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Stan und Olli, die Anti Shutdown Tour - Südwesten USA Herbst 2013

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Thomas:
Wenn man durch das Sunset Crater Volcano National Monument nach Norden fährt, landet man automatisch im Wupatki National Monument. Na prima, da war ich noch nicht. Schauen wir uns das auch gleich mit an.
Hier waren die Brüder gerissener. Zwei Pueblos waren unerreichbar. Aber bei den Citadel Ruins sah es wieder sehr gut aus. Wir waren inzwischen auch zwei Fahrzeuge, die dem Shutdown trotzten. Eine Familie ließ wie wir, ihr Auto einfach an der Straße stehen und guckte sich alles an.


Wir liefen den Trail bis hoch zur Citadel Ruin über die man nichts näheres weiß. Der Bau hatte etwa 30 Zimmer.


Die ganze Gegend hier war von ca. 675 bis 1250 unserer Zeitrechnung von den Anasazi und Sinagua Indianer besiedelt. Sie betrieben Ackerbau und jagten Wild. Im Jahr 1064/5 brach der nahe Sunset Crater aus und saute die Gegend mit Asche voll. Die Archäologen fanden heraus, das nach den Ausbruch, sich immer mehr Menschen hier ansiedelten. Es wird vermutet, dass dieses mit der Vulkanasche zusammenhängt, die den Boden fruchtbarer machte. Zwischen 1050 und 1150 regnete es mehr als normal. Die Durchschnittstemperatur war angestiegen. Das Resultat war eine längere Vegetationszeit und wegen dem Wasser auch bessere Erträge. Nach 1150 normalisierte sich das Wetter und die Leute begannen langsam in andere Gegenden zu ziehen.


Blick in die Citadel Ruin.


Die Nalakihu Ruin befindet sich nahe der Citadel Ruin. Dieses Pueblo wurde ein wenig stabilisiert und wieder aufgebaut, so dass wir einen realen Eindruck von den damaligen Eigentumswohnungen bekamen. Der Name Nalakihu, bedeutet "außerhalb des Ortes". Mit "Ort" ist das Citadel Pueblo gemeint.
Klar weiß ich, dass wir nicht die größten Ruinen vom Wupatki National Monument gesehen haben, aber da wir hier eh lang mussten, haben wir uns tierisch gefreut. Wir fanden es interessant und es schreit nach einem zweiten Besuch meinerseits.

Thomas:
Bei der Cameron Trading Post machten wir eine Pause.


In der Cameron Trading Post gibt es echte traditionelle Handwerkskunst, wie auch Made in China Kram. Der Laden ist nicht ganz billig, aber das echte Zeug ist wirklich gut. Wir haben ein bisschen Kleinkram für die Lieben daheim gekauft und zogen wieder weiter.


Direkt an der Cameron Trading Post, befindet sich die Swayback Bridge. Sie wurde 1911 gebaut, ist heute aber nicht mehr in Betrieb. Wer hier lang kommt und zu den Grand Falls of the Little Colorado River will und gerne wüsste, wie es dort zur Zeit mit dem Wasser ausschaut, der sollte einen Blick in den Canyon unter der Brücke werfen, denn das ist der Little Colorado River. Wenn es hier richtig fließt, habt ihr eine gute Chance die Wasserfälle zu sehen. Jo und ein Permit gibt es hier auch gleich.

Thomas:
Mit dem Lower Coal Mine Canyon hat es im Februar mit Frauchen, wegen dem Wetter nicht geklappt. Heute war er fällig. Foto - Blue Point


Die Anfahrt war easy, die Piste in einem sehr guten Zustand. Sie war etwas weich, halt normal bei dem Material.


Nach Knapp drei Kilometer abseits des Teers, erreichten wir den Coal Mine Canyon. Direkt am Rim sah das alles nicht sehr vertrauenserweckend aus. Der Boden gab beim Gehen immer etwas nach. Von der Seite sahen wir, dass das Rim teilweise unterhöhlt war. Auch von oben konnten wir manchmal durch Löcher im Boden nach unten in den Canyon schauen.
Ihr seid alle alt genug, aber trotzdem ein Rat, fahrt nicht zu dicht ran und guckt genau hin, wo ihr lang geht.


Hier war der Canyon noch recht eng.


Wir fuhren dann immer weiter direkt am Rim entlang. Wege gab es hier keine. Ab und an sahen wir Fahrspuren, die wir auch nutzten. Wow hier war der Canyon viel weiter.


Der Lower Coal Mine Canyon sieht wirklich anders aus, als der Upper. Er ist nicht so filigran und auch nicht so bunt, aber dafür ist er offener. Auf Deutsch, der Besuch lohnt sich.

Thomas:
Natürlich zeigte ich Toni auch noch den Upper Coal Mine Canyon. Der ist so einfach zu erreichen. Einfach vorbei fahren könnt ich nicht.


Wir schauten uns erst den üblichen Bereich an und machten Fotos.


Auch hier gingen wir wie auf Eiern. Ich bemerkte dass einige Formationen sich seit unserem Besuch im Sommer 2008 mächtig verändert haben. Im Februar mit Martina habe ich das nicht gesehen, weil schon viel Schatten im Canyon lag und ich mich wegen dem Winter nicht überall hin traute. Die obere weiche Schicht ist definitiv mächtig am Arbeiten.


Toni fand diese Urnen Marke. Tja dann wurde wohl mindestens einmal die Asche eines Verstorbenen dem Coal Mine Canyon übergeben. Ganz ehrlich, es gibt definitiv hässlichere Orte. Bei uns in Deutschland ist ja alles von der Geburt bis nach dem Tod geregelt. Warum dürfen meine Nachfahren meine Asche nicht einfach an einem schönen Ort der Natur wieder geben?
Die Urnen Marke haben wir weit in den Canyon geworfen, so dass auch sie ihre Ruhe hat. (Nummer aus Respekt verfremdet)


Außer uns war hier noch eine Gruppe junger Leute. Dank denen bemerkten wir, dass der Upper Coal Mine Canyon im Bereich des Picknick Areas noch lange nicht zu Ende ist. Ja klar weiß ich das der zig Kilometer lang ist, aber ich dachte immer, dass man hier nicht weiter am Rim gehen darf. Alles Blödsinn. Keine Ahnung wie ich auf den Quatsch gekommen bin.


Man geht vom Parkplatz einfach links am Rim ca. 600 Meter weiter, dann steht man auf einer schmalen Land Zunge, die etwa 300 Meter in den Canyon rein  reicht. Ich war so begeistert von unserer Entdeckung, dass ich das gleich Martina beim nächsten Telefonat erzählt habe. Vorteil, hier hinten kann man in fast jede Himmelsrichtung fotografieren. Also sollte das Licht für Euch am Parkplatz des Upper Coal Mine Canyon ungünstig sein, versucht es dort mal.


Wir standen dicht an der Kante. Ich zum Bengel: "komm sag was du an mir nicht leiden kannst". Der traute sich nicht, hatte Schiss, dass der Olle ihn schubst. Bin ich blöd? Der hatte doch die teure Knipse um den Hals.


Heute am frühen Nachmittag hatten wir wirklich tolles Licht im Coal Mine Canyon. Wir gingen dann zurück zum Auto und aßen erst einmal Mittag und schauten dabei weiter in den Canyon.
Na auf den Geschmack gekommen? Ja, na dann hin da.

Thomas:
Auf unserem weg kamen wir durch Tuba City. Oha da war Indianer Party angesagt. Wir konnten das Festgelände von der Straße aus sehen. Da liefen doch tatsächlich Indianer mit bunten Federn und was weiß ich rum und ich hatte von nix ´ne Ahnung. Wir hielten an und grübelten, haben uns dann aber gegen die Festivitäten entschieden. Einmal waren wir schon bei einem Powwow , dann wollten wir noch zum Blue Canyon und am Ende hatten wir ein Zimmer in Blanding reserviert.
Ich war 2008 das letzte Mal beim Blue Canyon, konnte mich aber trotzdem noch an den Weg dahin erinnern. Unser Navi kannte auch den Weg und führte uns die Abkürzung über den Slickrock. Die Fahrt darüber sieht abenteuerlicher aus, als sie dann wirklich war. Schon 2008 fragten mich die Leute, was ich da für einen eigenartigen Weg gefahren bin.
Die teils sandige Piste zum Blue Canyon war in einem sehr guten Zustand. Nur die Fahrt durch den Seitenarm des Moenkopi Wash hatte es in sich. Die war am Ende so steil, dass wir mit der Frontschürze des Autos etwas am Boden geschrammt haben. Ja auch hier muss es in den letzten Tage gegossen haben und das Wasser einen Teil der Furt durch den Wash weggespült haben.


Nun werden sich wieder einige fragen, warum der Dussel vom Coal Mine Canyon nicht gleich vom Westen her zum Blue Canyon gefahren ist. Das kann ich euch sagen, mein Respekt vor dem hier (Foto). 2008 wollten wir vom Blue Cayon zum Coal Mine Canyon fahren und scheiterten am Moenkopi Wash, weil der total verschlammt und voller Wasser war. Ich sagte Toni, dass ich keinen Bock habe groß Experimente zu machen und fahre lieber gleich hinten rum, was ich auch immer wieder empfehlen kann.
Der Moenkopi führte tatsächlich Wasser. Wir wollten uns eigentlich noch die Furt durch den Wash anschauen, haben uns das dann aber geklemmt.
Foto - wir trauten uns nicht dichter an den Abgrund ran, der wir konnten unten sehen, dass dort frisches Erdreich lag, was hier abgebrochen war. So langsam sollten die auch darüber Nachdenken, diesen Teil der Road etwas weiter weg zu verlegen, denn richtig gesund sah das alles nicht mehr aus.


Das letzte Stück Weg zu den roten Zipfelmützen, war seid damals mächtig zugewachsen. Irgendwie hatte ich hier auch den Eindruck, dass kaum noch jemand her fährt. Scheint der Hype um die Dinger endlich vorbei zu sein.


Eine Ecke sah besonders eigenartig aus. Da war ein Gatter, ein Grill und auch sonst sah es so aus, als wenn hier regelmäßig Vieh eingepfercht wurde.


An den Zipfelmützen selbst, nagte mächtig der Zahn der Zeit. Ich zeigte Toni die 5 Padres, von denen einige ohne Hut da standen. Tja da haben die geheimen Fotografen, die dieses ehemalige Secret, vor uns bösen Besucher schützen wollten, die Rechnung ohne Wind und Wetter gemacht. Ich ermahnte Toni, er solle die Augen zukneifen, oder noch besser aus den Augenwinkeln die Formationen betrachten, nicht das da bei seinem stechenden Blick noch die nächste Mütze runter fällt. Jo und bohrende Fragen und scharfe Fotos sind hier auch verboten. Ja ich liebe das Thema Secrets.


Oha damals konnten wir hier Quer durchfahren, das war jetzt nicht möglich, denn hier muss vor kurzem noch ein "See" gewesen sein. Die trockene Narbe täuscht, darunter war Pampe. Toni wollte da zu Fuß durch und hat das schnell aufgegeben. Wir nahmen dann den Weg an der Canyon Wand entlang.


Also der hier sieht noch genauso aus wie früher...als wäre er aus Stein.


Im Blue Canyon sehen die Formationen in jeder Ecke anders aus. Am Hauptweg sind sie weiß mit roten Köpfen, weiter hinten sind eher rot und mal mehr und mal weniger marmoriert.


Wir ließen uns hier richtig Zeit um uns alles anzuschauen. Angst vor irgendwelchen bösen Indianern, die in Geschichten von einem französischen Geheim Fotografen vorkommen, hatten wir nicht. Ja zu viel Rotwein ist auch nicht gesund.
Für die Unwissenden: Da behauptete mal jemand, dass er hier von Indianern mit Waffen vertrieben wurde. In Wirklichkeit, wollte er uns Sterbliche nur von einem Besuch abhalten.
Wisst ihr, früher habe ich mich über diese Heinis immer aufgeregt, heute liebe ich deren Storys, ist Comedy pur.


Na ist das was? Jo mir gefällt's.


Hier der Beweis, wir sehen zwar scharf aus, haben die Zipfelmützen aber vorsichtig angeguckt.
Wenn ich unseren Urlaub mit nur einem Bild beschreiben sollte, wäre dieses Gif meine 1. Wahl. Fragt nicht, was wir uns gegenseitig die Taschen voll gehauen haben.


Was für Kontraste. Wir schnüffelten in den Ecken, immer auf der Suche nach neuen aufregenden Farben und Formen. Ja stimmt, ich bin total begeistert vom Blue Canyon. Auch Toni hatte hier absolut keine Langeweile.


Hier noch eine andere Art der Farben im Stein. Direkt über dem Boden, erinnerte das an Schriftzeichen.


All diese Muster im Stein sind natürlichen Ursprungs.


Ach war das wieder schön hier. Für uns wurde es dann Zeit. Auf der Rückfahrt nahmen wir nicht dem Weg über den Slickrock, sondern die normale Sandpiste. Ganz ehrlich, die Abkürzung über den Slickrock bringt nix. Da fährt man langsamer und muss aufpassen, im Sand ist man viel entspannter und fährt schneller.
Nach Sonnenuntergang kamen wir in Blanding an. Wir pennten wieder im Super8 Blanding, für 60,08€ die Nacht. Abendbrot gab es Pizza, die wir in der Tanke kauften.
Ihr werdet euch sicherlich fragen, warum wir jetzt wieder nach Norden fahren. Ganz einfach, wir wollen paar Tage im Raum Escalante verbringen, denn da gibt es noch so viel, was ich nicht kenne und wo uns der Shutdown weiterhin nicht stört. Problem war nur die Übernachtung in Escalante, denn das Circle D, ist nach meiner Meinung ein Drecksloch und da will ich nicht pennen. Aber um das Problem kümmern wir uns Morgen. Jetzt sag ich erst mal gute Nacht.

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