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Stan und Olli, die Anti Shutdown Tour - Südwesten USA Herbst 2013

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Ilona:
Das ist wieder ganz großes Kino, Thomas  :beifall:. Bitte mach aber ein bisschen langsamer - bin nämlich auch schon in die Jahre gekommen  :toothy9:.

Thomas:
sorry muss heut und morge Gas geben, dann aber ruhig - versprochen


Punkt 6.00Uhr war Schluss mit lustig. Wir packten unseren Kram und zogen los. Erster Halt war im Red Rock Canyon State Park. Als ich Toni während der Fahrt den Namen des State Parks nannte, dachte er, wir wären in der Nähe Las Vegas und würden dort das Schutzgebiet mit ähnlichem Namen besuchen.
Hier im Red Rock Canyon State Park schauten wir uns zuerst den östlichen Teil an, welcher ohne Gebühr zu erreichen ist.


Jo und wir beiden Plüschköppe haben all den Kram auf den folgenden Seiten erlebt.


Hier gab es gleich mal lecker Frühstück im Freien. In den Motels ist das Frühstück meistens nicht so unser Ding.


Im Westteil löhnten wir 6,-$ für das Fahrzeug an der Selfpaybude und fuhren den kleinen, aber schönen Loop.


2009 waren Martina und ich das letzte Mal hier. Seit dem wurde ein Picknick Area inklusive Toiletten neu gebaut.


Die Farben sind im Westteil nicht ganz so kräftig, aber es ist trotzdem schön.


Uns hat es im Red Rock Canyon State Park wieder bestens gefallen und einen Besuch können wir nur empfehlen.

Thomas:

Unser nächstes Ziel, das Bickel Camp entdeckte ich, wie vieles andere in Google Earth. Die Anfahrt ist mit einem normalen Geländewagen ohne Allrad kein Problem. Vor paar kurzen ruppigen Abschnitten solltet ihr nicht gleich in Panik verfallen. Uns führte das TomTom hin, der Weg ist aber auch einigermaßen gut ausgeschildert.
Foto - Brunnenbohrmaschine, eine Eigenkonstruktion von Walt Bickel


Vor Ort wurde wir von Adam empfangen, der das Bickel Camp mit seiner Freundin hütete und vor Vandalismus und Plünderung schütze. Adam stellte sich als einer der Nachkommen von Walt Bickel vor. Er erzählte uns die Geschichte des Camps. Danach ließ er uns alleine, so das wir uns in Ruhe alles anschauen konnten.
Foto - in dieser Hütte lebte Walt Bickel, wenn er nicht bei seiner Familie in LA war.


Blick in die Hütte. Der ganze Kram ist original Nachlass von Bickel.


1934 stampfte Bickel dieses Camp ganz alleine aus der Erde. In den ersten Jahren suchte er nur an den Wochenenden, später dann als Vollzeit Job hier nach Gold. Reich wurde er dabei nicht, konnte aber seine Familie in Los Angeles damit ernähren.
Erst 1987, nach einem Schlaganfall, verließ er das Camp für immer. Schuld war wohl auch die angemeldete Kontrolle des BLM, die das Land hier für den Staat verwaltet. Bickel hatte, wie viele andere, das Land besetzt und angefangen nach Schätzen zu suchen. Das BLM räumte in den 80er Jahren auf. Minen die schon ewig bestanden und vor allem von denen die Besitzer den Lebensunterhalt bestreiten konnten, durften weiter betrieben werden. Kleine, nicht ertragreiche Camps, wie das von Bickel, wurden geschlossen.
Knapp zwei Jahre war das Camp sich und den Vandalen und Plünderern allein überlassen. 1989 beschlossen dann der Verein Freunde des Last Chance Canyon, das BLM und Bickel Freunde dieses Camp zu schützen und für die Nachwelt zu erhalten.
Bickel war ein talentierter Tüftler und Bastler. Auch dieser Kompressor (Foto) ist ein Werk von ihm.


Bei dem Anblick fragte ich Adam, ob Walt Bickel gerne Bohne aus der Dose aß. Er meinte, dass der Berg Dosen wohl eher mit den 40 Katzen, die hier lebten, was zu tun haben würde.


Uns hat es sehr gefallen und wir können einen Besuch nur empfehlen. Eintritt ist kostenlos, aber Spenden werden gerne gesehen. Das Bickel Camp darf nur betreten werden, wenn eine Aufsicht vor Ort ist. Es gibt keine festen Öffnungszeiten. Adam sagte uns, dass am Wochenende auf jeden Fall immer jemand hier wäre.

Thomas:

Von Walt Bickels Camp ging es weiter zu seinem direkten Nachbarn William Henry Schmidt, den aber alle nur Burro (Esel) Schmidt nannten. Jo er hatte keine Frau. Seine Familie waren seine beiden Esel.
Schmidt und Bickel waren Kumpels und verständigten sich untereinander per Morsealphabet über Lichtzeichen, wie uns Adam im Bickel Camp erzählte.


Burro Schmidt buddelte 38 Jahre an diesem knapp 800 Meter langen Tunnel durch allerfeinsten Granit. Er hatte nur einen kleinen Presslufthammer, Muskelkraft und etwas Dynamit zur Verfügung. Er hat aber nur im Winter am Tunnel gearbeitet. In den Sommermonaten verdiente er sich Geld auf umliegenden Farmen. Er war sehr bescheiden und so reichte das Geld für die Wintermonate ohne Lohn.
Angeblich wollte Schmidt sein Erz durch den Tunnel auf die andere Seite des Berges karren. Manche Leute fragten sich, ob Burro Schmidt nicht selbst der Esel war, denn er hat nicht aufgehört am Tunnel zu arbeiten, als schon eine neu gebaute Schotterpiste in den Last Chance Canyon führte. Schmidt soll regelrecht besessen von seinem Bauwerk gewesen sein. Der Tunnel führt auch nicht gerade durch den Berg, sondern hat paar Knicks drin und kurz vorm Ende eine richtige Kurve. Es wird vermutet, dass er nach einer Goldader im Berg gesucht hat. Am Ende wurde der Tunnel nie für den Transport von Erz genutzt.
Foto - links ein Gedenkstein und der Tunneleingang


Der Tunnel ist frei zugänglich. Er kommt, bis auf an den Enden ohne Stützmaterial aus, weil er durch massiven Granit führt. Falls ihr durchgehen wollt, nehmt eine Taschenlampe mit und passt auf eure Köpfe auf. Toni hat sich dort ´ne Beule geholt.


Nur wenige hundert Meter vom Tunnel entfernt, befindet sich das Burro Schmidt Camp. Nach Schmidt gab es noch zwei weitere Besitzer. Der letzte, eine Frau lebte hier bis zu ihrem Tod im Jahr 2003.
Auf Grund von Streitigkeiten mit der BLM wegen dem Land und Bergbaurecht, verloren Interessenten die Lust daran, das Ganze zu schützen. Die BLM wollte einen Hausmeister zulassen, den aber nicht bezahlen. Irgendwelche Idioten nutzen den Hickhack aus und plünderten das Burro Schmidt Camp und machten dabei auch viel vom Camp kaputt. Heute werfen die Beschützer des Bickel Camps ein Auge auf das Burro Camp, so das wenigstens die Ruinen noch erhalten bleiben.


Für uns war das alles sehr interessant. Einen Besuch können wir nur empfehlen. Er lässt sich gut mit dem Besuch des Bickel Camps und unserem nächsten Ziel, dem Last Chance Canyon verbinden.

Thomas:

Nach all dem alten Trödel wollten wir uns noch den Last Chance Canyon angucken, aber den Lower, denn im Upper gibt´s nix zu sehen.


Einen Weg gibt es hier nicht, man fährt einfach im Wash, der sich bis auf wenige kleine ruppige Stellen, sehr gut fahren ließ.


Der Last Chance Canyon ist recht bunt. An einigen Stellen findet man Absperrungen, wo es zu alten Uran Minen geht. Die sind aber eh nicht spannend, Ausnahme man geht da rein und leuchtet danach im Dunklen.


Am Last Chance Canyon Arch drehten wir um. Gesehen haben muss man das hier alles nicht, es schadet aber auch niemanden. Uns hat es hier gefallen.

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