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Eisland - Grönland & Island im Sommer 2013

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Horst:

--- Zitat von: serendipity am 16. Februar 2014, 17:13:07 ---Und eure Unterkunft (Galtalaekur II cabin) ist für mich ebenfalls ein Ort des Grauens, dagegen waren Jugendherbergen in Deutschland vor 15 Jahren ja schon besser und heutzutage sind es Luxusunterkünfte  :D. Hätte man dort auch Zelten können - von den Temperaturen her? Ich habe die Unterkunft mal gegooglet, weil ich wissen wollte, was so ein Zimmer/Cabin kostet, dazu findet man leider keine Auskunft auf der Website. Verratet ihr, was die Nacht gekostet hat?

--- Ende Zitat ---
Ja klar - das waren 50 € für die Bruchbude. Hätte es in der Nähe eine Alternative gegeben hätten wir an dem Abend sicher die Hütte im Rückspiegel immer kleiner werden lassen und noch mal Geld ausgegeben. Von mir aus auch 100€ manchmal ist das halt dann so - aber da gab es nix was noch Zimmer gehabt hätte (wir hatten ja im Vorfeld die Gegend per E-Mail abgefragt) - Zelt hatten wir nicht dabei (und zelten in Island möchte ich auch nicht wirklich) - es hat leicht geregnet und wirklich warm war's auch nicht so um die 7-8° am Abend.
Da es zumindest nicht dreckig war, konnte man es aushalten aber nach so einem für uns tollen Tag hätten wir uns was netteres gewünscht.

Susan:
Hi,

schön, dass ihr eure Pläne verwirklichen konntet und so interessante Eindrücke mitgebracht habt  :)  :thumb:

Paula:
ich finde die Fotos von der Gegend super, aber durch 70 Flüsse fahren? Wo ich schon auf Schotterstraßen Schiss habe? Niemals!

Und ich hätte wahrscheinlich die Matraze aus dem oberen Bett rausgenommen und auf den Boden gelegt, zu zweit in dem kleinen Bett, ist da keiner nachts rausgefallen?

Isa:

--- Zitat von: Horst am 15. Februar 2014, 21:36:06 ---Genau 70 Flüsse haben wir auf der F208 und F235 auf Hin- und Rückweg passiert.

--- Ende Zitat ---

Habt Ihr da eine "Strichal"liste gemacht??  ???
Also ich wäre froh gewesen, wenn die Furten eher "zu wenig" Wasser gehabt hätten. Auf die Gefahr hin, dass Du mich jetzt ganz viel  :hammer: ... aber vor mir aus könnten die echt sämtliche Furten gern untertunneln oder überbrücken...  :floet:
Und mit der nach Laki könnten sie gleich anfangen, bei 60 cm Wassertiefe wie letztens habe ich einfach nur noch Angst...   :'( :'(

Eure Meinung zum Hrauneyjar teile ich uneingeschränkt. Da sehen übrigens auch die teureren Zimmer nicht besser aus. Selbst die mit Bad nicht, das sind 139-Euro-Besenkammern...  ;)
Aber dieses "Grand Hyatt" hat auch noch andere Cabins. Unsere war eigentlich richtig schön, hatte mehrere Zimmer und nicht solche Gruselstockbetten.

Horst:
16.Tag, 15.7.2013, Montag

den ersten Versuch uns aus dem Bett zu bekommen startet unser Wecker um 6.30 Uhr. Der Blick aus dem Fenster kündet von tristem Regen – da ziehen wir uns die Bettdecke noch einmal über die Ohren.
Gegen 8 Uhr starten wir dann aber doch in diesen Tag, werden von der Vermieterin mit einem „Welcome and Good Life“ verabschiedet – na ja, was soll man sagen – einfach skurril das Ganze hier und so völlig unisländisch.

Wie gestern nur diesmal von West nach Ost lenken wir unseren Nissan auf die F225 – Landmannaleid. Bevor wir uns endgültig vom Hochland verabschieden wollen wir diese schöne Strecke noch einmal für einige Kilometer befahren und uns Zeit für weitere Aufnahmen nehmen.



Der bildliche Beweis - das ist 4x4 Country.





Die Strecke führt wieder durch herrliche Lndschaft.







Typischer Gletscherfluß im Hochland.







Auch die Wathose, die wir uns extra für diese Reise gekauft hatten muss nun doch noch eingeweiht werden – auch wenn wir die Furt von gestern schon kennen suchen wir uns die tiefste Stelle der Strecke aus ...






.... und Petra darf in schickem Waidmannsgrün mit konzentriertem Blick für meine Kamera durch den Fluss stiefeln.
Während Petra also in ihrer formschönen Gummihose die Route für unser Auto erkundet ...








... macht das ein Isländer einfach barfuß – dazu im T-Shirt und kurzer Hose – man hat ja Sommer auch wenn es gerade nicht mal zweistellige Temperaturen hat.








Die Gegend gefällt uns auch auf den zweiten Blick.







Nur wenige Kilometer später biegen wir von der Hauptroute nach Süden ab.
Das Ziel ist Hraftinnusker, ein Gebiet mit bunten Liparitbergen und heißen dampfenden Rauchsäulen. Die Strecke hat schon einige Schwierigkeiten auf Lager und ohne zugkräftigen Allrad geht hier nichts. So muss schon nach kurzer Zeit ein steiler tief ausgefahrener Anstieg bewältigt werden der volle Konzentration abfordert.
Der Wagen wird ordentlich durchgeschaukelt und wir klettern stetig mit der Piste einen Berg hinauf.






Schließlich blicken wir kurz vor dem Ziel auf ein Schneefeld direkt vor uns auf der Piste.
Ich hatte Petra im Vorfeld versprochen daß wir an einem Schneefeld hier umkehren würden (offroad seitlich dran vorbei kommt für mich nicht infrage) – es haben sich in der Vergangenheit hier immer wieder Leute festgefahren und auch wenn ich es (nach trotzdem stattfindender Besichtigung der Stelle) vielleicht schaffen würde – versprochen ist versprochen – die bereits aufkeimende Unvernunft muss mit kleinem Zähneknirschen verarbeitet werden (kurz vor dem Ziel aufzugeben ist normal so gar nicht mein Fall).





Aber – dann eben ein anderes Mal – die Gegend ist hier wirklich schön und irgendwann bekommt  Hraftinnusker noch eine zweite Chance von uns – da sind wir uns sicher.







Wir klettern die Piste wieder hinab bis zur F225, passieren einige von waberndem Nebel umgebene Berge und durchqueren die schon bekannten wenigen Furten.
Die letzte Furt der Strecke liegt schon ein paar Kilometer hinter uns und wir quatschen wieder einmal angeregt im Auto, meine Aufmerksamkeit geht gerade gegen Null als wir auf eine Senke zufahren. Nur wenige Sekunden später handele ich mir einen Anschiß ein der sich gewaschen hat.  :hammer:
Alle Furten der Reise waren kein Problem aber nun diese letzte, die gar keine Furt mehr war sondern nur eine wenn auch tiefe Pfütze – darin versenke ich fast unser Auto.
Der Motor raucht mit Petra um die Wette. ;-)
Ich sage erstmal nichts und warte bis sich Petra und der Nissan ein wenig beruhigt haben. ;)
Ich steige aus und öffne die Motorhaube. Sieht halbwegs ok aus.
Damit sich der Motor abkühlen und der Wind etwas durchpusten kann lasse ich ein paar Minuten die Haube offen und starte dann wieder den Wagen – puh, Glück gehabt – alles gut – der Rauch hat sich verzogen und unser Terrano lässt uns auch die letzten Kilometer nicht im Stich.






Wir fahren durch die bizarre Vulkan- und Mondlandschaft der dunklen Ascheberge, die immer wieder farbige Kegel im Programm haben, zurück zur geteerten 26 und noch einmal ins Hochlandzentrum von Hrauneyjar um Kaffee zu trinken und Internet und Wetter der letzten Tage zu checken.
Dank free refill haben wir nach einer Stunde beide einen absoluten Kaffee-Rausch – dafür aber auch gesehen, daß das Wetter morgen so gut werden soll daß wir das letzte Wunschziel unserer Pläne – die Westmänner Inseln – die wir bei unserer letzten Reise wegen schlechtem Wetter ausfallen lassen mussten – diesmal machen könnten.
Online buchen wir Tickets für die Fähre, reservieren noch eine Cabin für den Abend per Telefon (Vorname reicht mal wieder ) und verlassen das Hochland endgültig auf der 32 nach Westen.






Nur wenige Kilometer später erreichen wir unweit des alten Hofes Stöng eine völlig andere Welt. Die Flussoase bei Gjain mit seinen Wasserspielen ist mehr als nur Kontrastprogramm zu der Vulkanlandschaft gleich nebenan.






Ein kleines aber sehr feines Gebiet in einem Kessel, ...







... in dem sich viele Motive für Aufnahmen bieten.






Monstermäßige Landschaft ...







... und Wasserspiele









Um zum kleinen Gjain Wasserfall selbst zu kommen müssten wir allerdings wieder auf den Berg hinauf zum Auto um unsere Gummistiefel für eine Flußdurchquerung zu holen – dafür sind wir heute ausnahmsweise zu faul.







Die Wasserfallbesichtigung holen wir dafür am nur wenige Autominuten entfernten Hjalparfoss nach.
Ein Fluss stürzt hier malerisch zwischen Basaltsäulen in zwei Arme gespalten etwa 20 m in die Tiefe.
Wenig malerisch ist heute das Wetter – zwar größtenteils trocken – aber wieder einmal für Juli eigentlich zu kalt.
Unsere ersten beiden Reisen waren insgesamt mit deutlich höheren Temperaturen und auch mehr Sonne wettertechnisch besser – aber wirklich beschweren dürfen wir uns nicht. Das Wetter war zwar zu kalt aber schon ok.
So ist eben Island – rauhes, windiges Klima gehört einfach auch dazu und ist in der Verlosung immer mit dabei – auch im Sommer.
Die angenehm wohltuend gelassene Art der Isländer und die großartige Natur machen den einen oder anderen Regentropfen mehr als wett.
Man muss sich daran gewöhnen daß Natur, Wind und Wetter dieses Land beherrschen und man sich als Besucher einfach anpassen muss.






Die Lichtstimmungen die man manchmal hier erleben kann sind dagegen einfach nur zum Niederknien.








Auf dem Weg zu unserer Unterkunft passieren uns einige Pferdestärken die im Tölt – einer besonderen Gangart, die es nur auf Island gibt an uns vorbeitraben.














Im Trab stürmen wir noch eine Vinbudin in Hella und kaufen ein paar echte Bier (nicht dieses Light-Gedöns) für die letzten beiden Tage ein – die Abende sind also gesichert. ;-)






Im Supermarkt nebenan wird noch alles geshoppt was es für ein deftiges Chili braucht, dann fahren wir die letzten Kilometer zu unserer reservierten Cabin etwas außerhalb von Hvöllsvöllur an der 261, ein Golf- Camping und Hüttenkomplex namens Hellishollar.






Diese Unterkunft ist zu 180 Grad das Gegenteil zu unserem „Good Life“ Staubfänger. Hier fühlen wir uns bestens aufgehoben, der Besitzer ist wieder so isländisch wie wir das an den Leuten hier schätzen (es sind keine Personalien auszufüllen, und Geld - das kann man auch bei der Abreise regeln – alles kein Problem).
Das Bett ist übrigens gerade breit genug, daß keiner von uns in den ersten Stock muss - also auch dahingehend alles ok.  :)






Nach dem Essen haben wir noch Lust auf einen kleinen Ausflug und fahren die kurze Strecke von hier zum Gluggafoss – dem wir noch ein paar MB Datenvolumen opfern.










Gegen 22 Uhr zurück in Hellisholar buchen wir gleich noch für morgen Abend die vorletzte Übernachtung der Reise bevor es dann zurück auf die Halbinsel Reykjanes geht – aber bis dahin hoffen wir noch auf einige tolle Erlebnisse – vor allem morgen wenn wir die Fähre in Richtung der größten Westmänner-Insel Heimaey nehmen.
Wir sind sehr gespannt darauf und freuen uns einfach auf einen weiteren Tag in Island.


Ü: Cabin bei Hellisholar


Bild des Tages:


Hochland an der F225 - der Landmannaleid oder "gib Island einen Lichtstrahl und es macht etwas daraus".

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