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And the winner is...Trump
Michael:
--- Zitat von: Rainer am 09. November 2016, 23:18:15 ---Die "leading Nation of the World" (so der selbstgesteckte Anspruch) befinden sich auf dem unheilvollen Weg in einen ernsten Konflikt, den ernstesten Konflikt einer Nation, den eine Nation überhaupt erleben kann, nämlich auf dem Weg in einen Bürgerkrieg. Ich weiß selbst nicht, ob ich das glauben kann und will, aber die Anzeichen sind unheilvoll und nicht zu übersehen.
--- Ende Zitat ---
Dieses Horroszenario "Bürgerkrieg" halte ich für viel zu weit gegriffen, das geht für mich eher in die Richtung der "Weltuntergangsszenarien" wie sie aktuell von vielen ausgemalt werden. Die USA sind in einem ernsthaften inneren Konflikt und nicht erst seit gestern. Jetzt haben sie einen Kandidaten gewählt, der in vielen Punkten ihren eigenen Idealen zu widersprechen seint und der Spott darüber, der an vielen Stellen losgebrochen ist, ist nicht mehr als die (späte) Antwort auf die Arroganz mit der man als "USA" lange durch die Welt gegangen ist (und immer noch geht).
Ein Donald Trump wird, das ist zu erwarten, ein lausiger Präsident sein. Aber er und sein Berater-Staab und sein Regierungsapparat werden ähnlich funktionieren, wie die Regierungen zuvor und keine Entscheidungen treffen, die den Karren mit Anlauf an die Wand fahren, davon kann man ausgehen.
Ein USA-Urlaub steht bei mir aktuell nicht an, ich würde ihn aber genau so buchen, wie ich das in den Jahren zuvor unter einem Bush, einem Clinton, nochmal einem Bush und einem Obama auch schon getan habe.
Rainer:
--- Zitat von: Paula am 10. November 2016, 06:18:08 ---ich kann nicht in die Zukunft sehen aber mir fällt keine Möglichkeit für eine positive Entwicklung dieser verfahrerenen Situation ein. Und ich habe noch keinen Kommentar gehört oder gelesen der Mir Anlaß zur Hoffnung gibt
--- Ende Zitat ---
Dennoch sehe ich das speziell für Deinen nächsten Urlaub (und auch für unseren Urlaub) sehr unkritisch, weil es viel (und zwar sehr viel) zu kurzfristig ist. Zunächst einmal dauert es noch über 2 Monate, bis Trump auch wirklich sein Amt antritt. Und dann sind es nur noch 8 Monate bis zu Deinem Urlaub. Das ist im Rahmen dieses Szenarios überhaupt keine Zeit, im Gegenteil, da wird (wenn überhaupt) noch eine Art "Aufbruchsstimmung" herrschen. Dass jegliche Maßnahmen (egal welche und ob überhaupt welche ernsthaft ergriffen werden) ein riesengroßes Zeitfenster benötigen, um überhaupt erste Erfolge bringen zu können, das ist sicherlich allen Beteiligten klar. Und deswegen sehe ich für das nächste Jahr (und auch mindestens für das nachfolgende Jahr) überhaupt gar keine Probleme, die sich aus der drohenden Unzufriedenheit ergeben. Da muss man eigentlich genau anders herum denken und argumentieren, fahrt jetzt und die nächsten 2-3 Jahre in die USA, was in 4 oder 8 Jahren ist, wenn sich die Lage trotz des Wahlsiegs der Republikaner weiterhin verschlechtert, da weiß heute niemand, wie es weitergeht und dann ist da möglicherweise ein Potential für Bürgerkrieg oder zumindest bewaffneten Unruhen.
--- Zitat von: Michael am 10. November 2016, 10:20:57 ---Dieses Horroszenario "Bürgerkrieg" halte ich für viel zu weit gegriffen
--- Ende Zitat ---
Die klassische Vorstellung eines Bürgerkriegs (zerbombte Häuser und Kettenfahrzeuge, die durch zerstörte Straßenzüge fahren) halte ich auch für zu weit gegriffen. Aber es ist die Frage, wo sind die Grenzen eines Bürgerkriegs zu definieren? "Bewaffnete Unruhen" halte ich nämlich für keinesfalls zu weit gegriffen und wenn ich ehrlich bin, da hätte ich auch überhaupt keine Ambitionen, in ein Land zu reisen, wo jederzeit mit bewaffneten Unruhen zu rechnen ist. "Unruhen" mit Zerstörung gibt es heute schon - wann kommen die ersten Teilnehmer auf die Idee und bringen ihre Waffen mit? Und wie weit eskaliert dann eine Unruhe? Und verläuft sie nur lokal, oder verbreiten sie sich wie eine Viruserkrankung?
Der katastrophale "Gini Koeffizient" (benannt nach einem italienischen Mathematiker, der mit diesem Koeffizienten die Ungleichverteilung der Einkommen und der Vermögen als Zahl darstellen will) der USA ist schon seit 10 Jahren über dem Wert von 45, dieser Wert gilt als kritische Grenze, wo die Unzufriedenheit in Bürgerkrieg ausarten kann. Im Jahr 2007 hatten die USA bereits einen Wert von 46,6 erreicht, leider finde ich aktuell keinen neueren Wert. Natürlich sind die USA eine Demokratie und hochentwickelt, das spielt ganz sicher auch eine erhebliche Rolle in der Überlegung, ob es zu solchen Unruhen (um das Wort "Bürgerkrieg" nicht zu überstrapazieren) kommen kann. Insgesamt glaube ich aber durchaus, dass sich die Situation in den USA noch erheblich verschärfen kann, allerdings glaube ich nicht daran, dass das (was ja Paulas Sorge ist) schon in wenigen Monaten der Fall sein wird.
Man muss ja auch eingestehen (ich zumindest für meinen Teil ganz sicher), dass man die "Krisenregionen" der USA gar nicht kennt. Wer nur an der Westküste etc., bzw. nur in New England o.ä. seinen Urlaub verbringt, kennt die wirklich armen Regionen gar nicht, im Gegenteil, die meisten hier werden nur die schönen Seiten der USA kennen. Als wir letztes Jahr in New England waren, war es teilweise schon fast erschlagend zu sehen, wieviel Geld da wohnt. Das macht es für uns allenfalls noch schwerer zu verstehen, was eigentlich genau die Probleme sind.
Horst:
Was Trump's Wahlversprechen und die Wahrscheinlichkeit deren Umsetzung angeht hier ein wirklich guter Artikel von ntv:
http://www.n-tv.de/politik/Trump-wird-seine-Waehler-enttaeuschen-article19054571.html
Sehe ich eigentlich recht ähnlich.
Für mich nicht nachvollziehbar warum die amerikanische Öffentlichkeit - allen voran die Medien - Trump mit diesen Themen nicht genagelt haben.
Laut Artikel würde nach vorsichtigen Schätzungen sein Versprechen "sämtliche Illegale aus dem Land zu schaffen" in etwa 600 Milliarden Dollar kosten, sein Mauerbau wäre dabei mit 25-40 Milliarden Dollar ja fast ein Schnäppchen. ::)
An einen Bürgerkrieg glaube ich in den nächsten 10 Jahren nicht (da müsste sich erst mal eine mächtige Gruppierung formieren die das anzettelt) - aber an verstärkte Spannungen im Land und noch häufigere Unruhen.
Aber wenn man denkt wie schnell sich Dinge entwickeln können - Anfang der 90er Jahre während meinen ersten Reisen war ich von Amerika und den Amerikanern begeistert und vieles dort hat mir mächtig imponiert.
Heute empfinde ich Mitleid.
Christina:
--- Zitat von: Rainer am 09. November 2016, 19:32:55 ---
--- Zitat von: Christina am 09. November 2016, 17:43:36 ---Grund ist nicht irgendeine Angst, sondern es ist einfach für mich eine persönliche Entscheidung.
--- Ende Zitat ---
Meine Oma sagte dann immer "es ist das größte Leid, was der Mensch sich selbst andeit". Selbstverständlich kann und soll das jeder für sich entscheiden, aber wenn so eine Entscheidung keinen nachvollziehbaren Hintergrund hat, bleibt am Ende nichts übrig, außer dass man sich selbst ohne Not einschränkt. In Anbetracht dessen, dass man nur einmal lebt, würde ich niemals so handeln. Weggeworfene Lebensqualität ohne Gegenwert. Die Welt verbessern kann ich sowieso nicht. Ich an Deiner Stelle würde das nochmal überdenken - selbstverständlich nur unter der Voraussetzung, dass es ein Interesse an einem USA Urlaub gibt. Wie wir in diesem Forum ja erleben, gibt es durchaus auch andere schöne Ziele auf dieser Erde.
--- Ende Zitat ---
Ich will nicht die Welt verändern, sondern mit mir selbst im reinen sein. Meiner Meinung nach gibt es überhaupt kein Reiseziel auf dieser Welt, bei dem man "sich einschränkt" oder "ohne Not" leiden müsste, wenn man nicht dort war bzw. sein kann/will. Es gibt so viele wunderbare Ziele, man kann sowieso nicht alle sehen. Daher schränke ich mich ohne jegliche Schmerzen ein.
Wenn ich so einen Menschen wie Trump persönlich kennen würde, würde ich keinen Kontakt mit ihm haben wollen und in diesem Fall bedeutet das eben, dass ich nicht in das Land reise, das er regiert. Wie gesagt, habe ich schon bei Bush schon so gemacht und in dieser Zeit viele andere schöne Ziele kennengelernt.
serendipity:
Schockiert von der Wahl war ich ebenfalls, ich hatte wirklich nicht geglaubt, dass es zu diesem Ergebnis kommen kann.
Ich kann eventuell noch nachvollziehen, wenn viele Trump gewählt haben, um dem Establishment sozusagen "eins auszuwischen". Nicht nachvollziehen kann ich, dass wohl viele real Hoffnung darauf setzen, dass Trump etwas für sie tun wird.
An meinem Reiseverhalten wird sich jedoch nichts ändern, der Nordwesten, New York (immer wieder) und evtl. mal wieder Florida bleiben auf meiner Liste ganz weit oben. Vielleicht ändert sich das, sollte es wirklich zu Unruhen kommen, die ich jedoch für die nächsten zwei Jahre ausschließe. Sollte ich jedoch zukünftig mein Visum unter erschwerten Umständen im Konsulat besorgen müssen, gibt es ja so viele Ziele auf der Welt - vor allem auch in Europa selbst - die einen Besuch wert sind.
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