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25 Jahre später... Eine Reise hinter die Mauer im Kopf - Polen 2014
Susan:
Sehr idyllische Gegend - erinnert mich teilweise an meine Kindheit. Die verbrachte ich zwar nicht in Polen, aber auch sehr ländlich.
Birgit:
Andrea, Für Kaliningrad hätte man ein Visum gebraucht. Es gibt Rundreisen, bei denen man bis dorthin fährt, und ich hätte einen Blick hinter die Grenze sehr, sehr interessant gefunden. Wäre es 'mal eben' möglich gewesen, hätte ich es sicher gemacht...
Nadine, jedem Dorf seinen eigenen Storch! Ich meine, es war nichts gegen Südportugal, wo ich vor einigen Jahren im Frühjahr beim Blick aus dem Fenster gleich mehrere Nester sah, aber ich fand es so niedlich, dass so mancher Mast offenbar durch eine Haltevorrichtung extra vorbereitet war. Auf Schornsteinen hingegen waren die Vögel wohl eher nicht wohl gelitten, manche Schornsteine wirkten eher geschützt durch irgendeinen Aufsatz, als ob dort signalisiert würde: 'Kein Bauerschließungsgebiet' ;)
Paula, die Gegend ist einfach sehr ruhig und ländlich, wie bestimmte Ecken in Norddeutschland oder sicher auch in Bayern auch. Aber 'zurück' im Sinne von rückständig kann man das nicht nennen, eher der Landschaft und ihren typischen Merkmalen folgend. Da ist eben nicht viel los, da muss man sicher nicht überall breite Straßen bauen. Das Kopfsteinpflaster war ja auch neu und tip top. Ich nehme auch an, dass das teurer ist als mal eben Asphalt drüber zu legen.
Konsti meinte bei den Bildern, dass das ja irgendwie das 'typischere' idyllische Bilderbuchdeutschland sei. Ja, irgendwie schon! Und obwohl ich weiß, dass das noch östlich von Pommern war, hatte ich wie ein Mantra den Text von 'Maifer flieg' im Kopf: "Pommerland ist abgebrannt."
Susan, wo bist du denn groß geworden? Bei uns im Ammerland nördlich von Oldenburg kann man auch immer noch ewig weit über Landwirtschaftswege radeln bis zum Deich. Das ist schon ein bisschen wie dort in den Masuren, nur etwas langweiliger. Aber wie schön es im Norden auf dem Land ist, habe ich erst vor ziemlich kurzer Zeit begriffen. Früher musste ich eben bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad gegen den Wind dort, nun mache ich das nur noch freiwillig, das beeinflusst die Haltung der Region gegenüber schon sehr ;)
Birgit:
FR, 13.6.2014: Auf dem Schiff durch die Masuren
Heute ist in der Hotelrate das Frühstück mit eingeschlossen. Es ist für meinen Geschmack nicht aufregend, aber der Kaffee ist gut, und Apfelpfannkuchen zum Frühstück sind nicht zu verachten.
Gestern habe ich noch herausgefunden, dass die Ausflugsschiffe um 10.30 Uhr ablegen. Kurz vor 10 Uhr stehe ich am Anleger und erfahre, dass es eine insgesamt etwa sechs Stunden dauernde Tour gibt mit einer Stunde Aufenthalt im Zielort. Es braucht dazu aber mindestens acht Passagiere, und derzeit sind wir erst sieben. Zum Glück finden sich noch ein paar potenzielle Seefahrer, und so legt das Schiff pünktlich um 10.30 Uhr mit etwa 15 Passagieren ab, nachdem eine rabenschwarze Katze, die sich auf das Schiff verirrt hatte, wieder runterkomplimentiert wurde. Das wäre auch buchstäblich ein Schwarzfahrer gewesen!
Übrigens muss ich feststellen, dass es hier weiter im Norden nicht soooo gut bestellt ist um die Fremdsprachenkenntnisse der Menschen, aber der Bootsbespaßer spricht gut Deutsch.
Nun ja, man passt sich den Landessitten an, und als der Bespaßer herumgeht mit einem Tablett mit verschiedenen Wodkaarten, entscheide ich mich für einen likörartigen Wodka wegen der netten gelben Farbe. Nastrowje!
Bisher regnet es noch nicht. Ich glaube, das Wetter wird im Wetterbericht immer beschrieben als "wechselnd bewölkt", es sorgt für interessante Lichteffekte, wenn es Wasser und Ufer teilweise beleuchtet.
Zunächst geht es über einen großen See, da ist es ganz schön zugig. Dann biegt das Schiff in einen der Kanäle ab, die die vielen Seen miteinander verbinden.
Meine Güte, wie viele Boote es hier gibt. Und zwischen allem treiben Biber ihr Unwesen und bauen ganz schön große Bibervillen!
Gizycko ist unspektakulär. Westlich der Innenstadt ist ein Fort, schließlich sind wir hier für fast 1,5 Stunden. Das Fort ist aber für einen Ultrakurzbesuch nicht geeignet. Das Gelände ist etwas unübersichtlich und bietet wenig, unter dem man sich auf Anhieb etwas vorstellen kann.
Ziemlich schnell mache ich mich auf den Weg zurück zum Schiff. Weil das Frühstück immerhin schon mehr als fünf Stunden her ist, brauche ich noch dringend eine Portion Pommes und eine Cola auf die Hand, und kaum sind die verspeist, sehe ich einen der vielen Eis- und Waffelstände. Beide Verkäufer sind jung und ausgesprochen nett und sprechen sehr weltgewandtes Englisch.
Auf der Rückfahrt bin ich müde, außerdem ist es sehr trüb, und es regnet immer wieder ein bisschen. Es ist kalt geworden. Ich döse unter Deck im Warmen ein bisschen vor mich hin und verbringe einige Kilometer mit der Frage danach, warum Segler eigentlich immer oben herum Westen und Mützen tragen, aber immer kurze Hosen dazu. Den Rest der Zeit vergnüge mich mit dem Buch "How to be a German in 50 easy Steps" von Adam Fletcher, einem Briten. Ich finde es echt lustig, wie wir aus der Sicht eines Briten wahrgenommen werden. Wir kommen gar nicht so schlecht dabei weg. Mit etwas Erleichterung stelle ich jedoch fest, dass ich in einigen wesentlichen Punkten nicht "typisch deutsch" bin, in anderen allerdings schon.
Wieder angekommen nach dem dann schließlich siebenstündigen Ausflug schnappe ich mir Idefix um zu einem Natutrschutzgebiet mit See zu rollern, aber ich habe kein Glück, ist eben Freitag, der Dreizehnte. Da, wo der Trail zum See beginnt, ist alles noch in Ordnung und Idefix hat seinen Spaß daran über diesen Pfad zu huppeln, was erstaunlich gut geht. Aber irgendwann kommt jede Menge Matsch, für den meine Schuhe nicht gemacht sind. Ich entscheide mich für die Schuhe und gegen die Vögel und roller wieder zurück und noch etwas weiter über die Straße, doch der dortige Aussichtsturm ist wegen Renovierung geschlossen. Frech steige ich über den Zaun, vielleicht gibt es ja doch etwas zu sehen? Aber aus dem hölzernen Turm sind bereits die Stufen herausgebrochen, das traue ich mich dann doch nicht.
Nun ja, war trotzdem ein netter Ausflug vorbei an Kornblumen und Mohn. Ich setze mich an den Yachthafen und esse Fisch. Ich bin heute irgendwie KO, obwohl ich den ganzen Tag eigentlich gar nichts aktiv gemacht habe. Ich glaube, heute wird der Abend nicht sehr lang.
Andrea:
Wow, so viele Störche! Und so ein Klatschmohnfeld habe ich Jahre nicht mehr gesehen. Hier sehe ich immer nur Raps, Raps und noch mehr Raps. Wunderbare Eindrücke!
MsCrumplebuttom:
Wenn man sich am hellichten Tag eine Wodka auf dem Bötchen zwitschert, sieht die Welt doch rosig aus! ;) Hat er denn gut geschmeckt?
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