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Stan und Olli, die Anti Shutdown Tour - Südwesten USA Herbst 2013
Ilona:
Du hast bis jetzt das Beste aus dem Shutdown rausgeholt :beifall:. Bin schon gespannt, wie's weiter geht.
Thomas:
Ich muss noch mal posten, aber dann gleichauf und wird ruhiger.
Nee, welcher Dödel hat den Wecker auf 5.50Uhr gestellt? Das ist ja schlimmer als arbeiten hier. Für heute war nix geplant, außer die Ankunft am Abend in Blanding. Jo wir hatten mit Absicht heute mal nicht so viel Strecke auf dem Plan, denn ich hatte neben jeder Menge Unsinn, auch noch paar Ziele rund um Moab im Kopp, die wir uns antun wollten.
Wir hatten gerade die Interstate Richtung Moab verlassen, als am Himmel ein ganz besonderes Schauspiel begann. Selbst Toni war aus dem Häuschen...und ich dachte immer, der Bengel hätte nur Grabben im Kopp.
Im Osten entdeckten wir diese optische Täuschung. Wir dachten zuerst, dass dort ein See wäre. Ich meinte dann zu Toni, da ist 100 pro keiner. Wir merkten dann fix, dass es sich im Hintergrund um ein Wolkenband handelt, was wie das Ufer eines Sees aussehen würde.
Wir hatten hier über eine halbe Stunde unseren Spaß. Wir waren nicht alleine. Auch andere sahen sich begeistert den Sonnenaufgang am Straßenrand an.
Ui der Tag ging ja gut los. Toni sah dann die erste Pronghorn Antilope seines Lebens. Der Bock war fotogeil und ließ uns in Ruhe Bildchen machen.
Über unser erstes Ziel wusste ich nix, nur wo der Pictograph Rock ungefähr liegt, dass man dort Indianer Malereien finden würde und dass alles auf BLM Land liegen würde. Nun befanden wir uns mitten im Shutdown und wir hatten keine Ahnung, wie weit die Ranger vom BLM am Zeiger drehen und alles dicht gemacht haben. Vom Pictograph Rock selbst wusste ich noch, dass das BLM von dessen Existenz gerne Doof tut um den ollen Kram vor Vandalen zu schützen.
Wir fanden dann einen Parkplatz in der Wüste, ohne jegliche Hinweise, was man hier sehen könnte.
Den Pictograph Rock fanden wir schnell...war ja sonst kein weiterer Felsen da. Das alles war hier komplett eingezäunt.
Die Pictographs mussten wir regelrecht suchen.
Eines der Panel sieht man nur, wenn man sich unter einem Felsvorsprung auf den Boden legt und nach oben schaut. Scheint früher mal ein Schlaflager der Ureinwohner gewesen zu sein. Toni hockt hier vor den Vorsprung.
Ein Teil der Zeichnungen sind leider stark verwittert und Schmierereien und Schnitzereien neueren Datums fanden wir auch. Kein Wunder das staatliche Stellen immer mehr solche Orte "vergessen".
Ich will wenn möglich, im Sommer 2014 mit Martina wieder hier her fahren, denn wir beiden Pfeifenköppe haben das eigentliche Geheimnis von diesem Ort nicht gelöst. Ja keine Ahnung. Wir waren einfach noch von dem sagenhaften Sonnenaufgang berauscht.
Thomas:
An unser nächstes Ziel ist unser TomTom schuld. Es bimmelte und meinte, dass die Bartlett Rock Art ganz in der Nähe liegen würde und wir doch mal vorbei schauen sollten. Die Anfahrt auf der Kurzen sandigen Piste war einfach. Wir haben hier gleich mal Frühstück gegessen.
Vom Parkplatz bis zum Bartlett Rock Art Panel sind es nur etwa 150 Meter zu gehen.
Mein erster Gedanke als ich die Pictographs sah, 1A Eierschneider! Der links könnte auch Thor sein, der sich auf seinem Schwert stützt.
Jo und hier E.T. nach Hause telefonieren. Könnte aber auch ein Dosenöffner sein, bei dem die Farbe verlaufen ist. Na ja und links das ist eindeutig ´ne Kohlenforke. Nee aber mal im Ernst. Diese Zeichnungen sind etwas über 2000 Jahre alt. Da sieht der Indianer van Gogh eine leere Wand und was pinselt er da? Ja ihr habt Recht, ich habe keine Ahnung von Kunst.
Bartlett Rock Art war lustig. Wenn ihr auf dem Weg zum Canyonlands National Park seid, kommt ihr fast direkt daran vorbei. Wenn ihr Mal(l)erei mögt, dann schaut euch das selbst mal an.
Thomas:
Da wegen dem Shutdown der Canyonlands National Park dicht war, beschloss ich mit Toni in den Dead Horse Point State Park zu fahren. Wow war das voll hier. Die hatten sogar einen Park Ranger als Einweiser für das Parken abgestellt.
Das Wetter war perfekt und die Sicht gigantisch. Ich sagte Toni, dass er jetzt wenigstens eine kleine Vorstellung vom Canyonlands National Park haben würde, nur das dort alles noch gigantischer wäre. Ich zeigte ihm unten im Tal die Potash Road, die für uns momentan leider auch tabu war.
Wir haben hier, wegen dem Shutdown, an die anderen Touristen denken müssen. Wir hatten ja so gut wie keine Probleme. Vor allem dachten wir an Leute, die das erste Mal Urlaub in den Staaten verbracht haben. Die Leute müssen echt verzweifelt gewesen sein. Wir erfuhren im Web, dass Leute ihre Reise schon absagen wollten, die unmittelbar bevor stand.
Dead Horse Point State Park war wirklich schön, wobei wir ihn ohne Shutdown, aus Kostengründen nicht besucht hätten, denn hier mussten wir Eintritt bezahlen, für den National Park hatten wir den Annual Pass.
Thomas:
Alles hat seine Vor- und Nachteile. Mir kam jetzt der Shutdown gerade recht, denn normal wollte ich ja Toni den Shafer Trail zeigen, aber den kannte ich schon. Der Mensch ist ja neugierig und will was neues sehen. Tja da "müssen" wir wohl den Pucker Pass ins Tal nehmen. Foto - Blick in den Long Canyon. Unten am Ende im Tal bei der dunklen Wand ist schon wieder die Teerstraße.
Wir hatten keine Ahnung, wie der Zustand der Long Canyon Road ist. Ich sagte zu Toni, dass wir erst einmal los fahren und wenn es zu heftig wird, drehen wir halt um.
Foto - Pucker Pass, das Bild täuscht, klar war es etwas rumplig, aber alles total harmlos, selbst die berüchtigte Stufe war nix. Das würde sogar Martina mitmachen, die solche Roads weniger mag.
Hier die spannendste Stelle der Road.
Offiziell heißt das hier Long Canyon Road. Der Name Pucker Pass stammt aus dem Volksmund, aus vergangenen Tagen, als das Fahren der Strecke noch eine Mutprobe war. Wobei Pucker Pass nennt man nur das kurze Stück, wo man oben in den noch recht engen Long Canyon eintaucht.
Außer uns war nur ein Fotograf mit seinem Jeep im Long Canyon unterwegs.
Weiter unten quert die Road mehrmals den Wash. Wie schon an anderen Orten bemerkt, muss auch hier in der letzten Zeit einiges vom Himmel gefallen sein, denn diese Querrungen waren das heftigste an der ganzen Strecke. Jo und auch hier täuscht das Foto wieder, denn die Stelle war nicht ganz ohne. Es war aber alles machbar und zur Not stapelt man aus ein paar Steinen eine Fahrspur.
Die Long Canyon Road war kurz und schmerzlos. Man startet auf 1800 Meter und landet nach 7 Kilometern 600 Meter tiefer.
Wir sind hier voll auf unsere Kosten gekommen. Etwas genervt hat nur der Staub. Wir mussten immer etwas warten, wenn wir für ein Foto angehalten haben. Die Strecke war wirklich mit jedem SUV ohne Allrad machbar, egal ob von oben ins Tal oder umgekehrt. Die früher berüchtigte Stufe, der "Point of no return", war nicht mehr vorhanden. Ich kann euch diese Tour nur empfehlen.
Hier noch ein Video von der Long Canyon Road. Man sieht hier auch den Pucker Pass. Er war so "schlimm", dass ich das Auto fahren und gleichzeitig filmen konnte. Toni hatte keine Zeit, er musste schließlich aus dem Fenster gucken.
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