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Ohne Worte - Dosen Verbot für Muslima bei United Airlines

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DocHoliday:
Provokation? Anstellerei?
Die Dame wollte eine ungeöffnete Dose Cola, sonst nichts. Warum ist doch völlig egal.

Und sie bekommt sie nicht, weil man die ja als Waffe benutzen könnte? Das ist ja wohl ein Witz oder?
Und der Sitznachbar, der gerade sein Bier ungeöffnet bekommen hat, kackt sie an "Shut the fuck up!"

Ich kann schon verstehen, warum sie darüber nicht glücklich ist und ich sehe auch nicht den kleinsten Grund, warum das ganze ihre eigene Schuld gewesen sein sollte.

Den Wein kriege ich übrigens bei kürzeren Flügen und in der Eco meist in so kleinen 0,175l Fläschchen. Und ich lasse mir die auch ungeöffnet geben, ich oller Provokateur ich!

Birgit:
Na ja, es ist natürlich nicht allein ihre Schuld. Aber wenn ich mich mal im Geiste auf den Platz setze und ich bestelle eine Cola, dann finde ich es schon äußerst anspruchsvoll darauf zu bestehen, dass die Dose geschlossen ist und die Unterstellung, dass da hygienisch etwas nicht in Ordnung ist, auch schon einen dicken Hund. Schließlich war sie an Bord einer renommierten Airline und nicht in einer abgewrackten Kneipe in einem hygienisch bedenklichen Land der Dritten Welt, in der der Verdacht der Panscherei nahe liegt.

Was mache ich, wenn ich mir im Flugzeug eine Cola bestelle? Ich nehme die, die kommt, ohne dem Service irgend etwas zu unterstellen. Und wenn die Dose geöffnet kommt und man erklärt mir, man könne mir leider keine geschlossene Dose bringen, dann ist das auch OK. Schließlich habe ich mit dem Ticket nicht die gesamte Airline gekauft. Zum Mitnehmen sind die Getränke nicht da, und falls ich Angst habe, dass die Cola über den Rand schwappt, dann trinke ich einen Schluck ab.

Muss sie denn da gleich im Hinterkopf haben, dass es an ihrem Kopftuch liegt? Vielleicht hat die Flugbegleiterin bei ihrem Nachbarn auch einfach vergessen die Dose zu öffnen oder sie hat es aus Faulheit nicht getan, oder weil sie vielleicht weiß, dass das Bier dann zu sprudeln beginnt und sie keine Zeit hat das Sprudeln abzuwarten und sich den Wagen oder dem Gast die Hose in Bier einzuweichen.

Ich habe schon den Eindruck, dass sie da auch sehr gewillt war, sich rassistisch behandelt und benachteiligt zu fühlen, auch wenn ich nicht so weit gehen würde zu denken, dass sie absichtlich provozieren wollte.

Und natürlich hätte die Flugbegleiterin damit auch eine Spur diplomatischer umgehen können, aber nobody is perfect.

Das "Shut the fuck up" ihres Nachbarn ist natürlich jenseits von Gut und Böse, wenn es denn so gewesen ist und ihre Darstellung nicht nur die halbe Wahrheit ist, das ist aber doch nicht in der Verantwortung der Airline.

Andrea:
Klar, wenn ich ein offenes Getränk bekomme, dann ist es eben so. Aber ich persönlich finde geschlossene Getränke deswegen besser, weil ich dann nicht ewig die offene Dose stehen habe, nur weil ich in dem Moment, wo der Service vorbei kommt, noch keinen so großen Durst habe. Cola ohne Kohlensäure ist... Ganz zu schweigen von Bier.

Und ich bin ehrlich: Mich hätte es auch verwundert, wenn andere eine geschlossene Dose bekommen können und ich nicht und dann die irre Begründung mit der Waffe zu hören bekäme. Ich denke schon, das Moslems seit 9/11 so einiges an Diskriminierung ertragen mussten und sind da nun vielleicht besonders empfindlich.

Heiko hat vor ein paar Monaten übrigens mal was (fast) Lustiges erlebt: Unsere Fleischerei ist hier in der Gegend sehr bekannt für ihre gute Qualität und die Leute kommen von weit her, um hier für ihren Grillabend einzukaufen. Draußen steht ein großes Dekoschwein und an der Auslage erkennt man schnell, dass da eher weniger Rind- und Geflügelfleisch dabei ist. Eine Frau mit Kopftuch betrat den Laden und machte einen riesigen Einkauf an Wurstwaren. Heiko war schon verwundert, sagte aber natürlich nichts. Und dann kam es wie es kommen musste: Die Kundin fand heraus, dass sie da wohl reichlich Schweinefleisch gekauft hatte und machte einen Wahnsinnsaufstand, wie man ihr denn so einen "Dreck" verkaufen könne. Man würde ja wohl sehen, dass sie Muslima sei! Sie verlies schimpfend den Laden...

Ich bin ja auch Verkäuferin im LEH und ich hätte der Kundin vermutlich gleich gesagt, dass das alles aus Schweinefleisch ist. Ich werde nämlich oft gefragt, ob irgendwo Schwein drin ist. Und ich sage den Kunden auch, wenn es zum Beispiel bloß Gelatine ist. Dann wird das Produkt nämlich nicht gekauft. Heiko dagegen meinte, die Frau hätte ja wohl wissen können, dass das alles Schweinefleisch ist.

Birgit:
Na ja, wenn die Frau schon öfter in Deutschland einkaufen war, hätte sie zumindest wissen müssen, dass man da mal nachfragen muss.

Aber man stelle sich vor, ihr wäre gesagt worden, das sei aber Schweinefleisch, und aus irgendeinem Grund hätte sie es so gewollt. Stünde dann vielleicht im örtlichen Käseblatt oder gar in der BILD, dass sie diskriminiert wurde, weil sie Muslima sei, man habe sie in dem Laden nicht bedienen wollen? Das wäre sicher auch wieder eine Frage dessen gewesen, wie sie so drauf ist und die Situation interpretiert...

Andrea:
Ganz genau. Menschen sind nun einmal Menschen. Eine Reaktion der Frau auf den Hinweis mit dem Schweinefleisch hätte dann auch sein können: "Glauben sie ich bin doof, nur weil ich ein Kopftuch trage? Ich weiß, dass das Schweinefleisch ist und es ist nicht für mich" So oder so: Mulitkulti bereichert, schafft aber auch Missverständnisse.

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