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Stan und Olli, die Anti Shutdown Tour - Südwesten USA Herbst 2013
Thomas:
Ich kann euch beruhigen, so langsam endet unsere Minen Tour. Aber was willste machen, wenn du daran vorbei kommst. Jo und hübsch war der Kram obendrein noch.
Die Yankee Girl Mine liegt direkt oberhalb vom ehemaligen Ort Guston. Heute steht nur noch das Schacht Haus. Diese war eine der größten Silber und Gold Minen der Gegend und hat ihren Besitzer John Robinson reich gemacht. Er war gerade auf der Jagd als er über einen Stein stolperte. Der Stein war Bleiglanz das Silber enthält.
Das wir heute diese Überreste noch sehen können haben wir einigen Ghost Town Freunden aus Colorado zu verdanken. Der ehemalige Besitzer der Ruinen, wollte die aus Wut abreißen. Er tat das schon mit dem Gebäude der Unterkunft der Longfellow Mine. Die Leute protestierten und staatliche Stellen drohten ihm Strafe an, weil er historische Gebäude zerstörte. Vor etwa 10 Jahren kaufte dann Ghost Town Freunde diese Immobilie um sie für die Nachwelt zu erhalten.
Foto - Yankee Girl Mine, eine der schönsten Ruinen der Gegend.
In direkter Nachbarschaft zur Yankee Girl Mine, besichtigten wir die Überreste der Guston-Robinson Mine.
Auch die Guston-Robinson Mine, gehörte zum Ort Guston. Von Guston sieht man so gut wie nix mehr. Der Großteil des Ortes musste bei der Sanierung des Boden weichen. Jo unsere Vorfahren hatten es nicht so mit dem Naturschutz und kippten ihren Abfall einfach an die Seite. Man befürchtete jetzt das die darin enthaltenen Gifte durch Niederschläge aus dem Boden gelöst und in das Grundwasser eindringen, bzw. in die Gewässer der Gegend gespült werden würden.
Hier beendeten wir die Minen Tour. Sie war schön, aber jetzt reichte es und wir fuhren wieder auf den Million Dollar Highway. Einen Besuch der Minen können wir aber wirklich empfehlen. Mit einem PKW ist da aber nix machbar. Die Karre sollte schon etwas hochbeinig sein.
Foto - Ruinen der Guston-Robinson Mine
Thomas:
Och nöö kaum hatten wir das Minenviertel verlassen und freuten uns über den Million Dollar Highway, als unser Navi wieder bimmelte und meinte "guck mal hier rechts". Aha Ironton Ghost Town, ok ist keine Mine, gucken wir uns den Kram auch noch an.
Ironton wurde 1883 gegründet, damit die Bergleute es von ihren Zuhause nicht so weit zu den Minen haben. Innerhalb von nur drei Wochen stampften die Leute über dreihundert Hütten aus dem Boden. Aus der ehemaligen Zeltstadt wurde nach und nach eine richtige Stadt, die mal über 1000 Einwohner zählte.
1889 wurde der Ort an die Eisenbahnstrecke nach Silverton angeschlossen. Der Zug pendelte damals täglich zweimal zwischen beiden Orten.
Ironton liegt auf 3000 Meter über dem Meer. Die langen schneereichen Winter waren hart für die Bewohner.
In den Minen der Gegend wurde vor allem Eisen, Silber und Gold gefunden. Der Boom hielt aber nicht lange an. Ein großes Problem der Minen war das Wasser, welches ungewöhnlich stark schwefelsauer war und die Geräte und Ausrüstung regelrecht zerfraß. Die Arbeiter waren egal. Arbeitsschutz gab's damals noch nicht.
Ironton ging es wie den meisten Bergbau Städten, die Minen waren ausgebeutet, es gab keine Arbeit mehr, die Leute zogen weiter. Die meisten Minen machten um 1930 dicht, der Rest dann 1950. Nur einige wenige Bewohner blieben. In den 60ern des letzten Jahrhunderts verstarben die letzten beiden Bewohner. Seit dem ist der Ort eine Geisterstadt.
Direkt am Millon Dollar Highway, nördlich von Ironton findet man noch die Überreste der Larson Brothers Mine. Einer der Brüder, Milton Larson, war der Bürgermeister von Ironton.
Der Besuch von Ironton hat sich gelohnt, denn dort stehen noch einige Häuser. Ich kann euch nur empfehlen, da selbst mal vorbei zu schauen.
Foto - Larson Brothers Mine, links die Hütte, dort befindet sich der Stollen in den Berg.
Thomas:
Ouray war unser letztes Ausflugsziel des Tages. Wir näherten uns auf dem Million Dollar Highway dem Ort und kamen aus dem Staunen nicht mehr raus. Ouray ist der schönst gelegene Ort, den wir bis dato gesehen haben. Der Ort kuschelt sich an die hohen Berge. Alles sah so toll aus.
Ouray wurde 1876 gegründet und benannt nach dem Häuptling der Ute Indianer Ouray, der es verstand den Frieden zwischen seinem Volk und den weißen Siedlern zu wahren.
Blick in den Box Canyon, der sich am Rand des Ortes befindet.
In Ouray haben uns besonders die alten Häuser gefallen. Neubauten entstanden nach alten Vorbildern. Fastfood Läden findet man gar nicht, aber auch keinen modernen Supermarkt.
Auch Ouray war einst ein reines Bergarbeiter Städtchen, welches aber Dank seiner tollen Lage und der heißen Quellen im Ort, schon sehr früh zu einem bei Touristen beliebten Ziel wurde. Ganz wurde die Bergbautätigkeit nie eingestellt. Noch heute wird in der Gegend Silber abgebaut.
Ouray hat uns sehr gefallen. Ein Ort in dem die Welt in Ordnung zu sein scheint.
Thomas:
Jetzt möchte ich euch noch den Million Dollar Highway zeigen, den wir heute schon ab und an mal ein Stück gefahren sind. Jetzt auf dem Weg zurück, sind wir ihn komplett fahren.
Foto - Uncompahgre Gorge
Blick in die Uncompahgre Gorge.
Blick auf die Bear Creek Falls, die direkt unter dem Million Dollar Highway in die Uncompahgre Gorge stürzen.
Uncompahgre River Falls.
Million Dollar Highway heißt das Stück US Route 550 zwischen Silverton und Ouray. Ursprünglich war die Strecke Ouray nach Silverton eine Mautstrecke, gebaut 1883 von einem russischen Einwanderer. Erst nach 1920 wurde die einst einspurige Straße ausgebaut und Teil der US Route 550.
Woher der Name Million Dollar Highway kommt, erzählt einem jeder was anderes. Hier mal paar Versionen:
- Der Name hängt mit dem Preis von einer Million Dollar zusammen, den dieses Stück Straße pro Meile, durch extrem schwieriges Gelände gekostet hat.
- Auf dem Highway hat man überall eine fantastische Aussicht auf eine atemberaubende Landschaft, so zusagen "die eine Millionen Dollar Aussicht"
- Eine Frau die hier in frühen Tagen mal lang gefahren ist, hat gesagt, dass sie hier nie wieder lang fahren werde, selbst wenn man ihr eine Million Dollar geben würde.
- Zum Bau der Straße wurde der Abraum der umliegenden Minen genutzt. Damals war man technisch noch nicht so weit, dass man wirklich alles Gold und Silber aus dem Erz rausholen konnte. Man geht davon aus, dass sich im Bett der Straße größere Mengen an gold- und silberhaltigen Erz befinden.
Es gibt noch mehr Storys. Sucht euch die schönste Variante aus und erzählt sie weiter oder denkt euch eine neue aus. Ich glaube auf eine weitere mehr oder weniger, kommt´s jetzt auch nicht mehr an.
Hmmm wenn ich so nachdenke, kann es nur einer dieser Secret Fotografen gewesen sein. Ja genau ein Geheimknipser. Ein Fotograf hat hier mal Bilder geknipst und wollte die Location erst verraten, wenn man ihm eine Million Dollar zahlt.
Blick auf die Yankee Girl Mine.
Blick auf den 3929 Meter hohen Red Mountain Nr.3. Der Name hat mich auch erst irritiert. Es gibt hier drei Red Mountain in unmittelbarer Nachbarschaft. Nummer 3 ist der Höchste. Die Rotfärbung kommt vom oxydierten Eisenerz.
Blick über den Molas Lake auf die 4000er Gipfel.
Leider waren die Wetteraussichten für Colorado in den nächsten Tagen nicht so rosig. Toni schaute selbst die Vorhersage, weil er nach Yellowstone, Arches und anderes, nicht auch noch auf die Berge verzichten wollte. Ich erklärte ihm, dass wir mindestens zwei bis drei Tage gutes Wetter bräuchten, damit es sich lohnt weiter bis Colorado Springs zu ziehen. Bei Regen lohnt es einfach nicht. Da nützt auch ein halbwegs sonniger Vormittag innerhalb der drei Tage nix. Am Ende würden wir nix sehen, nur shoppen gehen oder auf dem Hotelzimmer gammeln.
Das Wetter ließ mir mit meiner Schlechtwetterphobie auch kaum Spielraum. Es gab nur eine Möglichkeit dem Tiefdruckgebiet einigermaßen auszuweichen und das war Richtung Süden. Daher hatten wir für diese Nacht wieder ein Zimmer in Farmington reserviert, aber dieses Mal nicht im Super 8, weil da das Internet so gut wie gar nicht funzte. Für die Nacht im Travelodge Farmington haben wir 45,79€ bezahlt.
Abendbrot gab es wie vor zwei Tagen wieder bei Golden Corral. Nach einem traumhaften Tag in den Bergen Colorados fielen wir müde, aber die Köppe voller wunderschöne Erinnerungen in unsere Furzmollen. Gute Nacht.
Klick für ein Panorama
Hatchcanyon:
--- Zitat von: Thomas am 31. Dezember 2013, 17:42:28 ---Direkt an der Einmündung der County Road 14 in den Million Dollar Highway, besuchten wir die Longfellow Mine.
Die Mine wurde um 1950 in Betrieb genommen. Über die Mine habe ich sonst keinerlei Infos. Ich weiß nur, dass hier sehr seltene Mineralien gefunden wurden, die bei Museen und Sammlern sehr begehrt sind.
--- Ende Zitat ---
Ob die Mine um 1950 in Betrieb ging weiss ich nicht. Begonnen wurde das Mining dort in der Ecke nach 1860.
Hauptproduktion: Gold, Silber
Nebenprodukte: Kupfer
Beifunde: Eisen, Blei
Das fragliche Mineral ist Enargit (engl. Enargite), eine Kupfer-Schwefel-Arsen - Verbindung (Sulfoarsenate). Eigentlich ist es gar nicht so selten, man kennt Hunderte von Fundstätten weltweit, aber die in der Longfellow Mine gefundenen Specimen gelten als besonders schön.
Laut Mindat werden 26 Mineralien gelistet, davon 21 verwertbar.
Weniger selten ist dagegen der Name der Mine, der an vielen anderen Orten in den USA auch existiert.
Gruss
Rolf
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