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Eisberge und Pinguine - Antarktis und Anden
Silv:
--- Zitat von: DocHoliday am 07. Januar 2014, 21:30:26 ---
Ich gebe zu, mir war kurzzeitig etwas mulmig.
--- Ende Zitat ---
Mulmig? Mir standen nur vom Lesen schon die Haare zu Berge. Ich weiß nicht, wie es mir ergangen wäre, hätte ich auf dem Schiff gestanden... :o
Aber für solche tollen Bilder muss man da wohl durch.
DocHoliday:
--- Zitat von: Paula am 08. Januar 2014, 09:07:26 ---Richtige Eisbrecher gibst es Toristentouren wohl nicht, zu teuer oder?
--- Ende Zitat ---
Buchen kann man sie nicht. Dafür muss man schon im EIs stecken bleiben ;)
Was das stecken bleiben und die Geräusche angeht. Ich glaube, das war absolut harmlos. Ein Schiff, das durch diese Eisschollen nicht durchkommt, hat in der Antarktis nix verloren.
DocHoliday:
15.11.13
Zum ersten ...
zum zweiten ...
und zum ...
dritten! :D
Bevor wir mit den Zodiacs nach Peterman Island übersetzten, gab es ein frühes Abendessen und ein Gläschen Wein (zumindest für mich ;)). Alle waren sich einig, dass es einfach ein perfekter Tag gewesen war, der eigentlich gar nicht mehr besser werden konnte. Konnte er? Warten wir's ab ;)
Auf Petermann Island stolpern wir unverhofft mal über ein bisschen deutsche Antarktis-Geschichte. Ich zitiere Wiki: "Die Insel wurde im Januar 1874 vom deutschen Walfänger Eduard Dallmann entdeckt und nach dem Geographen August Petermann benannt." Na gut, wissen wir das jetzt auch! ;)
Das Kreuz, dem mein erster Besuch auf der Insel galt, ist drei britischen Antarktisforschern gewidmet, die bei dem Versuch starben, zu Fuß über das Eis von einer benachbarten Insel mit einer Forschungsstation (Faraday Station, heute Vernadsky Station) nach Petermann Island zu kommen.
Hier bewährte sich mal wieder die Taktik, sich ruhig hinzusetzen und die Pinguine auf sich zu kommen zu lassen,. Sie kamen!
Diese war der erste und einzige brütende Pinguin, den ich auf der ganzen Reise gesehen hatte. Kurz vorher konnte man sehen, dass er ein Ei in seinem Stein-Nest hatte. Aber kaum hatte ich die Linse im Anschlag hat er sich natürlich nicht mehr gerührt.
Die Sonne stand jetzt schon sehr tief und das Licht wurde immer schöner. Die nächste Zeit habe ich mir Licht- und Schattenspielen mit Pinguinen verbracht.
Der nächste ist inzwischen befördert worden und hat jetzt die Ehre auf meinem Macbook als Desktophintergrund zu dienen.
Aber es gab nicht nur tolles Licht sondern auch noch einen Vollmond
Je später der Abend desto schöner wurde das Licht. man wusste gar nicht, wo man zuerst hin knipsen sollte.
Bei dem wunderbaren rosa gefärbten Zwielicht bekommen sogar Pinguine was romantisches.
In der anderen Richtung glühte es immer noch:
Zu guter letzt erstrahlten die Berggipfel noch einmal in schönstem Pink.
Dann schien das Schauspiel langsam zu Ende zu gehen.
Aber als ich wieder auf dem Schiff angekommen war, stellte ich fest, dass die Mischung aus Vollmond und ein bisschen Rest-Rot auch nicht übel aussieht.
In der entgegengesetzten Richtung flog derweil ein riesiges Tier über den Himmel
Inzwischen war es ca. 22:45h und ich hatte gut 31/2 Stunden auf der Insel verbracht. Einfach der Hammer. Dieser Tag war wirklich perfekt und nicht mehr zu toppen.
Ich habe mir mein Laptop gegriffen, mich in die Bar gesetzt und bei dem einen oder anderen Scotch meine Bilder angeschaut. Dabei hatte ich die ganze Seite ein seeliges breites Grinsen im Gesicht.
Wow!
DocHoliday:
--- Zitat von: DocHoliday am 08. Januar 2014, 21:19:40 ---Dieser Tag war wirklich perfekt und nicht mehr zu toppen.
--- Ende Zitat ---
Hm, zum Tag gehört doch auch die Nacht, oder?
So gegen 0:15h hatte ich dank Scotch und ein oder zwei Bierchen die nötige Bettschwere erreicht. Viel nicht schwer, denn ich war ja schon über 20 Stunden auf. Also ab in die Heia. Da wir eine Kabnine direkt am Ausgan zum Deck hatten, habe ich wie jeden Abend noch mal einen Blick nach draußen geworfen. Und siehe da. wir fuhren gerade in den Lemaire Channel ein. Stimmt, der Kapitän hatte ja gesagt, dass wir des selben Weg zurück nehmen. Der Vollmond schien und Wind war immer noch keiner.
Tja, da muss die Heia noch etwas warten. Kamera her und raus aufs Deck!
Was soll ich sagen, bei Vollmond ist es hier genau so schön wie morgens. Vielleicht sogar noch schöner, weil die Stimmung noch einmaliger ist, fast schon auérirdisch. Außerdem waren wir diesmal außer dem Steuermann auf der Brücke nur drei oder vier Nachtschwärmer, die diesen Anblick genießen durften.
Es war beeindruckend, wie gut man im Mondlicht sehen konnte. Und die Kamera holt natürlich noch mehr raus.
Und nachdem wir eine enge Kurve umrundet hatten, kam dann endlich auch der Vollmond in Sicht.
Einfach nur ein Traum!
Das waren aber jetzt wirklich die letzten Bilder dieses unglaublichen Tages. Ich habe gerade noch mal nachgeschaut. Das erste Bild habe ich um 4:05h gemacht, das letzte um 1:14h. 23 Stunden knipsen mit nur wenigen Pause - Wahnsinn!
Rainer:
Wirkt doch wirklich besser als über den Beamer. Es ist wirklich fast unerträglich, sowohl vom Nordpol wie auch vom Südpol solche Ausnahmefotos zu sehen zu bekommen. *snief* - ich fürchte, Live werde ich das nie zu sehen bekommen. Tröste ich mich einfach hier!
Eine organisatorische Frage kommt mir erst heute in den Sinn:
wie ist es denn mit den Essenszeiten und den Wünschen der Passagiere (sprich: "der Gast ist König"). Nachdem Du ja offensichtlich nicht die Chance hast, bei so einem intensiven Tag an standardisierten Zeiten das Essen zu geniessen - wie verträgt sich das mit der Planung des Veranstalters? Müßt Ihr essen, wenn es Essenzeit ist, oder muss der Koch kochen, wenn Ihr was essen wollt? Gibt es feste Zeiten (und wer zu spät kommt, hat Pech gehabt), oder wird das gemeinsam abgestimmt? Und wie sieht es aus, wenn alle Stricke reißen, sprich, Du kannst Dich (wie hier eigentlich) nicht von Motiven trennen?
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