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Eisberge und Pinguine - Antarktis und Anden
nelilein:
Die Antarktis! Super, da bin ich dabei!
Bis Ushuaia bin ich schon gekommen aber weiter südlich wird’s wohl nicht werden.
Deshalb reise ich super gerne bei dir mit!
Ist schöner als Reportagen im Fernsehen zu verschlingen :D
Nele
DocHoliday:
Rechtzeitig für die Feiertage noch ein bisschen Lesestoff:
10. und 11.11.13
2 Tage auf See, 2 Tage volle Kraft voraus durch die Drake Passage.
Der erste Tag war weiterhin ziemlich "lively". So richtig gut geschlafen habe ich nicht. An das Geschaukel muss man sich erst gewöhnen. Ging aber ziemlich schnell. Ab der zweiten Nacht fand ich es eigentlich ganz angenehm, wie ein Baby in der Wiege :D
Immerhin hatte ich so am ersten Morgen an Bord die Möglichkeit, den Sonnenaufgang zu genießen.
Die Tage auf See vergingen mit diversen Einweisungen und Erklärungen (Organisation der Zodiac-Ausflüge, wie komme ich in den Zodiac, wie wieder runter, etc., etc.und ganz besonders wichtig das Zettelsystem in der Bar), Verteilung der Schwimmwesten für die Zodiac-Fahrten, Verteilung der Gummistiefel zbd natürlich drei Mahlzeiten pro Tag eigentlich recht flott.
Am ersten Tag auf See feierte Josh (unser Photo-Leader) seinen 40. und bekam einen Geburtstagskuchen.
(ich war zu faul aufzustehen - es waren aber Kerzen drauf ;))
Am zweiten Abend gabe es einen Captains-Drink. Don hat dafür extra seine Pinguin-Krawatte angelegt (ich glaube das ist das, was Neuseelämder und formal Dresscode verstehen). Captain Dimitri sprich zwar wenig englisch aber dafür kennt er sich mit Schiffen und Eisbergen und in der Antarktis aus. Seit über 15 Jahren schippert er in diesen Gewässern umher.
Zwischendurch war immer wieder Zeit, vom Deck aus die Wasservögel zu knipsen, die das Schiff begleiteten, im wesentlichen Albatrosse, Sturmvögel und Möwen. Ich bin ja auch auf festem Grund nicht gerade der Vogel-Experte aber fliegende Vögel von einem Schiff zu fotografieren, das durch die Wellen pflügt zu knipsen, ist schon eine Aufgabe. Unglaublich, wie schnell man hunderte von Bildern mit leerem Himmel, unscharfen Vögeln vor leerem Himmel oder unscharfen Vögeln vor knackscharfen Wellen produzieren kann. Immerhin ein paar brauchbare waren auch dabei.
Sturmvögel
Albatrosse, ich glaube es waren Königsalbatrosse (Southern Royal Albatros).
Ab dem zweiten Tag wurde die See deutlich ruhiger, so dass die Besatzung nicht mehr von der Drake Passage sondern vom Drake Lake sprach. Das führte dazu, dass Fatih, mein Kabinengenosse, jetzt auch mal ab und an unter den lebenden weilte. Den ersten Tag hatte er nahezu durchgehend im Bettchen verbracht.
DocHoliday:
Und dann wurde es endlich wirklich interessant.
Bereits am Abend des 11.11. wurde angekündigt, dass wir am nächsten Morgen die South Shetland Inseln erreichen würden, genauer King George Island, noch genauer die polnische Forschungsstation Arctowski. Dort würden zuerst diverse Fässer Treibstoff entladen, die wir für die Station an Bord hatten, dann zwei amerikanische Biologen, die in der Nähe ein Pingiun-Projekt betreuten und dann wir.
Don, unser Expeditionsleiter kündigte mit hörbarem Spaß an, dass die Zodiacs gegen 5:30 starten würden und er uns deshalb gegen 5:00h wecken würde. Jeden Morgen kam er über die Sprechanlage zu uns. "Good Morning, good people! It's ..." Je früher, desto mehr Spaß hatte er dabei ;) Fehlt mir richtig ein bisschen.
Jetzt gibt es endlich mal richtige Antarktis-Bilder!
Unser Schiffchen
Landung im Zodiac
Ein Teil der Station
Man konnte auf Schritt und Tritt sehen, dass es hier früher eine Walfangstation gab. Überall lagen Walknochen. Diese Wirbelkörper hatten einen Durchmesser von vielleicht 2 m, ganz eindrucksvoll.
Und dann endlich die ersten Pinguine!
Ich habe mich sofort in diese kleinen Kerle verliebt! Ihr Aussehen, ihr Verhalten, ihre Bewegungen, teilweise habe ich laut lachen müssen. Einfach klasse!
Bei diesen Pinguinen handelt es sich übrigens um Adelie-Pinguine, die erste von drei Pinguinarten, denen ich auf dieser Reise begegnet bin.
Spuren im Schnee
Ich war natürlich nicht der einzige, dem sie gefallen haben
Am anderen Ende der Bucht stand ein Wegweiser, auf dem wahrscheinlich jede zweite polnische Stadt vertreten war.
Außerdem gab es dort auch einiges Futter für Gerümpel-Freunde
Hier sahen wir den einen oder anderen Eselspinguin (Gentoo-Pinguin), die alle sehr geduldig posierten.
Mein Fotothema für diese Reise: Pinguin mit Aussicht
An dieser Bucht lagen diverse kleine Eis"hügel" sehr malerisch auf dem schwarzen Lavasand. Da lief die Kamera heiß.
In einem kleinen Gebäude aus Holz, das fast wie eine ehemalige Kirche aussah, verkauften die polnischen Forscher ein paar Andenken (T-Shirts, etc.)
Außerdem kümmerten sie sich dort rührend um einen gestrandeten Eisbären.
Und damit machen wir erstmal Pause. Ist sicher auch das erste mal, dass ich ein Reiseberichtskapitel schon vor dem Frühstück beende ;)
Rainer:
--- Zitat von: DocHoliday am 24. Dezember 2013, 12:42:25 ---Ich bin ja auch auf festem Grund nicht gerade der Vogel-Experte aber fliegende Vögel von einem Schiff zu fotografieren, das durch die Wellen pflügt zu knipsen, ist schon eine Aufgabe. Unglaublich, wie schnell man hunderte von Bildern mit leerem Himmel, unscharfen Vögeln vor leerem Himmel oder unscharfen Vögeln vor knackscharfen Wellen produzieren kann.
--- Ende Zitat ---
Ach wie beruhigend - im nachhinein kenne ich das Szenario ja doch auch. Wir haben vor einem Jahr in Eureka (CA) versucht, Pelikane im Landeanflug zu fotografieren. Das war das schiere Desaster.... (wir standen aber immerhin fest - aber die Vögel schossen so unvermittelt herunter, es war eine Qual).
Schönen Heiligabend wünsche ich Euch, ich muss nur noch eine einzige Soße rühren und dann bin ich im Prinzip mit den Vorbereitungen fertig (18.00 geht es hier los).
Grüße (natürlich auch von Sylvia)
Rainer
DocHoliday:
Andere haben deutlich weniger Glück mit dem Wetter als wir:
Antarktis-Kreuzfahrer warten auf Rettung
Das Schiff scheint den Bildern nach das gleiche Modell zu sein wie "unseres".
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