Allgemeines > Mitglieder-Talk & Sonstiges
Was vermisst Ihr in Zeiten von Corona am meisten?
Rainer:
Es ist eben immer die Frage, für welchen Zweck. Wenn es, wie hier, um Übungsaufgaben geht, dann ist das mit dem Abfotografieren sicherlich einfach, schnell und ausreichend.
Wenn ich aber einen präzisen Scan eines Dokuments benötige, inkl. Unterschrift (als Vertrag beispielsweise), benutze ich immer noch lieber einen Scanner und eine vernünftige Software, damit es eben NICHT so aussieht, als wäre es irgendwie nur eingescanned worden. Letztendlich, wer keinen Scanner hat, hat mit dem Smartphone immer noch mehr als gar nichts.
Das andere Problem ist, dass auch so viele Menschen keinen Drucker haben. Überrascht mich auch, das ist schon im Chor von Sylvia ein eigenartiges Problem. Ich stelle für den Chor relativ häufig Noten (im PDF Format) zur Verfügung, dann melden sich immer die gleichen Pappenheimer, die nichts damit anfangen. Mit einem Smartphone singen kann man ganz getrost knicken. das muss schon vernünftig gedruckt und gebunden werden. Aber ohne Drucker ist das "anspruchsvoll"....
Horst:
Natürlich vermisse ich das Reisen und zwar dorthin auf der Welt wohin ich möchte - egal wo das sein möge. Reisen ist ein so elementarer Teil meines Lebens, dass es schon ein gewaltiger Einschnitt ist, dass das (im Moment) nicht mehr geht.
Ich vermisse auch, dass ich mich mal mit mehreren Freunden treffen kann (in meinem Alter ist das ja nicht gleich eine Party ;) ).
Auch Kleinigkeiten gehen mir ab wie das Händeschütteln. Für mich war und ist das ein Zeichen von Respekt und ein Ritual dass Nähe schafft zum Gegenüber.
Was mir aber auch ganz besonders gefehlt hat war mein Job. Seit heute durfte ich wieder, stand wieder vor meinen Klassen und bin echt froh darüber. Ich hoffe das bleibt so und es gibt nicht wieder einen Abbruch.
Was gerne bleiben dürfte nach einem hoffentlich irgendwann ausgerufenem Ende der Pandemie ist (wie hier auch schon geschrieben wurde) das Abstandhalten in den Läden und Supermärkten.
Fand ich immer grauenvoll wenn ich nach einer USA-Reise, wo das schon immer üblich ist, zu uns deutschen Drängel-Rüpeln zurück und dort wieder den Einkaufswagen in die Kniekehle bekam.
Birgit:
Nun ja, dieses Händeschütteln vermisse ich so gar nicht, das ist schon mal klar. Das bleibt abgeschafft. Und ich werde in 5 Jahren immer noch zu jedem, der mir seine klamme oder schlaffe oder schweißnasse oder nach Kippen riechende Hand geben will, so etwas sagen wie "Wissen Sie noch? Damals Corona? Das lassen wir doch besser bleiben, wer weiß, was wir sonst unbewusst weitergeben."
Ich habe eine Aversion dagegen entwickelt, als ich bei meinem ersten Job nach meinem Umzug von Münster nach Chemnitz festgestellt habe, dass es bei meinem damaligen Arbeitgeber Gepflogenheit war, jedem jeden Tag die Hand zu geben, und sei es, wenn man mit dem Arm voller Zeugs jemandem auf der Treppe begegnete, der gerade ein Glas klebrige Cola in jeder Hand hatte. Selbst da musste man mit irgendeinem Teil der eigenen Hand irgend ein Teil der Hand des anderen berühren. Wenn man sich nachmittags kurz vor Feierabend begegnete, sah man sich gegenseitig nachdenklich an und fragte sich "hatten wir uns heute schon?" Und wenn man in den gestopft vollen Konferenzraum kam, ging man über Taschen und Beine stolpernd und sich an Tischen vorbeidrückend einmal in der Runde um jedem einzelnen der 20 Anwesenden die Hand zu geben. War echt gruselig.
Birgit:
Sieht so aus, als ob es in Sachen Auslandsreisen nun leichter würde - immerhin die Frage von Quarantäne könnte hierdurch an Brisanz verlieren:
https://www.welt.de/vermischtes/live206935325/Corona-live-Gericht-setzt-Quarantaenepflicht-fuer-Einreisende-aus.html?fbclid=IwAR0anA58X1IV82rYn9VjiXZDzPXqoxpka2SootlYmbXyVqStqRZbrmAymCE
Silv:
Mir geht es ähnlich wie Horst. Mir fehlt das Reisen - nicht nur die größeren Reisen, sondern auch mal mit dem Wohnmobil einfach übers Wochenende irgendwo hin. Letzteres geht ja glücklicherweise wieder. :)
Aber fast noch wichtiger ist das Treffen mit Freunden oder Familie. Gestern z.B. war mit den Mädels ein Essen ausgemacht. Wir sind zu fünft und das ist immer ganz lustig.
Wir waren auch mal bei einem befreundeten Paar zu Besuch. Die wohnen in Baden-Württemberg und da war es ja erlaubt, sich zu fünft innerhalb einer Wohnung aufzuhalten. Bei uns in Hessen nicht. Ich bin da allerdings mit einem leicht mulmigen Gefühl hingegangen. Und genau dieses Gefühl würde ich gerne nicht mehr haben müssen. Einfach sich mit Freunden zu treffen, ohne zu überlegen, was werden die Nachbarn sagen?, darf ich das? etc. Wenn man mal eine/n Freund/in zufällig trifft und sich in den Arm nehmen möchte und nicht soll.
Abstand in Supermärkten könnte von mir aus auch bleiben. Vor allem an den Kassen, wenn es nicht schnell genug gehen kann, die Artikel auf das Band zu legen... ::)
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln