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Eisberge und Pinguine - Antarktis und Anden

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DocHoliday:

--- Zitat von: Heiko am 13. Februar 2014, 14:46:21 ---Sehe ich das richtig, dass wenn der Gletscher sich bei der weiteren Klimaerwärmung zurückbildet sich die beiden Seen also irgendwann vereinen werden?

--- Ende Zitat ---

Ist wohl zu erwarten.

DocHoliday:
Schön, dass Euch die Gletscherbilder gefallen, es kommen nämlich noch ein paar ;)

29.11.14

Heute stand die große Gletscherrundfahrt auf dem Programm. Gestern hatte ich mich noch amüsiert, dass morgens eine wahre Rush-hour aus Reisebussen der verschiedenen Veranstalter das Dorf im Griff hatte. Heute saß ich selbst in einem ;) Spätestens als ich in Puertp Banderas angekommen war, wurde mir klar, dass ich heute wohl nicht ganz alleine die Gletscher bewundern würde. Leider würde ich sie auch nicht unbedingt bei Sonnenschien bewundern. Das Wetter sah recht durchwachsen aus und der Wetterbericht versprach wenig Besserung - eher im Gegenteil (Regenschauer).



Trotz der langen Schlange ging die "Verladung" der Schaulustigen recht schnell vonstatten und bald schipperten wir im rasanten Katamaran über den Lago Argentino. Auch wenn die Anfahrt zum ersten Gletscher recht lang war, stand ich die meiste Zeit draußen, um mir einen guten Platz zum knipsen zu sichern. Je näher wir dem Gletscher kamen, umso größer wurden die Eisberge, die im See schwammen.





Sie waren zwar nicht so groß wie in der Antarktis aber dafür wirkte das Blau im Kontrast mit den dahinter liegenden Bergen noch intensiver.





Als erstes erreichten wir die Bucht vor dem Glaciar Upsala. Der gehört wie alle anderes Gletscher des Laos Glaciares Nationalparks zum Südlichen Patagonischen Eisfeld, dem größten Eisfeld der Südhalbkugel außerhalb der Antarktis. Es ist das größte Süßwasserreservoir Südamerikas und das drittgrößte der Erde nach dem Eisschild der Antarktis und dem Grönlandeis. Ca. 13.000 Quadratkilometer liegen hier unter dem Eis verborgen.
Wegen der vielen Eisberge konnten wir leider nicht allzu nah an die Gletscherfront heran fahren.



Auch für die Archfreunde gab es hier etwas zu sehen.


So etwa sah das Schiffchen aus, auf dem ich unterwegs war.


Manchmal sind die kleinen "Eishügel" viel interessanter als die großen Eisberge


Leider war auch die Durchfahrt zum Lago Onelli und dem gleichnamigen Gletscher wegen vieler Eisberge nicht möglich. Also blieb uns ein bisschen mehr Zeit für die Eisberge vor dem Upsala. Dann ging es wieder mit Vollgas (gut 35 km/h) über den Lago Argentino



und weiter in einen Seitenarm zum Spegazini Gletscher. Auch sehr schön anzuschauen, vor allem wei die Bucht hier deutlich enger ist und wir auch näher an den Gletscher heran kamen.





Hier musste mal wieder ein iPhone-Pano her


Danach stand wieder eine längere Fahretappe auf dem Programm, die ich genutzt habe, mich drinnen etwas aufzuwärmen. Draußen im Fahrtwind war es doch ziemlich kalt, vor allem weil es jetzt auch leicht regnete. Letztes Zeit war der Glaciar Perito Moreno, den ich ja schon von gestern kannte. Ehrlich gesagt gefiel er mir vom Land aus besser als vom Wasser aus, was aber sicher auch daran lag, dass am Vortag die Sonne geschienen hatte. Auerdem tat sich leider gar nichts in punkto Gletscherabbrüche. Deshalb habe ich auch kaum Fotos gemacht.



Auch hier kam das iPhone noch einmal zum Einsatz


Gegen 17:00h waren wir zurück in El Calafate. Ich habe einen kurzen Stop im Hotel eingelegt und bin danach im Ort zur Laguna Nimez gefahren, einem Vogelschutzgebiet. Dort war aber schon über den Zaun zu erkennen, dass nicht gerade viele Vögel anwesend waren. EInen längeren Besuch habe ich mir daher geschenkt. Außerdem machte sich auch langsam der Hunger bemerkbar. Das Mittagessen hatte auf dem Schiff aus einer Orange und einer Banane bestanden und die waren jetzt definitiv durch. Ich hatte mir das Restaurant der Posada los Alamos ausgesucht, einem Nobelhotel in der Nähe.Es stellte sich jedoch heraus, dass das Restaurant erst eine gute Stunde später aufmachen würde. War aber nicht schlimm, denn es gab eine andere Attraktion, die mich vom Gedanken ans Essen ablenkte. Vor dem Hotel standen Dutzende Oldtimer, die auf einer Ralley von Buenos Aires nach Ushuaia kreuz und quer durch Argentinien unterwegs waren. Gut 6000 km auf denen das Material offensichtlich nicht geschont wurde. Das war nicht die übliche Sonntags-Oldtimer-Ausfahrt, hier ging es zur Sache.

Die Route


die Folgen


Hier gab es alles, vom Lagonda oder diverse Bentleys und Bugattis bis hin zum Mercedes Pagode und zum Porsche.





Die drei sind sicher einen 7stelligen Betrag wert, alles Bugattis


Nach einer halben Stunde meldete sich dann vernehmlich wieder der Magen. Ich hatte keine Lust noch länger zu warten und habe mir ein anderes Restaurant gesucht. Bei Casimiro Bigua gab es ein exzellentes Steak, einen leckeren Wein und ein paar Amis am Nebentisch. mit denen ich mich nett unterhalten habe.

Damit war 'Todos Glaciares' vorbei. Und mein Aufenthalt in El Calafate auch.

Ach so - mein Hotel:

serendipity:
Mich begeistern diese verschiedenen Blautöne der Eisberge total - so etwas würde ich gerne mal live erleben!

Bei den wundervollen Oldtimern blutet mir allerdings das Herz, wenn ich die Kratzer und Dellen sehe. Andererseits finde ich die Idee eine solche Rallye zu veranstalten oder an einer solchen teilzunehmen irgendwie "abgefahren" - ich kann nämlich mit Automobilmuseen nichts anfangen, auch wenn mich diese Autos faszinieren.

DocHoliday:
Es wird Zeit, dass es mal wieder weiter geht:

30.11.13

Heute war mal wieder etwas Auto fahren angesagt. Ich wollte vom Südteil des Los Glaciares NP genauer nach El Chalten am Fuße des Mt. Fitz Roy. 215 km, davon ein gutes Stück über die berühmte Ruta 40, die hier aber gut ausgebaut und komplett asphaltiert ist. Die Sicht war gut und ich konnte schon bald das Ziel der Etappe in der Ferne ausmachen, auch wenn er noch über 100km entfernt war.


Die kleine weiße Spitze über der Straße ist der Fitz Roy.

Vom Ufer des Lago Argentino aus war das Wasser zum Teil unglaublich intensiv gefärbt.



Die Fahrt war recht ereignislos aber ich kam dem Fitz Roy immer näher.



Kurz vor El Chalten sah ich ihn dann schließlich in voller Schönheit vor mir.



El Chalten selbst ist ein Dorf, dass voll und ganz auf Wanderer, Bergsteiger, Backpacker, etc. eingestellt ist. Ich glaube ich habe dort fast so viele Läden mit Outdoor Artikeln gesehen wie Restaurants.



Nach 2 Runden durch das Dorf hatte ich schließlich mein Hotel gefunden, dass etwas versteckt lag. Netterweise konnte ich schon einchecken, obwohl es erst kurz nach 12:00h war.  Nachdem ich in einem kleinen Café einen Kaffee getrunken hatte, bin ich die 23 weiter nach Norden gefahren, die oberhalb des Ortes als Schotterpiste zunächst ein Stück durch den NP Los Glaciares und dann weiter zu Laguna del Desierto führt, wo sie endet. Zunächst ging es auf gut fahrbarer Piste durch ein breites langgezogenens Tal an einem Fluss entlang





Später wurde die Piste enger und enger und immer rumpeliger, so dass ich mich schon manchmal gefragt habe, ob ich das richtige Auto dafür habe.


Das ist mein geländegängiger Hightech Fiat. An dem Auto war alles mechanisch, Fensterheber, Schlösser, alles. Der hatte nicht nur keine fernbedienbaren Schlösser, der hatte nicht mal eine Zentralverriegelung. Das es so was noch gibt! :)
Aber um es vorweg zu nehmen - er hat mich brav überall hin gebracht und auch wieder zurück und ich habe es auch meistens geschafft, alle Türen abzuschließen.

Nach ca. 11/2 Stunden hatte ich die Laguna del Desierto erreicht. Nach Wüste sah es hier nicht unbedingt aus.



Aber ziemlich einsam und verlassen war die Gegend schon.



Ich bin ein Stück am See entlang gelaufen und habe in Ruhe die Botanik bewundert.



Hier hätte auch das Makro-Objektiv mal zum Einsatz kommen können, wenn ich es denn dabei gehabt hätte. So musste es das 24-70 tun.



Auf dem Rückweg habe ich mich ein wenig den Zielen am Wegesrand gewidmet, wie diesem kleinen Wasserfall und dem Bach, an dem die Straße ein ganzes Stück entlang führte..





Ein wenig Wildlife in Form von Gänsen incl. Nachwuchs und Papageien ohne Nachwuchs kam mir ebenfalls vor die Linse.





Teilwiese waren die Berge rechts und linke von niedrigen Büschen und dichten Gräsern bedeckt, die mich vom Geruch her an die korsische Macchia erinnerten.



Je weiter ich wieder Richtung El Chalten kam, umso interessanter wurde das Wetter. Sonnenschein wechselte sich ab mit schnell ziehenden Wolken und ein paar Schauern. Sah teilweise ganz interessant aus.







Zurück im Ort bin ich zum Visitor Center des NPs gefahren, um mich über Wanderungen für den nächsten Tag schlau zu machen.Es gibt hier einige Trails zu schönen Aussichtspunkten an Gletschern und Seen mit Blick auf den Fitz Roy. Der Wetterbericht für den nächsten Tag sah allerdings mehr als bescheiden aus. Na schauen wir mal. Der Besuch im Visitor Center hat sich aber außerdem noch gelohnt, weil ich nach einer Tankstelle fragen konnte. Die einzige Tanke im Ort war nämlich geschlossen und so wie es aussah auch schon etwas länger. Und bei dem Gedanken, mit dem Rest Spriut wieder bis El Calafate zurück kommen zu müssen wurde mir angst und bange. Aber der freundliche Mensch dort beruhigte mich und sagte mir , dass etwa 500m weiter direkt an der Durchgangsstrecke eine Tanke wäre.
Hm, da bin ich doch vorbei gekommen.
Es stellte sich heraus, dass die "Tankstelle" ein blauer Stahlcontainer war, an dem es nicht erkennbar von der Straße 2 Zapfsäulen gab.
Nach dem Tanken flog mir mein erster Condor über den Kopf hinweg. Nach einer kleinen Verfolgungsjagd habe ich es geschafft, ein Bild von ihm zu machen.



Sind schon sehr eindrucksvoll die Tiere und wirklich groß!
Danach war ich zufrieden ein Bier in einer kleinen "deutschen" Brauerei trinken und bin dann noch mal aus dem Ort hinaus gefahren in der Hoffnung auf einen brauchbaren Sonnenuntergang. Daraus wurde aber nichts, weil der Fitz Roy sich schon deutlich vorher ein Wolkenmützchen aufgesetzt hat. Kurz nach diesen Bildern war er nicht mehr zu sehen.





Na gut, dann gehe ich halt lecker essen ;)

Andrea:
Kommentar zu einem Film vor unechter Kulisse: "Gemalte Planeten sind noch die schönsten!" Manchmal sieht der Planet aber auch nur aus wie gemalt!

Ich finde, die Gegend hat aber auch was Unwirkliches.

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