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Stan und Olli, die Anti Shutdown Tour - Südwesten USA Herbst 2013
Thomas:
Gestern Abend grübelten wir, wen wir heute ärgern könnten. Auf die New Mexico Arche hatten wir keine Lust. Die Landschaft war einfach nicht unser Ding. Da wär dann noch das Bisti Badlands Wilderness Area. Badlands sind ja ok, aber auch nicht gerade Tonis Lieblings Landschaft. Er war halt noch enttäuscht, dass wir nicht weiter in Colorado rum ströpern können. Ich bat ihm dann, mir den Gefallen zu tun, mit mir in die Bistis zu ziehen.
Wir hatten uns für den nördlichen Teil entschieden, weil mich da eine Formation interessierte, die ich schon von Fotos her kannte. Wir stellten unser Auto ab und aßen zum Frühstück fix ein Stück Kuchen. Plötzlich kam ein Wohnwagen mit Deutschem KFZ Kennzeichen vorbei. Man hab ich doof geguckt, ich dachte doch erst, das wäre der Fotograf des King of Dödel. Nöö war er nicht. Was ich böse? Ich doch nicht. Andere meckern weil die Brötchen vom Vortag zu hart sind und ich hab halt mein Ding.
Die nördlichen Bistis waren gar nicht hässlich, selbst Toni war zufrieden.
Das Licht war eigenartig. Wir waren genau auf Höhe der Sonne Wolken Grenze. Auf der einen Seite ein relativ dichtes Band von Schleierwolken, auf der anderen Seite Sonne pur. Schleierwolken sind nach meinem Empfinden hässliche Wolken und ich versuchte die, wenn möglich, nicht mit aufs Bild zu bekommen. Jo ich bin komisch.
Ich hatte schon viele Bildchen von den Flying Wings gesehen, die wirklich toll waren. Als ich nun davor stand und die Dinger sah, war ich enttäuscht. Ich hatte glatt vergessen, mit welchen Tricks man, aus Nix was Besonderes machen kann. Toni fragte mich, ob wir wirklich wegen dem Käse hier in diese Ecke gekraucht sind. Ok gesehen, einmal und nie wieder.
Wir schauten uns dann weiter so in der Gegend um und fanden einiges was uns wirklich gefiel.
Krass der ständige Wechsel der Farben.
Wir hatten ein GPS Gerät mit, aber das braucht man hier nicht. Es gibt da schon den einen oder anderen markanten Punkt im Gelände, an dem man sich orientieren kann.
Wie gesagt, die Sonne schlitterte genau an der Wolkengrenze entlang. Manchmal war eine Wolke dann aber doch etwas dicker und verdeckte die Sonne. Uns störte das wenig, sah trotzdem ganz nett aus.
Hier ging die Fantasie mit uns durch. Das war in unseren Augen eindeutig ein Skelett eines Dinos.
Dieser krumme Flügel war nicht so mickrig, wie die drei anderen Enttäuschungen.
Die Steine hatten die eigenartigsten Formen. Der hier unten erinnerte uns an einen Tierschädel.
Ich hatte Toni erzählt, dass es in den Bistis auch versteinerte Baumstümpfe zu sehen geben würde. Er ist ja Hobby Archäologe und dieses Holz war auch ein Grund, dass er sich für den Gang in die Bistis entschied.
Foto - Versteinerter Baumstubben.
Hier wieder eine dieser extrem farbigen Gegenden. Das war hier aber nicht alles so bunt.
Flügel sind in den Bistis nix Besonderes. die sahen wir immer mal wieder.
Nach knapp 10 Kilometern spazieren durch die Bisti Badlands, kamen wir durstig wieder am Auto an.
Das nördliche Bisti Badlands Wilderness Area hat uns gut gefallen und einen Besuch können wir empfehlen. Ich rate euch nicht nach irgendwelchen Formationen zu suchen. Ihr erspart euch die Enttäuschung, die wir hatten. Nee geht einfach los und guckt euch an, was gefällt. Haben wir dann auch so gemacht.
Ich denke mal, dass ich irgendwann mal wieder komme um die südlichen Bistis zu besuchen. Mein Problem ist unsere Reisezeit. Im Februar brauchen wir da nicht hin, weil dann Schnee liegt oder alles eine Pampe ist. Im Sommer wird es meiner Liebsten dort sicherlich zu heiß werden. Na schaun wir mal.
Beim Verlassen der Bistis sind wir auf eine Herde Wildpferde getroffen. Schöne Tierchen. Wir schauten ihnen eine ganze Weile zu.
Thomas:
Von den Bistis ging es immer weiter nach Süden...schön der Sonne entgegen. Ich fahr so vor mich hin, als ich plötzlich eine 1A Sandkiste auf der rechten Seite sehe. Ich geh auf die Klötzer und parke am Straßenrand.
Wir checkten erst einmal die Lage. Ja wir wollten niemanden zu Nahe treten, bzw. jemanden seinen privaten Sand verwuscheln. Da war ein Zaun, welcher von den Dünen zugedeckt war. Irgendein Schild Fehlanzeige. Ok das sieht doch gut aus. Wir schnappten unsere Eimerchen und Schaufeln und gingen spielen. Ja ja, die Kameras nahmen wir auch mit.
Hab ich euch erzählt, dass ich Sanddünen liebe? Am Liebsten mag ich sie, wenn sie frisch geharkt sind.
Die Dünen sind nur etwa 500 x 200 Meter groß, aber wirklich schön, ganz nach Vatis Geschmack.
Wir nutzen den Halt gleich für unsere Mittagspause und fuhren dann weiter.
Thomas:
Auf die Chimney Rock Ranch war ich schon länger heiß. Ich hatte die vor langer Zeit in Google Earth entdeckt und mir immer wieder, die damals noch recht schlechten Fotos angeschaut. Ich hatte aber auch keine Ahnung, ob die Ranch betreten werden darf. Meine letzten Infos waren, dass die Ranch verkauft werden soll.
Das Navi brachte uns bis zur Einfahrt der Ranch. Das Tor stand weit offen, kein Schild, rein gar nix. Das Tor sah auch nicht so aus, als wenn es in letzter Zeit überhaupt mal bewegt wurde. Dann war links und rechts vom Tor kein Zaun, nicht mal ein alter Zaunpfahl. Ok das sah gut aus und wir fuhren weiter Richtung Chimney Rocks, die man schon von der Straße aus sah.
Die Chimney Rocks waren gigantisch groß und sahen toll aus.
Ab und an mussten wir warten, bis die Wolken die Sonne nicht mehr verdeckten. Die Wolken selbst waren noch das i-Tüpfelchen bei dieser Kulisse.
Wir schnüffelte wirklich in jeder Ecke, denn wir wollten nix verpassen.
Am Boden hopsten Massen dieser Gesellen umher.
Die Chimney Rock Ranch war der Hammer. Eine Empfehlung kann ich nicht geben, da ich nicht weiß, wie inzwischen die rechtliche Lage dort vor Ort ist. An uns fuhr ein Fahrzeug mit einem Native auf der Ranch vorbei, der freundlich grüßte und das war´s dann schon. Wer hin will, sollte einfach vor Ort schauen, wie es aussieht. Wenn es nix mit einem Besuch wird, ist es nicht weiter schlimm, weil nur paar Kilometer bis zur Interstate.
Thomas:
Die White Hoodoos (nicht der offizielle Name) liegen unmittelbar neben der Straße. Unser Freund Elmar aus München hatte die mal im Web vorgestellt. Die sahen auf den Fotos so toll aus, dass ich beschloss, sie mir anzuschauen.
Man stellt sein Auto direkt am Straßenrand ab, geht die Böschung hoch und schon steht man vor den Dingern.
Die White Hoodoos sahen auch in der Wirklichkeit sehr gut aus.
Die White Hoodoos sind eine kleine Location. Mehr als eine halbe Stunde braucht man hier nicht. Vorbei fahren wäre auch blöd. Bis zur Interstate sind es nur 3,5 Kilometer.
Thomas:
Am späten Nachmittag wollten wir uns noch paar Hoodoos angucken, die auf Navajo Gebiet, am Fallen Timber Ridge liegen. Foto - weitere Gruppe von Hoodoos
Wir parkten unser Auto, unter neugierigen Blicken mehrerer Navajo Kinder. Wir schnappten die Kameras und zogen los.
Die Hoodoos sahen wir schon von der Sandpiste, wo wir parkten. Am Anfang ging es leicht Berg hoch.
Nach einem Fußmarsch von einem halben Kilometer und 70 Meter höher standen wir mitten in den Hoodoos. Das letzte Stück ging es dabei richtig steil nach oben.
Irgendwie wurde ich das Gefühl nicht los, dass die Hoodoos uns auslachten. Na ja auf jeden Falll sahen sie freundlich aus.
Inzwischen zogen auch hier im Süden immer mehr Wolken auf und wir mussten etwas auf die Sonne warten. Der Wind pfiff regelrecht zwischen den Steinen und wir klapperten, weil uns kalt war.
Die Hoodoos am Fallen Timber Ridge haben uns gefallen und einen Besuch können wir empfehlen. Es gibt hier noch zwei weitere Hoodoo Gruppen, die wir aber nicht beehrt haben. Wir müssen halt nicht jeden Stein sehen.
Wir fuhren dann zu unserem Hotel, dem Microtel Inn Gallup und checkten ein. Die Bude kostete uns nur 46,34€ die Nacht. Abendbrot gab es bei Golden Corral.
Am Abend hatte es sich dann ganz zugezogen und es begann, wie angekündigt zu regnen. Wir sahen den Regen ganz entspannt, denn wir brauchten eine Pause und vor allem mal ´ne Stunde Schlaf mehr.
Wir stellten das erste Mal, während dieser Reise keinen Wecker. Draußen prasselte der Regen. Wir kuschelten uns in die Nester mit Erinnerungen an den schönen Tag. Gute Nacht.
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