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Alltag in Corona-Zeiten
Silvia:
--- Zitat von: Silke am 18. April 2020, 06:03:37 ---Wir haben gestern gerade erfahren, dass meine Enkeltochter (1.Klasse) in diesem Schuljahr nicht mehr zur Schule gehen darf. Der Kleine mit 5 Jahren auch nicht mehr in die Kita.
--- Ende Zitat ---
In welchem Bundesland ist das?
Silke:
Brandenburg. Landkreis Oberhavel.
Die Kinder leiden so unter der Situation. Und man fühlt sich so wütend und hilflos, weil man nichts gegen so unnötige Entscheidungen, die den Empfehlungen so widersprechen, tun kann.
Horst:
Zumindest bei den Schulen ist halt das Problem, dass man die Klassen halbieren muss.
Doppelt so viel Lehrer gibt es über Nacht aber nicht. Also wird man Klassen in diesem Schuljahr komplett zu Hause lassen müssen.
Sehe da keine Alternativen. In Brandenburg geht der Schulbetrieb sowieso nur bis 24.6..
Das echte Problem könnte eher sein was danach ist - also nächstes Schuljahr ... da werden es auch nicht mehr Lehrer.
Entweder der Unterricht wird reduziert oder was anderes muss passieren. Außer das Problem hat sich bis dahin erledigt, was im Moment nicht zu erwarten ist.
Dazu kommt die Frage was passiert wenn es einen Coronafall in der Schule gibt. Wenn es dann gleich Schulschließungen gibt, kommen wir sowieso nicht weit.
Silke:
Ich sehe da schon eine Alternative: Montags und Mittwochs lernt die eine Hälfte und bekommt Aufgaben für die anderen Tage, Dienstags und Donnerstags die andere Hälfte. Und Freitags Kinder, die irgendwie vorbelastet sind. Dann hast du auch in den Schulbussen nur die Hälfte Kinder, oder die Eltern müssen eben die Kinder hinbringen. Und in den Pausen müssen ja die Kinder nicht unbedingt zusammen auf den Schulhof. Man kann ja die großen Pausen flexibler gestalten.
Dazu noch Mundschutzpflicht, dann düften keine Fällen an den Schulen auftreten.
Und "nur" bis 24.6., das sind noch fast 9 Wochen, zu den 2,5 Wochen die schon fehlen, sind das fast 3 Monate, in denen die Kinder unnötigerweise nicht beschult werden.
Rainer:
--- Zitat von: Horst am 19. April 2020, 15:11:19 ---Zumindest bei den Schulen ist halt das Problem, dass man die Klassen halbieren muss.
--- Ende Zitat ---
Nicht unbedingt. Nicht die Anzahl der Schüler pro Klasse ist das Problem, sondern die "Distanz" (es heißt ja auch "social distancing"). Ich bin als Schüler seinerzeit in das Albert-Einstein-Gymnasium in Kaarst gegangen, seinerzeit eine der größten (wenn nicht sogar die größte) Schulen in Deutschland. Als 59er Jahrgang war ich Schüler eines sehr starken Jahrgangs, die Klassen hatten damals bis zu 50 Schüler im Unterricht. Es gab 6 Parallelklassen (a bis f).
Heute steht diese Schule massiv leer, die halbe Anzahl Schüler (oder nochmals deutlich weniger) pro Klasse. Bei solchen Schulen wäre es also überhaupt kein Problem, quasi mit doppelter Anzahl Schüler dennoch die notwendigen Abstände einzuhalten. Heutige Klassen haben nicht einmal 20 Schüler pro Jahrgang, ich war damals in der "e" und unsere Klassenstärke lief auf ca. 45 Schüler hinaus. Wenn dann heute eine Klasse statt 16 Schülern auf 32 Schüler käme, wäre der Platz in der Klasse immer noch opulent. Selbstverständlich muss das im Einzelfall gecheckt werden, aber es ist ja eine bekannte Tatsache, dass die einstigen Riesenschulen heute größtenteils leer stehen. Glück im Unglück eigentlich - wieso sollte man nicht versuchen, das auszunutzen?
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