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Wild West Winter Wonderland

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DocHoliday:
29.1.13

Ich hatte mir extra früh den Wecker gestellt, um noch vor dem Berufsverkehr nach Salt Lake City reinzufahren und wenigstens mal einen Blick auf den Tempel zu werfen, vielleicht sogar zum Sonnenaufgang. Aber ein Blick aus dem Fenster zeigte Schneetreiben und Dunst. Daher habe ich es vorgezogen wieder unter die warme Decke zu kriechen und noch 2 Stunden weiter zu schlafen.  Danach hatte ich ausgeschlafen aber das Wetter war immer noch genau so mies. Egal! Klamotten gepackt, Auto beladen, gefrühstückt und ab auf die Piste.

Die Fahrt zum Bryce Canyon war die beschi****te Autofahrt, die ich bisher in den USA hinter mich gebracht habe. Es schneite in einer Tour. Die rechte Spur auf dem Interstate war noch halbwegs frei gefahren aber die linke war meist eine mehr oder weniger geschlossene Schneedecke und dazwischen lag der teilweise schon wieder gefrorene Schneematsch der von der rechten Spur dort hin geworfen worden war. Dazu kam, dass immer wieder einzelne Fahrer meinten, auf dem Interstate 25 mph fahren z müssen, während von hinten dicke Trucks mit 4ß0 oder 50 angerauscht kamen. So blieb einem gar nichts anderes übrig als häufiger die Spur zu wechseln, was jedes mal ein kleines Abenteuer war. Dazu kam noch, dass meine Scheibenwaschanlage schon seit ca. 2 Wochen ein massiver Eisblock war. Bisher hatte mich das nicht gestört aber hier wo von den Vorderleuten immer wieder der Dreck und Schneematsch von der Straße auf meine Scheibe geworfen wurde, war das keine echte Freude. Gelegentlich war ich im Blindflug unterwegs.
Ich war heilfroh als ich nach gut 200 Meilen in diesem Chaos endlich den Interstate verlassen konnte. Auf der US 20 lag zwar reichlich Schnee aber hier gab es fast keinen Verkehr, so dass ich endlich so fahren konnte, wie ich wollte. Ganz gemütlich habe ich den Rest der Strecke hinter mich gebracht und nur im Red Canyon ein oder zwei Fotostops eingelegt.





Schließlich bin ich heil am „Best Western Bryce Canyon Grand Hotel“ angekommen. Bisher hatte ich bei meinen Besuchen hier immer im Rubys Inn übernachtet aber das Grand Hotel ist eine gute Alternative. Keine Ahnung,w was die dort im Sommer für Preise nehmen aber die 80$ plus Tax, die ich bezahlt habe, war es auf jeden Fall wer.

Übrigens – so sah das Auto aus als ich ankam. Nur als kleine Illustration, wie nett die Fahrt war.



Die Eingangshalle vom Hotel sah schon ganz eindrucksvoll aus.



Und das Zimmer war auch nicht übel.



Nach einer Stunde oder so hatte ich mich von der Fahrt erholt und habe mich auf den Weg in den Nationalpark gemacht. Leider hatte sich das Wetter immer noch nicht gebessert.



Die Straße war nur bis zum Bryce Point geöffnet. Die erreichbaren Viewpoints bin ich abgefahren. Allerdings kam keine rechte Begeisterung auf. Es war kalt, es schneite und es wehte ein heftiger Wind. Die Aussicht war dementsprechend auch nur sehr mäßig. Die Bilder sehen besser aus als es vor Ort war.







Dazu kam noch, dass der etwas feuchte und pappige Schnee sich in den zu kleinen Radkästen der Traverse festsetze ( zu klein für die 19“ Alufelgen mit docken SUV-Reifen), so dass ich nach einer Weile kaum noch lenken konnte. Das war schon am letzten Tag im Yellowstone so gewesen aber dort war der Schnee nicht ganz so pappig, so dass ich die Radkästen nur ein oder zwei mal am Tag freikratzen musste. Hier war das alle paar km nötig. Jedes mal sind mir dabei fast die Hände abgefallen, weil die Handschuhe irgendwann durchgefeuchtet waren. Daher habe ich am Sunsetpoint beschlossen, dass es jetzt genug war und ich zum Hotel zurück fahren würde. Allerdings zeigte der Himmel jetzt ein paar hellere Stellen und es schien möglich, dass bis zum Sonnenuntergang noch die Sonne durchkommen würde.  Hm, was tun? Ich habe mich entschieden, dem Wetter noch eine Chance zu geben und habe mich ins warme Auto gesetzt, das Radio angemacht und Hörbuch gehört. Nach ca. 1 Stunden 'Life of Pi' habe ich mich wieder raus getraut. Soo ganz hat es die Sonne zwar nicht geschafft aber immerhin ein bisschen besser waren die Sicht und das Licht jetzt.











Teilweise sind die Bilder sogar noch ganz nett geworden.

Als dann noch meine Zigaretten zur Neige gingen, war es endgültig Zeit, zu fahren. Schnell noch in den Store vom Rubys Inn um Nachschub zu kaufen. Denkste! Zigaretten gibt es aus mir unverständlichen Gründen nur in dem kleinen Fotostore. Und da nichts los war (ich glaube im Rubys und im Grand zusammen vielleicht 20 Gäste) hatte der schon um 17:00h zugemacht. Der nächste Laden mit Kippen, der jetzt noch aufgehabt hätte, wäre ca. 25 Meilen weiter in Panguitch gewesen und auch da war sich die freundliche Dame im Store nicht sicher, ob ich dort welche kriegen würde.
Na toll! Ich hatte noch 2 Zigaretten und ein paar Krümel Tabak und die mussten ja auch noch für den Sonnenaufgang und die Fahrt bis zurück in die Zivilisation reichen. Hat meine Laune nicht verbessert!  :bang:

Essen gab es im Restaurant im Rubys – wie immer essbar aber nix besonderes. Zurück im Hotel habe ich mir die letzte halbe Flasche Rotwein aus meinen Vorräten gegönnt und war früh im Bett. Von der anstrengenden Fahrerei war ich doch ziemlich kaputt. Außerdem denkt man im Schlaf nicht an die nicht vorhandenen Zigaretten ;)

DocHoliday:
30.1.13

Laut Wetterbericht sollte das Wetter besser werden. Als ich im dunklen losfuhr waren zwar keinerlei Sterne zu sehen aber man soll de Hoffnung ja nicht aufgeben.
Als ich am Sunset Point ankam war der Himmel Richtung Osten bis auf ein Wolkenband tatsächlich klar. Wunderbar! Nach einer Weile sah man einen ersten Streifen Licht und Farbe unter dem Wolkenband. Mit bloßem Auge sah das etwa so aus.



Nach „ein wenig“ Optimierung in Lightroom wird dann das draus:



Raw ist schon was feines ;)

Auch vor Sonnenaufgang machte der Canyon im diffusen Licht der Dämmerung schon was her.







Und dann wurde es richtig bunt!







Bei diesem Anblick war die Kälte gleich völlig vergessen und mir wurde richtig warm ums Herz ;)



Egal wo man hinschaute – die roten und rosa Felszinnen leuchteten in schönsten Farben auf.





Schritt für Schritt habe ich mich vom Sunset Point am Rim entlang Richtung Sunrise Point bewegt.



Genau so schnell wie das Schauspiel begonnen hatte, war es allerdings auch schon wieder vorbei als die Sonne hinter dem Wolkenband verschwand und nur noch ab und an ein paar Strahlen durchkamen.





Etwa eine Stunde nach Sonnenaufgang habe ich mich auf den Rückweg gemacht und bin zum Frühstück ins Rubys Inn gefahren. Dann habe ich etwa ein Stündchen gebraucht, um meine Klamotten wieder aus den diversen Ecken und Winkeln des Autos zu kramen und in den Trolley zu packen. Auch diesmal war ich wieder erstaunt, wieviel Müll man in so einem Auto verteilen kann ;) Schließlich hatte ich es aber geschafft, mein Auto wieder in einen Valet-fähigen Zustand zu versetzen. Es ging ja schließlich nach Las Vegas.

Inzwischen hatte auch der Shop im Rubys wieder auf und sogar der Foto-Mensch war da, so dass ich endlich wieder was zu rauchen bekam. Als ich wieder raus kam, standen sämtliche Löschzüge der Umgebung auf dem Parkplatz und in der Lobby wimmelte es von Feuerwehrleuten. Da waren wohl mehrere Rauchmelder losgegangen.



Ganz ehrlich! Ich war es nicht! Ich habe mir erst auf dem Parkplatz die erste Zigarette angemacht ;)

Ganz gemütlich bin ich über inzwischen geräumte Straßen zum Zion gefahren. Ob ich den auch mal im Schnee erleben würde? Bisher kannte ich den Zion auch im Winter nur rot.
Tatsächlich – zumindest im östlichen Teil lag noch etwas Schnee.

So in weiß sieht die Checkerboard Mesa auch nett aus.



Bei meinem Lieblingsfelsen im Ostteil bin ich ein wenig in den roten Steinen herum gelaufen.
Darf ich vorstellen: Der Submarine Rock. Keine Ahnung, ob der wirklich so heißt aber für mich sieht er aus wie der Turm eines U-Boots.



Vor der Tunneldurchfahrtt bin ich auf den Parkplatz und habe mich auf dem Weg zum Canyon Overlook gemacht.



Ab hier nur ohne Höhenangst ;)



Die Aussicht von diesem ohne große Anstrengung zu erreichenden Aussichtspunkt ist jedes mal wieder atemberaubend.







Und auch die Felsen oben auf dem Plateau waren recht fotogen.



Hier oben war es in der prallen Sonne so warm, dass man es gut im Pullover aushalten konnte.  Deshalb war es auch keine Überraschung, dass im Canyon selber kein Schnee mehr zu sehen war.



Aber deshalb gleich baden gehen zu wollen, fand ich dann doch etwas übertrieben.



Ich bin einmal den gesamten Canyon abgefahren (von November bis März darf man das ja im eigenen Auto) und habe unterwegs noch das eine oder andere Foto gemacht.

Angels Landing von unten.


Virgin River


Court of the Patriarchs


Towers of the Virgin


Am History Museum habe ich offensichtlich das erste mal einen Blick auf die diversen Schautafeln geworfen. Denn von diesem Arch hatte ich noch nie gehört.

Der Crawford Arch liegt hoch oben in der Felswand auf der gegenüberliegenden Canyonseite.


Beim nächsten Besuch muss ich dann nur noch einen Weg da hoch finden. Ich will auch mal drüber laufen! ;)



So langsam wurde es jetzt Zeit, weiter zu fahren. Ich hatte ja noch 160 Meilen vor mir bis Las Vegas. Ich war kurz versucht, noch schnell vom Interstate abzubiegen für eine Stippvisite im Valley of Fire aber dafür war die Zeit zu knapp.

Übernachtet habe ich im Encore. Das Zimmer war nett und schön hoch gelegen im 53. Stock (der eigentlich der 42. ist, weil es den 13. und alle 40er nicht gibt wegen diverser Aberglauben).







Schnell geduscht, umgezogen und nix wie ran ans Buffet im Wynn. Seit dem Frühstück hatte ich nichts mehr gegessen und deshalb ordentlich Kohldampf.

Anschließend habe ich beim Blackjack ganz entspannt das eine oder andere Bierchen geschlürft und sogar ein paar Dollar gewonnen. So lassen sich die letzten Urlaubstage doch schon gut an ;)

DocHoliday:
31.1. - 3.2.

Was soll, ich sagen?

What happens in Vegas, stays in Vegas

 :D  :D  :D

DocHoliday:
Na gut, ein bisschen Vegas gibt es noch. Bilder habe ich tatsächlich kaum gemacht. Hatte einfach keine Zeit ;)
Und mit Winter Wonderland hatte es zum Glück auch nichts zu tun. Am Tag nach der Ankunft habe ich sogar mittags in einer geschützten Ecke eine Weile am Pool gelegen. In der Sonne und ohne Wind war es sehr gut auszuhalten. Und da es so schön leer war am Pool und warhscheinlich weil sie sich bewegen musste, um sich war zu halten, stand alle 10 oder 15 Minuten eine sehr nett anzusehende junge Dame neben mir und fragte, ob sie noch etwas für mich tun könnte. Nach kurzem überlegen habe dann doch nur ein Getränk bestellt. :D

Ansonsten gab es eine Menge Black Jack, ein bisschen Slot Machines und jede Menge gutes Essen. Sinatras im Encore ist nach wie vor sehr lecker und die Steaks im SW können sich auch sehen lassen (die Preise weniger). Das Buffet im Wynn ist nach wie vor gut aber Buffets sind immer weniger mein Fall. An Konzerten gab es leider nichts vernünftiges in den Tagen, die ich da war und auf Cirque de Soleil hatte ich keine Lust.

Einen Abend habe ich mich an der Bar im Wynn von einer netten jungen Dame anbaggern lassen. Mir war klar, dass es sich um ein 'working girl' handelte aber ich habe erst mal den naiven Touri gespielt. Ich habe ihr einen Drink ausgegeben und wir haben ein bisschen smalltalk gemacht. Sie hat ein paar Anläufe genommen, auf ihr eigentliches Thema zu kommen aber ich habe kein Wort verstanden ;). Als sie dann etwas direkter wurde, war ich ganz entsetzt.  :D
Aber sie hat mich wohl durchschaut. Zum Abschied hat sie gesagt, sie hätte eh eine Pause gebrauchen können und es wäre ganz nett gewesen. ;) Wenigstens hatte sie Humor.

So wie sie aussah, konnte sie den Umsatzausfall verschmerzen. An willigen und finanzkräftigen Kunden dürfte bei der Optik kein Mangel herrschen. :D

Am Samstag fiel mir auf, dass ich mal wieder kein einziges Bild in Las Vegas gemacht hatte. Also habe ich auf dem Rückweg zum Hotel wenigstens ein bisschen mit dem iPhone geknipst.

Das Licht am Venetian war gerade ganz nett.






Wynn, Encore und Fashion Show Mall im Abendlicht.




Der Wasserfall musste natürlich auch sein.


Ein bisschen Deko im Wynn:






Und da gerade keine Security zu sehen war, habe ich schnell noch ein paar Casinobilder gemacht.






Am Sonntag hatte ich dann noch das interessante Erlebnis, einen nahezu ausgestorbenen Strip runter zu fahren. Ich bin nämlich gerade beim Anpfiff des Superbowl losgefahren, war noch kurz in der Outlet Mall und bin dann zum Flughafen. Dank des Stromausfalls und eines ein wenig verspäteten Fliegers konnte ich die zweite Halbzeit komplett in der Lounge sehen. War ein netter Abschluss.

Beim einsteigen in den Flieger behauptete dann der Scanner, ich wäre noch nicht eingecheckt. Was soll das denn jetzt? Die Dame am Gate schaute mich nur etwas hilflos an und zuckte die Schultern. Aber dann kam jemand von hinten und drückte mir einen neuen Boarding Pass in die Hand mit dem Kommentar, man habe mich leider woanders hinsetzen zu müssen.
Na gut mit 4A kann ich leben ;)

First Class ist ja nicht soooo übel :D

So ging die Reise sehr angenehm mit Jahrgangschampagner, Bordeaux, Hummer und einem sehr guten Rinderfilet zu Ende. Danke BA!

Tja Ihr lieben, so leid es mir tut: Das war das



[align=center][size=36]ENDE![/size][/align]

Shadra:
Wow! Da sind ja mal wieder klasse Fotos dabei gewesen!! Ich weiss gar nicht, wo ich da anfangen sollte! Und daher lass ich das lieber und sag einfach nur: Wow!

Aber trotzdem eine Frage zu dem Foto vom Bryce und Lightroom: Wieviel ist bei dir "ein wenig"?? Als ich meinem Mann Bild 1 und 2 zeigte, war er total fasziniert, was man da noch rausholen konnte!

Wenn ich einmal ganz viel Geld und ganz viel freie Tage hab - DANN will ich dort auch einmal im Winter hin!! Es geht schon eine besondere Faszination von diesen Winterbildern aus
Vielen Dank dass du uns auf die Reise mitgenommen hast!!!!

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