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Indische Impressionen - Delhi, Agra, Rajasthan
Flicka:
--- Zitat von: Horst am 02. September 2013, 23:08:25 ---
Immer wieder erstaunlich wie filigran diese Tempelanlagen erbaut sind!
--- Ende Zitat ---
Die Tempel in Ranakpur sind Jaintempel, so wie die Tempel aus Jaisalmer, die auf den ersten Fotos hier im Thread abgebildet sind. Ich hoffe, ich erzähle jetzt nichts völlig falsches - es ist ja schon ein paar Jahre her - aber soviel ich weiß sind die Angehörigen dieser Religion eher wohlhabend und entsprechend teuer und filigran konnten dann die Tempel gebaut werden. Im Haupttempel in Ranakpur gibts es eigentlich keinen Bereich, der nicht so filigran ausgestaltet wäre.
--- Zitat von: Birgit am 02. September 2013, 22:54:07 ---Oh wie interessant, eine indische Hochzeit! Und überhaupt wirkt vieles wie aus 1001 Nacht!
Aber wo ist das Foto der europäischen Reisegruppe mit dem Brautpaar? Wart ihr eine große Attraktion auf der Hochzeit? Oder war eher die Hochzeit eine große Attraktion für euch? ;)
--- Ende Zitat ---
Zuerst einmal war es eine gute Gelegenheit, den kurz vorher gekauften Sari anzuziehen. Wobei ich im Gegensatz zu den Inderinnen, die anscheinend im Sari sogar Straßenarbeiten erledigen können, kaum unfallfrei in unseren Reisebus einsteigen konnte und überhaupt viele viele Sicherheitsnadeln verwendet habe. ;)
Auf der Hochzeit war es dann so ähnlich wie am Taj Mahal: Wir fanden die Hochzeit toll, die Gäste fanden uns toll. Und ich fand das Essen toll. Ehrlich gesagt war es das beste Essen auf der ganzen Reise. Für mich unbegreiflich war nur, dass ein paar ältere Mitreisende unbedingt zum Essen ins Hotel zurückwollten. Klar, was ist schon der Besuch einer indischen Hochzeit gegen das Vergnügen, ein Hotel-Abendessen zu bekommen Zum Glück hat unser Reiseleiter sie dann einfach in ein Taxi gesteckt und wir konnten bleiben. Ach ja, und dann gab es noch einen ziemlich verstrahlten Mitreisenden, der erst mal auf die falsche Hochzeit gegangen ist. Auf dem benachbarten Hochzeitsgelände gab es nämlich gerade eine Konkurrenz-Hochzeit, und auf dem Weg vom Parkplatz zum Hochzeitsgelände hatte man den armen Mitreisenden von unserer Gruppe getrennt und dorthin gelockt. Es hat aber wohl länger gedauert, bis er gemerkt hat, dass wir woanders sind. Anscheinend haben ihn dort erst mal fürstlich bewirtet. :)
Birgit:
Ich lach mich schlapp. Na ja, da sehe ich schon, falls mein Fahrer mir keinen Hochzeitsbesuch ermöglichen kann, kann man sich einfach trotzdem hinschleichen. Ich hoffe, der Kollege hatte seinen Sapß und war nicht allzu enttäuscht, als er die Party wechseln musste?
Silke:
Sollte auf deinem Weg eine Hochzeit stattfinden, kann es gut sein, dass du auch so eingeladen wirst. Für die Inder sind wir immer irgendwie eine Attraktion und sie finden es toll, wenn wir mit dabei sind.
Allerdings finde ich indische Hochzeiten ziemlich langweilig. Es werden die Geschenke übergeben und Bilder gemacht, dann wird gegessen und kurz danach ist das Ganze vorbei. Kein Tanz o.ä. wie man es von uns kennt. Zumindest war das auf den drei Hochzeiten so, die ich bisher dort erlebt habe. Aber vielleicht ist das auch von der Region abhängig.
Wie war das bei euch, Flicka?
Zumindest strahlt die Braut auf den Bildern nicht gerade vor Glück.
Einmal haben wir erlebt, dass die Hochzeitsgesellschaft vorher mit viel Musik durch den Ort gezogen ist. Die wollten uns einladen, aber wir waren an dem Tag leider zu kaputt, weil das auf der Tour war, wo wir selbst gefahren sind.
Jaintempel gehören für mich zu dem Schönsten, was Indien zu bieten hat. Da steht man einfach nur da und staunt, was handwerklich geschaffen werden kann.
Flicka:
--- Zitat von: Birgit am 03. September 2013, 06:42:01 ---Ich hoffe, der Kollege hatte seinen Sapß und war nicht allzu enttäuscht, als er die Party wechseln musste?
--- Ende Zitat ---
Ich glaube, er doch ein wenig enttäuscht, weil er auf "unserer" Hochzeit nur einer unter vielen war, während er auf der Konkurrenzhochzeit die Aufmerksamkeit für sich hatte.
--- Zitat von: Silke am 03. September 2013, 07:50:10 ---
Allerdings finde ich indische Hochzeiten ziemlich langweilig. Es werden die Geschenke übergeben und Bilder gemacht, dann wird gegessen und kurz danach ist das Ganze vorbei. Kein Tanz o.ä. wie man es von uns kennt. Zumindest war das auf den drei Hochzeiten so, die ich bisher dort erlebt habe. Aber vielleicht ist das auch von der Region abhängig.
Wie war das bei euch, Flicka?
Zumindest strahlt die Braut auf den Bildern nicht gerade vor Glück.
Einmal haben wir erlebt, dass die Hochzeitsgesellschaft vorher mit viel Musik durch den Ort gezogen ist. Die wollten uns einladen, aber wir waren an dem Tag leider zu kaputt, weil das auf der Tour war, wo wir selbst gefahren sind.
--- Ende Zitat ---
Damals gab es die Bollywood-Filme bei uns noch nicht, oder jedenfalls kannte ich noch keinen, so dass ich keine Erwartungen an Musik und Tanz gehabt hätte. Heute würden mir da natürlich die tollsten Szenen vorschweben, und entsprechend enttäuscht wäre ich dann wahrscheinlich. Aber du hast recht, die Hochzeitsfeier bestand aus Foto mit dem Brautpaar, Geschenke abliefern, und dann ist man losgezogen, um sich was zu essen und zu trinken zu holen. Trotzdem fand ich es unheimlich aufregend. Schon die Tatsache, dass da mit mehreren hundert Gästen (der Reiseleiter hat sogar von über 1.500 Gästen gesprochen) gefeiert wurde, war beeindruckend.
Was die Braut angeht: Ja, die hat auf keinem Bild sonderlich begeistert ausgesehen. Allerdings hatten wir noch ein viel übleres Erlebnis bei einer Hochzeit auf dem Land. Da hat uns der Reiseleiter hingelotst, weil er an irgendwelchen Fahnen (?) erkannt hat, dass eine Hochzeit gefeiert wird. Die "Feier" bestand dann darin, dass in einem winzigen Dorf mit vielleicht vier oder fünf Häusern der Bräutigam irgendwo betend auf einem Teppich kniete und die Braut irgendwo im Haus war. Die Frauen aus der Gruppe wurden dann energisch hineingebeten, um die Braut zu sehen. Die arme Braut saß völlig in Tränen aufgelöst im Dunkeln, und irgendeine alte Oma hat jede von uns an der Hand gepackt, uns zur Braut geführt und unsere Hände der Braut auf die Wange gelegt. Anscheinend sollten wir sie nicht nur sehen, sondern quasi segnen. Für die Oma war es wohl ein besonderes Glückszeichen, dass da plötzlich eine Horde Europäer im Dorf einfällt. Die Braut hat das sicher anders gesehen.
Mir hat das alles so leid getan. Ich hätte die Braut am liebsten eingepackt und mitgenommen. Es tut mir auch heute noch weh, wenn ich daran denke.
Ilona:
--- Zitat von: Flicka am 03. September 2013, 14:38:44 ---Die arme Braut saß völlig in Tränen aufgelöst im Dunkeln...
--- Ende Zitat ---
Ich würde auch heulen, wenn man mich zwangsverheiraten würde :verpiss:.
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