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Goa und Radschasthan in 18 Tagen

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nelilein:
Hallo liebe Eumerika-Gemeinde,
ich bin zwar ganz neu hier, möchte mich aber mit dem Pedant zu Birgits Reisebericht über Indien hier vorstellen.
Sie hat mich lieberweise während ihrer Reise über alles informiert, was man so wissen muss, wenn man 14 Tage später fast dieselbe Reise macht.
Und so ist es vielleicht ganz interessant für euch, eine weitere Sichtweise über dieses faszinierende Land zu erfahren.
Unsere Reise führte von Goa über Udaipur nach Delhi in 18 Tagen, was zugegebenermaßen etwas knapp bemessen war. Trotzdem haben wir viel, sehr viel erleben dürfen.
Wie sieht’s aus… darf ich loslegen?
Nele

Rainer:

--- Zitat von: nelilein am 02. Dezember 2013, 17:37:02 ---Wie sieht’s aus… darf ich loslegen?

--- Ende Zitat ---

Na klar, jederzeit. Willkommen im Eumerika Forum!

nelilein:
Pünktlich 2 Stunden vor Abflug kommen wir am Flughafen an. Leider werden wir dafür bestraft, dass wir uns gegen den Online- Check-In entschieden haben, so waren auf dem Flug nach London keine gemeinsamen Plätze mehr verfügbar.
Da wir uns aber vorab die Exit-Plätze für den Langstreckenflug nach Mumbai gesichert haben – wen juckt’s.
Nachdem wir uns gegen den traditionellen McDonalds Besuch entschieden haben (war auch wieder mal  „etwas angeschmuddelt“  ) haben wir uns zum erstem mal am Flughafen was Vernünftiges gegönnt! Schnitzel und Clubsandwich – TOLL, man fühlt sich doch gleich im Urlaub.
Der Flug nach London verläuft ohne Vorkommnisse.  Wir sitzen hintereinander jeweils auf Platz E, wie vermutet/befürchtet der Mittelplatz.  Aber mit einer Flugzeit von einer guten Stunde ist das keine Beschwerde wert.
Beim Anflug auf London fällt uns, über die ganze Stadt verteilt, Feuerwerk auf, sieht schön aus von oben!!
Das hat, wie wir später lesen, eine 400 Jahre alte Tradition. Immer um den 03. November herum feiern die Briten die Bonfire Night.
Der Londoner Flughafen beeindruckt uns sehr. Sehr schön, sauber und freundlich. Das bestätige ich auch einer Angestellten, die eine Umfrage zum Flughafen an willigen Passagieren durchführt. Sie freut sich sichtlich, dass er mir so gut gefällt.
21.35 Abflug nach Mumbai! Exitplätze haben geklappt – hat was luxuriöses so viel Beinfreiheit  zu haben.
Die 8 Stunden Nachtflug vergehen wie im Flug, auch ich schlafe so 3-4 Stunden (oh  Wunder).  Leider bekomme ich vom Schlafen im Sitzen Rückenschmerzen, eine Aspirin soll’s richten. Auf dem Heimflug Voltaren ins Handgepäck! Die Crew ist extrem freundlich und hilfsbereit.
Im Mumbai angekommen bekommen wir einen kleinen Kulturschock. Wir fahren von International Terminal mit dem Klapperbus am Slumgebiet  vorbei ins Domestic-Terminal.   
Noch nie wurden wir so oft kontrolliert wie hier! Wir sind noch nicht im Flieger, aber unsere Bordkarte ist schon ganz abgegriffen und das Gepäck zig mal durchleuchtet (wir auch).
Was kostet die Welt? Ist klar – 10 Rupies (12Cent). Koffer, Klo oder nur ein Stempel, glücklicherweise hat Harald von Rosi ein paar Scheine vorab bekommen.
Nun sitzen wir im Wartesaal des Domestic  Terminals.  Die Klimaanlage ist ausgefallen, unser Flug hat Verspätung und ich habe den Verdacht, Harald hat sich beim Geldwechsel über den Tisch ziehen lassen. So langsam kann mein Reisekoller zur Hochform auflaufen. Mir stinkst und ich überlege ernsthaft umgehend wieder nach Hause zu fliegen!
Mit einer Stunde Verspätung startet der Flieger der Jet Airways, bis auf den letzten Platz ausgebucht nach Goa. Erfreulicherweise dauert der Flug anstatt 1 Stunde 15 Minuten nur eine dreiviertel Stunde.
Goa hat einen Feld und Wiesen Flughafen…. Auch hier gibt’s keine Klimaanlage und es ist heiß! Alle Wetter. Später lesen wir, es waren 36 Grad.
Ein Prepayd Taxi bringt uns in 40 Minuten zu unserem Hotel am Strand.
Unterwegs fällt das viele Grün auf, das förmlich aus allen Löchern sprießt.  Man hat das Gefühl, die üppige Vegetation wartet nur darauf, die Behausungen und Flächen zu überwuchern, die ihr der Mensch abgetrotzt hat. Alles ist etwas baufällig und wie schon erwähnt ziemlich überwuchert.
Auf Anraten meines Mannes schreibe ich nun nicht weiter – er meint ich solle erst was essen und darüber schlafen….

Der nächste Morgen: Harald hat Recht behalten. Inzwischen halte ich die ganze Reise nicht mehr für eine blöde Idee. 
Das Hotel ist altehrwürdig, im Kolonialstil gehalten. Sehr gepflegt und unser Zimmer ist sehr schön, geräumig mit Blick auf den Garten und im Hintergrund liegt das Meer.
Wir haben gestern ein Restaurant am Strand gefunden und die Knoblauchschrimps mit Kingfisher Beer  waren hervorragend.  Bis 23 Uhr Ortszeit (19.30 Uhr in Deutschland) kämpfen wir gegen den Schlaf an, schauen etwas Harry Potter and the chamber of secrets  und fallen dann wie tot in unsere Betten.
Am nächsten Morgen stehen wir um 9 Uhr auf und gehen ans Frühstücksbuffet.  Dieses ist beeindruckend ,mit allem was man sich so wünscht, plus indisches Frühstück, denn es sind Ferien in Indien und die Hälfte der Gäste sind Einheimische. Das ergibt ein interessantes Bild: Vom älteren Franzosen in heißen gelben Badehöschen und Unterhemd, über Russinnen im sexy Minikleid, sind die Inder entweder ganz in Polo, Gucci und Prada oder traditionell im Sari unterwegs. Dazwischen Harald in langen Hosen und Hemd und ich im langen Kleid .  Am Schwimmbad ergattern wir (dank 50 Rupies) die letzten 2 Liegen, die wir (für unsere 50 Rupies) in den  schönen Garten unter Palmen schleppen lassen.
Da liegen wir nun mit Blick auf Garten und Meer und schmelzen vor uns hin. Ein Abstecher an und ins Meer machen wir natürlich auch. Der Strand fällt flach ab und es gibt keine bösen Unterströmungen. Harald hätte gerne ein paar Fische gesehen, aber wo flacher Sand ist, gibt’s eben kein Riff, also nix mit Fisch.  Die Upperclass „Indianer“ sind die Temperaturen wohl eher gewöhnt als wir. Sie gehen exotischen Beschäftigungen nach wie Radfahren,  immer rund ums Gelände und strahlen um die Wette. Eine Familie, Vater und Sohn in Polo, Mutter und Töchterchen im Sari schaut dem Sohn beim Bogenschießen zu.  Sohn schießt, Vater applaudiert,  Mutter filmt, wir lächeln. Im Schwimmbad macht uns der nette Handtuchmann sogar den Blubber an (ob das noch Nachwehen der 50 Rupies sind) und wir schauen zu, wir die Touristen im Bikini und die Inderinnen im Sari baden.
Gegen 13 Uhr flüchten wir vor der Tropenhitze (37 Grad) aufs Zimmer. Die Klimaanlage lässt sich aufs Grad genau einstellen und ist praktisch nicht zu hören.
Gegen 16 Uhr laufen wir am Strand entlang. Schier endlos könnte man hier am breiten Strand entlanglaufen. Der Strand ist nicht voll aber gegen Abend gut besucht. Radfahrer fahren im nassen, festen Sand, wir sehen alte Hippies, nur mit einem Lendenschurz bekleidet (für das Alter sind die Bäckle noch recht knackig) und überwiegend Einheimische, voll bekleidet am oder im Wasser. Wir werden immer wieder fotografiert, wir sind hier die Exoten. Ein paar Jungs treiben einen Wasserbüffel am Strand entlang und scheuchen die streunenden Hunde, die es hier zahlreich gibt, auf.  Es wird Cricked gespielt. Abends gehen wir wieder in unser Stammlokal, man kennt uns schon und bringt für Harald einen Standventilator. Abends schauen wir noch ein bisschen Austin Powers 2. Würden wir den Film nicht kenne, würde er keinerlei Sinn ergeben. Da die Inder sehr prüde sind, wurde die gefühlte Hälfte des Films einfach rausgeschnitten, was es schwierig macht, der Handlung zu folgen.
Mittwoch: Süßes Nichtstun  oder für mich eher „die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“. Es gibt nichts zu tun. Die Zeit fließt träge an uns vorbei, während wir uns gerade noch so ins Schwimmbad schleppen. An den Strand? Muss erst überlegt werden…. Ist ja bestimmt 50 Meter zu laufen und dann muss man ja auch noch wieder zurückkommen – uff!
Abends überrede ich meinem Mann zu einem Abstecher außerhalb des Hotels auf der Suche nach einer Wäscherei.  Allerdings gibt die Infrastruktur hier nichts her. Außer ein paar angestaubte Saris und ein paar notwendige Dinge, wie abgelaufene Sonnencreme und vergilbte Kekspackungen ist nichts zu finden.  Deshalb machen wir uns auf zum Strand und mischen uns mit dem Fotoapparat bewaffnet  unters Volk. Der Sonnenuntergang ist heute schöner, da das Wetter klarer ist als gestern. Ein Wasserbüffel wird liebevoll im Meer gebadet, dass muß ich doch gleich fotografieren. Der junge Mann ist sehr geduldig, bis ich das von mir gewünschte Foto endlich im Kasten habe, denn das Büffelchen will nicht gleich  so wie ich will.  Er ist überrascht und freut sich sichtlich über die 10 Rupies, die Harald ihm zusteckt.
Donnerstag: Heute mache ich mich schon um 6 Uhr auf Fotojagd. Gerade als das Licht am schönsten ist, streikt mein Akku. Also kehre ich ohne Beute zurück und werfe Harald fürs Frühstück aus dem Bett. Heute leisten wir uns 1 Stunde teures Internet. Wir rufen zuhause an, bei unserer Reiseagentur, das wir die Tour wie geplant am Sonntag starten und surfen noch ein bisschen. 
Freitag: Die Ferientage zum Diwali-Fest scheinen vorbei zu sein. Übernacht sind nahezu alle Inder ausgezogen. Im Hotel überwiegen nun die ausländischen Gäste und es ist deutlich leerer.  Ich lasse die Flugtickets nach Udaipur rückbestätigen.  Alles okay. Abends gehen wir an den Strand und lassen uns von Lola, einer Händlerin in ein Verkaufsgespräch verwickeln. Ich möchte gerne ein Foto von Ihr am Strand (malerischer Sari) und sie stimmt zu. Etwas peinlich berührt, weiß sie nicht so recht, „wo den Fuß hinstellen“  Aber ich taue sie auf und wir machen ein bisschen Fez. Natürlich muß ich dann ihren Shop besuchen. Und ich sehe einen schönen Sari . Nachdem wir sie gemeinsam auf 35% des Ursprungspreises gehandelt haben zieht sie ihn mir an und wir gehen nochmal zum Strand und machen zusammen Fotos. Das verursacht einen wahren Menschenauflauf.  Weiße Frau im Sari, was für ein Motiv! Zum ersten Mal sprechen mich Inder und Inderinnen an. Sie sagen ich würde „beautifull“ im Sari aussehen und wie es mir gefallen würde ihn zu tragen.  Ein ganz Mutiger fragt mich, ob er sich mit mir fotografieren lassen darf – aber sein Akku ist leer, so ein Pech für ihn! Lola bewacht mich eifersüchtig, als Harald das Geld im Hotelzimmer holt. Als ein paar junge Männer mich auf einen Ausflug einladen wollen,  bellt sie sie auf Hindi an, sie sollen sich verziehen, ich sei eine verheiratete Frau!! Don’t be scarry, I’m with you Cornelia. Das es inzwischen dunkel ist,  bin ich echt froh darüber.
Zum Abendessen führt mich mein Mann heute ganz schick zum Steak essen ins hoteleigene Strandrestaurant aus. Das Hotel gibt uns ein Dessert aus, das ist doch mal nett!  So ein schönes Ambiente! Und so klingt der Abend stilvoll aus.
Samstag: Über diesen Tag gibt’s echt nichts Neues zu berichten.

Birgit:
Hallo Nele,

das ist toll, dass du hergefunden hast!

 :thumb:

Rainer:
Jetzt greife ich doch mal ein.

Du hast bestimmt viele tolle Fotos gemacht und das wollen die Leute hier natürlich auch sehen. Also - hier ist alles erlaubt, Du kannst so viele Fotos zeigen, wie Du willst.

Und Du musst die Fotos nicht "hinten dranhängen", das kann das Forum auch schöner. Ich helfe Dir gerne dabei, wenn Du nicht weißt, wie sowas denn geht. Aber schau Dir als Vergleich mal Birgits Reisebericht an, da stehen Fotos und Text bunt gemischt durcheinander. Das bekommst Du auch hin. Es ist auch für die Leser einfacher zu lesen und lockert den Bericht auf.

Wenn es also Probleme gibt - einfach fragen, wir machen das schon. Ein bebilderter Bericht macht einfach mehr her. Wir haben es auch gar nicht eilig, lass Dich nicht hetzen und nicht unter Druck setzen, hier geht nichts verloren.

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