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Alltag in Corona-Zeiten
Rainer:
--- Zitat von: Christina am 10. Juni 2020, 18:06:30 ---und es gibt so viele junge, die ebenfalls einen sehr schweren Verlauf hatten oder gar starben
--- Ende Zitat ---
Ne, eben nicht. Natürlich, bei fast 8 Milliarden Menschen sind auch junge Menschen dabei, die versterben. Aber genau beispielsweise hier bei Corona, sind prozentual super super wenige Patienten davon so tragisch betroffen. Aber klar, auf Milliarden von Menschen hochgerechnet, ergibt sich eine "große" Zahl. Das ist genau die Kritik, die ich an der Berichterstattung ausübe, sie operiert mit absoluten Zahlen (die natürlich im Kontext einer Erdbevölkerung immer hoch erscheint), anstatt mit relativen Zahlen und Wahrscheinlichkeiten zu operieren.
Es gibt nämlich genau NICHT "so viele junge Menschen", die daran verstarben.
Konkret: in Deutschland sind INSGESAMT ca. 100 Menschen an Corona gestorben, die unter 50 Jahre alt waren. Und unter 40 Jahren sind nur noch 40 Menschen gestorben. Und das auf 83 000 000 Einwohner.
P.S.: Um mal einen Vergleich zu haben. In Deutschland sterben alleine PRO MONAT(!) 10.000(!!) Menschen an den Folgen ihrer Nikotinsucht. Jeden Monat 10.000. In jedem Alter. Und wir reden jetzt hier über "lachhafte" 100(!!!) Menschen, die unter 50 sind und im Laufe der letzten 3 Monate an Corona verstorben sind. Verstehst Du jetzt vielleicht, warum ich das alles so skurril finde? Ist es denn nicht skurril? Es ist absurd, absolut absurd. Aber weil ich die trockenen Zahlen so nehme, wie sie sind, vergleicht man mich mit "Verschwörern". Was für ein Blödsinn.
Susan:
Tja, hinterher ist man immer schlauer ....
Ich habe die Lockdown-Maßnahmen auch immer für überzogen gehalten, zumindest hätte man -sprich die schlauen Leute - genauer über alle, nicht nur die gesundheitlichen, Konsequenzen nachdenken müssen. Noch dazu schien und scheint mir vieles unsinnig, unter anderem die ständige Berichterstattung. Doch mittlerweile, wenn ich so sehe, wie locker die Lockerungen genommen werden, frage ich mich, ob schwächere Maßnahmen denn vernünftig befolgt worden wären.
Mittlerweile geht mir vor allem das Gejammer über die Corona-Maßnahmen auf die Nerven. Und nach der Beobachtung in unseren weiten Bekanntenkreis samt Anhängsel klagen die am lautesten, die am wenigsten Grund dazu haben. Beispielsweise Paare mit sicheren Jobs und tollen Doppeleinkommen, die offenbar nicht mal zwei Monate ihre Kinder betreuen können ohne zu verzweifeln und nach Kita-Öffnung zu schreien. Wir sollten doch alle froh sein, dass es hier für die meisten so glimpflich abgelaufen ist bisher.
Für einige Leute hatte der Lockdown auch gute Seiten. Angefangen bei unserem Junior, der nun Geld spart, weil er nicht in den Club gehen kann. ;) Über die Freundin, die sich nicht aufraffen konnte, den verhassten Job zu kündigen und ihn nun endlich los ist. Bis zum Bekannten, dem die erzwungene Entschleunigung so gut getan hat, dass er nicht mehr kurz vorm Burn-Out steht.
--- Zitat ---In jedem Fall konnte man in den letzten Wochen viel über unsere Gesellschaft lernen ... dabei gab es aber auch viele positive Dinge, vor allem wie die Leute tapfer einfach versuchen, das Beste aus der Situation zu machen, was nicht überall einfach ist.
--- Ende Zitat ---
Wie wahr, leider überwiegt bei mir der negative Eindruck :(
Christina:
Na ja Rainer, auch bei den wenigen stark betroffenen Fällen möchte ich nicht dabei sein. In der Firma in der Peter hin und wieder bei Projekten mitarbeitet, gab es mehrere Corona Fälle. Ein 45 jähriger ohne Vorerkrankungen ist verstorben, ein weiterer (genaues Alter weiss ich nicht, aber deutlich vor der Rente) hat eine dauerhafte Lungenschädigung, kann nicht mehr arbeiten. Ich habe von einem kanadischen Musicalsänger am Broadway gelesen, Anfang 40, gesund, dem musste ein Bein amputiert werden, weil es zu Blutverklumpungen kam und man kann immer mal wieder Berichte von ehemaligen Kranken hören, wie heftig die Krankheit war, mit tagelangem hohen Fieber und danach wochenlanger Erschöpfung. Oder der Krankheitsverlauf bei Boris Johnson. Egal wie klein die Wahrscheinlichkeit dafür ist, sie existiert. Meiner Meinung nach wird von solchen Fällen viel zu wenig berichtet, man hat immer den Eindruck, es gibt die Toten (und das sind ja eh nur die Alten) und es gibt die, die wieder gesund sind und kaum Symptome hatten.
Und was das Rauchen angeht, das hat jeder selbst in der Hand, da braucht es keinen Lockdown.
Horst:
--- Zitat von: Christina am 11. Juni 2020, 18:17:28 ---Und was das Rauchen angeht, das hat jeder selbst in der Hand, da braucht es keinen Lockdown.
--- Ende Zitat ---
Nein, aber konsequenterweise ein generelles Rauchverbot bei 120.000 Toten pro Jahr durch Rauchen und 3000 Toten pro Jahr durch Passivrauchen, wohlgemerkt nur in Deutschland.
Die Raucher lässt man also einfach sterben (von den Gesundheitskosten für die Gesellschaft mal ganz abgesehen) und die Leute die wegen Corona einen schweren Verlauf haben könnten "schützt" man (durch u.a. Lockdown/Abgabe der Grundrechte), ob sie wollen oder nicht und wo im Moment niemand belegen kann, dass der Lockdown irgendwas gebracht hat.
Rauchen zu verbieten würde im übrigen auch nicht die Wirtschaft für die nächsten Jahre so schreddern, wie das der Lockdown geschafft hat, von den gesundheitlichen und psychischen Schäden die daraus entstanden sind, gar nicht zu reden.
Und was der Gag an der Geschichte ist, wenn das Virus doch wieder eine 2. oder 3. saisionale Hochkonjunktur haben sollte, wird man keinen 2.Lockdown mehr machen wollen/können - dafür ist schon alleine kein Geld mehr da (und auch kein Wille in der Bevölkerung).
Dann muss es genau so gehen, wie man es von vornherein hätte machen können - ein paar sinnvolle Regeln, Masken (die ja dank Herrn Spahn dieses mal ewig lange nicht zur Verfügung standen und hoffentlich dann auch genügend Ausrüstung im Medizin- und Pflegebereich), Abstand, keine Großveranstaltungen usw. und so durch die Krise.
Rainer:
--- Zitat von: Christina am 11. Juni 2020, 18:17:28 ---Na ja Rainer, auch bei den wenigen stark betroffenen Fällen möchte ich nicht dabei sein.
--- Ende Zitat ---
Das ist ja auch Deine Entscheidung. Dann fährst Du sicherlich auch nicht Auto, denn die Wahrscheinlichkeit, einen tödlichen Verkehrsunfall zu haben, ist x-fach so hoch, Du fliegst auch nie mehr, in die Sonne gehst Du sowieso nie mehr (Hautkrebs) usw.etc.pp.. Nicht genannt sind die ohnehin um Potenzen wahrscheinlicheren Todesursachen im Zusammenhang mit Herz/Kreislauferkrankungen und Krebserkrankungen. Wie kommst Du mit dieser massiven Bedrohung zurecht?
Das Leben endet mit dem Tod, für alle, und Corona ist nur eine einzige Option mehr. Eine relativ unwahrscheinliche dazu.
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