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Back to Luxor:Oder mit Blaulicht durch die Wüste, Hagelschauer und leere Tempel
nelilein:
03.03.2014:
An diesem Morgen schlafen wir erst mal aus, sodass es uns ganz knapp noch zum Frühstückbuffet reicht.
Von der Frühstücksterrasse hat man einen herrlichen Blick auf den Nil.
Das Maritim Jolie liegt auf Kings Island, einer kleinen Insel im Nil. Sie ist ein wahres Paradies mit botanischem Garten und Unmengen an Vogelarten, die dort jedes Jahr brüten.
Alles ist in nächster Nähe:
Luxor Tempel: 4 Kilometer, Karnak: 10 Kilometer. Zum Tal der Könige sind es gerade mal 20 Kilometer.
Also alles bestens zu erreichen. Dann kann es ja losgehen – ich kann‘s kaum noch erwarten!!
Allerdings legen mein Mann und mein Sohn erst mal ein Veto ein.
Heute geht nix.
Die Anreise war zu anstrengend.
Und so verbringen sie den restlichen Tag am riesigen Pool, während ich die Insel umrunde und den Nil in seiner ganzen Pracht auf mich wirken lasse.
Leider ist es bewölkt und als es auch noch anfängt zu nieseln verziehe ich mich grummelnd ins Zimmer.
Regen in Ägypten – also so was!
Die Angestellten hingegen sind allesamt total aus dem Häuschen vor Freude über den „Regen“.
Today it’s a good day! Inşallah, soll es so bleiben.
Selbstsüchtig hoffe ich für morgen auf Sonnenschein…
04.04.2014:
Heute scheint die Sonne und es hat 28 Grad! Da meine Männer in erster Linie zum erholen, ich aber zum Sightseeing hier sind müssen wir einen Kompromiss schließen.
Wir gehen nach dem Frühstück, welches uns, in einer unaufmerksamen Minute an der wir alle 3 den Tisch verlassen, von einer Horde Spatzen angefressen wird, an den Pool.
Das mit dem Spatzen passiert jedem Gast nur ein einziges Mal, bestätigt uns der Ober lachend.
Einer muss immer am Tisch bleiben und das essen verteidigen. Für Leute mit Vogelpholbie ist das wirklich nichts.
Nach einer ganzen Weile alleine an einem der 3 Pools, steht fest – das Hotel kann nur eine Handvoll Gäste haben.
Der Lifeguard stellt extra für uns den Wasserspielplatz und den Wasserfall an….
Später treffen wir dann doch auf ein deutsches Rentner Ehepaar, das schon seit Jahren Langzeiturlaub im Maritim Jolie macht. Sie laden uns ein, sie nachmittags in die Eisdiele in downtown Luxor zu begleiten. Ein deutsches Auswanderer-Ehepaar hat sich damit einen Traum erfüllt. Da ich meinem Sohn aus dem Wasser bekommen muss, locke ich ihn mit Eiscreme und es funktioniert! Wir nehmen den Hotelshuttle in die Stadt. Der Fahrer lässt und an einer Ecke raus und wir laufen durch eine schmale, unbefestigte Gasse.
Ganz ehrlich, von selbst wäre ich in die nie abgebogen! Und tatsächlich kommen wir zu einem Gebäude mit kleiner Eisdiele. Sie stellen uns einen Campingtisch mit Plastikstühlen an den Straßenrand und dann vertilgen wir Unmengen an Eis! Zwar nicht sehr malerisch hier zwischen den streunenden Katzen, aber das Eis ist super lecker und kostet nur 20 cent die Riesenkugel!
Die Frage ist nur, wie kommen wir von hier zum Luxor Tempel? Irmgard weiß Rat. Sie bestellt kurzerhand per Handy Mahmoud mit seiner Kalesche an die Eisdiele. Seit Jahren fahren sie immer wenn sie in Luxor sind mit Ihm quer durch Luxor und weil das so ist, brauchen wir uns keine Gedanken über vorherige Preisverhandlungen zu machen. Gerne werden die Touristen von den Kaleschefahrern hoffnungslos über den Tisch gezogen. Oh ja, das wissen wir noch aus eigener Erfahrung. Mahmoud ist ein lustiger, junger Mann und stellt uns sein Pferd als „Monika“ vor. Wie es wohl für französische Urlauber heißt…. Monique?
Bei Sonnenuntergang kutschiert er uns durch die Stadt. Mein Sohn darf auf den Kutschbock und das Pferd lenken. Monika kennt den Weg!
Als es dunkel wird sind wir beim Luxor Tempel angekommen.
Er wurde zurzeit des Neuen Reichs errichtet und südlicher Harem des Amun von Karnak genannt. Er war dem Gott Amun, seiner Gemahlin Mut und ihrem gemeinsamen Sohn, dem Mondgott Chons, geweiht.
Einen ganz besonderen Reiz hat er, wenn er nachts beleuchtet ist. Die Reliefs kommen durch das Spiel von Licht und Schattenwurf viel besser zur Geltung als bei Tageslicht.
Wir lösen die Tickets und erkunden fast alleine die 3500 Jahre alte Geschichte. Außer uns sind einige, wenige Ägyptische Touristen unterwegs, Europäer oder Japaner sehen wir nicht. Wir laufen ein Stück die Spinx Allee entlang, die seit 2010 wieder den Luxor Tempel mit dem Karnak Tempel verbindet.
Viele Häuser mussten hierfür abgerissen, Menschen umgesiedelt werden.
Nach ausgiebiger Besichtigung suchen wir nach Mahmoud, der uns auch prompt aus den Klauen der fliegenden Händler befreit. Immerhin sind wir die einzigen potentiellen Käufer weit und breit, da kann man es ihnen nicht übelnehmen.
Monika trabt brav durch die nächtliche Stadt, es ist empfindlich kühl geworden. Der Übliche Fahrtpreis wechselt den Besitzer und noch 10 LE „bakschisch“ für Monikas Futter. Zufrieden ziehen wir uns um und gehen hungrig unsere Halbpension wahrnehmen.
Andrea:
Das ist doch prima, dass ihr da Leute kennengelernt habt, die sich auskennen. Da hat man gleich ein etwas sichereres Gefühl, auch wenn die Lage der Eisdiele wirklich etwas, sagen wir: ungewöhnlich ist. Aber vielleicht habt ihr ja mit Mahmoud einen treuen Fahrer gefunden? Man lässt sich ja nur ungern über den Tisch ziehen... ;)
Ilona:
So ein Pauschalurlaub in Ägypten liest sich derzeit schon etwas abenteuerlich. Doch viel abenteuerlicher finde ich, dass ihr es gewagt habt :schreck:, eine Kugel Eis zu essen. Man hört ja immer wieder, dass Montezumas Rache ganz schnell in diesem Land zuschlägt.
Susan:
Hallo,
Luxor und das alte Ägypten sind noch so ein Traum von mir, zu dem ich meinen Göttergatten momentan ganz sicher nicht überreden könnte ::)
Daher steige ich gern mit zu, um die Tempel wenigstens virtuell zu geniessen... Die Anreise war ja wahrlich anstrengend und aufregend, das Eis und die ersten Tempelbilder jedoch versöhnend 8) Trotzdem hoffe ich, dass wir zurück nicht schwimmen müssen ;)
Birgit:
Also, nach Ägypten habe ich mich bisher nicht getraut, bzw. hätte ich das als Studentin cool gefunden, dann habe ich irgendwie an dem Land das Interesse verloren.
Super finde ich aber, dass du soooo tolle Sehenswürdigkeiten "leutefrei" erlebt hast und dass das ja wohl tatsächlich individuell gut zu machen ist. Das macht durchaus Appetit!
Übrigens hätte ich das Eis wohl auch gegessen, wenn es von erfahrenen Mitreisenden erprobt ist und wenn das Eiscafé von Leuten geführt wird, die sich der hygienischen Erfordernisse für Touris bewusst sind...
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