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25 Jahre später... Eine Reise hinter die Mauer im Kopf - Polen 2014

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Paula:
Ich bin total überrascht wie hübsch das überall aussieht. Eigentlich gibt es gar keinen Unterschied zum Westen. Ich hatte schon mehr tristes Ostblockambiente erwartet, da sieht man mal was für falsche Vorstellungen man hat!

Das es ein Schindler Museum gibt wußte ich auch nicht, den Film Schindlers Liste kenne ich natürlich. Diese Reise kann man ja fast als Fortbildung verbuchen!

Ilona:

--- Zitat von: Paula am 25. Juni 2014, 08:13:35 ---Ich bin total überrascht wie hübsch das überall aussieht. Eigentlich gibt es gar keinen Unterschied zum Westen. Ich hatte schon mehr tristes Ostblockambiente erwartet, da sieht man mal was für falsche Vorstellungen man hat!
--- Ende Zitat ---

Volle Zustimmung  :thumb:.  Ausschwitz etc. habe ich jedoch ausgelassen und bin schnell mit dem Idefix weiter gefahren :zwinker:. 

MsCrumplebuttom:
Da kann ich auch nur zustimmen! Richtig schön ist das. Ich wollte doch eigentlich im September für ein Wochenende nach Brügge fahren ... ob ich das überdenken sollte? :)

Birgit:
Ja, ja, ja und nochmals ja! Das ist ein tolles Reiseland, so zu sagen Geschichtsunterricht und Politikunterricht live und in Farbe - und nebenbei Benimmschule, denn Umgangsformen haben die Polen durchgehend (außer Männern in fetten Autos :( )

Schon vor mehr als 10 Jahren hatte ich einen eher weitläufigen Bekannten, der meinte, dass der Aufbruch in Polen so spürbar sei, das Land so jung und spritzig und pfiffig sei, dass sich da so viel tut usw. Na ja, dachte ich, wird schon nicht so dolle sein, nur weil da nun vielleicht mal irgendwo ein McDonalds aufgemacht hat. Ja, denkste!

Ich kenne vom "Osten" nicht so viel, halt punktuell mal die eine oder andere Stadt, halt Prag vor mehr als 10 Jahren zuletzt nebst den tschechischen Bädern, außerdem Budapest und Split mal für ein verlängertes Wochenende oder so.

Ich finde, die Polen sind absolut auf Draht, beginnend bei total liebevoll restaurierten Gebäuden und Städten über absoluten Komfort, den man in den Hotels hat, in so ziemlich jeder Stadt gab es free WIFI (gut, zugegeben hat es nicht immer ganz stabil funktioniert), in Danzig beispielsweise waren die Sehenswürdigkeiten zudem mit QR-Codes versehen, sodass man mit einer App und dem free WIFI sozusagen eine online-Stadtführung hatte. Es gibt schöne Lokale vom traditionellen Gasthaus bis zum innovativen Bistro mit veganer Küche.

Am besten fand ich aber, wie einfach und entspannend dort das Reisen ist und wie klasse der Service.

Ich will ja jetzt echt mein liebstes Urlaubsland, die USA, nicht verunglimpfen, aber das, was dort immer so an Service hoch gelobt wird, kann sich dahinter echt nur verstecken. Ich finde, dass in den USA recht wenig Vertrauen herrscht zum Kunden und dass vieles sehr stark reguliert wird. Man kann in kaum ein Hotel einchecken ohne Kreditkarte, selbst wenn es prepaid ist und die Kreditkartendaten über diese Buchung nachvollziehbar sind. Man kann nicht tanken ohne die Kreditkarte zu hinterlegen. In kaum ein Hotel kann man einchecken, ohne erst einmal an 5 Stellen mit Initials zu bestätigen, dass man alle Regeln zur Kenntnis genommen hat, und vieles dauert eben ewig.

Und da war in Polen eben vieles mit sehr viel mehr Vertrauen dem Kunden gegenüber möglich bzw. mit so viel Aufmerksamkeit, dass man gar nicht beeinträchtigt wurde in dem, was man tat.

Beispiele?

Das Einchecken ging IMMER innerhalb von nicht mehr als 90 Sekunden völlig freundlich, selbstverständlkich und gelassen ohne eine zehnminütige heruntergerasselte Litanei, die ich in den USA immer total schnell vergesse, weil ich meistens KO bin und in mein Zimmer will und so viel Info gar nicht auf einmal aufnehmen kann. Nein, da heißt es: Wenn du frühstücken möchtest, die Frühstückszeiten stehen hier auf der Schlüsselkarte und auf der anderen Seite das WIFI-Passwort oder so ähnlich.

In einem Hotel hatte ich ein paar Tage vorher eine Mail bekommen. Wenn ich wollte, könnte ich den Meldeschein gerne schon per Mail ausfüllen, das erspart mir Zeit und Aufwand.

In einem Hotel wurde ich begrüßt mit den Worten, ich sei bestimmt Birgit, hier ist der Schlüssel, ob sie noch kurz meinen Pass sehen dürfe.

In fast keinem Hotel hatte ich Frühstück inklusive. Beim Auschecken stimmte die Zahl der berechneten Frühstücke jedes einzelne Mal, obwohl ich nie am Eingang nach meiner Zimmernummer gefragt wurde, wenn ich denn gefrühstückt hatte. Das bekamen die einfach so mit. Und ich durfte frühstücken, obwohl meine Kreditkarte nicht "for incidentals" hinterlegt war.

Ist natürlich nur ein erster, sehr oberflächlicher Eindruck des Landes, halt als Touristin. Und ich weiß auch, dass ich ganz gut verklären kann, wenn ich etwas verklären will, war sicher bei Indien auch so. Und wer weiß, in welche Fettnäpfe ich dort getrappst bin ohne es zu merken?

Aber mein erster, sehr oberflächlicher Eindruck von Paris oder Venedig war eben ein völlig anderer.

Ich verreise ja oft, wenn ich ziemlich KO bin, dann sind meine Reisen immer auch anstrengend. Ich habe es oft, dass ich irgendwann mal, meistens nach ein paar Tagen, einen Durchhänger habe, alles doof finde, am liebsten sofort nach Hause will und vor mich hinschimpfe wie ein Rohrspatz und, ehrlich gesagt, völlig aggro drauf bin. Dann neige ich manchmal auch zu Unterstellungen und Pauschalverurteilungen in Bezug auf mein Gegenüber.

Das war dieses Mal nicht so, und das ist sehr ungewöhnlich. Und ich schiebe es echt darauf, dass du in dem Land sehr in Ruhe gelassen wirst und wirklich sehr unaufdringlich freundlich alles parat gelegt bekommst. Ich habe wirklich auch den Eindruck, dass diejenigen, mit denen ich zu tun hatte, authentisch waren, klar waren, im Großen und Ganzen zufrieden, sich OK fanden und dich auch OK sein ließen.

Andrea:
Wow, dieses Zwischenfazit klingt schon fast wie eine Liebeshymne. Es macht jedenfalls ordentlich Werbung für Polen!

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