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Nebenan - Nachbarschaftshilfe
nordlicht:
Ich bin bei der US-Version nextdoor angemeldet. Das ist vor allem ein Flohmarkt, Meldestelle für entlaufene Hunde, Katzen, Hühner etc, und Nachrichtenbörse bzw. Tratschecke. Die übliche Nachbarschaftshilfe wie Paket annehmen, Eier schnorren etc. läuft immer noch auf die altmodische Art. Nextdoor spricht dafür ein wesentlich größeres Publikum an, da dort das ganze Viertel vertreten ist. Ich würde das also nicht als Ersatz zu dem normalen Miteinander unter Nachbarn ansehen sondern als Ergänzung.
Christina:
Wir wohnen hier im Dorf erst seit knapp vier Jahren, die Nachbarn waren aber von Anfang super nett, Pakete nehmen wir immer gegenseitig an, wenn wir in Urlaub fahren, haben die einen Nachbarn die Schlüssel und leeren den Briefkasten, die anderen Nachbarn informieren wir, dass wir nicht da sind, dann wird immer besonders aufmerksam geschaut, wegen der bei uns hohen Gefahr von Einbrüchen. Man sitzt auch mal auf der Terrasse zusammen und trinkt etwas. Eine Registrierung brauche ich daher nicht. Ich denke, das ist hauptsächlich in Mehrfamilienhäusern interessant, wo man oft nicht mal die nächsten Nachbarn kennt, vor allem bei sehr großen Häusern. Das hatte ich in früheren Wohnungen oft, vielleicht hätte ich damals so eine Möglichkeit genutzt, andererseits bin ich oft umgezogen und war unter der Woche tagsüber eigentlich nie zu Hause, daher war auch nichts mit Pakete annehmen o.ä.
Rainer:
Ich habe noch nicht verstanden, was denn das besondere an www.nebenan.de ist? Pakete nehme ich sowieso immer an (ich bin ja auch als einziger die ganze Zeit zu Hause, bei mir landet fast alles), Lebensmittel habe ich noch nie nach gefragt und bin auch nie gefragt worden, die Haustürschlüssel haben wir über Kreuz getauscht und bei Urlaub wird auch über Kreuz die Post aus dem Briefkasten geholt und die Blumen gegossen.
Das ist meiner Meinung nach der Normalfall. Klingt auch alles nach mehr, als es ist.
Birgit:
Na ja, man hat vielleicht zu den unmittelbaren Nachbarn Kontakt, aber doch nicht zu allen im Umkreis der nächsten 200 Meter oder so... Und ich würde nie irgendwo 3 Häuser weiter klingeln um herauszufinden, ob da vielleicht jemand lebt, der bereit wäre in meinem Urlaub den Kanarienvogel zu versorgen, sofern sich hier im Haus niemand findet.
Rainer, bei euch ist das ja anders, da kennt man sicher jeden in der Straße. Es ist ja deutlich übersichtlicher bei euch.
Ich finde es für städtische Bereiche ganz gut. Man kann beispielsweise herausfinden, wen man mal für eine Runde Federball oder einen Spaziergang fragen könnte oder wo ein netter Mensch für einen schnellen Kaffee oder ein Glas Wein zu haben wäre, wer mich ggf. mal zum Bahnhof bringen würde vor einer Reise. Und ich persönlich würde liebend gerne "hier!" schreien, sollte ein Katzensitter gesucht werden.
Das erfordert ja schon ein bisschen mehr Aufwand und Interesse an der Nachbarschaft als mal eben ein Päckchen entgegenzunehmen oder eine Kopfschmerztablette zu spendieren.
Dummerweise spielt sich das Leben zumindest hier so gar nicht auf der Straße ab, sodass ich es nicht schlecht fände mal mit den Nachbarn in Kontakt zu kommen, die ein paar Meter weiter sind, schon allein um der städtischen Anonymität entgegenzuwirken.
In meinem Viertel sind so etwa 30 Menschen angemeldet, was schon deutlich mehr ist als vor einigen Monaten, als ich auf diese Seite das erste Mal gestoßen bin. Aber ich denke, es wird wieder mal an der komplizierten Anmeldeprozedur scheitern, von der ich gerade nicht weiß, ob ich sie gut finde (keine Fake-Profile, weniger oberflächlich Neugierige, die dann nicht wirklich mitmachen wollen) oder ob ich sie doof finde, da die Hürde schon deutlich höher liegt als normal...
Man gibt seinen vollen Namen und Adresse an ohne zu wissen, was davon dann allen angezeigt wird, wem genau und in welcher Weise - finde ich unheimlich!
Andrea:
Danke für eure Einschätzungen. Ich bin in der Tat sehr neugierig und fände es sogar gut, wenn es irgendwo in der Nachbarschaft jemand gäbe, der während meines Urlaubs meine Tageszeitung bekommt (im Moment gebe ich sie frei und der Verlag spendet sie dann irgendwo hin, wo ich nicht weiß wohin genau) oder wenn jemand mal ein paar Stunden Nachhilfe in Mathe bräuchte oder meine ganzen Krimis (zum großen Teil auf Englisch) adoptieren würde. Aber wenn man sich beim Anmeldeprozess so nackig macht (was ich ja auch irgendwie verstehe), dann hält es mich doch ab.
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