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Stan und Olli, die Anti Shutdown Tour - Südwesten USA Herbst 2013
Thomas:
Heute war Wandertag. Wir stellten die Karre am White Canyon ab, zogen unsere Wanderschuhchen an, packten Getränke ein und los ging der Spaß.
Unser Ziel war der Long Canyon. Dazu mussten wir einfach dem White Canyon für 4,5 Kilometer folgen und dann nach rechts abbiegen. GPS ist hier überflüssiger Ballast. Verlaufen ist nicht, es sei denn man klettert aus versehen die 40 Meter hohen Wände des White Canyon hoch.
Das was hier, Dank Weitwinkelobjektiv, so niedlich ausschaut, ist ein gigantisches Wasserloch, von 20m Länge. Es ging da steil runter. Wir trauten uns da nicht ran.
Der White Canyon verläuft parallel zur Teer Straße, von der wir ab und an mal ein Auto hörten.
Wir entdeckten eine wunderschöne Wand voller Cracks. Toni war besonders begeistert, da er so etwas noch nie zuvor gesehen hatte.
Wir sahen in den letzten Tagen immer mal wieder Spuren von Unwettern. Hier im White Canyon waren die Spuren sehr deutlich. Die Büsche im Canyon waren teilweise komplett voller abgetrockneten Schlamm und neigten sich in Fließrichtung. Hier muss ab und an mächtig die Post abgehen.
In diesen Baum habe ich mich sofort verliebt. Ich fragte mich, ob er jemals ein richtig Großer wird.
Toni war die ganze Zeit am Steine sammeln. Jo der suchte den ganzen Urlaub nach ausgefallenen Dingern.
Wir sind ja hier unter uns. Er hatte im Auto eine Schatzkiste, die er während unserer Reise mit seinen Fundstücken füllte. Pssst aber nicht weiter sagen.
An dieser Stelle ging es nicht weiter, was aber nicht schlimm war, denn der Long Canyon ging hier nach rechts weg.
Eingang in den Long Canyon. Das sieht noch so klein aus. Später wird der Canyon immer tiefer.
Auch hier überall Wasser.
Kurz hinterm Eingang stand dann richtig Wasser. Schade, aber da gehen wir nicht durch. Nöö traurig waren wir nicht. Im Gegenteil, uns gefiel der White Canyon eh besser. Ich dachte bis dato, dass ich Toni eine Freude mit einem Slot Canyon machen würde. Er beichtete mir dann aber, dass ihm nix an den Dingern liegt.
Wir knipsten ein Wenig im Slot und zogen wieder los Richtung Auto.
Ich gehe vorne vor Toni weg, als mir auf dem Rückweg diese Stelle auffiel. Hmm die sieht verdammt nach Quick Sand aus, vor dem im Südwesten immer mal wieder gewarnt wird. Komisch, wir sind doch aber vorhin hier auch lang gegangen. Ich lief da rüber und merkte sofort, dass ich weg sackte. Toni kam näher und ich sagte ihm, das wir hier Treibsand hätten. Er stand auf der anderen Seite und fragte mich, wie ich da rüber gekommen wäre, weil von meinen Fußspuren nix mehr zu sehen war. Er war echt unsicher. Ich sagte ihm, lauf einfach schnell rüber, dann passiert da nix. Er bestätigte das mit dem Einsacken und gehen wie auf Eiern. Seine Fußspuren verschwanden auch sofort. Das Wasser Sand Gemisch wabbelte wie ein Pudding.
Nach 9 Kilometer kamen wir durstig wieder am Auto an. Uns hat es Spaß gemacht und vor allem haben wir viel gesehen und erlebt.
Thomas:
Seite Jahren quake ich rum, dass ich mal die Gegend um Hite im Glen Canyon National Recreation Area sehen will. Nie passte das in eine Route. Dank dem Shutdown wurde mein Quaken erhört. Aber Stopp mal, wenn das ein National Recreation Area ist, dann ist da heute nicht Sonntag, sondern Shutdown....hmmm. Egal, die Straße können sie ja nicht sperren.
Jo dann kam das Schild Glen Canyon National Recreation Area. Links ging es von der Straße ab, runter an den Lake Powell. Au fein da war offen. Am Straßenrand sahen wir Straßensperren aus Beton, die scheinbar jemand bei Seite gezogen hat. Auf dem Teer sahen wir deutliche Schrammen. Alles komisch.
Viel war hier nicht los. Der Lake Powell war noch mitten am Shutdown feiern, dass wir heute kommen um ihn zu besuchen, hatte ihm niemand gesagt.
Foto - Lake Powell...was glaubt ihr nicht? Doch ich schwöre, der ist da....mal gewesen. Erinnert euch an meine Februar Reise und dem Besuch des Sees. Da habe ich schon vom Wassermangel geschrieben. Hier wo der See normaler Weise anfängt und das Ufer flach ist, machte sich der extrem niedrige Wasserstand viel stärker bemerkbar.
Die Landschaft haute uns von Anfang an vom Hocker. Heute scheint echt wieder einer unserer Tage zu sein, an dem wir verwöhnt werden. Foto - Brücke über den Colorado River
Ich ließ die Karre am Straßenrand stehen und ging zu Fuß weiter. Toni sollte mir dann später mit dem Auto nachkommen.
Toni holte mich von der Brücke ab. Das war das erste Mal, dass er während dieser Reise mit dem Auto auf Teer gefahren ist. Eigentlich hatten wir vorher abgemacht, dass jeder mal fährt. Ich ihm das gegenüber erwähnt. Da sagt der mir, dass er Angst hätte. Der Witz war gut. Wir sind hier in der Wüste, kein Verkehr und breite Straßen. Der Hund wollte einfach nicht. Ich grübelte, ob der mit seiner Mama abgemacht hat, dass er mich testen soll, ob ich wegen dem Handicap noch alles kann. Also übernahm ich wieder das Steuer.
Foto - Blick von der Brücke auf den Colorado River.
Blick auf den Dirty Devil River.
Eine geniale Aussicht - in der Bildmitte, die Brücke über den Colorado River. Die Straße geht weiter vorne nach links weg, macht einen Bogen und geht dann über die Brücke.
Hier der Hite Overlook. Eigentlich soll man auch hier auf den Lake Powell schauen, aber wenn der See nicht will, dann will er nicht.
Übrigens zum Hite Overlook führt eine 700 Meter lange Teer Straße. Da ist nur ein Parkplatz, mehr nicht, kein Klo nix. Die Ranger hatten tatsächlich die Road zum Aussichtspunkt mit Betonteile gesperrt. Heute waren die weg, aber die Schrammen auf dem Teer zeugten davon. Ganz ehrlich, wir haben ja Verständnis für die Leute, die wegen dem Shutdown keine Arbeit hatten, aber das hier ging nach meiner Meinung zu weit. Uns taten die Urlauber leid, die dem Schabernack ausgesetzt waren.
Das Glen Canyon National Recreation Area um Hite hat uns voll überzeugt. Ich werde mit Martina irgendwann wieder kommen und auch euch kann ich einen Besuch nur empfehlen.
Thomas:
Am Nachmittag landeten wir am Leprechaun Canyon. Hier stellten wir uns ein wenig dusselig an. Ich dachte immer, dass der Canyon fast direkt an der Straße beginnt. Am Ende kam dann doch die Einsicht, dass unser TomTom nicht lügt.
Das Licht am späten Nachmittag war toll.
Auch wenn das hier so verlockend aussieht, da ist nicht wirklich ein Slot Canyon...
...nach nur paar Metern ist da Schluss.
Der Weg zum Leprechaun Canyon ist einfach. Von der Straße aus immer rechts halten, dann geht nix schief.
Jo und dann ging der eigentliche "Spaß" los.
Er beginnt gigantisch groß, wird immer kleiner und enger.
Außer uns war nur ein Vater mit seiner Tochter hier. Aber die beiden waren schon weg, so dass uns der Canyon ganz alleine gehörte.
Er sah aber auch hinter jeder Ecke anders aus.
Selbst Toni gefiel es hier. Ok er war schon wieder am Steine sammeln für seine Schatzkiste.
Ich dachte erst, dass wir schon zu spät für den Canyon wären, aber scheinbar waren wir gerade zu richtigen Zeit da. Durch das indirekte Licht, der tiefstehenden Sonne, begannen die Canyon Wände an zu leuchten.
Die Subway im Leprechaun Canyon.
Jo und hier war für uns Schluss und wir sind zurück gegangen.
Der Leprechaun Canyon ist wunderschön. Den kann ich euch wirklich empfehlen.
Noch mal ein Blick zurück Richtung Leprechaun Canyon. Denkt daran, immer rechts halten, auch ruhig mal etwas nach oben auf Sandstein gehen.
Thomas:
Weiter im Norden hangen paar Wolken, was uns aber nicht von einem Besuch der Little Egypt Geologic Site abhielt.
Der Kram erinnerte uns ein wenig an den Blue Canyon.
Wir fanden das was am Himmel los war spannender als die Steine. Jo wir sind verwöhnt.
Ich finde Little Egypt Geologic Site recht nett, gut für einen Pause, aber mehr nicht.
Thomas:
Die letzte Pause, legten wir heute an der Wolverton Mill in Hanksville ein. Die Sonne war schon weg, aber das störte uns nicht. Foto - Wolverton Mill
Die Wolverton Mill wurde 1921 von einem Goldsucher gebaut. Viel Erz hat er damit nicht gemahlen. Er war auf der Suche nach einer spanischen Goldmine, die laut einer Legende Unmengen an Gold enthalten soll.
Das Wasserrad, trieb aber nicht nur die Mühle, sondern auch eine Säge an. Mit der Säge verdiente er etwas dazu, in dem er für seine Nachbarn Bauholz zurecht schnitt.
Die Mühle stand ursprünglich in den Henry Mountains. Das BLM konnte sie dort nicht vor Vandalen schützen und ließ sie 1974 demontieren und hier nach Hanksville zum BLM Stützpunkt bringen. Die Wolverton Mill wurde hier restauriert und wieder aufgebaut.
Die Mühle kann heute komplett in einer self guided Tour besichtigt werden. Ihr findet dort Schilder und Texte, die die Geschichte der Mühle erzählen und die Technik erklären.
Wir waren fasziniert, von dem was Wolverton mit seinen Söhnen, damals aus paar Bäumen erschaffen hat.
Weiter ging es auf dem Highway 24. Dort wurden wir noch mal mit einer tollen Landschaft verwöhnt, die selbst nach Sonnenuntergang geil war. Wir nutzen das Restlicht für paar Bildchen.
Wir mussten ja auch durch den Capital Reef National Park fahren. Dort waren auch keine Sperren vorhanden. Wir grübelten, ob das closed Schild erst am Visitor Center steht, oder war hier heute auch auf. War das eine Eintagsfliege oder dürfen wir vielleicht morgen früh noch schnell in den National Park? Alles sehr komisch.
Für die Nacht kehrten wir im Days Inn Torrey - Capital Reef ein. Das Zimmer kostete nur 46,26€. Waren das Kampfpreise um trotzdem Gäste zu bekommen, die wegen dem Shutdown weg blieben?
Abendbrot holten wir uns nebenan in der Tanke bei Subway.
Im Motel musste ich dann doch erst mal klären, warum unser Tag heute so erfolgreich war und man uns überall rein ließ. Laut Meldungen im Internet hat der Gouverneur von Utah angeordnet, dass alle National Parks und ähnliches Zeug wieder zu öffnen sind. Wenn das wirklich so ist, dann machte das Genuschel von der Tussi im Bridges jetzt Sinn. Die meinte dann wohl, dass Utah ab heute wieder geöffnet ist.
Jetzt saß ich da und in meinem Kopp arbeitete es. Mensch eigentlich wollten wir doch nach Escalante. Jo und dann war ja noch das Ende unseres Urlaubs. Wir mussten in 6 Tagen in Los Angeles sein.
Ich spielte ein wenig mit Google Earth. Das sah gar nicht so schlecht aus. Von hier aus bräuchten wir nach LA nur knapp 10 Stunden. Jetzt wurde ich frech und fragte mich, wie es denn von Moab aus wäre. Ach nicht mal 11 Stunden?! Hmmm
Ich rechnete alles dreimal durch und weil ich plötzlich so aufgeregt war, holte ich Toni als Hilfe dazu. Tatsächlich, die Rechnung ging auf. Toni fragte noch nach Yellowstone, aber da musste ich ihn enttäuschen. Ist immer noch zu und selbst wenn, einfach zu weit weg.
Jetzt haltet euch fest, wir fahren nach Moab. Ich buchte ´ne Bude im Super8 Moab für lumpige 47,08€ die Nacht. Ok die Hütte hat ´nen scheiß Ruf, aber uns war das erst mal wurscht.
Mit einem Grinsen gingen wir sehr spät ins Bett und stellten den Wecker auf 6.00Uhr. Uns war das frühe Aufstehen so was von egal, wir wollten nur noch nach Moab. Gute Nacht. 1Moab, 2 Moab, 3 Moab
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