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Macht euch das Corona-Virus Angst?

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Birgit:
Silke, ich bin gerade etwas fassungslos:

Ein Medikament gibt es ja bereits, es ist bloß noch nicht zugelassen...
Trump ist unberechenbar...
Inkubationszeit 14 Tage - da bist du dann schon wieder zu Hause...
Bei den meisten gibt es einen harmlosen Verlauf...
Ob die Epidemie anhält, ist dir nicht so wichtig, du kannst dich überall anstecken...
Und deine größte Sorge ist das Buchen von Nationalparkunterkünften...

Ich bin sicher keine der Panikmacherinnen und wage es meinen Klopapiervorrat auf 3 Rollen schrumpfen zu lassen, bevor ich neues kaufe.

Und ich bin auch niemand, der sich nun zu Hause einschließen wird aus Altruismus heraus und der heroischen Haltung, dadurch etwas für die Menschheit zu tun.

Und auch ich denke darüber nach, dennoch in 2 Wochen zu verreisen, wenn auch nicht so weit weg. Ich tue es aber mit deutlich weniger Kaltschnäuzigkeit und immer mit der Option im Hinterkopf, dass es aus Gründen der Sicherheit vielleicht auch 2 Wochen Urlaub zu Hause oder eine Kombination verschiedener Städtetouren in Deutschland wird.

Nach meiner Information gibt es kein Medikament, man probiert so gerade eben Wirkstoffe aus und hofft, im Sommer 2021 einen Impfstoff zu haben.
Trump ist unberechenbar, das ist richtig - aber Einreisesperren sind kein Trump-Problem, weil beispielsweise Indien auch ab heute alle Reisenden ausschließt, ebenso wie viele andere Länder, und auch Quarantäne-Maßnahmen angeordnet werden. Schlicht: Die Welt ist diesbezüglich gerade unberechenbar.
Die Inkubationszeit kann deutlich kürzer sein. Und woher willst du wissen, dass du oder dein Mann oder eure Freunde zu denen mit leichtem Verlauf der Krankheit gehören würden? Und nachdem Covid-19 seit heute Pandemie ist, könntest du dich u. U. in den USA weiß Gott nicht ebenso gut behandeln lassen, weil eine Menge Reisekrankenversicherungen in solchen Fällen nicht zahlen.
Und ob die Epidemie anhält und wie lange, ist sehr wohl wichtig, denn du bist Teil des Ganzen. Und auch wenn du nicht mehr arbeitest, so ist zu befürchten, dass das Virus einen nicht so ganz unbedeutenden Teil der Wirtschaft lahm legt, sodass es sehr wohl für uns alle wichtig ist, damit umsichtig umzugehen, sodass alle Staaten einen guten Grund haben die Geschichte unter Kontrolle zu bringen, auch wenn die Versuche manchmal hilflos und überstürzt wirken.

Ich will hoffen, dass ich hier zu schwarz sehe, aber leider kann ich mir gerade nicht verkneifen, deine Sätze mit mehr als nur einem stillen Kopfschütteln vor dem Bildschirm zu quittieren. Und ich hoffe, dass ich nur gerade davon auf dem falschen Fuß erwischt wurde oder gerade selbst ein wenig empfindlich bin.

Rainer:

--- Zitat von: Birgit am 12. März 2020, 16:40:51 ---Nach meiner Information gibt es kein Medikament, man probiert so gerade eben Wirkstoffe aus und hofft, im Sommer 2021 einen Impfstoff zu haben.

--- Ende Zitat ---

Das ist (zum Glück) nicht so ganz richtig. Im Sommer 2021 hofft man zwar einen Impfstoff zu haben, der dann wie eine Grippeimpfung vor der Ansteckung schützt, aber es gibt in der Tat sehr viel versprechende Medikamente bereits JETZT, die einen kranken Patienten heilen sollen. Als potentiell wichtigster Kandidat wird "Remdesivir" genannt, dieses Medikament ist bereits auf dem Markt und wurde einst gegen den Ebola Virus eingesetzt. Auf Grund seiner Wirkungsweise vermutete man, dass es wahrscheinlich auch beim Corona Virus anschlägt und hat erste Menschen damit geheilt. Damit es eine endgültige Zulassung bekommt, muss es aber in randomisierten sog. "Phase-3-Studien" seine Wirksamkeit gegen Plazebos unter Beweis stellen, gelingt das (und davon geht man aus), wird das Medikament für die Behandlung von Corona freigegeben und kann eingesetzt werden. Diese Phase-3-Studien sind sowohl in China als auch in den USA bereits angelaufen, in China wird es an 1.000 Patienten getestet.

Mit etwas Glück wird das Medikament in wenigen Wochen schon verfügbar sein. Aktuell gibt es auch ein zweites Medikament, dazu kann ich leider weniger sagen, aber in den unten verlinkten Artikeln steht da auch etwas dazu, welches auf andere Weise arbeitet und wirkt, aber ebenso hoffen läßt, dass man damit schwer erkrankte Patienten heilen kann. Es sieht also wirklich nicht so schlecht aus in der Entwicklung der Medikamente, einzig der Königsweg, einen präventiven Impfstoff, das ist noch ein weiter Weg. Aber wenn man ein Medikament hat, welches bei den schweren Verläufen die Heilung sichert, dann hat man aus meiner Sicht auch wirklich viel gewonnen. Besser als gar nichts in jedem Fall.

Hier ein aktueller Artikel dazu: https://www.br.de/nachrichten/wissen/neue-hoffnung-im-kampf-gegen-das-coronavirus,Rs5X9og

Parallel dazu wird auch an weiteren Medikamenten geforscht, mit einer Kombination eines AIDS Präparats und Malaria Medikamente hat man angeblich auch eine schwer kranke Frau heilen können. Aber wie schnell das zu einer Therapie ausgebaut werden könnte, kann ich nicht beurteilen.

Birgit:
Das sind gute Nachrichten. Dann will ich mal hoffen, dass wirklich bald etwas Wirksames auf den Markt kommt und entsprechende Hoffnungen sich nicht zerschlagen.

Horst:
Zur Lage und zum einem Ausblick der nächsten Monate empfehle ich den Podcast mit Dr. Christian Drosten von heute:
https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html

Dr.Drosten beschreibt darin einige Szenarien die denkbar sind.
Er sagt u.a. dass diese extremen Maßnahmen (Veranstaltungsexodus usw.) jetzt nur am Anfang Sinn machen, in ca. 4 Wochen nicht mehr.
Der interessanteste Teil kommt so ab Minute 22.
Ich gehe davon aus (da er Hauptberater der Regierung ist) dass nächste Woche diverse Bundesländer ihre Schulen schließen.


Was die USA angeht - mal abgesehen von den Leuten die da hinreisen woll(t)en - die haben mein allergrößtes Mitgefühl weil ich nur zu gut weiß, wie man sich auf eine Reise freut.
Europa kann aber meiner Meinung nach fast nichts besseres passieren, als dass die USA ihre Grenzen gegenüber Europa bis zum 30.4. dicht machen. Denn das gilt dann auch umgekehrt mit den Flügen.
Ich gehe davon aus, dass die USA das Land sein dürfte, dass von den mehr oder weniger hochentwickelten Ländern am stärksten von Corona betroffen sein könnte.
Die USA machen lächerlich wenig Tests. Nur deshalb haben sie noch verhältnismäßig wenig Infizierte.
In den USA haben 30 Millionen Menschen keine Krankenversicherung - gehen also kaum zum Arzt.
Trump hat sein Übriges dazu getan keine Maßnahmen einzuleiten und dass, obwohl sein Land den kranken Chinesen am längsten die Einreise unkontrolliert erlaubt hat. Man braucht wenig Phantastie um sich vorzustellen was das in der Gesamtheit bedeutet.
Wenn Europa bereits wieder Licht am Horizont erkennen wird - werden die USA in ganz anderer Größenordnung getroffen werden.
Trump versucht sein Nichthandeln auf die Gouverneure der am meisten betroffenen Staaten abzuwälzen - aber Corona könnte ihn die fast sichere Wiederwahl kosten.

Christina:
Ilona, eine Reise ein paar Tage vorher abzusagen, ist ja schon schlimm genug, aber bereits am Flughafen zu sein -...., ich weiß noch wie fertig ich war, als unser Flug auf die Azoren nur um einen Tag verschoben wurde. Das tut mir wirklich sehr leid für euch.

Aber als schwacher Trost, wer weiß, ob ihr die Reise überhaupt hättet genießen können, man weiß ja nicht, was in den USA alles noch für Maßnahmen kommen, vielleicht schließen auch Hotels, weil zu viele Zimmer storniert werden oder Restaurants usw.

Ich bin vorsichtig optimistisch, dass die Situation vielleicht in zwei, drei Monaten besser ist, ob durch Medikamente oder weil die verschiedenen Maßnahmen greifen oder weil es wärmer wird. In China scheint es ja aufwärts zu gehen, aber dort war vermutlich auch die Abschottung besser.

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