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And the winner is...Trump

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Michael:
...und um den Bogen zum Thema "Reise" zu schließen: Auf SPON ist eine Betrachtung darüber, in wie weit Trumps Sieg dem Tourismus schaden kann.
http://www.spiegel.de/reise/aktuell/usa-bleiben-jetzt-die-touristen-weg-a-1120442.html

Rainer:

--- Zitat von: Horst am 11. November 2016, 21:55:15 ---Der Einreise-Nervfaktor hatte sich ja seit 9/11 schon deutlich erhöht aber wenn ich an die letzte Horror-Einreise in New York im Sommer mit meiner Tochter denke - das war wirklich so, dass man sich denkt nie wieder USA - und da war Trump noch nicht in Amt und Würden.
Sowas an Willkür habe ich noch nie erlebt

--- Ende Zitat ---

Mit anderen Worten: mit Trump hat und hatte das überhaupt nichts zu tun. Ein willkürlicher Beamte (eine seit eh und je gefürchtete "Komplikation", das ist natürlich ein Riesenpech, wenn man so einen Idioten antrifft) in Obamaland. Was hat sich in Sachen Einreise verbessert, als Obama das Amt nach Bush antrat? Genau gar nichts.

Wir fahren seit 1996 in die USA (wer war damals eigentlich Präsident?) und eines kann ich ganz sicher sagen: der jeweils aktuell regierende Präsident hat auf keiner einzigen unserer Reisen in irgendeiner Form eine Rolle gespielt, ich müßte sehr angestrengt nachforschen, um den einzelnen Reisen überhaupt historisch den jeweiligen Präsidenten zuordnen zu können. Und ich gehe davon aus, dass ich im April nächsten Jahres nicht bemerke, ob nun Trump inzwischen sein Amt angetreten hat oder ob doch noch irgendein Wunder geschehen ist...

Ich kann einfach diese vermeintlichen Zusammenhänge und  Zuordnungen nicht nachvollziehen. Ich kann mich sogar an Zeiten erinnern, da brauchte man wirklich ein richtiges Visum (auch als Deutscher), um in die USA einzureisen. Ist lange her, aber es war nicht immer so wie heute. Und die dämlichen ESTA Fragen waren schon auf dem grünen Zettel, der im Flieger ausgefüllt werden muss, nicht sonderlich intelligent oder gar menschenfreundlich. Ich erinner mich daran, dass gleich in der ersten Frage nach einer (geistigen?) Behinderung gefragt wurde, wie ekelhaft menschenverachtend ist denn so eine Frage? Dennoch hat sich da auch keiner drüber aufgeregt (außer ich mich selbst, weil ich nicht sicher war, ob ich da ja oder nein ankreuzen musste, denn die Frage war umständlich gestellt und ich war schwerbehindert) dabei ist das nun wirklich eine widerliche Frage.

Wer wegen Trump nicht mehr in die USA fliegen will, der soll das so machen, habe ich kein Problem mit. Ich verstehe es nur einfach nicht, aber das ist ja auch nicht notwendig.

Zum SPON Artikel fällt mir (leider wie üblich) nur folgendes ein: "Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter wie es bleibt oder es ist". Mindestens so sinnfrei ist der Inhalt (wenn man das überhaupt Inhalt nennen kann). Superschlecht. Da steht nun wirklich überhaupt nichts an greifbarem Inhalt drin. Nur dass u.a. Lisa von Twitter nicht in die USA fliegen will. Dann soll sie es lassen.

P.S.: Ich habe gerade einen langen Artikel aus der NY Times gelesen, der beschäftigt sich mit Trumps vermeintlichen Plänen, Obamacare quasi als erste Amtshandlung abzusetzen. Schon jetzt schränkt Trump seine großmäulige Ankündigung ein, außerdem wird dem Leser erläutert, dass es für eine komplette Absetzung einer sog. "Supermajority" (Supermehrheit) im Senat bedarf, in Zahlen heißt das 60 Stimmen Überzahl und das ist angeblich gar nicht so einfach, man geht davon aus, dass das wahrscheinlich nicht erreicht wird. Trump ist noch nicht einmal im Amt und macht schon die ersten halben Rückzieher.

Horst:
Natürlich haben eine Einreise die einer Behandlung von Schwerstkriminellen gleicht, wenig mit dem gerade handelnden Präsidenten zu tun. Allerdings immerhin ein wenig schon, denn er könnte solche Abläufe als Präsident ja beeinflussen - aber da z.B. der jetzt hochgelobte Obama auch Guantanamo Bay nicht abgeschafft hat, standen Themen bei denen es um die Würde von Nicht-Amerikanern geht, zuletzt nicht unbedingt ganz oben auf der To-Do-Liste der US-Präsidenten. Da würde ich jetzt bei Trump auch nicht gerade mehr erwarten.

Also das eine muss man vom anderen trennen und beim anderen geht es darum ob man sich generell in einem Land wohlfühlt. Woran man das festmacht liegt bei jedem Menschen anders.
Meine Aussage, dass ich Christina's Äußerung verstehen kann, bezieht sich darauf, dass ich mir durchaus vorstellen kann, dass man sich unter einem Volk, dass mehrheitlich unterstützt und für richtig hält dass:

- Mexikaner alles Kriminelle und Vergewaltiger sind
- Muslime bestenfalls Menschen zweiter Klasse denen man generell die Einreise verwehren sollte
- Schwarze, Schwule, Frauen oder einfacher gesagt alles was nicht der weiße Mann ist auch rangniedriger einzustufen ist
- man sich um die Entwicklung des Klimas auf der Welt (als mit einer der Nationen die es am meisten belasten) einen Dreck schert
- der das Internet nach seinem Gusto einschränken möchte
- der in den USA deutlich mehr Waffen und weniger Kontrolle (u.a. auch die Abschaffung Waffenfreier Zonen an Schulen) haben möchte
u.v.m.

Natürlich kann man sagen, das passiert anderswo auch so.
Man kann aber auch sagen, dass man sich unter Leute mit solcher Geisteshaltung nicht (mehr) wohlfühlt.

Trump als Präsident selbst spielt dabei keine Rolle. Die Leute haben ihn ja bereits in seinen Aussagen unterstützt und mitgetragen. Das wirklich schlimme für mich ist nicht das Trump Präsident ist (die Meinung kann sich allerdings noch ändern je nachdem welches Chaos er anrichtet) sondern, dass man ihn gewählt hat - was ich monatelang für undenkbar hielt.

Für mich persönlich ist die Präsidentschaft Trumps kein alleiniger Grund nicht mehr in die USA zu reisen.
In der Kombination mit anderen Faktoren (Kosten, nervige Einreise, nachlassende Gastfreundlichkeit, und wie von Freunden zu hören war Heerscharen asiatischer Besucher im Westen) werde ich es mir in Zukunft aber mehr als gut überlegen.

Rainer:

--- Zitat von: Horst am 12. November 2016, 13:27:49 ---dass ich mir durchaus vorstellen kann, dass man sich unter einem Volk, dass mehrheitlich unterstützt und für richtig hält dass:

--- Ende Zitat ---

Naja, genau da sehe ich aber das Problem. Ich frage mich sehr ernsthaft, ob wirklich jeder, der Trump gewählt, diese ganzen Parolen auch mit voller Inbrunst unterstützt (was ich persönlich eigentlich nicht glaube), oder ob viele Leute einfach mit "Ohren und Augen zu und durch" jetzt Trump gewählt haben, weil sie sich irgendeine Verbesserung (wovon auch immer) erhoffen. Natürlich hat Trump so ziemlich jede Plattheit ausgesprochen und keinen Fettnapf ausgelassen, nur um eine Wahl zu gewinnen. Aber ich glaube immer noch an das Gute im Menschen (auch hier), dass das dennoch nicht "das Volk" ist, welches wirklich diese Standpunkte vertritt, sondern das sind extreme Standpunkte und viele werden gar nicht jede Äußerung kennen (würde ich einfach mal vermuten).

Das Volk ist doch unbestrittenermaßen morgen das gleiche wie gestern. Wir werden sehen (und das sollte man wirklich abwarten), was von den ganzen Sprüchen und Beleidigungen übrig bleibt und was letztendlich nachher umgesetzt wird. Dass sich ein ganzes  Volk mit diesen wilden Plattitüden wirklich identifiziert, halte ich für sehr unwahrscheinlich.

Unabhängig davon sehe ich es leider auch so, dass sich die Grundsituation in den USA dahingehend verschlechtert hat, als dass das Tourismusaufkommen überproportional gestiegen ist und u.a. auch viele asiatische Gäste durch sehr "einnehmendes" Verhalten (um keine böseren Begriffe zu nennen) auffallen und leider viele Nationalparks an Attraktivität eingebüßt haben. Aber andererseits kann ich für mich (und Du sicher für Dich genauso) auch sagen, dass wir von den ganzen großen Hauptattraktionen die meisten schon zur Genüge gesehen haben, unser USA Urlaub hat sich im Laufe der Jahre mehr in Richtung kleinerer und nicht ganz so überlaufener Orte orientiert und das wird sich auch nicht mehr großartig ändern. So dass wir insgesamt (bis auf wenige Ausnahmen, beispielsweise übt Moab und Umgebung nach wie vor eine große Anziehungskraft auf uns aus) gar nicht so sehr betroffen sind, was diese Problematik betrifft. Ob sich die Einreise noch einmal verschärfen wird, das muss man abwarten, das kann man heute ganz sicher nicht vorausschauend sagen und dass das Preisniveau angezogen hat, das ist nicht nur eine Frage des Tourismus, sondern natürlich eine Folge der nachlassenden Dollarschwäche (man muss es ehrlicherweise so herum formulieren, denn die ganz billigen Zeiten 2008 ff. waren einem extrem schwachen Dollar geschuldet, das Niveau von heute kenne ich durchaus auch noch aus DM-Zeiten), die auch spezifisch nichts mit der amerikanischen Außenpolitik zu tun hat sondern primär unserer Europolitik geschuldet ist.

Ich freue mich jedenfalls auf nächstes Jahr im April und ich werde berichten, ob die USA noch ein attraktives Reiseland sind oder nicht und was man vielleicht noch verbessern könnte... vorausgesetzt, man läßt uns herein.  :o

Horst:

--- Zitat von: Rainer am 12. November 2016, 14:04:20 ---Ich frage mich sehr ernsthaft, ob wirklich jeder, der Trump gewählt, diese ganzen Parolen auch mit voller Inbrunst unterstützt (was ich persönlich eigentlich nicht glaube), oder ob viele Leute einfach mit "Ohren und Augen zu und durch" jetzt Trump gewählt haben, weil sie sich irgendeine Verbesserung (wovon auch immer) erhoffen.

--- Ende Zitat ---
Glaubst Du wirklich, dass Trump's Wähler seine Äusserungen (da könnte man noch einige Leckerbissen aufzählen > siehe hier ) einfach nicht mitbekommen haben?

Im Gegenteil - während seiner Veranstaltungen wurden seine Solgans doch von der Menge wie paralysiert im Chor skandiert.
Diesen selbstverliebten Vollhonk nur zu wählen um Clinton eins auszuwischen ...?

Ich befürchte einen Wandel in der amerikanischen Gesellschaft und das Aufbrechen vieler Probleme (z.B. die Rassenproblematik) die man seit Jahren versucht unter den Teppich zu kehren.
Siehe dazu auch:
http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/usa/id_79528300/hasskriminalitaet-in-usa-donald-trump-und-die-furcht-vor-dem-dunklen-amerika-.html

Speziell zu Trump - spekulativ aber irgendwie schon hochinteressant:
http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/usa/id_79527512/donald-trump-doppelrolle-als-praesident-und-unternehmer.html

 

Trotz allem - Humor nicht verlieren.
Das haben sich auch die Türken gedacht, die nun ihre Bürger vor Reisen in die USA wegen den Trump-Unruhen warnen:
https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/11/13/aufstand-gegen-trump-tuerkei-warnt-buerger-vor-reisen-in-die-usa/
 ;)

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