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Bildbearbeitung
Rainer:
--- Zitat von: serendipity am 30. März 2016, 13:01:29 ---Jetzt habe ich doch noch ein paar Fragen zu den RAW-Fotografen:
--- Ende Zitat ---
Nur um Mißverständnissen vorzubeugen: ich kann darauf nicht antworten, weil ich auch nur JPG Fotos mache. Ich weiß, dass RAW natürlich mehr Möglichkeiten bietet, aber es ist eben auch mit Nachteilen verbunden und mir reichen die JPG Möglichkeiten aus. Ist auch ein wenig historisch gewachsen, bis vor wenigen Jahren konnten meine Kameras (vorzugsweise Kompaktkameras) gar kein RAW speichern.
serendipity:
Lieber Rainer,
das habe ich verstanden bzw. wäre es ja auch nicht schlimm, wenn du als RAW-Fotograf nicht antworten würdest, ist ja hier kein automatischer Nachhilfeunterricht für mich.
Mir geht es ja ähnlich wie dir, in den meisten Fällen reichen mir auch die jpg-Möglichkeiten, deshalb auch meine Frage Nr. 3 ;)
Ob natürlich das mehrmalige Umstellen komfortabel ist, ist natürlich auch die Frage. Es gibt wohl auch Leute, die gleichzeitig jpg. und raw. speichern, aber wie sieht es dann mit den Speicherkarten bzw. auf Dauer mit dem Speicherplatz aus? Brauche ich dann unzählige externe Festplatten, die "Speicherplatz" in meinem Arbeitszimmer verbrauchen?
Flicka:
Bei mir war es so:
Ich habe früher nur in JPG gespeichert. Die RAW-Dateien waren mir einfach zu groß und die anschließende Bearbeitung zu Hause hat mich auch nicht sonderlich gereizt.
Mein Aha-Erlebnis hatte ich vor ein paar Jahren, nach dem Urlaub in Vietnam und Kambodscha. Viele Fotos von Angkor Wat sahen so aus, dass der diesige Himmel ziemlich weiß war und die dunklen Ruinen ziemlich schattig. Ich habe damals versucht, aus den JPG-Fotos das beste zu machen was ging, aber da waren den Daten einfach ziemlich enge Grenzen gesetzt. Später habe ich dann mal gesehen, was man aus RAW-Fotos noch rausholen kann und habe mich dann im nachhinein geärgert, dass ich mir die Möglichkeiten einfach dadurch abgeschnitten habe, dass ich die Fotos nur im JPG-Format gespeichert hatte.
Heute mache ich es so, dass ich in JPG und RAW speichere. Dann habe ich die JPGs, wenn ich keine Lust zur Bearbeitung habe, und die RAWs, wenn ich doch was bearbeiten will. Allerdings ist der Nachteil tatsächlich der Speicherplatz. Im letzten Urlaub habe ich bei den Tierbeobachtungen teilweise mehrere hundert Fotos gemacht. Insgesamt bin ich mit über 100 GB Daten wieder nach Hause gekommen. Andererseits: Eine externe Festplatte schluckt das heute locker, und 32-GB-Speicherkarten kosten auch nicht mehr die Welt.
Seit einiger Zeit habe ich Adobe Photoshop Elements 13 auf dem PC. Da ist ein RAW-Konverter integriert, den ich auch nutze. Sicher gibt es da bessere / professionellere Programme, aber für den Hausgebrauch hat es mir bisher gereicht. Ich zeige mal drei Beispiele:
Das ist das Bild, wie es unbearbeitet nach dem Öffnen angezeigt wird. Man sieht, dass der Himmel ziemlich weiß ist. Der kleine rote Klecks im Himmel und der rechte Rand des Histogramms (beide gelb umkringelt) zeigen, dass der Himmel teilweise überbelichtet ist. Dort wo das Programm den Himmel rot färbt, ist keine Struktur mehr vorhanden, der Himmel ist dort rein weiß.
Man könnte jetzt das Bild komplett mit dem Belichtungsregler dunkler machen, um Struktur in den Himmel zu bekommen. Dann wird der Himmel zwar dunkler, der Rest des Bildes wird aber genau so dunkler. Im Histogramm ist der rechte Rand, der die hellen Bereiche anzeigt, jetzt zwar nach links gerückt, dafür bekommt das Histogramm im linken Bereich deutlich Zuwachs, weil jetzt viele Bildbereiche sehr dunkel sind. Dort kann man kaum noch Strukturen erkennen:
Man kann aber auch gesondert die Lichter abdunkeln. Dann rückt der rechte Rand des Histogramms nach links und es entstehen Strukturen in den Wolken, die dunklen Bereiche werden aber kaum verdunkelt:
Im "richtigen" Photoshop und in anderen Programm zieht man meines Wissens übrigens nicht an Reglern für Lichter, Tiefen usw. sondern bearbeitet Gradationskurven.
Flicka:
Ergänzend habe ich versucht, in der JPG-Datei Strukturen im Himmel sichtbar zu machen. Das hat trotz extremer Abdunklung des Fotos nur noch minimal funktioniert und zeigt die Reserven des RAW-Formats:
nordlicht:
Mir geht es ein wenig wie Rainer. bis vor kurzem hatte ich auch noch keine Möglichkeit RAWs aufzunehmen und habe mit JPGs gearbeitet.
Hierzu kann ich allerdings auch noch was beitragen:
--- Zitat von: Flicka am 30. März 2016, 17:43:01 ---Man kann aber auch gesondert die Lichter abdunkeln. Dann rückt der rechte Rand des Histogramms nach links und es entstehen Strukturen in den Wolken, die dunklen Bereiche werden aber kaum verdunkelt:
--- Ende Zitat ---
Wenn man das allerdings zu kräftig macht, dann bekommen scharfe dunkle Kanten oft eine Art Heiligenschein, der mir meist nicht so gut gefällt. Daher bin ich damit immer ein wenig vorsichtig.
--- Zitat ---Im "richtigen" Photoshop und in anderen Programm zieht man meines Wissens übrigens nicht an Reglern für Lichter, Tiefen usw. sondern bearbeitet Gradationskurven.
--- Ende Zitat ---
Zumindest mein uralter Photoshop CS hat auch die Möglichkeit Tiefen und Lichter jeweils mit einem einfachen Regler zu bearbeiten.
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