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Eisland - Grönland & Island im Sommer 2013

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Horst:
12.Tag, 11.7.2013, Donnerstag


Wenn ein Tag hier erst um 8.30 Uhr für uns beginnt darf man davon ausgehen, daß das Wetter mal wieder nicht mit der Großartigkeit der Natur mithalten kann.

Nach einem heute also in epischer Breite zelebrierten gemütlichen Frühstück sehen wir uns auf vegagerdin.is den Zustand der Pisten rund um die Askja an, zu der wir ja eigentlich morgen fahren wollen.
Die Hauptpiste, die F910 ist frei aber die Piste die von der Rangerhütte bei der Askja zur Caldera führt (F894) ist noch mit Rot als gesperrt angegeben.
Schöner Mist.
Wir rufen beim Ranger der Askja an. Die F894 wäre im letzten Drittel noch unter Schnee begraben. Die erste Hälfte der Strecke kann laut Auskunft des Rangers mit dem Allrad bewältigt werden aber die letzten 5 Kilometer bis zum Wanderparkplatz an der Caldera – da heißt es durch tiefen Schnee stapfen und dann noch mal etwa 3 Kilometer zum eigentlichen Ziel, dem Öskjuvatn ebenfalls durch Schnee zu wandern.
Klingt ja verlockend.
Seit ich mich das erste Mal in den 90ern für Island interessierte wollte ich schon immer mal zur Askja. Deswegen hatten wir extra die Reise diesmal in die kostspieligere Hauptsaison gelegt.
Also was soll's  – wir werden das einfach probieren.
Das Wetter muss natürlich auch noch mitspielen. Wie immer.
Bei den vielen Islandkrimis die es gibt (was ein Treppenwitz ist, da es in Island praktisch keine Kriminalität gibt) wäre der einzige Dauerbösebube das Wetter.
Andererseits – das Wetter liefert hier so viele Facetten von denen eine Menge auch ganz großes Kino sind.

Ein weiteres fast noch größeres Damoklesschwert als die Askja haben wir mit Petras Herzenswunsch der Sprengisandur über dem Haupthaar schweben - aber dazu später mehr.
Jetzt wird erst einmal der Nissan beladen und dann geht es los – weiter auf der Ringstraße und weiter nach Nordosten.







An einer Farmruine lagert eine Gruppe Islandpferde.









Wir stellen den Nissan an den Rand der Hauptverkehrsstraße Islands ab und bewundern die schönen Tiere.
Ja, sowas geht hier ohne Probleme. Tatsächlich – niemand hupt deswegen, niemand zeigt einen Vogel oder Mittelfinger, niemand hält an, kurbelt das Fenster herunter und belehrt einen oder pöbelt uns an und es kommt schon gar keine Polizei und will Papiere, Warndreieck oder Verbandskasten kontrollieren – was für ein wundervolles Land.  :)












Man beäugt sich gegenseitig.  ;)





Etwas weiter östlich bei Hoffell soll es ein Flugzeugwrack geben – also biegen wir auf die Piste nach Norden ab.
Außer mir ist weit und breit kein Wrack in Sicht. :P
Trotz des doch sehr düsteren trüben Wetters entscheiden wir uns die Piste zum Hoffelljökull (jökull=-Gletscher) zu fahren.
Nach gut der Hälfte der 6 Kilometer macht sich vor uns eine Nebelwand breit.
Vom Gletscher ist nichts zu sehen und Petra fragt mich ob es Sinn macht noch weiter zu fahren.
Nein, macht es natürlich nicht. Wir holpern, warum auch immer, trotzdem weiter über die Piste auf den Nebel zu.
Vom kleinen Parkplatz führt ein Weg hinauf auf einen Hügel.
Sollen wir überhaupt aussteigen? Jetzt wo wir schon mal da sind, schrauben wir uns tapfer aus den Sitzen, schnappen unsere Kameras und absolvieren den kurzen Weg hinauf zum Aussichtshügel.






Oben erleben wir eine Überraschung. Mit dem Gletscher hatten wir Recht – den kann man wirklich kaum erkennen – aber direkt vor uns ist ein Gletschersee in dem sich viele Eisstücke im Nebel tummeln und die Szenerie verändert sich im Sekundentakt. Wow !







Ein echtes Schauspiel – gerade für mich als Filmer natürlich ein Traum wie der Nebel durch die Eistürme wabert.






Anhand des maschinengewehrfeuerartigen Klicken von Petras Foto neben mir scheint auch in der Abteilung Fotografie die Post abzugehen.






Nach 30 Minuten hat der Nebel den See eingehüllt und wir sind begeistert von diesem Erlebnis. Ohne schlechtes Wetter, gar bei Sonnenschein würde man denken - just another glacier - aber so....... !

Nachdem dieser aussichtslos erscheinende Selbstversuch mit so einem Erfolg gekrönt wurde werden wir noch abenteuerlustiger und probieren gleich noch eine Piste die auf der Karte nordöstlich von Höfn verheißungsvoll durch ein Tal führt.
Nicht jede Idee ist eine gute.
Diese ist es jedenfalls nicht.





Die Fahrt endet schließlich in einem Kiesbett eines trockenen Gletscherflusses und wir haben gut zu tun uns dort wieder herauszumanövrieren.







Die Gegend wäre bei Sonne sicher schön.
Die bunten Berge würden uns dann vielleicht euphorischer auf den Auslöser drücken lassen aber so bei trüber Wolkenstimmung  ist das eher ein Satz mit X.
Bis Djupivogur fahren wir ohne anzuhalten durch. Djupivogur ist eigentlich ein ganz netter Ort – nicht nur weil es hier eine Vinbudin gibt.  ;)
Die hat aber einerseits noch zu – und ein Kaffee ist uns jetzt bei diesem nasskalten Wetter sowieso lieber.







Nach Djupivogur folgt der Berufjördur (fjördur=Fjord) wo wir für einen Fotostopp an einem Wasserfall halten. Kurz danach verlassen wir die 1 die nun auf vielen weiteren Kilometern noch einige Fjorde abklappert um dann in einem Tunnel hinauf nach Egilsstadir zu führen.






Wir kennen eine kürzere und bessere Route, die 939.
Eine landschaftlich hochspektakuläre Strecke. Leider regnet es inzwischen und das auch richtig heftig. Trotzdem, die Fahrt auf dieser sehr gut zu fahrenden Piste einen Pass hinauf an zahllosen Wasserfällen, wilden Flüssen, herrlichen Tälern und Bergen  vorbei durch absolute Einsamkeit ist Island pur und einfach ein Genuss.
Selbst bei diesem Wetter haben wir an der 939 unsere Freude und daß sie uns heute einiges an Strecke spart ist auch nicht völlig zu verachten.
Wobei es in Island eher selten ist, daß man nur Strecke machen will weil die Landschaft so gar nicht lohnt.

Schließlich treffen wir wieder auf die 1, die das letzte Stück nach Egilsstadir führt.
In Egilsstadir kaufen wir im Bonus für das Abendessen Lachs ein. Ein richtig schönes Stück, bei dem uns schon beim Anblick der Verpackung das Wasser im Munde zusammenläuft.






Weiter geht es nach Norden bis wir auf die 923 nach Süden zu unserem Ziel, dem Adalbol Guesthouse abbiegen.
Noch einmal erleben wir eine ansprechende Strecke die vorbei an unzähligen namenlosen Schmelzwasserfällen hoch oben einen Berghang entlang an einem Canyon führt.






Am frühen Abend erreichen wir das vorreservierte Guesthouse, das eine Tankstelle dabei hat die wir auch gleich nutzen.







Der Zimmervermieter ist etwas schrullig aber nett – was weniger nett ist – ...






... die tolle Cabin die wir hier reserviert haben hat dummerweise keine Küche – da hat sich Petra falsch erinnert.
By bye Lachs …..
Den Lachs schenke ich dem Vermieter der sich darüber freut und uns erlaubt unsere Sachen in seinem Kühlschrank einzulagern. Daß das bedeutet, daß er  morgen für uns um 6 Uhr aufsteht da wir früh los wollen – schreckt ihn nicht.
So sind sie unsere Isländer.  :D
Als Ersatz für den Lachs (schnief  :( ) gibt es Couscous-Salat der eigentlich für morgen gedacht war.
Und noch ein „eigentlich“. Eigentlich sollte das heute unsere letzte warme Mahlzeit für einige Tage werden da wir morgen sehr spät im Zimmer ankommen und dann sehr früh aufstehen müssen und übermorgen eventuell gar keine Küche haben werden.
Ja, noch etwas zu den folgenden Tagen die schon ein wenig darüber entscheiden werden wohin sich das Reisependel neigt.
Klappt die Askja – der Anlaß dieser Reisezeit  morgen oder klappt sie nicht ?

Wie sieht es einen Tag später mit der Sprengisandur aus ?

Die Sprengisandur ist eine von zwei Hochlanddurchquerungen die von Norden nach rund 3 Stunden Fahrt mit einer oft schwierigen Doppelfurt aufwartet – wenn wir die nicht schaffen und umkehren müssen, kostet das einen ungewollten Umweg von 2 Tagen Fahrt und dem Streichen einiger Wunschziele.
Zudem ist das Petras Traum diese Hochlandstrecke, die uns natürlich noch fehlt, einmal zu bewältigen.
Auch das geht nur im Hochsommer wenn die Piste endlich öffnet, was dieses Jahr auch erst vor wenigen Tagen, also Anfang Juli passiert ist.
Wir nehmen noch eine heiße Dusche die hier leider einen kleinen Fußmarsch außerhalb unserer Hütte abfordert und hoffen auf morgen halbwegs ordentliches Wetter und das Erreichen der Askja Caldera ...... jetzt brauchen wir einfach nur eines …...
…... und das ist viel Glück.

Übernachtung: Adalbol Guesthouse



Bild des Tages:


Islandpferde

Heiko:
Na das klappt bei euch auch nicht immer mit dem Wetter ;D.

Da bin ich jetzt gespannt, ob sich eure Wünsche noch erfüllen lassen.

Nach dem was wir in Grönland gesehen haben, finde ich die paar Eisbrocken in dem See jetzt aber nicht mehr so faszinierend ;).

Ilona:
So ein Pech mit dem Lachs aber auch  :(. Jetzt ist eine Cabin mal richtig geräumig und dann fehlt die Küchenzeile  :bang:.

Isa:

--- Zitat von: Horst am 05. Februar 2014, 22:06:59 ---

--- Ende Zitat ---

In diese Schlucht könntet Ihr beim nächsten Mal aber reinschauen, Horst!
Zumindest uns hat es dort (hinter ein paar Canyonwindungen) recht gut gefallen. Und ich finde, gerade bei trübnassem Wetter wirken die Farben sogar satter. Wobei es da drinnen nicht nur Farben gibt... 
Aber dort parken, wo das weiße Auto steht! ;)


Diese Gletscherlagune kenne ich noch nicht, ist notiert! :danke:
Und der Nebel da zwischen den Eisbergen sieht echt SUPER aus!

Shadra:

--- Zitat von: Isa am 06. Februar 2014, 11:32:21 ---Und der Nebel da zwischen den Eisbergen sieht echt SUPER aus!

--- Ende Zitat ---

Der macht den ganzen Blick erst so richtig mystisch! Es war echt eine saugute Idee, trotz des Wetters dort hin zu gehen!!



Ich glaub mit ohne Nebel (  ^-^ ) würde das niemals dieses "Besondere" haben!

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