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Stan und Olli, die Anti Shutdown Tour - Südwesten USA Herbst 2013
Andrea:
Thomas, wenn das des Rätsels Lösung ist und das dann auch noch gut behandelt werden kann, dann wäre das ja wunderbar!
Thomas:
Ui schon vorletzter Tag. Drei Wochen gehen aber auch viel zu schnell um. Wie immer fehlten uns am Ende einer Reise, ein bis zwei Tage um gemütlich Richtung Flughafen zu kommen.
Wir sprachen gestern Abend, was wir uns heute anschauen könnten. Ich hatte den Wunsch mal wieder nach Devils Fire zu fahren. Ich erzählte aber Toni, dass jemand im Web geschrieben hat, dass dort vieles zerstört wäre. Egal, wir wollten uns selbst eine Meinung bilden.
Die 43 Kilometer auf der New Gold Butte Road zogen sich mächtig hin. Der Zustand der Road war nach wie vor schlecht. Wir wählten wie beim ersten Besuch, die Abkürzung durch den Wash und nicht den Umweg über Devils Throat, wie er immer noch im Web in uralten Berichten beschrieben wird.
Oh staun, seit 2008 hat sich einiges getan, die Route im Wash war jetzt offiziell und ausgeschildert. Achtung, ab diesem Abzweig von der New Gold Butte Road könnt ihr mit einem TomTom nicht mehr navigieren. Ich war einmal vor 8 Jahren hier und habe sofort wieder hergefunden. Soviel zum Thema ich und Alzheimer. Verfahren geht nicht. Immer schön im Wash bleiben, der sich wieder gut fuhr. Mit einem normalen PKW ist die Strecke nicht machbar. Allrad ist überflüssig, ein SUV reicht.
Bis Abzweig New Goldbutte Road 36°28'31.56"N 114° 9'51.21"W mit dem Auto Navi.
Nach 5,0 km 36°26'35.63"N 114°11'17.63"W geradeaus im Wash weiter fahren
Nach 6,5 km im Wash 36°27'49.14"N 114°14'4.28"W Abzweig nach rechts
Nach 2,5 km 36°27'6.75"N 114°12'56.47"W steht ihr vor Devils Fire
Keine Sorge, ihr müsst jetzt nix speichern. Wie immer biete ich alle POI´s als Download auf der Index Seite an.
Etwa einen Kilometer 36°27'20.71"N 114°13'15.55"W vorm Ziel, kommt die Steinstufe. Mal ist sie da, mal nicht. Ich habe sie jetzt auch das erste Mal gesehen. Mit etwas Ruhe war sie kein Problem zu fahren. Sollte sie mal etwas höher sein, einfach paar Steine davor stapeln.
Wir beiden Heinis waren viel zu faul den letzten Berg zur Kante hoch zu laufen, also gab ich Gas und parkte oben. Wenn ihr vor Ort seit, werdet ihr sehen, was ich meine.
Foto - so sieht es direkt oben am Parkplatz aus. Devils Fire befand sich hinter mir.
Ich machte mir anfangs etwas ´nen Kopp, dass es Toni hier nicht gefallen würde. Ich sagte ihm, dass er in die Formationen rein bzw. dicht rangehen muss und dann seine Fantasie spielen lassen soll.
Nicht dass hier jemand falsche Vorstellungen hat, alles was ihr hier auf unseren Bildern seht, ist nicht größer als 2,00m. In der Regel ist alles etwa 0.80 - 1,00m hoch.
Wow damit hätte ich jetzt nicht gerechnet. Das Herz stand immer noch. Ich hab dieses Foto mit dem von 2008 verglichen und nur geringen Schwund durch Erosion feststellen können.
Diese Figur ist dünner geworden und hat den "Kopf" verloren.
Diesen "Affenschädel" kannte ich auch noch nicht.
Sogar kleine Hoodoos gibt es dort.
Damals mit Martina, war ich ja wegen der Hitze alleine hier oben und habe mich zeitlich etwas zurück gehalten. Heute gingen wir weiter nach hinten durch um uns auch dort alles anzuschauen. Dabei fanden dieses Wunder der Erosion auf dem Boden, was uns ein wenig an eine Canyon Landschaft erinnerte.
Hier mal was zum Größenvergleich, damit ihr eine Vorstellung von dem dort bekommt.
Hier sieht man die Kante, an der sich alles abspielt. Die meisten Leute parken links unten vor dem Rim und gehen die 200 Meter Berg hoch. Unser Auto steht hier auf dem Bild etwa zwei Finger breit vor Tonis Bauch.
Meine anfänglichen Bedenken waren unbegründet und auch Toni fand es toll hier.
Eine Palme von oben sieht man auch nicht gerade täglich. Sie steht nur etwa einen Meter vom Rim entfernt.
Als ich dieses Bild machte, fragte mich mein Jung, ob ich bescheißen will. Jo meinte ich und dass ich das Thema auch beherrsche, nur dass ich hinterher sage, was Sache ist.
Das was ihr hier seht, ist etwa 30 x 60 cm groß. Ich habe meine Kamera mit dem 10mm Weitwinkel direkt auf dem Boden davor gehalten und abgedrückt. Also wenn ihr vor Ort seid, sucht nicht danach, bzw. versetzt euch in einen Käfer, der da an einem sonnigen Tag spazieren geht.
Wir machten uns dann wieder auf den Weg. Verfahren geht nicht, einfach dem Wash folgen. Unterwegs begegneten wir einer Familie Einheimischer, die hier mit Kind und Kegel und 2 und 4-sitzigen Quads Spaß hatten. Einen der 4-sitzer steuerte ein etwa 6 Jahre altes Mädchen. Bei so was beneide ich die Amis immer wieder. Da kräht in der Regel kein Hahn danach, wo wer wie fährt. Ja ok das Land ist auch etwas größer. Übrigens, die hübsche Mama der Lütten saß hinten und lächelte mich an.
Jo ihr Lieben das war wieder Devils Fire. Die Gerüchte, dass dort vieles zerstört wurde, entpuppten sich als der übliche Stuss, der im Web geschrieben wird. Klar nagt der Zahn der Zeit an den filigranen Formen, aber dafür kommen auch neue nach. Ich kann einen Besuch nur empfehlen. Lasst euch von der langen Anfahrt nicht abschrecken, es lohnt sich...meine Meinung.
Thomas:
Mittag gab es in Overton bei McDonald. Draußen auf einer Werbetafel stand "McRibb is back". Ui ich guckte blöd, denn die Dinger mag ich. Wir waren bis dato immer davon ausgegangen, dass es den in den Staaten nicht gibt. Das Menü mit Pommes und Getränk kostete nur 4,50$ und wenn ich noch ein McRibb extra nahm, dann kostete das nur 1,-$ mehr. Übrigens sie haben genauso wie bei uns in Deutschland geschmeckt.
Foto - Elephant Rock
An das Valley of Fire konnte Toni sich gar nicht mehr erinnern. Er dachte wir fahren zum Red Rock Park nahe Vegas. Foto - Nahe dem Arrowhead Arch entdeckte ich dieses Loch ohne Namen.
So langsam kamen Tonis Erinnerungen wieder, vor allem als ich erwähnte, dass er an dieser Stelle seinen ersten Sand in den Staaten geklaut hat. Inzwischen hat er mehrere Kilogramm und vor allem unterschiedliche Farben an Sand Zuhause. Das Zeug hat er in Glasgefäßen geschichtet, was gut aussieht. Jo und wenn er den Sand nicht mehr sehen kann, dann haben wir 1A Streusand.
Als Toni dann diesen "Kornkreis" im Sand entdeckte drehte er ganz durch und sagte wortwörtlich: "Das müssen Außerirdische gewesen sein. Alles andere wäre zum jetzigen Zeitpunkt reine Spekulation". Eh der Bengel kann nicht von mir sein. Auf meinen Einwand, ob es nicht doch die kleine Pflanze gewesen sein könnte, die sich im Wind gedreht hat, meinte er, es könnte auch sein, dass ich meine Pillen nicht genommen habe.
Dann wollte ich Toni meinen Lieblingsplatz im Valley of Fire State Park, den Kaolin Wash zeigen. Wir parkten wieder im Dip. Lasst euch nix im Web erzählen, das ist nicht verboten und da stehen auch keine Verbotsschilder und es wurde auch nicht extra Sand durch die Ranger ran gekarrt, damit man da nicht mehr parken kann. Ja es gibt jährlich neue Geschichten. Die werden immer besser. Den Sand hat ein Unwetter ran geschwemmt und die Ranger haben ihn nur Beiseite geschoben.
Der Kaolin Wash war der Hammer. Ich hatte Toni schon vorher von den Farben vorgeschwärmt. Er dachte, da wäre noch mindesten wenn nicht noch mehr Knipser Latein dabei. Ja nix Gedüse vom Ollen, das war hier wirklich so extrem farbig.
Der Kaolin Wash ist ja auch der kürzeste Weg von der Straße zur Fire Wave. Ich erzählte Toni von dem Ding und fragte, ob er sie sehen will. Ok gehen wir halt die paar Meter weiter.
An der Fire Wave war jede Menge los, vor allem Deutsche liefen da rum. Ich zeigte Toni die Fire Wave (Foto Bildmitte). Er war auch etwas verwundert über den Hype um das Ding. Wobei es mir hier dieses Mal viel besser gefiel, als bei meinem ersten Besuch. Lustig fand ich dann, dass ein Teil der Leute dachte, der ganze Hügel wäre die Wave. Als ich denen das kleine Dingens zeigte, guckten die doch etwas dumm.
Zurück gingen wir nicht im Kaolin Wash, sondern parallel dazu auf dem Fels. Hier gab es jede Menge zu entdecken.
Keine Ahnung wie so was entstanden ist, aber toll sah es aus.
Im Wash staute sich die Wärme. Toni sagte, dass er jetzt verstehen kann, dass es Martina hier im Sommer viel zu heiß wäre. Aber schön war es. Den Kaolin Wash müsst ihr unbedingt sehen.
Beim Fahren entdeckte ich dann noch diesen etwa mannshohen gelben Arch. Toni war es zu warm und blieb beim Auto. Ich ging alleine los um ihn zu besuchen.
Auch wenn er von der Straße gar nicht so groß aussah, ich konnte und dem Arch stehen.
Damit verabschiedeten wir uns vom Valley of Fire State Park, denn wir mussten noch 400 Kilometer fahren. Das war auf jeden Fall nicht mein letzter Besuch hier. Tschüss bis zum nächsten Mal.
Thomas:
Schon Monate vor unserer Reise, schickte ich Toni einen Link zu Bass Pro Shops in den USA. Nun ist unser Sohn ja seit Anfang des Jahres stolzer Besitzer eines Fischereischeines. Mit dem Angeln war das noch so ´ne Sache. Er konnte schon Geschichten wie ein alter Fischräuber erzählen, nur wussten die dummen Fische nicht, dass sie bei Toni an den Haken müssen. Nicht ein Rollmops, nicht mal ein lumpiges Fischstäbchen.
Na jedenfalls, dachte sich der Jung, holst dir bei Bass Pro mal die richtige Ausrüstung, dann hüpfen die Aale und Hechte von alleine in den Kescher...nach dem Motto, ich kauf mir die Kochpötte eines ***Kochs dann schmeckt auch das Essen.
Ich musste dem Bub hoch und heilig versprechen, dass wir zu Bass Pro fahren. Glaubt mir, ich habe in den letzten Wochen alles versucht, aber die Läden gibt es nun mal nicht in jedem Kaff. Heute klappte es, denn wir mussten in Vegas direkt an der Outdoor World vorbei.
Die Bude war schon von außen der Hammer. Eine Blockhütte in Vegas, damit hätte ich nicht gerechnet.
Drinnen standen wir da und kamen aus dem Staunen nicht mehr raus. Hier gab es das Spielzeug, was Vati schon immer wollte, sich aber wegen Armut nicht getraut hat zu kaufen. 1a Motorboote, gleich mit passenden Anhänger, dann ein Quad für den alten Mann und Flinten. Ok Flinten sind jetzt nicht so mein Ding, aber erst mal haben wolllen.
Foto - das Vieh lebte und schlich durch ein riesiges Aquarium, wo man seine neue Angel gleich mal ausprobieren konnte.
Wir entschieden uns gegen Boot und Quad...ja wie willst den Plunder nachhause bekommen?
In der Angelabteilung kamen wir uns verlassen vor. Was ein Angebot an Angelkram. Ich suchte für meine Stipproute eine lumpige Stachelschweinpose. Keine Chance. Da gab es Posen so Groß wie Schnapsflaschen, aber nix für mich bescheidenen Opa. Auf die Idee, mir eine Stachelschweinpose hier in Deutschland, für knapp 3,-€ zu kaufen, bin ich natürlich nicht gekommen.
Schon als kleiner Thomas bin ich gerne angeln gegangen, vor allem weil es da so schön ruhig war. Ja meine Ollen waren immer etwas laut. Na jedenfalls meine liebe Tante aus dem Westen hat mir eine Stachelschweinpose geschickt. Ui war ich glücklich. Ich habe jede Menge Fisch aus dem Wasser geholt. Was ich und Fisch essen? Pfui bäh. Ich hab die Fischis für die Katzen und Hühner geangelt. Och ich erzähle hier schon wieder Räuberpistolen.
Toni kaufte sich paar Blinker, Wobler...keine Ahnung wie die Gummifische heißen. Er hat aber nicht bedacht, dass die Fische hier in Deutschland, kein Englisch verstehen und daher nicht auf die Köder gehen. Jo Enttäuschung pur...bisher. Nee nicht der Jung. der kaufte sich dann hier im Angelladen noch so´n Gummiding und schon klappte es mit den Hechten. Jo endlich verstanden ihn die Fische. Mit Angler Latein kommste bei denen nicht weit.
Wir guckten dann noch bei den Klamotten, aber so richtig sagte uns das auch nicht zu.
Die Outdoor World war echt beeindruckend. Ich hab´s nun gesehen und glaube nicht, dass ich da noch mal rein muss. Ist einfach nicht unser Kaliber.
Von Vegas ging es in einen Rutsch, die letzten 290 Kilometer des Tages, auf der Interstate 15 zum Victorville Travelodge, wo wir die Nacht für 41,20€ Logis erhielten.
Nach dem Abendbrot bei Hometown luden wir alles aus dem Auto aus, denn wir mussten die Koffer packen. Jo so ein Mist, morgen geht es Nachhause. Wir verpackten wirklich alles, auch das was wir brauchten und wogen alles ab. Oha da war tatsächlich noch so gut wie nix in der Kühlbox drin. Dank meines Goldstatus bei American, durften wir jeder 2x23kg an Gepäck kostenlos mitnehmen.
Wir zogen noch mal los, denn ich wusste, dass meine Liebste sich schon sehr lange ein ganz bestimmtes Essservice aus den USA wünschte. Mist der erste Laden hatte es zur Zeit nicht. Wir versuchten es 20 km im nächsten Ort und hatten Glück. Jo ich bin so bekloppt, kaufe in den USA ein handgefertigtes Essservice Made in China und schleppe das nach Deutschland. Was machen wir Männers nicht alles für unsere Frauen.
Nachdem wir sonst noch so einiges gekauft hatten, ging es wieder zurück ins Motel zum Packen. Ui da muss vorhin beim Abwiegen aber was schief gegangen sein, oder wir haben einfach zu viel gekauft. Der ganze Plunder passte nicht mehr. Toni musste seine Schatzkiste, die inklusive Sand nur 10 Kilo wog, etwas reduzieren.
Am Ende passte alles...na fast. Die Koffer und Reisetaschen wogen jeweils 24 kg, nur die Kühlbox, wie erlaubt 23kg. Bei der Kühlbox wollten wir kein Risiko eingehen, da die, wenn erst einmal verpackt, sich sehr schlecht öffnen lässt. Jo und am Schalter noch groß umpacken muss ich nicht haben.
So Leute, ich bin fertig für heute. Gute Nacht.
Rainer:
--- Zitat von: Thomas am 21. Januar 2014, 14:00:49 ---Jo ich bin so bekloppt, kaufe in den USA ein handgefertigtes Essservice Made in China und schleppe das nach Deutschland. Was machen wir Männers nicht alles für unsere Frauen
--- Ende Zitat ---
Da kenn' ich auch welche, die kaufen in Chicago in der Nobel-Mall die schicken Ritzenhoff Gläser für ein Mördergeld, um zu Hause festzustellen, dass dasselbe Zeug hier für die Hälfte im Laden steht. Naja, dafür waren die dann aber nie in Chicago (sollte man vielleicht auf die Gläser gravieren...).
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