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Stan und Olli, die Anti Shutdown Tour - Südwesten USA Herbst 2013
Thomas:
Die Robbers Roost Cave ist auch so eine Zufallsentdeckung in Google Earth. Damals gab es ein Foto dort zu sehen und ich fragte mich, ob die Position stimmt, weil ich noch nie etwas über so eine geniale Location gesehen habe und das noch relativ nah an Sedona.
Von Honanki bis Robbers Roost sind es nur 3 Kilometer Luftlinie. Es gibt aber keinen vernünftigen Weg zwischen beiden Orten. Das was man in Google Earth sieht, kann man vergessen. Man muss tatsächlich bis zum Abzweig auf die sehr gut ausgebaute Forest Road 525C zurück fahren. Am Ende waren es von Honanki zu Robbers Roost 25 Kilometer Schotterpiste..
Robbers Roost, wie die kleine Butte heißt, sieht man schon viele Kilometer vorher. Die Forest Road 525C fuhr sich sehr gut. Sie war selbst für normale PKW kein Problem. Aber dann kam der Hammer. Zwei Kilometer vor dem Ziel ging es rechts ab, auf einen Jeep Trail. Ich sag mal so, wer fahren kann und ein Auto mit viel Bodenfreiheit hat, der kann hier weiter fahren, alle anderen sollten das Stück lieber laufen. Es ist ein Knüppeldamm der übelsten Art. Das Fahren machte einfach keinen Spaß mehr. Ich glaube auch nicht, dass man mit dem Auto viel schneller ist. Warum wir da gefahren sind? Hmmm...ich sollte für Alamo die Karre mal so richtig rannehmen. Ja wer blöd fragt, kriegt blöde Antwort.
Vom Parkplatz, ja da war wirklich einer, erkennt man sofort den Trail zur Robbers Roost Cave. Der Trail ist einfach zu beschreiben, erst Berg runter, dann Berg hoch und auf Robbers Roost links halten und dann nach rechts gehen. GPS ist unnötig. Daten gibt's aber wie immer bei mir als Download.
Geht ihr links um die Butte, landet ihr sehr schnell bei der Robbers Roost Cave. Vom Parkplatz aus sind es nur ca. 550 Meter (450 Luftlinie) zu gehen.
Jo wir also Mitten im Nichts, gehen zu einer Räuberhöhle und ahnen nix Böses. Plötzlich hören wir Gitarren Geklimper. Häää was hier los. Da sitzt ein Langhaariger barfuß am Abgrund und trällert fröhlich ein Liedchen. Unsere erste Reaktion, wir haben uns in den Arsch gebissen, denn die Video Cam lag im Auto. Der Kerl konnte singen und Gitarre spielen. Ich könnt mich heute noch ärgern. Das Video mit seiner Musik und der genialen Landschaft...der Neid wäre mir sicher.
Foto - Blick aus der Hintersten Ecke der Robbers Roost Cave mit 10 mm Canon Weitwinkel.
Der Hippie, ja wie ein Räuber sah er nicht aus, machte dann ´ne Pause um uns zu begrüßen. Wir waren uns alle sofort einig, Robbers Roost Cave wäre ein 1A Wochenendhaus mit einer unbezahlbaren Aussicht.
Jo warum heißt das Ding Räuber Höhle? So richtig weiß das keiner. Angeblich sollen sich hier früher Räuber versteckt haben. Andere erzählen, dass eine Frau die das hier sah, darauf meinte, dass es eine idealer Räuber Schlafplatz wäre. Erinnert mich ein wenig an Gerüchteküche oder Stille Post. Jedem dem es passt, dichtet etwas dazu. Aber eines ist auf jeden Fall sicher, der Ort nennt sich ganz offiziell Robbers Roost.
So damit ich euch total verwirre, erzähle ich euch noch, dass diese Höhle auch Shaman’s Cave genannt wird. Sie soll ein besonders spiritueller Ort mit magischer Energie sein. Wenn ich ehrlich bin, halte ich das Ding eher für eine ehemalige Indianer Behausung und da macht Shaman’s Cave schob Sinn.
In Sedona laufen heut zu Tage Leute rum, die das spirituelle in allem und jedem suchen. Na jedenfalls ziehen diese Kollegen mit ihren Jüngern auch zu dieser Höhle um hier Energie aufzutanken. Also wenn ihr da hin geht, dann nehmt gleich mal alle leeren Akkus von Kamera, Handy usw. mit...
Foto - Links das South Window, rechts der Hippie Räuber mit seiner Klampfe.
Räuber Toni hat schon mal das Fenster geputzt.
Wir verabschiedeten uns dann von dem einsamen Sänger und wünschten ihm noch einen schönen Tag.
Bei der Robbers Roost Cave hatte ich mal wieder den richtigen Riecher. Das Ding war echt genial. Keine Ahnung, warum das Ding noch nicht bekannter ist. Ich könnt mir vorstellen, da noch einmal mit Frauchen vorbei zu schauen. Ich glaube das letzte Stück darf ich mit ihr nicht fahren, weil sonst...
Foto - die Gegend sah auch nicht übel aus. Hier wachsen sehr viele Feigenkakteen.
Thomas:
Schon ewig juckte mich ein Foto in Google Earth. Zu sehen war eine Rote Butte, die sich im Wasser spiegelt. Das wollte ich selber sehen. Leider waren die Angaben in Google nicht eindeutig. Die Leute posteten diese Ansicht zu zwei unterschiedlichen Orten. Ich dachte mir, es mal im Red Rock State Park zu versuchen, da dort der Oak Crek durch plätschert und der Name "Red Rock" schon vielversprechend war.
Am Eingang knöpfte uns ein Onkel 5,-$ Eintritt pro Person ab und meinte, dass der Red Rock State Park ein Park zum wandern wäre. Hmmm....warum hat der das gesagt?
Wir stellten das Auto am Visitor Center ab und zogen los, denn wir wollten Wasser und Red Rocks sehen. Das Visitor Center war aus rotem Sandstein gebaut, aber uns interessierte das nicht. Wir wollen Natur pur.
Wir guckten welcher Trail zum Wasser führte und nahmen den. Kaum am Oak Creek begann die Verarsche, kein Wasser, kein Red Rock. Am Oak Creek standen Schilder, dass wir uns ja vom Wasser fernhalten sollen. Jo und schön sah das auch nicht aus. Der Kram erinnerte eher an einen Urwald, vom Wasser kaum was zu sehen. Na so pur muss die Natur nun auch nicht sein.
Ja was machen? Ich dachte mir, geh mal weiter, das kommen bald die Red Rocks und das Wasser. Äh wie weit ist eigentlich "bald"?
Wir liefen und liefen und liefen sogar schon an "bald" vorbei, aber da kam nix außer paar große Bäume. Irgendwann kam dann die nächste Brücke und wir standen wieder auf dem Parkplatz.
Klar wir haben Wasser gesehen und in einer Ecke lagen auch paar rote Steine und die Bewegung an der frischen Luft soll ja gesund sein. Dann war ja wohl der Park jeden Dollar Eintritt wert. Ganz ehrlich, klemmt euch das Ding.
Thomas:
Da der Red Rock State Park eine Enttäuschung war, versuchten wir unser Glück an dem anderen Ort, wo ich der Meinung war, dass man dort die Butte im Wasser sehen kann. Wir kommen dahin sehen, dass es sich um einen öffentlichen Park, der Crescent Moon Ranch handelt, die unter Verwaltung des Forest Service steht. Jo und der Forest Service beging den Shutdown.
Wir beobachteten hier das erste Mal, während des Shutdown, zivilen Ungehorsam. Die Leute störten sich nicht an den Geschlossen-Schildern. Sie parkten draußen vorm Parkeingang. Och was andere tun, können wir auch. Wir haben die Karre an den Straßenrand gestellt und gingen auf die Crescent Moon Ranch.
Jaaaaaa genau das wollte ich sehen, der Cathedral Rock spiegelt sich im Oak Creek.
Nee was war das schön hier. Auf der anderen Seite machte eine Hochzeitsgesellschaft gerade paar Fotos am Wasser.
Blick auf den Cathedral Rock.
Der Toni war etwas unsicher und meinte, dass wir lieber gehen sollten. Ich sagte ihm, das skalpieren und hängen hier schon lange nicht mehr gemacht wird. Wir hauten dann ab, war eh schon spät. Aber ich werde auf jeden Fall mal wieder vorbei kommen, denn hier gibt es noch mehr zu sehen. Einen Besuch der Crescent Moon Ranch kann ich euch nur empfehlen.
Thomas:
Trotz Sonnenuntergang, wollte ich mir unbedingt noch etwas in Sedona anschauen. Den Tipp Tlaquepaque mal zu besuchen gab mir unsere Freundin Ilka, die wir im Web kennen gelernt haben.
Wir kommen da an und der Parkplatz war fast voll. Oha was ist denn hier los?
Tlaquepaque Arts & Crafts Village ist ein Shopping und Kneipen Viertel in Sedona.
Auf dem gesamten Gelände fanden wir diverse Skulpturen, die man zum Teil kaufen konnte. Unser Toni sammelt doch Buddhas, ich habe ihm gleich gesagt, dass er den hier vergessen kann.
Tlaquepaque entstand nach einer Idee von Abe Miller. Der Onkel liebte Mexiko, aber auch den Südwesten der USA. Sein Traum war es irgendwo im Südwesten, mal etwas im Stil des alten Mexikos zu bauen. Nach dem er Urlaub in Sedona gemacht hat, verliebte er sich in die Stadt.
Er suchte ein Stück Land und fand dieses mit einem Bestand an großen Platanen. Er engagierte einen Architekten und einen Generalunternehmer für den Bau. Sie tingelten durch Mexikos Dörfer um Fotos zu machen von deren Architektur. Abe Miller kaufte alte geschnitzte Türen, Keramik, schmiedeeiserne Bauteile und vieles mehr.
In den 70ern des letzten Jahrhunderts begannen sie mit dem Bau. Als Handwerker wählten sie mit Absicht nur Hobbyhandwerker. Die Leute sollte ihre Arbeit lieben und es nicht nur des Geldes wegen machen. Dann wollte man nicht perfekt sein, sondern alles sollte so aussehen wie in den Dörfern Mexikos, wo die Leute fast alles selbst machen. Sie bauten zuerst ein Haus zur Probe, weil man sehen wollte, wie alles läuft und auch der Charme mexikanischer Dörfer wirklich rüber kommt.
Der Architekt Bob McIntyre war richtig cool. Bauzeichnungen gab es so gut wie keine. Es wurde viel Pi mal Daumen und nach Augenmaß gearbeitet.
Die Arbeiter hatten jede Menge Freiheiten. Sie mussten sich nicht genau an die Maße halten. Sie durften eigene Ideen einbringen. Hat ihnen mal etwas nicht gefallen, wurde es abgerissen und neu gebaut.
Foto - einer der Innenhöfe.
Beim Thema Kunst darf Glas nicht fehlen. Die Glass Gallery hatte ein wirklich exquisites Angebot.
In der Glass Gallery.
Hier ein Laden für Native Kunst.
Als ich das hier sah, rief ich sofort Willi. Insider werden wissen, dass ich damit unser Glücksschweinchen Willi, einem Kumpel aus dem Web meine.
Na sieht das nicht genial aus?
Tlaquepaque ist wie ein Museum im Freien. An jeder Ecke gab es was zu sehen.
Tlaquepaque Arts & Crafts Village war der krönende Abschluss des Tages.
Wir fuhren dann zurück nach Flagstaff. Unterwegs meldete sich wieder der Reifen, der vor paar Tagen schon etwas schwach auf der Brust war. In Flagstaff gab es erst mal lecker Essen beim Chinamann.
An der Tanke wollten wir den Reifen aufpusten. Au so eine Scheiße, der war fast platt. Wir fuhren zu Walmart, wo wir eh noch hinwollten, in der Hoffnung, dass die ´ne Reifenbude haben. Tja in jedem Kaff haben die Walmarts einen Reifen Service nur hier nicht.
Da der Reifen beschissen aussah, war es besser das Ersatzrad zu montieren. Da kam plötzlich einer der Gesandten des Sherifs zu Hilfe. Er meinte, dass wir erst morgen früh den Reifen flicken lassen können. Mit seiner Taschenlampe machte er uns Licht an den Hacken und stand uns mit Rat und Tat zur Seite.
Klar wollte er alles über uns wissen. Als wir Germany sagten, legte er los. Er hat sein erstes Bier in seinem Leben auf dem Oktoberfest in München getrunken. Nee was haben wir mit dem gekichert. Er war noch sehr jung und hatte seine Freundin im Auto dabei. Freundin, Auto....hmmm, sicherlich hat er ihr seinen Gummiknüppel gezeigt und er hat bei ihr Mund zu Mund Beatmung und Herzdruckmassage geübt.
Nach paar Minuten war das Ersatzrad drauf. Der Officer fand im kaputten Reifen eine Sechskantschraube mit Holzgewinde. Der Kopf war schon mächtig abgefahren. Ich könnte wetten, dass die Schraube schon in Los Angeles drin war. Solche Schrauben halten erst einmal den Reifen dicht und lassen nur sehr sehr wenig Luft raus. Unsere Fahrt heute zur Räuberhöhle, auf dem bösen Knüppeldamm, gab dem Ganzen wohl den Rest.
Wir dankten dem Sherif und fuhren ins Hotel, wo wir nur noch in die Federn wollten. Gute Nacht.
Horst:
Hi Thomas,
die Räuberhöhle ist ja wirklich klasse! :)
Ansonsten habe ich zu Sedona immer ein wenig zwiespältiges Verhältnis.
Die Landschaft finde ich ganz nett - das Kaff selber mit seinem Vortex-Käse mag ich nicht so.
Wart Ihr auch am Watson Lake ?
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