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Stan und Olli, die Anti Shutdown Tour - Südwesten USA Herbst 2013

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Thomas:
Die Stansbury Island Salt Flats kannte ich auch schon. Mir hat es schon damals dort für einen Fotostopp gut gefallen. Nun wollte ich Toni zeigen, wie hier Salz gewonnen wird. Foto - Stansbury Island


Die Road im Bereich der Stansbury Island Salt Flats hat sich in den letzten Jahren sehr zum positiven verändert. Sie war jetzt glatt wie ein Kinderpopo und die Oberfläche komplett aus Salz, sah aber wie Eis aus.
Das Salzwasser wird hier in große Becken gelassen. Dort trocknet das Wasser weg und übrig bleibt das Salz.


Wir haben dieses mal etwas mehr in den Salt Flats rumgeschnüffelt. Vorbei fahrende Arbeiter haben uns nur freundlich zugewinkt. Der weiße Schleim ist eine gesättigte Salzlösung.


Das Wasser in den Becken ist unterschiedlich rosafarbig. Je stärker der Salzgehalt, desto kräftiger das Rosa, welches von Mikroorganismen kommt, die in der Salzpampe leben.


Jo und am Ende ist das Salz schneeweiß. War wieder eine nette Pause, aber mehr auch nicht.

Thomas:
Mittag gab es bei Chuck-A-Rama in Salt Lake City. Auf mehr von der Stadt hatten wir keine Lust.
Wir fuhren dann nach Thistle, eine Ghost Town südöstlich von Salt Lake City.


Das was wie Rasen aussieht, ist Entenflott...ja das Haus steht im Wasser.


Im April 1983 kam es hier zum teuersten Erdrutsch der USA, der die ganze Stadt Thistle zerstörte. Bewohner kamen dabei aber nicht zu Schaden. Die Landmasse rutsche mit nur maximal einen Meter pro Stunde ins Tal. Problem war nicht der Erdrutsch selbst, sondern der 70 Meter hohe Damm der sich gebildet hatte und den Spanish Fork Canyon dicht machte. Versuche den Erdrutsch zu stoppen scheiterten an der Masse. Die Flüsse aus den Bergen wussten nix vom Erdrutsch und plätscherten immer munter weiter. Der Damm war so dicht, dass sich dort langsam ein See bildete.
Es blieb nix anderes übrig, als den ganzen Ort zu evakuieren. Der "Thistle" See war am Ende knapp 50 Meter tief. Die Probleme gingen weiter, denn die Flüsse brachten immer mehr Wasser heran. Der Damm könnte unter der Wasserlast brechen, bzw. würde dieses spätestens dann tun, wenn das Wasser über läuft. Die Stadt Spanish Folk, Tal abwärts, wäre die nächste Stadt, die zerstört werden würde. Man baute eiligst eine Monster Wasserleitung, die das Wasser der Flüsse ins Tal umleitete. Diese "Wasserleitung" ist noch heute in Betrieb.


Anwohner stellten den Antrag, den See zu erhalten, aber der Damm war dafür nicht geeignet. Der See wurde kontrolliert abgelassen und der Damm planiert.
Die Bahn litt sehr unter dem Erdrutsch, denn die einzige direkte Verbindung von Salt Lake City nach Denver war dicht. Alle Züge wurden für drei Monate über Wyoming umgeleitet. Schon am 4.Juli 1983 wurde die neue Bahnstrecke inklusive eines Tunnel wieder eröffnet.
Auch der Straßenverkehr war dicht und die Autofahrer mussten gigantische Umleitungen fahren.


Mit diesem Denkmal wird an das Drama von Thistle erinnert. Wir fanden das Ganze hier spannend und sehr interessant. Wer mag, sollte sich hier selbst vor Ort ein Bild machen und informieren.


Hier am Thistle Denkmal haben wir uns unseren Schmutzfink mal genauer angeschaut. Ich fand er sah noch ganz gut aus.


Beim genaueren Hinsehen und vor allem Tasten, wie hier an den Scheiben der Rücksitze, stellten wir fest, dass es wie grobes Schleifpapier aussah und sich auch so anfühlte. Och irgendwann wird das schon regnen und die Karre von der Kruste befreien.

Thomas:
Zu unserem letzten Stopp bei den Hamburger Rocks, haben wir uns erst während der Fahrt entschieden. Es war später Nachmittag und wir hatten eh nur noch 100 Kilometer von den ursprünglich 720 zu fahren. Außerdem wollten wir noch etwas hübsches sehen. Klar wir hätten in den Spiegel gucken können, aber so viel Schönheit...


Die Anfahrt zu den Hamburger Rocks war einfach. Wir fuhren zuerst die Green River Cutoff Road, welche eine gepflegte Sandpiste war und bogen dann auf die Hambrick Bottoms Road, welche schon etwas rauer war. Die letzten 400 Meter auf einer Noname Piste, führten direkt bis zu den Hamburger Rocks.


Das eigentliche Gebiet der Hamburger Rocks ist mit etwa 90 x 50 Meter nicht so groß. Ob eine Anfahrt lohnt, muss jeder für sich entscheiden. Wir haben eine derartige Formation noch nie zuvor gesehen.


Von oben sah das Ganze auch toll aus.


Jo so wie der eine heißt, sieht der andere aus. Der blanke Wahnsinn.


Wir waren bis zum Sonnenuntergang bei den Hamburger Rocks. Wir hatten dann die Wahl, zurück zum Teer und 160 Kilometer zu fahren oder weitere 60 Kilometer auf der Green River Cutoff Road, von der wir aber nicht wussten wie ihr Zustand ist. Über die Green River Cutoff Road würden wir aber 70 Kilometer sparen.
Wir entschieden uns für die kürzere Schotterpiste. Fragt mich nicht warum, vielleicht sind wir wirklich nicht ganz dicht. Wir gaben auf der Road kräftig Gas um so viele Kilometer wie möglich noch vor der Dunkelheit hinter uns zu bringen. Wir haben sogar noch mitbekommen, dass die Gegend dort wirklich schön ist und direkt nach einem weiteren Besuch mit Frauchen schreit. Jo dann wurde es schnell dunkel und ich grübelte, warum ich Dussel nicht den Teer gefahren bin und betete zu wen auch immer, dass der Zustand der Road gut bleiben würde. Man hatte wir Schwein, denn selbst das letzte Stück, was sich  durch einen Canyon schlängelte, war top in Schuss.
Gegen 19.30Uhr trudelten wir im Super8 Green River ein, wo wir ein nettes Zimmer für 60,42€ reserviert hatten. Abendbrot gab es erstmalig von Arby´s. Ja auf Donald Mc Burger und Co. hatten wir keine Lust. Arby´s kannten wir bisher nur vom vorbei fahren. Die überbackenen Roastbeef Sandwiches waren echt lecker.
Mann war das ein langer Tag. Wir waren hundemüde, hatten zu nix mehr Lust und fielen in unsere Kojen. Na denn gute Nacht.

Andrea:
Thomas, danke für die vielen sehr interessanten Erklärungen über Thistle. Klasse Stopps habt ihr gemacht.  :thumb:

Horst:
Die Stories zu den Bildern machen den Tag richtig interessant - Danke dafür.  :)

Das hier:

--- Zitat von: Thomas am 21. Dezember 2013, 10:55:57 ---

--- Ende Zitat ---
wäre ein richtig gutes Bilderrätsel geworden.  ;)

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