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Japan - ein paar Fragen zur Planung
Moottley:
Hallo zusammen :),
ich bin gerade dabei, eine Japanreise für November zu planen und da sind bei mir ein paar Fragen aufgetaucht:
Muss man bei den klassischen Tagesausflügen (Matsushima, Nikko, Hakone, Nara, Hiroshima, Vulkan Aso, Nagasaki) den kompletten Weg zu den Sehenswürdigkeiten durchplanen, oder reicht es bis zum Bahnhof der jeweiligen Stadt zu planen?
Generell was die Planung angeht: Ich lese sehr oft von prall gefüllten Leitz-Ordnern für eine 14-tägige Reise. Ist das tatsächlich nötig?
Woher weiß man, welche Züge und Busse reserviert werden müssen und welche nicht?
Ich habe auch ein paar Orte gefunden, die in den Reiseberichten fast gar nicht auftauchen, wo ich aber unheimlich gerne hinreisen möchte (Dewa-Sanzan in Yamagata und Dogashima und Cape Irozaki auf der Izu Halbinsel). Es scheint schon sehr aufwendig, dort hinzukommen. Meint ihr, man geht in diesen nicht ganz so touristisch erschlossenen Gebieten schnell verloren, oder mache ich mir da umsonst Sorgen? Wir haben keine Japanischkenntnisse.
Ich mache mir ein bisschen Sorgen um die Menschenmassen. Wie "schlimm" ist das wirklich, und kann man sich in die Parks und Gärten retten wenn es einem zu viel wird, oder ist es da auch immer sehr voll? Ich kann das für den November schlecht einschätzen, da findet man von "nichts los" bis "Hauptreisezeit wegen Blätterfärbung" eigentlich alles.
Ich freue mich über jede Antwort :)
Viele Grüße,
Moottley
andi7435:
Ich versuche mal dir zur Antworten.
Punkt 1: du solltest es soweit durchplanen, dass du weisst, welche öffentlichen Verkehrsmittel du nehmen musst. Also Linie 8 fährt ab Bahnhof bis zur Sehenswürdigkeit A. Hilft ungemein.
Punkt 2: Leitz-Ordner brauchst du nicht mehr. Geht auch als PDF-Dokument auf den Smartphone. Ansonsten wie du es sonst auch hälst.
In den Shinkanzen gibt es prinzipiell auch nichtreservierte Sitze, besser ist aber zu reservieren. Du darfst dich auch nicht auf einen reservierbaren Platz ohne Reservierung setzen. Überlandbusse habe ich keine Erfahrung.
Du machst dir umsonst sorgen. Musst nur alles im Vorfeld perfekt planen.
Ich war bisher 2x in Japan. Einmal Kirschblüte und einmal im Oktober. Kirschblüte war in Tokio extrem schlimm, war aber immer noch zum aushalten. Die Japaner sind einfach auf Distanz bemüht.
Ansonsten empfehle ich dir das Vielfliegerforum. Da gibt es diverse Reiseberichte zu Japan und auch viele Planungsthread im Unterforum Asien http://www.vielfliegertreff.de/index.php.
Flicka:
Hallo und willkommen in Forum!
Wenn ich mir deine Reisepläne so anschaue, dann denke ich zuerst, dass du sicher mindestens vier Wochen dort bleiben willst, aber da du selbst 14-tägige Reisen ansprichst, bleibst du evtl. doch "nur" 2 Wochen?
Ich bin auch nicht ganz sicher, wie die Reise insgesamt aussehen soll. Ab wo willst du z.B. "klassische Tagesausflüge" zum Mount Aso oder nach Nagasaki unternehmen? Nagasaki ist als Stadt sicher gut individuell bereisbar, ohne dass man sich da im Vorfeld die Wege genau heraussucht, aber Mount Aso liegt eher ländlich, und du kommst dort im Moment nicht zum Krater, siehe auch hier http://www.japan-guide.com/e/e4552.html
Die Izu-Halbinsel scheint wohl ziemlich gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen zu sein, von daher sollte das machbar sein. In eher ländlichen Gebieten herumzukommen kann aber stressig werden, wenn man wenig Zeit hat, es dort wenig öffentliche Verkehrsmittel gibt und man z.B. auf einen bestimmten Überlandbus angewiesen ist. Dazu kann ich nur empfehlen, bei Japan-guide.com Infos zu sammeln, im dortigen Forum zu fragen und evtl. die zuständigen Touristeninformationen per e-mail zu kontaktieren, wenn Infos zu Bussen usw. nicht auf englisch im Internet zu finden sind. Und man mus auch klar sagen: Nicht alles macht ohne Auto Sinn. Bei einigen Zielen geht viel Zeit dafür verloren, überhaupt hin- und wieder wegzukommen, oft geht das dann sinnvollerweise nur mit Übernachtungen in der Umgebung. Andererseits gibt es so viele Ziele, die gut zu erreichen sind, dass ich persönlich bei einer ersten Japanreise eher versuchen würde, auf den etwas ausgetreteneren Pfaden unterwegs zu sein. Wer das nicht will, dem bleibt nur viel Planung im Vorfeld oder die Bereitschaft, vor Ort auch mal verloren zu gehen. ;)
Die Menschenmassen können einem schon auf Dauer etwas zusetzen, aber dann hilft es, wenn man einfach mal nicht die Top-Ziele ansteuert, also z.B. nicht ausgerechnet zur Laubfärbung die Tempel in Kyoto besucht, die für die Laubfärbung berühmt sind.
Birgit:
Hallo und willkommen :)
Mit meiner bescheidenen Japanerfahrung von leider nur 11 Tagen will ich auch mal meinen Senf dazugeben:
--- Zitat ---Muss man bei den klassischen Tagesausflügen (Matsushima, Nikko, Hakone, Nara, Hiroshima, Vulkan Aso, Nagasaki) den kompletten Weg zu den Sehenswürdigkeiten durchplanen, oder reicht es bis zum Bahnhof der jeweiligen Stadt zu planen?
--- Ende Zitat ---
Ich war in der Planung ziemlich überfordert von den vielen ähnlich klingenden Namen und ähnlich aussehenden Tempeln an verschiedenen Orten. Besonders bei der Planung für Kyoto bin ich fast verzweifelt, weil ich so gar keinen Plan hatte zu Entfernung der Sehenswürdigkeiten voneinander und der Lage der einzelnen Tempel.
Letztlich hatte ich mir eine "Must-See_Liste" gemacht und alles am Rande irgendwie so mitgenommen.
In Nara hatte ich beispielsweise meinen Reiseführer vergessen, habe aber einen ganz guten Plan bei der Tourist-Info bekommen und in meinen Bookmarks einen ganz guten Vorschlag zum "Abarbeiten" gefunden.
Letztlich wird man sich ohnehin manchmal treiben lassen, das eine oder andere durch Zufall finden und auch etwas auf der Liste haben, wozu man dann einfach zu KO ist.
Meine Urlaubstage waren immer spannend und prallvoll. Und dann das eine oder andere nicht mehr pflichtbewusst abgearbeitet zu haben, war dann nie schlimm. Ich hatte jeden einzelnen Tag ausreichend genossen.
--- Zitat ---Generell was die Planung angeht: Ich lese sehr oft von prall gefüllten Leitz-Ordnern für eine 14-tägige Reise. Ist das tatsächlich nötig?
--- Ende Zitat ---
Habe ich seit vielen Jahren in keinem Land der Welt mehr dabei und meine Planung auf einige Notizen und angestrichene Stellen im Reiseführer zusammengeschrumpft.
Was ich mittlerweile schätze ist immer und überall und insbesondere in Japan per Pocket-WIFI online sein zu können: Eine schnelle Verbindung zu einem spontanen Abstecher zu einem weiteren Tempel nachsehen, die Öffnungszeiten einer Sehenswürdigkeit checken, die Dauer des Fußweges zum nächsten Punkt abschätzen können. Ich hätte es gerade mit Öffis in Japan unterwegs nicht missen wollen. Google Maps hat mir immer den Weg gewiesen.
--- Zitat ---Woher weiß man, welche Züge und Busse reserviert werden müssen und welche nicht?
--- Ende Zitat ---
Ich war in der zweiten Oktoberhälfte unterwegs und hatte nur einen Überlandbus konkret reserviert, was auch nicht anders gegangen wäre. Alles andere ging auf den üblichen Touristenrennstrecken auch ganz prima so.
--- Zitat ---Ich mache mir ein bisschen Sorgen um die Menschenmassen. Wie "schlimm" ist das wirklich, und kann man sich in die Parks und Gärten retten wenn es einem zu viel wird, oder ist es da auch immer sehr voll?
--- Ende Zitat ---
Tokio war punktuell sehr voll, die U-Bahnen insbesondere in der Rush Hour, aber nicht den ganzen Tag.
Die Japaner haben gelernt mit ihrem wenigen Platz auszukommen, niemanden zu belästigen, keine Unruhe zu schaffen.
In einer gestopft vollen U-Bahn in Tokio ist es ruhiger und entspannter als in so mancher Vorortbahn zwischen Gotha und Eisenach, wenn eine einzige kleine krakelende kulturbeflissenee Damengymnastikgruppe den jährlichen Ausflug macht.
Als ich es einmal auf einem Bahnhof eilig hatte, teilte die Menschenmenge sich vor meinem Köfferchen und mir wie das Rote Meer vor Moses und seinem Volk, während ich hochrot vorwärts hastete.
Volle Tempel fand ich in Indien toll, in Japan mochte ich die leeren Tempel lieber. Und mit Shoppingfreaks vollgestopfte Innenstädte sind in Japan nicht schlimmer als im Ruhrpott. Beides fand ich manchmal nervig, war aber nicht allzu oft in solchen Situationen.
Man muss sich Japan aber nicht so vorstellen, dass es immer und überall voll ist. Allerdings musste ich bei meinen auf den ersten Blick idyllischen Bildern vom Goldenen Tempel in Kyoto schon ein bisschen grinsen bei dem Gedanken daran, dass ich mich nach vorne zum Blick durchgekämpft hatte und hinter mir die Menschen sich gegenseitig mit ihren Selfiesticks fast die Köpfe einschlugen aus Versehen.
Schlangen vor Sehenswürdigkeiten hast du manchmal ebenso wie auch in New York vor dem Empire State Building oder in Paris vor dem Louvre, aber eben nur manchmal.
Ich fand, dass recht wenige Autos unterwegs waren. An Staus mit Hupkonzerten und Rußwolken kann ich mich nicht erinnern, auch das entspannte die ganze Situation immer sehr.
Und wenn es dir mal irgendwo zu voll wird, findest du dennoch immer irgendwo ein nettes ruhigeres Plätzchen wie eine Bank in einem Park, ein Café, einen nicht so vollen Tempel...
Ich fand Japan toll und weitaus entspannter und spannender als ich es mir zuvor ausgemalt hatte. Und ich hoffe, dass ich in den nächsten Jahren nochmals hinkomme. Am vergangenen Wochenende war ich in Düsseldorf im japanischen Viertel und habe dort bei den wirklich wie in Japan aussehenden Lokalen und bei den vielen japanischen Supermärkten usw. richtig Sehnsucht bekommen...
Genieße die Vorbereitung, du kannst dich auf ein wirklich interessantes Land freuen!
Rainer:
--- Zitat von: Moottley am 21. Juni 2017, 12:20:46 ---Generell was die Planung angeht: Ich lese sehr oft von prall gefüllten Leitz-Ordnern für eine 14-tägige Reise. Ist das tatsächlich nötig?
--- Ende Zitat ---
Diese Frage ist sicherlich allgemeingültig und nicht nur auf Japan anzuwenden. Bei Urlaubsreisen prallen immer die verschiedensten Mentalitäten aufeinander, der eine läßt es eher ruhiger angehen, der andere will so viel sehen wie möglich, der nächste bereitet sowieso nichts vor und läßt sich treiben, dann wollen einige hochwertige Fotos schießen und richten den Urlaub danach aus und dann gibt es auch viele Menschen, die einfach nur abhängen wollen. Und und und ... es gibt sicher noch x Varianten mehr.
Irgendeiner von denen wird sicherlich einen prall gefüllten Leitzordner mitnehmen und wird auch ohne diesen Ordner nicht glücklich sein. Aber ob Du dazu gehörst, das kann das Forum Dir sicher nicht beantworten, das mußt Du selbst herausfinden. Die Frage allein schon klingt allerdings danach, dass Du eher nicht zu den Leuten gehörst, die einen solchen Ordner unbedingt mitnehmen müssen.
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