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Stan und Olli, die Anti Shutdown Tour - Südwesten USA Herbst 2013

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Silv:
Ich bin natürlich auch dabei! Ganz tolle Fotos!  :)

Susan:
Herrliche Eindrücke von den Alabama Hills - ich seh schon wir waren viel zu kurz da. Und der Powwow sieht nach einem beeindruckendem Erlebnis aus! Kann man da einfach so zugucken?

Ilona:

--- Zitat von: Thomas am 18. Dezember 2013, 17:10:23 ---Entweder ist er hier ´ne Trockenpflaume oder der Heine ist magersüchtig, so dürre wie der aussah.


--- Ende Zitat ---

Siehste, deshalb lege ich mich nicht so lange in die Sonne, da man sonst so ausdörrt :zwinker:. Vor lauter Sonnenbaden hat "sie" wohl das Essen vergessen.

Die Alabama Hills haste toll in Szene gesetzt  :beifall: - die fehlen mir leider noch in der Sammlung.

So ein Pow Wow ist schon ein buntes Theater. Mir fällt auf, dass die Paiute viel hübscher als die Apachen oder Navajos sind  :thumb:. 

Thomas:
Danke für Euer Interesse.


--- Zitat von: Susan am 19. Dezember 2013, 15:41:48 ---Und der Powwow sieht nach einem beeindruckendem Erlebnis aus! Kann man da einfach so zugucken?

--- Ende Zitat ---

ja is kein Problem. Das war mein 4.Powwow. Termine gibt hier http://calendar.powwows.com/
Die Indianer komisch, tragen nicht all Powwows ein. Keine Ahnung warum. Machmal stehen sie erst kurz vor demPowwow drin. Zur Not bei mir fragen.



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Heute war ausschlafen angesagt, Wecken war erst 5.45Uhr. Wir wollten den Tioga Pass fahren und ein wenig im Upper Yosemite rumlungern. Am Tioga war das Licht komisch und es war windig. Wir also weiter gefahren und wollten dann am Olmsted Point umdrehen. Im Upper waren die Herren auch mit nix zufrieden. Wir moserten über die Art der Wolken, das immer noch komische Licht, den Wind, die trockenen Wiesen...auf Deutsch uns störte die Fliege an der Wand. Nee mal im Ernst, es war dort wirklich komisch, alles so trocken und tot. Ich war ja schon mal mit Martina für eine Woche im Herbst in Kalifornien, zur etwa gleichen Zeit wie jetzt. Damals sah das hier oben alles toll aus. Die Dürre 2013 in Kalifornien macht selbst vorm Yosemite National Park nicht halt. Dort wo sich sonst Bäche durch die Wiesen schlängeln, sah man nur schwarze Gräben mit Rinnsalen. Es war wirklich nicht schön, daher auch Null Fotos.
Wir haben dann beschlossen unser Glück im Yosemite Valley zu suchen. Ich sagte Toni gleich, dass es schief gehen könnte, weil da immer alles überfüllt ist. Der Yosemite Creek, welcher normal ein kleiner Wildwasserfluss ist, plätscherte müde vor sich hin. Oha damit kann man die Wasserfälle schon mal vergessen.
2013 hat es im Yosemite mächtig gebrannt. Freunde, die vor uns hier waren, berichteten von schlechter Sich und viel Rauch und Gestank. Teilweise war der Upper Park sogar vor unserem Urlaub gesperrt. Von der Straße aus konnten wir Gebiete in denen es gebrannt hatte sehen. Wir waren überrascht, dass diese Flächen gar nicht mal so tot aussahen. Wir dachten echt, da wäre alles schwarz verkohlt, aber dem war nicht so. Hoffentlich erholt sich der Wald schnell wieder von dem Feuer.


Im Valley dann die nächste Überraschung, kaum Touristen und alles sah richtig toll aus und absolute Windstille. Ok die Wasserfälle...ich sag mal so, wenn ich pinkel fällt mehr.


Ich war schon so oft im Yosemite, aber ich konnte noch nie im Valley spazieren gehen. Die Massen von Autos und Menschen haben uns bisher davon immer abgehalten. Heute nutzen wir die Lage aus und liefen am Merced River entlang. Foto - menschenleer


Der Merced River führte auch relativ wenig Wasser, was hier aber nicht störte.


Ich hab gar nicht gewusst wie schön es hier unten im Valley ist. Ich hoffe, dass ich irgendwann einmal mit Martina wieder komme und wir beide gemeinsam die tolle Landschaft genießen können.


Wir hatten die Hoffnung, dass sich die Lage im Upper Yosemite inzwischen geändert hat, aber da hatten wir kein Glück, immer noch komisches Licht und windig. Egal, wir machten eine kleine Pause am Tenaya Lake.


Der Tioga Pass fasziniert mich jedes Mal. Es ist schon krass wie schnell man von unten im Tal am Mono Lake startet, sich dann plötzlich im Hochgebirge befindet. Tschüss Yosemite, bis zum nächsten Mal.



Auch von Bodie haben Martina und ich unserem Toni im Vorfeld schon viel erzählt. Heute passte es, dass er sich selbst ein Bild von dieser netten Ghost Town machen kann. An der Kasse verlangte man inzwischen 7,-$ Eintritt pro Person. 2010 mussten wir noch 5,-$ pro Nase auf den Tisch legen. Ok Bodie ist älter geworden und ein guter Schnaps ist ja auch teuer, je länger er gereift ist.
Übrigens, am Parkplatz fanden gerade massive Bauarbeiten statt. Sie wollen den Zugang vom Parkplatz bis zur eigentlichen Ghost Town befestigen und es Leuten mit Handicap erleichtern.


Ich hatte schon Kirchen Entzug, also ging ich erst mal da rein um zu beichten. Mir fällt da gerade was ein. Ich bin ja nun so tüttelig und vergesse viel. Kann ich für etwas in die Hölle kommen, von dem ich gar nicht mehr weiß, dass ich es getan habe? Und wie ist das, wenn Toni dem Pastor erzählt, dass ich nach fremden Röcken geguckt habe? Das ist doch petzen und gilt nicht oder?!
Foto - Methodistenkirche Baujahr 1822, der letzte Gottesdienst fand hier 1932 statt


Ich kann mir gar nicht richtig vorstellen, dass hier mal 10000 Menschen im Ort gelebt haben und jetzt nur noch eine Geisterstadt davon übrig ist. Von all den Häusern sind heute aber nur noch etwa 5% zu sehen. Der Rest ist abgefackelt bzw. vom Winde verweht.


Blick auf die Standard Mine, in der früher Gold in Massen geschürft wurde.


Hier das ehemalige Shoppingcenter von Bodie.


Der 1927er Dodge Graham gehört mit zu den bekanntesten Motiven in Bodie.


Ich hatte unseren Lieblings Ranger vom Bodie State Historic Park schon vermisst. Im Museum fand ich ihn dann wieder.


Für Toni war es seine erste Ghost Town, die er in seinem Leben gesehen hat. Er war total begeistert. Auch mich hat Bodie wieder richtig Spaß gemacht. Auf meiner persönlichen Liste der Top Ghost Towns steht Bodie auf dem dritten Platz, gleich nach South Park City und Nevada City. Einen Besuch können wir nur empfehlen.


Wer noch was zappelndes gucken mag, hier ein kleines Video.




Nach Bodie hatten wir Hunger auf was Warmes. Den ganzen Tag Sandwiches is auch nix. Am Ende kommen die einem aus den Ohren raus. Nöö in Lee Vining da kannte ich schon den Mono Market von früheren Besuchen und wusste das man dort was schnuckeliges, warmes findet. Wir entschieden uns für Pizza. Ui das junge Ding an der Kasse war aber auch schnuckelig und warm. Sie lächelte mich an. Der blöde Bengel meinte, dass sie ihn angelächelt hat. Häää die schielt doch nicht.


Am Parkplatz Mono Lake war die Hölle los. Mein Gott, wo kamen all die Leute her und vor allem, wo wollen die hin? Bezahlen brauchten wir Dank National Park Pass nix.


Mir fiel sofort auf, dass alles viel grüner war. So langsam wuchert die Zone zwischen Parkplatz und See richtig zu. Sah aber auch gut aus. Dann am See, das Wasser war mächtig zurück gegangen. Kalifornien schien wirklich ´ne mächtigen Dürre gehabt zu haben. Und die Tufas selbst, tja da hatte ich den Eindruck, dass sie abbauen und viel filigraner Kram schon längst verschwunden ist. Jo und als letztes die Salzfliegen, die waren auch anders als sonst, es waren nur wenige kleine Kolonien am Ufer zu sehen.
Foto - Salzfliegen, sieht ekelig aus, sind aber total harmlos. Sie gehen den Menschen aus dem Weg.


Ich erzählte Toni, dass die Tufas etwa 13000 Jahre alt sind und durch aufsteigendes Frischwasser im alkalischen See entstanden sind. Auch zeigte ich ihm die Ufermarkierungen, die erkennen lassen, wie hoch früher der Wasserstand im Mono Lake war. Momentan sieht es so aus, dass wenn es so weiter geht, der See mal komplett austrocknet.


Der Kleine kam uns nicht geheuer vor. Er saß da guckte uns plüschig an und lief nicht weg, als wir uns ihm näherten. Na ja gesund kann das hier mit all dem alkalische Wasser auch nicht sein.


Mono Lake war wieder gut. Wobei wenn Toni nicht gewesen wäre, ich hätte mir den heute mal geklemmt. Hab ihn halt schon so oft gesehen. Aber ihr, fahrt ruhig hin da. Ist wirklich interessant und schön.
Oh wat sind wir hübsch



Wir hatten noch etwas Sonnenlicht Zeit zur Verfügung und da dachten wir, viel Wasser haben wir heut noch nicht gesehen, da würde der Juni Lake Loop noch rein passen. Der Loop ist etwa 26 Kilometer lang. Mann fährt an insgesamt fünf Seen vorbei. So richtig genießen konnten wir nur den Juni Lake. Die anderen lagen schon im Schatten der hohen Berge der Sierra Nevada.
Wir waren dann fix noch beim Hot Creek , weil Toni sich langsam auf den Yellowstone einstellen wollte. Na ja und beim Hot Creek blubbert und stinkt es halt auch, nur nicht so schön und gewaltig, wie im Yellowstone. Toni wollte ihn sehen und ein Umweg war es eh nicht. Fotos haben wir dort keine gemacht, da schon alles im Schatten lag.
Nachdem wir bei K-Mart noch ein wenig mit Geld um uns geschmissen haben, gab es wieder Abendbrot auf dem Hotelzimmer. Wir hatten lecker warmes Hähnchen und Kartoffelsalat.
Nach der Schlemmerei grübelten wir, was wir am nächsten Tag anstellen könnten, vor allem hatten wir noch keine Vorstellung, wo wir morgen pennen würden. Wir wussten nur, dass wir in zwei Tagen im Yellowstone sein müssen, wo wir schon Übernachtungen reserviert hatten. Am Ende einigten wir uns auf eine Route, bei der am Abend schnell mal 250 Kilometer fällig waren. Abends fahr ich gerne. Am Tage bei Sonnenschein guck ich mir lieber was hübsches an, statt in der Karre zu sitzen. So das war´s für heute. Ich geh ins Bett. Gute Nacht.

Thomas:


Um 5.50Uhr fielen wir aus unseren Betten. Wir waren beide aufgeregt, denn als erstes sollte es zum Ancient Bristlecone Pine Forest gehen, der sich weit oben in den White Mountains befindet. Es war schon im Tal lausig kalt, deshalb gab es für jeden einen heißen Kakao von der Tanke.
Foto - Blick von der White Mountain Road auf Bishop


Das neu gebaute Visitor Center an der Scholman Grove war geschlossen. Das alte ist ja bei einem Brand im Jahr 2008 komplett abgefackelt. Die Scholman Grove interessierte uns eh nicht. Wir wollten nur mal das neue Visitor Center sehen, also fuhren wir weiter, immer höher Richtung White Mountain.


Die 20 Kilometer auf der White Mountain Road, bis zum Abzweig Patriarch Grove wurden wir ordentlich durchgeschüttelt. Die Piste ist rau, aber selbst mit einem PKW fahrbar gewesen. Richtig ruppig waren die letzten 1700 Meter, ab Abzweig White Mountain Road bis zum Parkplatz Patriarch Cove. Die würde ich nun nicht mehr mit einem normalen PKW fahren wollen.


Am Parkplatz suchten wir fix nach warmen Klamotten, denn es war lausig kalt hier oben auf 3500 Meter. Dann stiefelten wir los. Na ja viel gehen muss man hier nicht. Man steht mit dem Auto mitten im Bristlecone Pine Wald.


Ja standen wir und staunten in Mitten von Bäumen, die teils über 4000 Jahre alt waren. Manche waren grasgrün, andere sahen tot aus. Nur ein oder Zwei Äste dieser scheinbar toten Bäume waren noch grün.
Viele glauben nur die lebenden Bäume sind wertvoll. Diese Leute täuschen sich, denn hier findet man Totholz, welches nachweislich 10000 Jahre alt ist und immer noch offen am Boden rumliegt. Der tote Baum oben und unten auf dem Foto, wurde vor 60 Jahren fotografiert und dann wieder 50 Jahre später. Auf den Fotos sieht man keinerlei Veränderungen. Das alles hängt mit der trockenen Kälte hier oben zusammen. Die Bäume haben außer Wind und Wetter keine Feinde.


Der Boden ist stark alkalisch. Nur Bristlecone Pines wachsen hier sonst nix. Pilzen ist es hier oben viel zu sauber und vor allem zu trocken. Der Wald sieht aus, als wenn er gerade gefegt wurde. Da war kein Unkraut, einfach nix, nur blanker steiniger Boden, jo und die Zapfen der Bristlecone Pines. Die Zapfen holen sich Streifenhörnchen. Wir haben eins dabei beobachtet, wie es Futter in sein Haus, ein Erdloch unter einem toten Baum buckelte. Ja wir waren total erstaunt, diese kleinen Gesellen in dieser unwirtlichen Umgebung zu finden. Keine Ahnung, ob die hier wirklich den langen Winter verbringen oder weiter runter ins Tal ziehen.


Selbst das tote Holz sieht schön aus. Mann wenn ich da an unseren Holzzaun denke, der schreit doch jährlich nach neuer Lasur.


Ich war ja vor zwei Jahren mit Martina schon mal hier im Ancient Bristlecone Pine Forest, auch im Herbst, aber damals schneite es hier in den Bergen und wir konnten die White Mountain Road nicht fahren. Ja die Scholman Grove ist schön, aber mit der Patriarch Grove kann sie nicht mithalten. Die Scholman Grove liegt auch 500 Meter tiefer, also dort wo Bristlecone Pines gerade erst wachsen.


Auch die White Mountains selbst, sind ein Traum. Sie sind hier auf 3500 Meter so karg und doch so schön. Dank der klaren Luft, war die Sicht sehr gut. Die Berge im Hintergrund, die Sierra Nevada, sind 50 bis 60 Kilometer Luftlinie entfernt.


Jo nur die Kälte war schiet. Außer uns war niemand weit und breit zu sehen. Ist auch besser so.


Ich denke ich habe euch jetzt genug vorgeschwärmt. Es liegt an euch, ob ihr euch das mal selbst anschauen wollt oder nicht. Ich werde mit Martina definitiv wieder kommen. Nehmt euch die Zeit und fahrt bis zur Patriarch Grove durch. Es lohnt sich.


Hier ein Video vom Ancient Bristlecone Pine Forest, Fahrt zur Patriarch Grove. Die eigenartige Farbe, haben wir der getönten Frontscheibe zu verdanken.

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