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Eisberge und Pinguine - Antarktis und Anden

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Paula:
oh Gott da könnte ich niemals mitfahren, wenn ich dran denke wie schkecht es mir bei hohem Seegang auf dem Boot vor Marseille ging   :kotz:
und das war hier bestimmt schlimmer...

aber die Fotos von den Eisbergen sind toll, vor allem der riesig große, einfach irre!

DocHoliday:

--- Zitat von: Silv am 14. Januar 2014, 12:59:12 ---Die Eisberge sind wirklich sehr beeindruckend!


--- Zitat von: Shadra am 14. Januar 2014, 12:07:11 ---Wie sah es eigentlich mit Seekranken bei Euch am Boot aus? Hatte da niemand Probleme? Dass es dir nix ausgemacht hatte, hast du ja schon erwähnt. Aber wie schlug sich z.B.  Fatih denn?

--- Ende Zitat ---

Das hatte ich mich auch schon gefragt. Wahrscheinlich gewöhnt man sich mit der Zeit an den Seegang....

--- Ende Zitat ---

Der Wellengang an diesem Tag war nur für die Zodiacs ein Problem. Auf dem Schiff hat man wenig davon gespürt. Allgemein war Seekrankheit kein großes Porblem, solange wir zwischen der antarktischen Halbinsel und den vorgelagerten Inseln umher geschippert sind. Nur auf dem offenen Ozean in der Drake Passage und auf dem Weg zu den Falklands ging es zur Sache. Da glänzte dann auch der eine oder andere durch Abwesenheit bei den Mahlzeiten und es schwankten einige blassgrünliche Gestalten durchs Schiff. Die meisten hatten Pflaster gegen die Seekrankheit und die Schiffsärztin hatte noch zusätzliche Medikamente für den Fall der Fälle.

Fatih hat die Tage auf hoher See überwiegend im Bett verbracht. Allerdings eher prophylaktisch, zum essen kam er raus und gebrochen hat er auch nicht. Er meinte, er würde sich im Bett einfach wohler fühlen.

Rainer:

--- Zitat von: Silv am 14. Januar 2014, 12:59:12 ---Wahrscheinlich gewöhnt man sich mit der Zeit an den Seegang....

--- Ende Zitat ---

Erwiesenermaßen nicht, bzw. wenn überhaupt erst nach vielen Jahren. Es gibt auch massenhaft Seeleute, die keinen Seegang vertragen. Für potentiell gefährdete Personen ist so eine Kreuzfahrt durchaus eine Prüfung (wenn die Wellen hoch genug sind).

DocHoliday:
20. - 22.11.

Die nächsten 3 Tage kann man problemlos zusammenfassen.

Am Morgen des 20. waren wir bei Elephant Island angekommen. Aber das Wetter war leider nicht so, dass man landen konnte. Das ist wohl hier auch nur sehr selten möglich.
Elephant Island ist bekannt geworden, weil hier die die Mannschaft von Ernest Shackletons Schiff 'Endurance' fast 5 Monate überlebte, während sich Shackleton selbst mit einigen wenigen Männern in einem Rettungsboot bis nach South Georgia durchschlug.

Wir konnte nur vom Schiff aus einen Blick auf Point Wild werfen, wo die Besatzung damals von einem chilenischen Schiff gerettet wurde.



Eisberg mit Pinguinen


Felsen mit Pinguinen





Irgendwo dort steht auch ein Denkmal für den Kapitän des chilenischen Schiffs. Ich habe es aber nicht ausmachen können.

Tja und damit war unser Antarktis-Abenteuer eigentlich auch schon zu Ende!

Es blieb nur noch das "Kleine Stück" bis zu den Falklands. 3 Tage mit Volldampf voraus auf offener See. Vor dieser Tour hatte ich großen Respekt vor der Drake Passage. Die "Rückfahrt" zu den Falklands war in der Reisebeschreibung so angepriesen worden, dass man damit vermeidet 2x durch die Wellen und Winde der Drake Passage zu müssen. Nun ja, die Drake Passage auf dem Hinweg war ziemlich zahm. Dafür ging es jetzt zur Sache. Angekündigt waren hohe Wellen bis 10 m aus verschiedenen RIchtungen, einmal als Restzustände eines in Richtung Drake Passage abgeziehenden Sturmtiefs und quer dazu durch ein neues Strumtief. Na, schaun wir mal, wie es wird!

Am ersten Tag gab es schon ganz ordentlich Wellen, die am zweiten Tag noch stärker wurden. Aber zwischendurch schien immerhin die Sonne, so dass ich mich noch einmal ausführlich der Vogelknipserei gewidmet habe. Diverse Arten von Albatrossen und Sturmvögeln begleiteten uns.

















Hat trotz der Schaukelei richtig Spaß gemacht und so langsam hatte ich auch das Gefühl. ich hätte den Bogen raus.









Insgesamt habe ich drei Sessions draußen an Deck eingelegt, bei der letzten bekamen wir sogar noch einen netten Sonnenuntergang geboten.









Zwischendurch wurde es sogar noch etwas spannend. Es waren seltsam Geräusche zu hören und das Schiff wurde spürbar langsamer. Was war passiert? In den Wellen hatte sich einer der Anker losgerissen (weil er wohl nicht richtig gesichert worden war) und dank der Strömung hatte sich die Ankerkette komplett abgerollt, so dass der Anker jetzt weit hinter dem Schiff trieb. Der Motor der Ankerwinde schaffte es kaum, ihn gegen die Strömung und die Wellen wieder hoch zu ziehen. Schon nach jeweils wenigen Metern drohte der Motor zu überhitzen. So zog sich das Ganze über mehrere Stunden hin. Aber schließlich war der Anker wieder da, wo er hingehörte. Ich war froh, nicht in der Haut des Besatzungsmitglieds gewesen zu sein, der für die Sicherung des Ankers zuständig war. Der Kapitän war gar nicht amused. Wie man hörte tobte auch auf der Brücke ein ausgewachsener Orkan.

Am 22. waren es dann morgens nach Angaben der Besatzung wirklich Wellen von 8-10m Höhe, durch die sich das Schiff hindurch arbeiten musste. Selbst die russische Besatzung nannte das Wetter jetzt "rough". Im Speiseraum waren jetzt bei den Mahlzeiten doch diverse freie Plätze zu bewundern und die Schiffsärztin bekam einiges zu tun.

Aber richtig schlimm war es noch nicht - das Essen bleib immerhin noch auf den Tellern ;)

Ein paar Eindrücke in bewegten Bildern habe ich auch.

Gläser nicht zu voll machen bitte:


Das war der erste Seetag, da war es noch nicht allzu heftig.

Bisschen höhere Wellen, einmal hockant, einmal quer.





Sieht gar nicht so spektakulär aus aber es hat gereicht!

Gegen Abend wurde es zumindest ein bisschen ruhiger. Das war auch gut so. Ich bin zwar nicht seekrank geworden aber es nervt doch gewaltig, wenn man das Gefühl hat, sich nachts im Bett gerne irgendwo festhalten zu wollen ;)
Außerdem wurde ich in der Nacht davor dauernd wach, weil ich gegen die Kabinenwand gedengelt bin.

Andrea:
Oh Mann, warum habe ich vorher eine Scheibe Brot gegessen? Nee, ist alles gut... Aber man beachte nicht nur das Auf und Ab des Schiffes sondern auch die Bewegung des Horizontes! Ich habe eine ordentliche Phantasie und kann mir ganz gut vorstellen, dass auch der Gleichgewichtssinn nach einem Halt sucht.  ;)

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