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España Verde - Bericht einer etwas anderen Reise nach und in Asturien

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Michael:
Hallo,

noch kein Reisebericht aus Südeuropa und auch im entsprechenden Unterforum noch nix dazu? Das kann man ändern! 8)
Hier startet in kürze der Bericht über eine etwas andere Reise nach und in Asturien. Wer will mit!?!

Grüße aus der Pfalz,
Michael

Andrea:
Ich will mit!

Horst:
Bueno Señor Michael  ;)

Da bin ich als alter Spanienfan ganz vorne mit dabei.  :)

Michael:
o.k. - es geht los...

Prolog

Mittwoch 29.07.2009 - Grand Teton National Park

Der Wecker rappelt, wie in den knapp drei Wochen zu vor, um 4:30 Uhr morgens. Möglichst leise, um meine Frau und meinen Sohn nicht zu wecken, mache ich mich abmarschbereit. Am Abend zuvor die Klamotten an einen Platz gelegt, wo man sie am nächsten morgen auf dem Weg ins Bad auch findet und nicht drüberstolpert, ist dabei schon die halbe Miete und in den Wochen zuvor praktisch zur Routine geworden.
Der Fotorucksack steht griffbereit neben der Cabin-Tür und bevor ich die leise ins Schloss ziehe noch ein letzter, prüfender Griff nach dem Autoschlüssel. Der ist in der Hosentasche, also alles klar. Wie immer geht mein erster Blick im Freien nach oben. Es sind kaum Sterne zu sehen, was für eine relativ dichte Bewölkung spricht. Trotzdem kann ich auf dem Weg zum Auto im Licht der Taschenlampe meinen Atem sehen. Das war in den Wochen zu vor nur der Fall, wenn der Himmel klar war. Es scheint langsam auf das Ende des Hochsommers in der Hochebene von Jackson zu zu gehen. Das gefühlte Temperaturempfinden passt jedenfalls dazu und kurz darauf bekomme ich von der Aussentemperaturanzeige im Auto die "amtliche Bestätigung": 39 Grad Fahrenheit, also knapp 4 Grad Celsius.
Ich rolle los, aus Jackson raus auf den Hwy89 Richtung Norden. Nach ein paar Meilen schiebt die Heizung erste warme Luft in den Innenraum und der Gedanke nachher wieder auszusteigen verliert kurzzeitig etwas an Attraktivität.

Mein Ziel für diesen Morgen ist die Mormon Row, eine Sammlung historischer Farmgebäude in der Süd-Östlichen Ecke des Grand Teton National Parks. Am Tag zuvor, in der "fotofreien Zeit" um den Mittag heraum, habe ich mir die Location schon mal angeschaut. Zwei Gebäude kamen dabei in die engere Wahl für den Sonnenaufgang heute morgen. Die etwas südlicher gelegene Chambers Homestead und die nördlichere John Moulton Barn. Beide bekommen morgens zum Sonnenaufgang schönes warmes Licht auf die alten Holzfassaden und um im Hintergrund sind die Gipfel der Teton Range zu sehen. Voraussetzung dazu ist allerdings, dass der Himmel in Richtung des Sonnenaufgangs nicht bewölkt ist und das sieht an diesem Morgen zunächst gar nicht gut aus. Mittlerweile bin ich schon in der Nähe der Mormon Row angekommen und sehe immer nur noch sehr vereinzelt Sterne.

Da beim besten Willen nicht abzusehen ist, wie das Licht zum Sonnenaufgang werden wird, entscheide ich mich für die John Moulton Barn, da man dort auch etwas mehr Landschaftsmotive in der direkten Umgebung hat und ich damit flexibler auf die Lichtverhältnisse reagieren kann. Während ich die Kamera aufbaue, setzt die Dämmerung ein und ich bemerke, dass die Wolkendecke über mir aufgerissen ist und nach Osten abdriftet. Mittlerweile ist es kurz nach halb sechs und in ca. dreissig Minuten sollte über den Hügeln der Gros Ventre Wildernes Area die Sonne aufgehen. Es wäre schön, wenn man sie dabei sehen könnte...  ::)
Gerne hätte ich ein Glühen auf den Gipfeln der Tetons gehabt und die Scheune im Schatten davor. Es soll aber nicht sein und so tröste mich zunächst damit, dass ja noch ein paar Minuten Zeit sind, bis die Sonne die Ebene erreichen würde. Die Zeit verrinnt und zwei Fotografen, die zwischenzeitlich in der Nähe Position bezogen haben, sind auch schon wieder unverrichteter Dinge abgezogen. Ich schaue noch mal Richtung Sonne und glaube einen helleren Fleck in den Wolken zu erkennen. Doch, da, der wird deutlicher! Jetzt muss der nur noch an der Sonne vorbei. Um bestmöglich vorbereitet zu sein, montiere ich schon mal einen Grauverlauf-Filter in der Stärke, die ich erwarten würde, sollte die Sonne doch noch durckommen. Und dann passiert es, es ist als ob jemand das Licht anschaltet. Es ist wieder einmal der Moment der alle bisherigen Anstrengungen in Vergessenheit geraten lässt. Die Strahlen der Sonne tauchen die verwitterte Wand der Scheune in wunderbar warmes Licht. Das Licht bleibt für zwei, drei Minuten und dann schiebt sich wieder ein dichtes Wolkenband vor die Sonne. Egal, meine Aufnahme ist "im Kasten", der Filter hat gepasst und ich trete zufrieden den Rückweg nach Jackson an um meine Familie zum Frühstück abzuholen.

Noch ahne ich nicht, dass es genau diese Aufnahme sein wird, die mich nach Asturien bringt:



Irgendwann im August 2009 - wieder zu Hause

Während der Wochen in den Rockies hat sich zu Hause die Post gestapelt und will durchgesehen werden. Zeitschriften packe ich dabei auf einen Stapel mit dem Lesestoff für verregnete Sonntage. Eine dieser Zeitschriften ist die DigitalPHOTO. Der Verlag sponsort zu der Zeit die Gesellschaft Deutscher Tierfotografen (GDT) und da ich dort Mitglied bin, bekomme ich diese Zeitschrift kostenfrei zugesandt.
Beim Durchblättern einer Ausgabe fällt mir der Hinweis auf den Leserwettbewerb 2009 auf. Der Modus sieht wie folgt aus: Einsenden soll man sein bestes Bild, eine Jury ermittelt daraus die zehn besten Einsendungen. Diese Fotografen reisen dann gemeinsam nach Asturien um dort für vier Tage zu fotografieren und anschließend wird unter den Teilnehmern der Gesamtsieger bestimmt. Als Hauptpreis ist die, damals neue, Canon EOS 7D im Set mit einem Objektiv ausgelobt.
Bei jedem Fotowettbewerb lese ich mir vorher die Teilnahmebedingungen durch, vor allem was die Einräumung von Rechten auf Grund der Teilnahme angeht. Da es hier fair zugeht, beschließe ich teilzunehmen. Die Bildauswahl ist so ne Sache. Was ist meine beste Aufnahme? Keine Ahnung, also greife ich irgend eine Aufnahme, die mir gut gefällt und es ist eben diese von der John Moulton Barn.

Zu dem Fotowettbewerb gab es auch eine eigene Webseite und dort taucht mein Bild dann in den nächsten Tagen schon mal auf in der Rubrik "Eine Auswahl der besten Einsendungen". Das macht ja schon mal Hoffnung und schafft ein wenig Spannung.
Die löst sich dann auf einen Schlag, als einen Anruf von einer Art "Event-Agentur" erhalte und darüber informiert werden, dass ich zu den zehn Gewinnern der Vorrunde gehöre. Es folgen ein paar Fragen ob ich denn überhaupt Zeit hätte - ja hab ich! Wie steht es mit der Kondition, es sind "anspruchsvolle Strecken" in Höhenlagen zu bewältigen - Ja, auch kein Thema! Und was denn mein bevorzugter Abflughafen wäre, wollte man wissen. AirBerlin als Mitveranstalter fliegt die Teilnehmer via Palma de Mallorca nach Oviedo. Ich frage nach Saarbrücken, weil das nur ca. fünfundzwanzig Minuten Fahrt von uns entfernt liegt und die von dort auch nach Palma fliegen. Zumindest täten sie das zum Termin der Abreise, Ende Oktober. Mit dem Wechsel zum Winterflugplan am ersten November fällt die Strecke Palma-Saarbrücken allerdings weg und ich hätte Frankfurt als nächstgelegenen Flughafen. o.k. - soll mir recht sein, dann kann mich meine Frau zur Hinreise nach Saarbrücken fahren und auf dem Heimweg nehme ich mir einen Mietwagen von Frankfurt aus zurück. Denkste AirBerlin will das nicht und sagt "Hinflug muss da losgehen wo der Rückflug stattfindet". Na gut, da gibt es ja den Spruch vom geschenkten Gaul und so weiter. Aber Leute ehrlich, Sympathiepunkte gibt es dafür keine - erst recht nicht, wenn ich auf die Reisezeiten schaue... . ::)

In den folgenden Tagen werden noch ein paar Details telefonisch abgestimmt und die "Event-Agentur" outet sich dabei als zunehmend planlos. Wie sich später aber glücklicher Weise herausstellen sollte, war seitens der Wettbewerbsveranstalter alles sehr gut geplant, der Mensch von der Agentur war halt ein wenig überfordert mit seiner Aufgabe.
Viele Aussagen klangen wie abgelesen und was ich in diesem Zusammenhang auch als "kann nicht sein, der hat was falsch verstanden" einstufte, war die Aussage, dass ein Fernsehteam mitreisen würde, was einen Film über die Reise dreht.
Mittlerweile standen die Finalteilnehmer schon untereinander in Kontakt und ich wusste, dass Rainer aus Karlsruhe zusammen mit mir von Frankfurt aus anreisen wird. Auch er war gespannt was uns letztendlich wirklich erwarten würde und so verabredeten wir uns für den Abflugtag am Gate nach Palma de Mallorca.

to be continued...






Ilona:

--- Zitat von: Michael am 15. Juni 2013, 15:09:00 ---Noch ahne ich nicht, dass es genau diese Aufnahme sein wird, die mich nach Asturien bringt:

--- Ende Zitat ---

Hola Michael,

das sind die Geschichten, die das Leben schrieb oder Zufälle gibt's doch gar nicht.

Bin schon gespannt, wie's weiter geht .

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