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Hilfe, mein Reisepass wurde gestohlen...
Palo:
Nach dem ganzen Rummel war es schon nach neun Uhr, geplant war, dass wir pünktlich um 8 Uhr abfahren sollten. Also erst mal alle in den Bus, das Gepäck war schon geladen und ab. Obwohl die meisten schon in der Lobby erfahren hatten was los war habe ich mich dann noch mal für die verspätete Abreise entschuldigt und allen erklärt worum es ging. Ich muss sagen die Gruppe war ganz toll, sehr verständig und auch bei weiteren ungeplanten Stops weil was zu erledigen war haben alle ohne Murren mitgemacht.
Also erst mal los Richtung Las Vegas.
Zuerst habe ich den Veranstalter in L.A. angerufen in der Hoffnung, dass die das in die Hand nehmen, ja Pustekuchen, da müsste ich schon selbst mit fertig werden.
Als erstes habe ich dann beim Konsulat in L.A. angerufen um zu erfahren was zu tun war, ich sagte ja schon dass dies meine erste Erfahrung damit war.
Jaaa, meinte die Dame am Telefon wir wären ja schon aus dem Großraum L.A. raus und sie seien nicht zuständig, Ich müsse mich an das Konsulat in San Francisco wenden. Sie hatte nur eine Telefonnummer für das Konsulat und die hätten am Wochenende geschlossen. Ziemlich schroff das Ganze und keineswegs hilfreich. .
Na prima. Ich denke das kann doch nicht sein, irgendwie komme ich durch die Hintertür auch am Wochenende an einen Mitarbeiter des Konsulats in San Francisco.
Hier wären natürlich die Telefonnummern, die ich mir dann später zusammengesucht habe sehr nützlich gewesen und hätten mir viel Telefoniererei gespart.
Sobald wir am frühen Nachmittag in Las Vegas waren bin ich auf mein Zimmer gerast, hab mich an die Strippe gehängt und jeden und jede angerufen von denen ich annahm, dass sie mir irgendwie so eine Telefonnummer besorgen könnten.
Nach etwa 1 ½ Std. war ich erfolgreich. Puh, das war erst mal geschafft.
Palo:
Kurz danach habe ich dann die Nummer in San Francisco angerufen und siehe da, der Anruf wurde weiter geleitet direkt ins Haus des Vizekonsuls.
Ich habe mich vorgestellt, ihm mein Anliegen vorgetragen und die Situation beschrieben. Der Mann war super nett. Er wollte von mir den Namen, Adresse usw. der Dame die den Reisepass benötigte, außer dem Namen wußte ich natürlich keine Einzelheiten. Er meinte dann wir sollten ihn morgen (Sonntag) wieder anrufen und hat mir sogar seine Privatnummer zu Hause gegeben.
Am folgenden Tag haben wir dann den Vize-Konsul angerufen und er hat dann sofort alle Papiere, Antrag auf neuen Pass und genaue Anleitung was alles benötigt wurde usw. per Fedex ins nächste Hotel in SLC geschickt. Als wir dort am Montag ankamen war alles da und musste erst mal ausgefüllt werden.
Mir fiel dabei auf, dass alle Unterschriften auch beglaubigt werden mussten. Also im Hotel gefragt ob sie einen Notary Public hätten, hatten sie nicht und es war schon zu spät um an eine öffentliche Stelle wo es das gab zu gehen.
Also ging‘s am folgenden Tag weiter …..
Palo:
Am nächsten Morgen waren alle pünktlich zur Abfahrt um 8 Uhr da, aber es war ja noch zu früh um einen Notary Public zu suchen. Also, erst mal ab Richtung Jackson, Wyoming.
Auf dem Weg hab ich noch schnell überlegt wo wir nun abfahren sollten um den Notary Public zu finden, denn es wurde ja auch Zeit das alles noch nach San Francisco zu schicken, damit der Pass noch vor der kanadischen Grenze eintraf.
Dann sah ich irgendwo ein Schild zur Abfahrt in einen Ort bei dem ich dachte der müsse groß genug sein einen Kinko‘s zu haben. Habe den Fahrer gebeten da abzufahren und auf die Main Street zu steuern. Das ist ja das schöne in Amerika, dass in den kleinen Orten immer alles auf der Main Street konzentriert ist.
Wir sind also langsam die Main Street entlang gefahren und da war dann auch ein Kinko‘s was gleichzeitig eine Abholstation für Fedex war. Passt also.
Wir haben dann einen Parkplatz für den Bus gefunden. Die Gruppe bekam eine etwas verlängerte Kaffe/Pikel Pause. Und wir, die Dame, ihr Mann und ich erst mal zu Kinko‘s.
Als wir rein kamen sah ich schon, dass die auch einen Photoautomaten für Passbilder hatten, prima da brauchen wir dann nicht noch nach zu suchen. Als erstes habe ich dann gefragt ob sie einen Notary Public hätten, nein hatten sie nicht aber wir sollten mal ins Rathaus gehen da gäbe es einen.
Also erst mal wieder los, denn ohne beglaubigte Unterschriften ging es nicht weiter.
Das Rathaus war etwa 800 Meter weiter am Ende der Main Street und wir fanden den Notary Public.
Um etwas beglaubigt zu bekommen, muss man sich ja üblicherweise ausweisen. Auch die Dame hier fragte natürlich nach einem Ausweis. Ich hab ihr dann ganz vorsichtig und sachte erklärt, dass ja alle Papiere gestohlen wurden und dies nun der Antrag für einen neuen deutschen Pass beim Konsulat sei. Das sah die nette Mormonin dann auch ein und schwups hat sie ihre Unterschrift und Siegel drauf gemacht.
Diese Hürde, vor der ich etwas Angst hatte, war nun auch überstanden und ich habe mir heimlich auf die Schulter geklopft, boy was I good. Ob das in einer größeren Stadt auch so glatt gegangen wäre bezweifele ich bis heute noch.
Wir sind also zurück zum Kinko‘s erst mal die Passfotos im Automaten gemacht, alles kopiert und das Paket zusammen gepackt, eine Kopie des Polizeiberichte musste auch mitgeschickt werden. Eine Liste mit Adressen Tel. und Fax Nummern der Hotels samt Daten wann wir dort sein wurden rein gesteckt.
Alles noch mal genau überprüft, dass die Formulare auch komplett ausgefüllt waren, denn wenn was gefehlt hätte, hätte uns das mindestens einen extra Tag gekostet. Sorgfältig an das Konsulat adressiert und ab in die Fedex Box, Abholung sollte um 12 Uhr sein.
Für die Kopien und Fedex bezahlt und abwarten.
Palo:
Unsere nächste Übernachtung war in Jackson und dann ging es weiter – Grand Teton – ein paar Nächte Yellowstone- unsere letzte Übernachtung vor der kanadischen Grenze war in Kalispell/Glacier NP.
Ein Fedex während unserer Zeit im Yellowstone hatte ich nicht erwartet. Also hieß es jetzt Daumen drücken. Jeden Abend habe ich aber vorsichtshalber in den Hotels gefragt ob ein Fax da war, war aber nicht also so weit alles in Butter.
Als wir in Kalispell eincheckten übergab mir die Rezeption, ohne danach zu fragen, sofort einen Fedex Umschlag. Der Pass war da!! Die Dame hatte Freudentränen in den Augen, denn jetzt hinderte nichts mehr an der Einreise nach Kanada.
ENDE des Dramas.
P.S. Falls ihr unterwegs irgendwo angehalten werdet und Papiere verlangt werden, einfach erklaeren, dass die gestohlen wurden und als Beweis habt ihr den Police Report, da werdet ihr keine Schwierigkeiten haben. Von dem Police Report würde ich mir sofort ein paar Kopien machen lassen für den Fall des Falles,
Sollte ich etwas nicht klar beschrieben haben oder sonst noch Unklarheiten bestehen fragt bitte.
Andrea:
Vielen lieben Dank für das Berichten! Das könnte doch dem einen oder anderen in einer Notlage helfen - zumindest in den USA.
Vielleicht kannst du ja noch einmal schreiben, wo man einen Notary Public finden könnte. (btw Was ist Kinko´s?) Vielleicht auch in Postämtern?
Außerdem stelle ich mir das haarig vor, wenn man z.B. in Arizona der Border Patrol erklären muss, dass der Pass gestohlen wurde und man nun im neuen Pass ja keinen Einreisestempel hat... Hoffe, da reicht als Beleg dann wirklich der Police Report.
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