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Stan und Olli, die Anti Shutdown Tour - Südwesten USA Herbst 2013
Andrea:
Eben war ich noch traurig, dass die Reise sich dem Ende nähert. Und dann lese ich, dass es in 12 Tagen wieder los geht. Hurra, ich will mehr von euch lesen!
Thomas:
Guten Morgen, heute geht es nach Hause. Das heißt aber nicht, dass wir bis zum Flug hier abgammeln. Nöö nöö, auch am Abreisetag gibt´s das volle Programm.
Auf der Fahrt nach LA kam an der Interstate schnell der Abzweig des Highway 395. Die 395 ist die Road, die parallel östlich der Sierra Nevada verläuft. Mir kamen sofort schöne Erinnerungen an die Alabama Hills und anderes. Ganz ehrlich, ich wäre am liebsten abgebogen, aber irgendwann ist der schönste Urlaub zu Ende.
Gärten hatten wir auf dieser Reise noch gar nicht. Unser Ziel war der Rancho Santa Ana Botanic Garden. Der Eingang sah komisch aus. Kassenhäuschen gab es keins, nur einen Tisch und Stuhl mit Sonnenschirm. Eine ältere Tussi bekam mit, dass wir aus Deutschland sind und quatschte uns voll. Sie stellte sich als Deutsche vor und erzählte uns, was wir uns in den Staaten alles anschauen sollen. Normal bin ich dankbar, aber das war alles Sülzwurst. Am Ende sagte sie noch, dass wir uns den richtigen Garten ausgewählt hätten und er so toll, so fantastisch und so unglaublich schön wäre.
Wir zahlten 8,-$ Eintritt pro Person und gingen in den Rancho Santa Ana Botanic Garden. Ja nach 15 Minuten waren wir schon wieder auf dem Parkplatz. Es war der ungepflegteste und langweiligste Garten, den ich je besucht habe. Und dafür verlangen die Eintritt. Selbst wenn es kostenlos wäre, würde ich euch von einem Besuch dort abraten. Die 15 Minuten dort waren reine Zeitverschwendung.
Foto - Rancho Santa Ana Botanic Garden wo er noch gut aussah.
Wir beschlossen dann zu Huntington Library Art Collections & Botanical Gardens zu fahren, wo ich mit Martina schon im Februar war. Hier war der Eintritt mit 23,-$ pro Person nicht ganz ohne, aber dafür hat man die Garantie, ein Sahnestück zu sehen.
Im Huntington finden vor allem an den Wochenenden, irgendwelche Events statt. Wir hatten Glück, denn an diesem Wochenende fand die Siegerschau der Orchideenzüchter im Konservatorium statt.
Hier der Gewinner zum Thema "Masken". Jo die hatten Orchideen mit unterschiedlichen Masken arrangiert. Wir hatten noch nie etwas derartiges gesehen, aber es gefiel uns bestens.
Wir mussten sofort an Martina denken, die Orchideen über alles liebt. Jo es gibt ab und an bei uns Zuhause Gesprächsbedarf, wegen der Gestaltung der Fensterbretter. Ich denke bei dem Problem, können vor allem die Männer mitreden.
Auch die Gewinner des Ikebana Wettbewerbes waren zu sehen.
Ich glaube das Ding sollte uns daran erinnern, dass wir Herbst hatten. An den Temperaturen haben wir nix davon gemerkt. Im Gegenteil, es war richtig heiß.
Ich war ja nun schon mit Martina im Februar hier. Damals war es richtig voll. Heute hatten wir Glück, denn der Besucheransturm hielt sich in Grenzen.
Im Children´s Garden hoffte ich wieder auf paar "Mäuse", die ich bei den Wasserspielen beobachten kann, aber auch hier machte es sich bemerkbar, dass nur sehr wenig Besucher im Huntington waren. Jo alles hat seine Vor- und Nachteile.
Vom Chinese Garden hatte ich Toni schon bei der Fahrt hierher vorgeschwärmt. Die Anlage war echt ein Traum.
Ein Teil des Chinese Garden war gesperrt, da dort gerade ein neues Gebäude errichtet wurde. Ich gehe davon aus, dass es nicht lange dauert, bis wir hier wieder mal vorbei schauen. Ich berichte dann, was die neugebaut haben.
Unser Toni hat viele Interessen. Das Thema Bonsai liebt er besonders. Natürlich gingen ihm hier die Augen über. Er selbst versucht sich Zuhause selbst an der Bonsaizucht. Ganz doof stellt er sich nicht an, denn bei uns auf der Terrasse steht seit paar Jahren ein kleiner Ahorn Wald.
Der Japanese Garden war ein weiteres Highlight des Huntington.
The Huntington Library Art Collections & Botanical Gardens besteht ja nun nicht nur aus der riesigen Gartenanlage. Da gibt es auch noch den Teil der sich der Kunst widmet. Der wiederum interessierte uns wieder gar nicht. Ganz ehrlich, ich glaube nicht, dass sich dieses in der Zukunft ändern wird. Kann nix dafür, aber mir gibt ein Baum mehr, als ein teures Bild oder eine Skulptur.
Im Rose Garden waren wir baff, denn die Rosen standen noch voll in der Blüte.
Zum Schluss gingen wir noch in den Regenwald. Wir waren froh über etwas Schatten. Die ganzen drei Wochen schien zwar die Sonne, aber nur hier in LA war es fast unerträglich, was auch an der Schwüle lag.
Nach dem Reinfall im anderen Garten, waren Huntington Library Art Collections & Botanical Gardens ein Volltreffer. Ja wirklich, wir zwei Männers mögen botanische Gärten. Einen Besuch können wir nur empfehlen.
Thomas:
Museum hatten wir auch noch nicht auf dieser Reise. Wenn dann sollte es schon was mit Autos sein. Das war absolut kein Problem, denn das Automobile Driving Museum befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Flughafen Los Angeles. Eintritt war kostenlos, aber unsere 10,-$ Spende wurde gerne genommen.
Foto - 1909 Ford Model T
Paar Tage nach unserem Besuch war Halloween.
Das Automobile Driving Museum wurde von zwei Sammlern edler Karossen gegründet und wird heute noch privat betrieben. Foto - 1946 Packard Clipper
Normal ist es so, dass Spielzeugautos nach Originalen mehr oder weniger nachempfunden werden. Hier ist es umgekehrt. Dieses Fahrzeuge wurde einem Spielzeugauto der Marke Hot Wheels nachgebaut.
Foto - Bone Shaker
Was ´ne futuristische Karre, der Deora II, entstanden nach einem Spielzeugauto von Hot Wheels.
Blick in die Ausstellungshalle des Automobile Driving Museum.
Foto - 1936 Packard Convertible Touring Car - Model 1402, welcher mal dem russischen Diktator Josef Stalin gehörte.
Immer Sonntags besteht die Möglichkeit mal in einem der Museumsstücke mitzufahren. Leider war heute Samstag, denn das hätten wir gerne mitgemacht. Die Fahrten sind kostenlos. Natürlich darf man die edlen Stücke nicht selber lenken, aber wo hat man schon die Möglichkeit mal so etwas zu erleben!?
Foto - 1942 Packard Henney Ambulance
Das Automobile Driving Museum ist keines der großen Museen, aber trotzdem einen Besuch wert. Es bietet sich vor allem an, wenn man ab Los Angeles zurück fliegt und noch etwas Zeit hat. Da sich das Museum direkt neben dem Flughafen befindet, muss man sich auch keine Sorgen wegen einem Stau machen.
Foto - 1941 Cadillac Convertible Coupe
Thomas:
Nach dem Automuseum war noch nicht Schluss. Nöö wir zogen noch in den Dockweiler Beach State Park. Normal muss man dort fürs Auto bezahlen, aber ich war da schon paar mal und wusste, dass man direkt an der Straße kostenlos Parken kann. Vor allem stand es dort an der Hauptstraße mit viel Verkehr und wir hatten es die ganze Zeit über im Auge. Jo muss ja nicht sein, dass uns jemand noch am letzten Tag beklaut.
Am Strand von LA herrschte Küstennebel. Da kommt der Toni das erste Mal in seinem Leben an den Pazifik und dann so was. Ab und an kam aber die Sonne durch. Wir liefen Barfuß am Strand und im Wasser umher. Toni suchte schon wieder nach Steinen...hat ja noch nicht genug Gepäck. Nöö in den Hosentaschen war noch Platz.
Nach zwei Stunden Wasserspiele wurde es Zeit für uns die Karre zu Alamo zurück zu bringen.
Bei Alamo lief alles ohne Probleme ab. Wir ließen uns nicht hetzen und kramten in aller Ruhe das Auto leer. Mit den letzten Getränken, die wir nicht mehr brauchten, erkaufte ich mir die Freundschaft eines Alamo Mitarbeiters. Der nahm mir die Pullen und Dosen grinsend und dankend ab. Ok ich hätte sie auch in der Karre liegen lassen können, aber gibt es nix schöneres wie das Lächeln eines dankbaren Mitmenschen?
Auch auf dem Flughafen lief alles sehr ruhig ab. Wenn das so weiter geht, wird Los Angeles noch zu meinem Lieblings Flughafen.
Check-in erfolgte am Automaten der auch die Flugtickets ausdruckte. Ich kann mich immer noch an unsere Gesichter erinnern, als wir dem Automaten sagten, dass wir jeder zwei Gepäckstücke dabei hätten und er darauf 0,-$ antwortete. Wir standen mit breitem Grinsen da. Auch unsere Gepäckstücke mit leichtem Übergewicht wurden ohne Diskussionen mitgenommen.
Wir beobachteten wie unser Gepäck auf dem Band zur TSA Kontrolle rollte. Eine ältere Tante der TSA schnappte sich doch tatsächlich die Kühlbox. Nee da war nix verbotenes drin, aber die Gurte zu öffnen macht selbst uns keinen Spaß. Wir fragten, ob wir helfen sollen, aber die war ganz entspannt und popelte die Dinger tatsächlich auf. Nun dachten wir, die würde sich das Essservice angucken. Nee die eine Pulle Cabin Fever, ein Whiskey mit Ahornsirup erregte ihre Aufmerksamkeit. Der Wischtest verlief natürlich negativ. Sie packte noch den TSA Zettel in die Box und verschnürte sie wieder so, wie wir es gemacht hatten. Ja da hatten wir schon etwas Schiss, denn nur die Gurte halten die Kühlbox verschlossen.
Beim Boarden nutze ich meinen Gold Status bei AA aus und ging mit der Business Class an Board. Toni musste warten bis die Holzklasse dran war. Gefiel mit gut, als einer der Ersten an Board zu gehen, denn so konnte ich mich in Ruhe ganz hinten im Flieger, wo wir immer sitzen, ausmöhlen und mein Handgepäck verstauen. Unser Handgepäck hatten wir bis zum bersten gefüllt. Auch das interessierte kein Schwein.
Der Flieger war nicht ganz voll. Die vorletzte Mittelreihe war bis auf einen Platz nicht vergeben. Ich sagte Toni, dass er sich da gleich mal zwei von den vier Plätzen krallen soll. Der fragte die Dame, die da saß, ob da noch frei wäre, was die mit Nein beantwortete. Ich fragte darauf hin eine Flugbegleiterin, die Toni natürlich dort sitzen ließ. Die Olle zog ´ne Fresse, gab aber Ruhe. Die Dame aus Osteuropa wollte alle vier Plätze für sich als Liegeflächen nutzen. Pech gehabt.
Pünktlich kurz vor 20.00 Uhr hoben wir in LA ab.
Foto - Flughafen London irgendwelcher LED Kram...ich fand das toll
Nach dem Start wurde es lustig im Flieger. Die Damen vom Grill teilten Essen und Getränke aus. Zwei bullige Serben bemerkte die leeren Plätze hinten im Flieger. Sie zogen mit einer offenen 1 Liter Flasche Whiskey durch die Kabine und ließen sich in der letzten Mittelreihe nieder. Hier wollten sie ihre Sauforgie fortsetzen. Ich grübelte, was ist wenn die Vögel sich den Rest auch noch reinhelfen und am Zeiger drehen? Man liest ja immer wieder von ungeplanten Landungen, wegen Passagiere, die zu tief ins Glas geschaut haben. Ich schnappte mir die nächste Flugbegleiterin und erzählte ihr von der Flasche. Die dachte erst, ich mache einen Spaß. Am Ende wurde die Flasche konfisziert und den Heinis ordentlich Bescheid gegeben. Außerdem musste sie ihre eigentlichen Sitzplätze wieder einnehmen. Die Flugbegleiterin bedankte sich bei mir.
Das hier ist das einzige Foto, was ich auf dem Flug gemacht habe. Es war halt ein Nachtflug und da gab´s nix zu sehen. Jo und selbst nach Sonnenaufgang war es nicht spannend.
Toni zog sich einen Film nach dem anderen rein. Ich machte wieder hinten an den Klos den Pförtner. Ich steh da so ´ne Weile, als sich plötzlich jemand auf meinem Platz breit macht. Ich nix gesagt nur weiter beobachtet. Da beginnt der Vogel in meinen privaten Sachen zu kramen. Ui da wurde Vati laut. Ich habe ihn gefragt, ob ich ihm helfen kann. Der wollte erst einen auf doof tun und "nix verstehn", haute dann aber ab.
Über London war wegen Unwetter etwas Chaos. Unser Flieger zappelte etwas in der Luft und gerumst hat es auch einmal. Toni fand es heftig. Ich dagegen fragt mich, warum der Dussel die Räder in diese Höhe schon ausgefahren hat. Als die Flugbegleiterin dann durchgesagt hat, dass ein Blitz eingeschlagen hat, zog ich den Dussel wieder zurück .
Nach der Landung waren wir beide wohl übermüdet, anders kann ich es nicht erklären, was dann geschah. Wir folgten den Hinweisschildern für unseren Anschlussflug. Ich wusste, dass wir den Terminal wechseln müssen. Plötzlich standen wir vor der Sicherheitskontrolle. Ich sag zu Toni, dass dieses neu wäre. Normal kommt die Kontrolle erst im anderen Terminal. Egal wir durch die Sicherheitskontrolle, mit allem Pipapo. Toni meinte noch, dass er die Räumlichkeiten vom Hinflug kennt. Ich konnte mich wie immer an nix erinnern. Als wir dann zu den Interviews von American Airlines sollten, die immer vor Flügen in die USA stattfinden, wusste ich, dass hier was richtig falsch lief.
Wir gingen unauffällig zum Ausgang und wechselten den Terminal, so wie es immer war.
Der Flug nach Hamburg ging wegen dem Wetter etwas später, verlief aber normal.
Am Gepäckband wurde ich sentimental. Ich hatte Pippi in den Augen. Mir war klar, dass diese tolle Reise jetzt endgültig zu Ende war.
Andrea:
Lieber Thomas!
Ich bin ganz traurig, dass diese Reise zuende ist. Aber nach der Reise ist vor der Reise und ich hoffe, dass du davon wieder hier berichtest. Dein Schreibstil gefällt mir, du machst tolle Bilder und vor allem deine Art zu reisen mit Google-Daten im Navi finde ich total spannend. Cool, wenn das Navi lospiepst und man plötzlich eine tolle Gegend kennenlernen darf, ohne sich vorher darüber einen Kopf zu machen. Okay, irgendwann hast du das Teil ja auch "gefüttert", aber ich find´s einfach genial!
Danke für den tollen Bericht!
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