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Andalusischer Frühling - Eine Rundreise im März 2015

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Birgit:
Gabi, ab nach Andalusien, und zwar genau zu der Jahreszeit! Ist einfach soooooo schön!

Flicka:
Hallo Gabi, willkommen an Bord! Birgit hat recht, für Sonne im März ist Andalusien bestens geeignet, auch wenn wir die letzten Tage des Urlaubs dann leider doch Regen hatten. Aber bis dahin hatten wir schon ordentlich Sonne getankt.

Ich habe inzwischen den Seat in eine Stretch-Limousine umbauen lassen, wir passen also alle hinein, auch wenns in den Parkhäusern jetzt noch enger werden wird.


Andrea, danke, dass du Cola light eingeladen hast! Wie konnte ich die nur vergessen, ich bin ja selber süchtig danach.  ;)

Ich lade jetzt die Bilder hoch, und nachher starten wir nach Granada.

Flicka:
Sonntag, 8. März 2015: Nerja – Granada


Heute nacht habe ich mich geärgert, weil ich die Skiunterwäsche zu Hause gelassen hatte. Im Zimmer war es kalt, und trotz zweifach über mich gefalteter Überdecke habe ich unter dem dünnen Leintuch gefroren. Die schlaue Elsa hatte die Skiunterwäsche natürlich mitgenommen und heute nacht auch angezogen, wie sie mir beim reichhaltigen Frühstück erzählt. Ich bin etwas neidisch und schwöre mir: Ab jetzt fahre ich nie mehr ohne meine Skiunterwäsche in Urlaub!

Das Hotel bietet beim Frühstück eine ordentliche Auswahl und rundet damit das positive Bild ab, das wir schon gestern gewonnen haben. Um 10 Uhr löhnen wir die geforderten 22,50 Euro in der Tiefgarage und fahren los nach Granada. Unterwegs scheint das Navigationsgerät zu beschließen, uns nicht nur Autobahn fahren zu lassen und lotst uns für ein paar Kilometer auf die kurvige Küstenstraße. Die ist aber echt schön, und zum Schluss führt uns das Navi auch wieder brav auf die Autobahn nach Granada. Dort lotsen das Navi und ich Elsa mit gemeinsamer Kraftanstrengung durch ein paar größere und kleinere Straßen bis zur Calle Cedran neben unserer heutigen Unterkunft, den Suites Gran Via in der Gran Via Colon. Elsa bugsiert den Seat auf einen halbwegs annehmbaren Warteplatz in der engen Straße, ich schreite die hochherrschaftliche Treppe zum Eingang hinauf. Netterweise ist unsere Suite gerade fertig geworden und der kleine Parkplatz des Hotels grenzt an die Seitenstraße, so dass wir das Auto durch das Tor fahren und gleich unsere Zimmer beziehen können. Zwei Schlafzimmer, ein Bad, ein Wohnzimmer mit Küchenecke, dazu ein schöner kleiner Innenhof unten im Hotel, wir sind begeistert - und deshalb gibt’s hier auch Fotos der Unterkunft:












Hier in Granada wollen wir natürlich die Alhambra besuchen, aber erst morgen. Heute versuche ich, am Geldautomaten der Caixa-Bank die reservierten Tickets auszudrucken, aber das funktioniert nicht, der Automat will mir neue Tickets verkaufen, dabei haben wir doch schon welche. Der Reiseführer empfiehlt aber ohnehin, die Tickets in der Filiale der Buchhandlung der Alhambra in der Nähe der Plaza Nueva auszudrucken, und als wir dort ankommen, muss ich nur die Kreditkarte in den Automaten schieben und bekomme die Tickets ohne weitere Probleme ausgedruckt. Sehr schön, damit ist der einzige Pflichttermin des heutigen Tages schon erfüllt.

In der Nähe der Plaza Nueva hören wir dann Trommeln, und als wir nachschauen, sehen wir einige Trommlerinnen und viele Demonstrantinnen mit Schildern und Transparenten. Ach ja richtig, heute ist der 8. März, der Internationale Frauentag.




Von hier aus laufen wir an der Capilla Real und der Kathedrale vorbei durch die Straßen der Altstadt.






Hinter der Kathedrale kommen wir zu einem kleinen Platz und beschließen, hier ein paar Tapas zu essen. Das ganze endet in einem ziemlich reichhaltigen Mittagessen, denn Elsas Tortilla und der „Beilagensalat“ werden jeweils auf großen Tellern serviert, wir bekommen als zusätzliche Tapas Brötchen mit einer scharfen Tunfischcreme, und weil der Keller mein Chorizo-Sandwich zuerst vergisst, stellt er mir zur Überbrückung noch zwei Stück Pizza hin. Die Sonne scheint, angeblich sind es 27 Grad, ein paar Meter weiter spielt ein Straßenmusiker Saxophon, und die Cervezas tun ihr übriges, um die Stimmung zu heben.




Gut gelaunt gehen wir schließlich zur Capilla Real, der Königlichen Kapelle neben der Kathedrale und bestaunen die Grabmäler von Ferdinand und Isabella und ihrer Tochter, Johanna der Wahnsinnigen, und deren Ehemann Philipp dem Schönen. Über den eigentlichen Särgen sind reich verzierte Sarkophage zu sehen, die die Königspaare zeigen. Fotos sind im Inneren leider nicht erlaubt, schade. Unsere Reiseführer wissen über die Protagonisten einiges zur berichten: So soll Isabellas Kopf tiefer im Kissen liegen, weil sie mehr Grips hatte als Ferdinand. Und Johanna soll sich noch im Tode enttäuscht von ihrem Ehemann abwenden. Dagegen liest man auf Wikipedia, sie habe ihn so verzweifelt geliebt, dass sie nach seinem Tod seinen Sarg mehrfach öffnen ließ, um sich zu vergewissern, dass er nur schlafe. Offenbar stand sie aber zwischen ihrem Vater und der Macht, so dass Gerüchte über kleinere psychische Auffälligkeiten vermutlich ganz gelegen kamen, um sie elegant in ein Kloster verfrachten zu können.

Es gibt in der Capilla Real noch verschiedenes zu sehen, bestickte Mäntel, Zepter, Kronen, Schwerter und Gemälde, aber leider scheinen die kalten Mauern sich vorgenommen zu haben, den Besuchern jeden Funken Wärme aus dem Körper zu ziehen, so dass ich mich bald wieder nach oben in die Sonne flüchte.












Nach der kalten Kapelle haben wir keine Lust, noch eine Stunde auf die Öffnung der Kathedrale zu warten und schlendern über den Plaza Nueva zuerst am Flüsschen Darro entlang und dann hinauf auf den Albayzin, das ehemalige arabische Viertel.










Enge Straßen, kleine Höfe, ab und zu stehen Orangenbäume vor den Häusern. Weiter oben bietet sich schon ein erster Blick auf die Alhambra, aber am Mirador de San Nicolas vor einer kleinen Kirche öffnet sich der Blick auf den gegenüberliegenden Hügel mit der Alhambra und die schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada.






Weil wir vom Hinaufspazieren schon wieder Durst haben, setzen wir uns an einem Café auf die  Terrasse mit Blick auf die Alhambra, trinken Kaffee und kalte, diesmal nichtalkoholische Getränke und lassen den Blick auf uns wirken. Hier könnten wir ewig sitzen bleiben und tun es zumindest auch bis viertel vor sechs. Dann schauen wir zuerst in die kleine Kirche San Nicolas und dürfen für 2 Euro pro Nase auch noch hinauf auf den Glockenturm steigen, von dem sich auch schöne Blicke auf die Stadt und auf die darüberliegenden Hügel ergeben. Und natürlich sieht man auch von hier aus die Alhambra.








Schließlich lassen wir uns auf der Mauer des Garten des angrenzenden Moschee nieder und schauen zu, wie die untergehende Sonne die Alhambra, die Wolken und die Sierra Nevada langsam in rötliches Licht taucht. Als der Garten der Moschee um sieben Uhr schließt, ziehen wir wieder zum Mirador um. Die Alhambra wird angestrahlt, über ihr hängen die roten Wolken, es ist schon fast zu schön um war zu sein.












Erst als es schließlich immer dunkler und kälter wird, verabschieden wir uns schweren Herzens und spazieren durch die Gassen vorbei an orientalisch anmutenden Läden wieder hinunter Richtung Innenstadt.






In einer kleinen Basar-Straße setzen wir uns in eine Bodega (oder wie immer man ein marokkanisches Café nennt), trinken zur Abwechslung mal wieder Bier und Wein und teilen uns Käse und Schinken, während draußen plötzlich ein Apfelschimmel mit zwei jungen Reitern auf dem Rücken die Gasse hinabschreitet. Hm, gut dass wir das Pferd schon vor dem zweiten Glas Alkohol gesehen haben, sonst wären wir wohl nicht sicher gewesen, ob wir es uns nicht doch bloß eingebildet hätten. Als wir schließlich müde, satt und leicht frierend zum Hotel zurückkommen, sind wir uns einig: Das war ein sehr schöner Tag. Und morgen wartet die Alhambra auf uns.


Gute Nacht!

Birgit:
Ich kann das soooo gut nachvollziehen! Die kalten Nächte, die herrlich klaren, sonnigen Tage, der tolle Blick auf die Alhambra von dem Punkt aus und die Stimmung dabei - und das Steigen der Stimmung bei Vino tinto und cerveza...

Flicka:
Freut mich, wenn ich alte Urlaubserinnerungen wecke. Aber mit Vino tinto habe ich es nicht so, da muss es halt als Ausgleich etwas mehr Cerveza sein.  :)

In Granada haben wir uns wirklich bewusst mehr Zeit gelassen und sind alles etwas entspannter angegangen. Diese ersten Urlaubstage waren für mich wie ein Atemholen nach dem Winter, und die Grippe hatte mich in den letzten Wochen vor der Reise auch noch etwas mitgenommen. Da freut man sich als alte Frau ja doch, wenn die Sonne die morschen Knochen ein wenig wärmt.  ;)

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