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Andalusischer Frühling - Eine Rundreise im März 2015

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Flicka:
Mittwoch, 11. März 2015: Cordoba


Heute morgen gönnen wir uns erst einmal ein Frühstück an der nahen Plaza Tendillas. Das erste Frühstückslokal, an dem wir vorbeikommen, hat um kurz nach neun noch geschlossen, aber wir werden dann doch fündig und kehren in dem stylisch in weiß und silber gehaltenen Lokal ein, vor dem wir gestern schon die ersten Tapas genossen haben. Frühstück scheint hier vor allem aus getoastetem Brot zu bestehen, auf das man sich als Kenner offenbar Tomatensauce und Olivenöl träufelt und das ganze mit Schinken belegt. Zumindest macht es der Gast am Nachbartisch so. Wir greifen heute morgen zur Butter statt zur Tomatensauce.

An der gegenüberliegenden Touristeninformation kaufe ich mir noch ein Ticket für die Reitvorführung, die heute abend von den Caballerizas Reales, den königlichen Stallungen, veranstaltet wird, dann marschieren wir los zur Mezquita, zuerst durch den Orangenhof, dann hinein in die ehemalige Moschee, wo man auch noch Teile eines alten Mosaik-Fußbodens bewundern kann.










Wir haben Glück und können immerhin einen Teil des Besuchs noch genießen, bevor immer mehr Reisegruppen in das Gebäude einfallen. Entspannt schlendern wir durch den Säulenwald und sind froh, dass wir von gestern schon einiges über das Gebäude wissen. Heute fällt aber viel mehr auf, wie sehr die Kathedrale die Struktur der Moschee stört und die langen „Palmenwälder“ unterbricht. Gestern, als der Großteil des Gebäudes im Dunklen lag und nur einzelne Teile gezielt ausgeleuchtet wurden, war das noch gar nicht so richtig zu erkennen.














Besonders gefallen mir die Lichtstrahlen, die an einigen Stellen wie Scheinwerfer durch die Fenster fallen.








Zum Schluss darf natürlich ein letzter Blick in die Kathedrale nicht fehlen.






Nach dem Besuch gehen wir weiter zum Alcazar und der angrenzenden Gartenanlage. Laute Gartenarbeiten stören hier leider ein wenig den Frieden.














Anschließend suchen uns unseren Weg durch die Gassen des ehemaligen jüdischen Viertels, was gar nicht so einfach ist. Die Straßen und unsere Stadtpläne scheinen irgendwie nicht übereinzustimmen. Irgendwann haben wir uns dann ein paar Tapas verdient und bekommen sie schließlich auch, obwohl der hektische Kellner erst mal nur die Hälfte der Getränkebestellung aufnimmt und danach sein bestes tut, die Essensbestellungen möglichst vieler Tische durcheinanderzubringen.






Die Füße sind noch einigermaßen fit, also wollen wir zum Palacio de Viana und nehmen unterwegs noch Blicke auf andere Sehenswürdigkeiten mit.




Am Palacio angekommen erfahren wir, dass heute, am Mittwoch, die Innenhöfe kostenlos besichtigt werden können. Sie hätten aber auch den Eintritt gelohnt, denn es sind einige Schmuckstücke dabei, und ab und zu erhascht man auch einen Blick in die Räume. Die Häuser und Innenhöfe befanden sich früher in Privatbesitz.














Jetzt sind wir doch ziemlich geschafft und schleppen uns noch bis zur Plaza de la Corredera, wo wir zwei günstige aber leider auch nicht sehr gute Sangrias trinken. Vorbei an ein paar römischen Säulen gehen wir dann erst mal zurück zur Unterkunft, schauen uns die römischen Ruinen und das Mosaik im Erdgeschoss des Gebäudes an und ruhen uns dann eine Weile auf der Dachterrasse aus.




Dann muss ich langsam los zur Reitshow. Ich gehe noch am Ufer des Guadalquivir entlang, wo die Replik eines alten arabischen Wasserrades zu sehen ist. Das Original soll laut Reiseführer Königin Isabella so konsequent beim Schlafen gestört haben, dass es abmontiert wurde.




Um zwanzig nach sieben formieren sich an der Reitbahn schon die ersten Menschen in der Schlange. Nachdem ich ja jetzt sowieso schon dort bin, stelle ich mich auch an, und innerhalb von zehn Minuten reicht die Schlage schon bis hinaus auf die Straße. Um zehn vor acht dürfen die Besucher dann auf die Tribüne am Reitplatz, und ich kann einen Platz mit freier Sicht in der ersten Reihe ergattern. Die folgende Show bietet dann verschiedenste Stile und Formationen, vom klassischen Pas de Deux über Flamenco-Darbietungen von Tänzerin und Pferd, einer rasanten Fahrvorführung bis zum Ritt mit einer langen Stange, die früher wohl zum Viehtreiben genutzt wurde.














Die Vorführung gefällt mir insgesamt sehr gut, nur die Flamenco-Darbietungen überzeugen mich nicht wirklich. Die Tänzerinnen laufen in ihren Stiefeln durch den Sand, Flamencoartiges gibt es allenfalls von der Hüfte aufwärts zu sehen, und der Gegensatz zwischen ihren großen Gesten und den am kurzen Zügel gerittenen Pferden könnte kaum größer sein. Das passt irgendwie nicht.

Nach der Show treffen uns Elsa und ich an der Brücke und schlendern zu dem Restaurant, das sie auf Empfehlung des Reiseführers ausgesucht hat. Um es kurz zu machen: Es wird das teuerste und schlechteste Essen unserer Reise: Mein Rinderfilet entpuppt sich als ein mit Fett und Knorpel umsäumtes Steak, Elsa, die Oktopus bestellt hat (wovon ich ihr nach meiner Japanreise ja eigentlich hätte abraten können), bekommt irgendein gekochtes, nach nichts schmeckendes Etwas. Pech gehabt, aber es ist ja nicht zu ändern, und zumindest ich bekomme noch etwas kleines filetartiges Stück Fleisch heraus, als ich großzügig alles abschneide, was mir an meinem Essen nicht passt.

Wir schlendern zurück zur Unterkunft. Morgen wollen wir nach Sevilla und freuen uns schon auf die Hauptstadt Andalusiens.

Gute Nacht!

Horst:
Wow - da habt ihr aber ordentlich Programm gemacht.
Halte Cordoba für eine der interessantesten europäischen Städte - deine Eindrücke haben diese Ansicht wieder verfestigt.

Michael:
Guten Morgen! :-)


--- Zitat von: Flicka am 07. April 2015, 19:11:02 ---Frühstück scheint hier vor allem aus getoastetem Brot zu bestehen, auf das man sich als Kenner offenbar Tomatensauce und Olivenöl träufelt und das ganze mit Schinken belegt. Zumindest macht es der Gast am Nachbartisch so. Wir greifen heute morgen zur Butter statt zur Tomatensauce.

--- Ende Zitat ---

Das ist mir in Asturien auch einmal begegnet - und ich fand es ziemlich lecker. Auf jeden Fall ist das eine passende Stärkung für den Tag, den Ihr vor Euch hattet.
Schöne Eindrücke - Danke! :-) Gerade die abendliche Vorführung an der Reitbahn hätte sicher auch bei meiner Frau anklang gefunden. :-)

Grüße aus der Pfalz,
Michael

Susan:
Hallo,

diese Tomaten-Schinken-Brote sind wirklich lecker mit der richtigen Tomatensauce  ^-^ Haben das zwar erst zum Lunch probiert, aber trotzdem mmmmmmhmmm

Wunderschöne Eindrücke aus Cordoba  :herz:  - machen richtig Lust mal wieder runter zu fahren - vielleicht in den nächsten späten Osterferien?

Flicka:
Freut mich, dass euch dieser Reisetag gefallen hat.  :)

Cordoba hat mir auch sehr gut gefallen. Mich hat schon beeindruckt, was es dort in fußläufiger Entfernung alles zu sehen gibt. Vor diesem Urlaub wusste ich über Cordoba eigentlich nichts, dabei zählte es zur Zeit der Mauren zu den größten und fortschrittlichsten Städten der Welt.


Und um es vorweg zu nehmen: Morgen probieren wir zum Frühstück auch die Tomaten-Variante. Gar nicht schlecht, daran könnte man sich durchaus gewöhnen.

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