soll, bevor er dir Saft verkauft, ansonsten hätte ich den niemals gekauft und getrunken.

Und letztlich: Nein, nicht du bist auf den Fahrer angewiesen. Er ist auf dich angewiesen, darauf, dass du zufrieden bist, ihn weiter empfiehlst, dich im Internet positiv oder zumindest nicht negativ über ihn äußerst, dass du ihm ein ordentliches Trinkgeld gibst. Wenn du ihn also als Profi auf seinem Gebiet akzeptierst und ihm genau sagst, was du willst und was nicht, dann wird das insgesamt eine völlig andere Reiseart als ein Roadtrip in den USA, ist aber eine prima Sache!

Silke:

--- Zitat von: Birgit am 03. November 2013, 21:28:40 --- ist aber eine prima Sache!

--- Ende Zitat ---

Wir hatten bisher auch zwei mal einen Fahrer und ich stimme dir in allen Punkten zu. Nur für mich gibt es ein Problem: ich kann die Fahrer als Menschen nicht vergessen. Ich denke oft an sie, was aus ihnen geworden ist, wie sie leben, wie es (im letzten Fall) ihren Familien geht, die wir kennengelernt hatten. Und irgendwie belastet mich das manchmal. Zumal ich keine Chance habe, Kontakt zu ihnen zu halten, weil beide nicht per Mail erreichbar sind.

Birgit:

--- Zitat ---ich kann die Fahrer als Menschen nicht vergessen. Ich denke oft an sie, was aus ihnen geworden ist, wie sie leben, wie es (im letzten Fall) ihren Familien geht, die wir kennengelernt hatten. Und irgendwie belastet mich das manchmal. Zumal ich keine Chance habe, Kontakt zu ihnen zu halten, weil beide nicht per Mail erreichbar sind.
--- Ende Zitat ---

Also, ich habe heute per Skype (Anruf zum Handy) "happy Diwali" gewünscht :) und SMS kann man doch auch per Skype verschicken, wenn auch nicht empfangen

Flicka:

--- Zitat von: Gerd am 03. November 2013, 20:40:55 ---
Alleine, statt autark selbst mit einem Mietwagen unterwegs zu sein, auf einen Fahrer angewiesen zu sein, schreckt mich ziemlich ab.


--- Ende Zitat ---

Ich kann natürlich nur raten, was Gerd meint, aber vielleicht geht es ihm ähnlich wie mir:

Ich hätte keine Angst davor, mit einem netten kundigen verlässlichen Fahrer unterwegs zu sein. Aber ich würde mir vorab Sorgen machen, ob ich so einen netten kundigen verlässlichen Fahrer bekomme oder ob ich an ein Schlitzohr gerate, das mir aus Bequemlichkeit falsche Informationen gibt, mich zu Geschäftemachern drängt, wo es Provisionen gibt usw. Ich hatte z.B. in Kambodscha bei den täglichen Tuk-Tuk-Fahrten schon große Unterschiede bemerkt zwischen dem Fahrer, der über das Hotel gebucht war und dem, den ich nach einem Ausflug selbst engagiert habe.

Birgit, du hattest dir die Auswahl des Fahrers ja sicher nicht leicht gemacht, und offenbar hat es vor Ort ja sehr gut geklappt. Ich habe schon während deiner kurzen Meldungen aus Indien beschlossen, dich um Rat zu bitten, falls ich das Abenteuer Indien wieder in Angriff nehmen sollte.  :)

Und jetzt bin ich schon sehr gespannt auf die ersten Bilder aus Incredible India.  :)

Birgit:
Wäre es nicht gut gegangen und hätte es größere Schwierigkeiten gegeben, wäre ich sicher froh gewesen für solche Fälle eine Agentur im Hintergrund zu haben. Ashok´s Taxi Tours ist ja mittlerweile streng genommen eine solche Agentur.

Klar, hat man den einzelnen Rikscha- oder Tuk Tuk Fahrer, dann muss man sich mit dem auseinandersetzen. Hat man einen "Chef" im Hintergrund, vor dem der Fahrer verständlicherweise riesigen Respekt hat, hat man natürlich noch ein Ass im Ärmel, wenn so eine Horrorvorstellung sich bewahrheiten sollte. Der würde den Fahrer schon ordentlich rund erneuern und im Zweifelsfall einfach austauschen können. Daher würde ich in ähnlichen Fällen sicherlich bewusst darauf achten, dass ich kein Ein-Mann-Unternehmen engagiere.

Aber ich muss auch sagen, dass nach allem, was ich so von anderen Touris mit Fahrer gehört habe, alle rundum mit ihrem Fahrer zufrieden waren. Auch die Fahrer, die ich so mitbekommen habe, wirkten absolut umgänglich. Vielmehr hatte ich vereinzelt das Gefühl mich für die werte Kundschaft "fremdschämen" zu müssen.

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln