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Endlich spricht ein Politiker mal das aus, was ich schon lange denke.

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serendipity:
Ich freue mich über euren Optimismus und das eher pragmatische Denken - jedoch kann sich jeder von euch ja auch auf seine Weise schützen, indem er sich selbst nicht in Gefahr begibt. Rainer wandelt auf dem Friedhof, Susan arbeitet von zuhause, Junior muss nicht zur Uni usw.

Ich HÄTTE ab letztem Montag (27.4.) täglich mit zehn Kindern in einem Raum gesessen, von denen man bisher nicht weiß, ob sie Überträger sind (ohne Symptome) - da sieht die Corona-Welt dann doch anders aus, ebenso für Pflegekräfte, Polizisten, der Kassiererin an der Kasse usw. Ok, zunächst für Hessen gestoppt!

Ich bin durchaus für die teilweise Öffnung der Maßnahmen, aber immer nur, wenn der Schutz, der dort arbeitenden Menschen gesichert ist, denn diese können der Gefahr nicht aus dem Weg gehen. Ich selbst habe meine Rheuma-Therapie abgebrochen, weil die Medikamente das Immunsystem schwächen, Rheumaerkrankte gehören nämlich nicht zur Risikogruppe. Und mir ist eines klar, geht die Schule wirklich los, dann kämpfen wir tagtäglich mit den Mindestanforderungen an Maßnahmen: dem Händewaschen und dem Abstand!

Meine Schüler, mit denen ich täglich über Videofonie, Sprachnachrichten, Fotos usw. in Verbindung stehe, freuen sich auf die Schule, aber es ist die Schule früher, die sie natürlich mit dem Begriff verbinden. Das wir in Räumen nur zu 10 sind, Mundschutz tragen, nicht vom Platz dürfen, in den Pausen nicht miteinander spielen dürfen usw. - das ist für sie wirklich nicht vorstellbar und das sind Drittklässler! Übrigens wird es auch für uns Lehrer eine große Herausforderung, denn Frontalunterricht sind wir ebenfalls nicht gewohnt.

Silke:



--- Zitat von: serendipity am 29. April 2020, 18:22:53 ---Ich freue mich über euren Optimismus und das eher pragmatische Denken - jedoch kann sich jeder von euch ja auch auf seine Weise schützen, indem er sich selbst nicht in Gefahr begibt. Rainer wandelt auf dem Friedhof, Susan arbeitet von zuhause, Junior muss nicht zur Uni usw.

Ich HÄTTE ab letztem Montag (27.4.) täglich mit zehn Kindern in einem Raum gesessen, von denen man bisher nicht weiß, ob sie Überträger sind (ohne Symptome) - da sieht die Corona-Welt dann doch anders aus, ebenso für Pflegekräfte, Polizisten, der Kassiererin an der Kasse usw. Ok, zunächst für Hessen gestoppt!

Ich bin durchaus für die teilweise Öffnung der Maßnahmen, aber immer nur, wenn der Schutz, der dort arbeitenden Menschen gesichert ist, denn diese können der Gefahr nicht aus dem Weg gehen. Ich selbst habe meine Rheuma-Therapie abgebrochen, weil die Medikamente das Immunsystem schwächen, Rheumaerkrankte gehören nämlich nicht zur Risikogruppe. Und mir ist eines klar, geht die Schule wirklich los, dann kämpfen wir tagtäglich mit den Mindestanforderungen an Maßnahmen: dem Händewaschen und dem Abstand!

Meine Schüler, mit denen ich täglich über Videofonie, Sprachnachrichten, Fotos usw. in Verbindung stehe, freuen sich auf die Schule, aber es ist die Schule früher, die sie natürlich mit dem Begriff verbinden. Das wir in Räumen nur zu 10 sind, Mundschutz tragen, nicht vom Platz dürfen, in den Pausen nicht miteinander spielen dürfen usw. - das ist für sie wirklich nicht vorstellbar und das sind Drittklässler! Übrigens wird es auch für uns Lehrer eine große Herausforderung, denn Frontalunterricht sind wir ebenfalls nicht gewohnt.

--- Ende Zitat ---

Nun ja, als Lehrer sollte man Frontalunterricht mit 10 Schülern schaffen.

Und von Vielen erwarten wir, dass sie weiter arbeiten, wie sind denn z.B. Verkäuferinnen geschützt?

 Der gerichtliche Stop des Unterrichts ist eines der abartigsten Dinge, die in letzter Zeit passieren. Da klagt eine Mutter (oder Vater) im Namen eines Kindes (welches vermutlich überhaupt nicht versteht, was da vorgeht) und kann den Unterricht für Tausende Kinder verhindern. Mehr Egoismus geht nicht. Hätte sie das Kind krank schreiben lassen.

Und ich schreibe meine Meinung jetzt als Jemand, der sich auch nicht komplett schützen kann. Ich fahre ehrenamtlich Bus, aber einen Kleinbus, bei dem die Leute vorn einsteigen. Ich wäre aber nie auf die Idee gekommen, nicht mehr zu fahren.

Und ich betreue und beschule nun wochenweise meine Enkeltochter, damit ich das Schlimmste irgendwie verhindere. Die Eltern müssen arbeiten und schaffen nicht Beides.

serendipity:

--- Zitat von: Silke am 29. April 2020, 19:08:14 ---
Nun ja, als Lehrer sollte man Frontalunterricht mit 10 Schülern schaffen.


--- Ende Zitat ---

Natürlich tun wir das, trotzdem ist es eine Herausforderung denn seit 30 Jahren unterrichten wir eben nicht so zum Wohle der Kinder!


--- Zitat von: Silke am 29. April 2020, 19:08:14 ---
Und von Vielen erwarten wir, dass sie weiter arbeiten, wie sind denn z.B. Verkäuferinnen geschützt?
 

--- Ende Zitat ---

Genau deshalb habe ich diese im meinem Posting auch genannt!


--- Zitat von: Silke am 29. April 2020, 19:08:14 ---
 Der gerichtliche Stop des Unterrichts ist eines der abartigsten Dinge, die in letzter Zeit passieren. Da klagt eine Mutter (oder Vater) im Namen eines Kindes (welches vermutlich überhaupt nicht versteht, was da vorgeht) und kann den Unterricht für Tausende Kinder verhindern. Mehr Egoismus geht nicht. Hätte sie das Kind krank schreiben lassen.


--- Ende Zitat ---

Nun, ich weiß nicht, mit viel Eltern du privat Kontakt hast. Unsere Elternbeiratsvorsitzende hat am Donnerstag vor dem Urteil mit dem Schulamt gesprochen, da sie ebenfalls die Aussetzung der Schulpflicht mit den Stimmen der Eltern unserer Schule erreichen wollte. Es ist also keineswegs so, dass alle Eltern für eine schnelle Öffnung von Schule sind.


--- Zitat von: Silke am 29. April 2020, 19:08:14 ---
Und ich schreibe meine Meinung jetzt als Jemand, der sich auch nicht komplett schützen kann. Ich fahre ehrenamtlich Bus, aber einen Kleinbus, bei dem die Leute vorn einsteigen. Ich wäre aber nie auf die Idee gekommen, nicht mehr zu fahren.


--- Ende Zitat ---

Das finde ich toll und ehrenhaft, aber du hast die Mitfahrer halt nicht auf dem Schoß bzw. an der Backe :-) - die sollten wissen wie Abstand,  richtiges Niesen und Husten und Hände waschen funktioniert.


--- Zitat von: Silke am 29. April 2020, 19:08:14 ---
Und ich betreue und beschule nun wochenweise meine Enkeltochter, damit ich das Schlimmste irgendwie verhindere. Die Eltern müssen arbeiten und schaffen nicht Beides.

--- Ende Zitat ---

Für solche Fälle gibt es eine Notbetreuung an Grundschulen und zwischen betreuen und "beschulen" liegen Welten.

Silke:
Hier gibt es die Notbetreuung nur für Alleinerziehende und "systemrelevante" Berufe. Dazu gehört meine Tochter nicht, arbeiten müssen sie und ihr Mann trotzdem. Die Kids müssen eben mitgenommen oder irgendwo untergebracht werden.
Und sicher bin ich kein Lehrer, aber ich mache mit ihr jetzt jede 2. Woche den kompletten Schulstoff. Inzwischen gibt es wenigstens ein umfangreiches Programm, d.h. 3 h ist man beschäftigt. Daher meine Aussage, betreuen und beschulen.

Ich kenne einige Eltern, sicher nicht so viele wie du. Die, die ich kenne, sind Alle für eine Öffnung von Kitas und Schulen. Weil sie sehen, welche Schäden ein Teil der Kids nehmen werden, wenn das so weiter geht. Wie die Gewalt in manchen Familien steigt, wie kaputt manche Familien durch die Doppelbelastung sind. Dass viele Kids das Schuljahr wiederholen werden müssen, weil eben viele Eltern nicht willens oder in der Lage sind, selbst die Beschulung zu leisten. Und Grundschüler können das nicht allein.

Ich frage mich nur, was man mit der Verschiebung des Schulbeginns um eine oder mehrere Wochen erreichen will. Halten sich die Kids dann eher an Regeln? Ist das Virus dann weg?
Man hat jetzt 7 Wochen keine Schule gehabt. In der Zeit hätte man doch mal die Kids aus den Notbetreuungen testen können. Dann hätte man gewußt, ob und wie sehr Kids die Viren in sich tragen.
Ich habe zumindest hier von keinem Fall gehört, dass eine Kita mit Notbetreuung wegen Corona schließen musste. Aber auch da habe ich natürlich nicht die umfangreiche Info wie du.

Und ja, meine Fahrgäste sitzen mir nicht auf dem Schoss, kommen mir aber auch ziemlich nah.
Und auch Grundschülern sollte man klar machen können, dass sie jetzt nicht auf dem Schoss sitzen können.

Rainer:

--- Zitat von: serendipity am 29. April 2020, 18:22:53 ---Ich HÄTTE ab letztem Montag (27.4.) täglich mit zehn Kindern in einem Raum gesessen, von denen man bisher nicht weiß, ob sie Überträger sind (ohne Symptome)

--- Ende Zitat ---

Was auch wieder ein Totalversagen der Entscheidungsträger ist, immerhin hatte man 6 Wochen Zeit, solche Dinge zu analysieren. JETZT stellt sich anscheinend heraus, dass Kinder nicht ansteckend sind, eine Information, die man längst hätte haben können und die die Lehrkräfte sehr beruhigen könnte. Ich gehe jedenfalls HEUTE davon aus, dass in der Tat keine nennenswerte Ansteckungsgefahr von Volksschülern ausgeht und ich würde mich auch selbst da vorne hinstellen.

Aber in Deutschland gibt es ja noch wie vor nur "Knüppel aus dem Sack" oder "Corona Party", ist es unerträglich, wie oberflächlich die Recherche betrieben wird. Bei den Schulen sehe ich dabei nicht einmal das Problem, was spricht ernsthaft dagegen, die Brücke bis zum Sommer ohne Schule zu gestalten? Soooo schlimm kann das alles nicht sein, da verblödet kein Kind, kein Abiturient, es ist nur eine Pause. Man kann ja noch von Glück reden, dass wir schon bald im Mai sind, dann fallen nur 3 Monate wirklich aus, das hat es in den vergangenen Jahren auch so schon gegeben. Beispielsweise bei der Umstellung auf 12 Jahre Schulzeit statt 13 Jahre. Und Kita und Co. würde ich definitiv eröffnen, da ist die Wissenslage eigentlich eindeutig und es werden endlich die Eltern entlastet.

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