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Hausärzte-Chef Weigeldt: Darum sollen Patienten nicht für einen Impftermin anrufen
Silke:
--- Zitat von: Susan am 26. April 2021, 18:50:50 ---
Wer hat nur wieder diese Idee gehabt, dass es im Pulk schneller geht als in einer Reihe :hammer:
--- Ende Zitat ---
In der Reihe bleiben halt einige Plätze leer, weil sich nicht Jeder, der dran ist, impfen lassen will. Hat man ja in den letzten Wochen gesehen, dass sogar Impfdosen vernichtet werden mussten, weil Berechtigte nicht kamen.
Klar könnte man das besser organisieren, dann müsste man aber fähige Leute einsetzen und hätte in dem vergangenen Jahr einen funktionierenden Plan erstellen müssen. Daran scheint es aber zu hapern in Deutschland.
Susan:
--- Zitat von: Silke am 27. April 2021, 06:50:45 ---Klar könnte man das besser organisieren, dann müsste man aber fähige Leute einsetzen und hätte in dem vergangenen Jahr einen funktionierenden Plan erstellen müssen. Daran scheint es aber zu hapern in Deutschland.
--- Ende Zitat ---
Genau an der Organisation hapert es und ich glaube nicht, dass es besser wird, wenn sich auf einmal 30 - 40 Millionen anmelden könnten. Zudem ist es ungeschickt -harmlos ausgedrückt- den Leuten eine Hoffnung auf eine Impfung im Juni zu machen, wenn eigentlich schon klar ist, dass etliche erst viel später dran kommen können. Die Mutter von Colins Freundin arbeitet in einer Hausarztpraxis. Sie sind nicht einmal mit ihren Patienten der Prio 1 durch, doch nun rufen schon welche an, die einen Termin für ihre Impfung im Juni machen wollen. Weil sie sind dann ja dran, hat der Spahn gesagt ::)
Rainer:
--- Zitat von: Susan am 27. April 2021, 12:13:38 ---Genau an der Organisation hapert es und ich glaube nicht, dass es besser wird, wenn sich auf einmal 30 - 40 Millionen anmelden könnten. Zudem ist es ungeschickt -harmlos ausgedrückt- den Leuten eine Hoffnung auf eine Impfung im Juni zu machen, wenn eigentlich schon klar ist, dass etliche erst viel später dran kommen können. Die Mutter von Colins Freundin arbeitet in einer Hausarztpraxis. Sie sind nicht einmal mit ihren Patienten der Prio 1 durch, doch nun rufen schon welche an, die einen Termin für ihre Impfung im Juni machen wollen. Weil sie sind dann ja dran, hat der Spahn gesagt ::)
--- Ende Zitat ---
Das ist eine spannende Frage. Denn die Situation bei den Hausärzten ist hier genauso schlecht und das ist ein grundsätzliches Problem, was vielleicht wirklich besser wird, wenn alle sich melden dürfen. Das Problem ist nämlich hier in Mönchengladbach genau das gleiche und wurde schon vor Wochen von der leitenden Ärztin des Impfzentrums angesprochen: die Berechtigten aus Prio 1 (vorwiegend alte Leute) melden sich erst gar nicht bei den Impfzentren. Obwohl sie SOFORT einen Termin kriegen würden. Warum genau das so ist, das weiß man nicht, aber man vermutet (und ich vermute das auch und was Du schreibst von Deiner Hausärztin, das bestätigt die Vermutung ebenfalls) dass die Senioren quasi keinen Bock haben auf Impfzentrum, die wollen wie gewohnt beim Hausarzt geimpft werden. Und die sitzen das gnadenlos aus. Es mag sicherlich auch in vielen Fällen berechtigt sein, aber logistisch führt es momentan zu der kruden Situation, dass die Hausärzte, die viel zu wenige Impfstoffe bekommen, viel zu viele Patienten impfen müssen.
Davon profitieren dann aber diejenigen, die sich im Impfzentrum melden. Das war letztendlich auch der Grund, warum ich auf einmal ad hoc einen Impftermin beim Impfzentrum bekommen habe, quasi direkt mit der Zulassung der Prio 2.
Wenn meine Frau Sylvia bis Ende Mai immer noch nicht geimpft ist, werde ich nämlich wahrscheinlich schon ab Mitternacht am Computer sitzen und elektronisch einen Impftermin vereinbaren. Denn genau darauf hoffe ich dann, die Situation bei den Hausärzten ist total zugestopft, aber wenn ab Mitternacht o.ä. die Impftermine via Internet freigeschaltet werden, dann wird man (hoffentlich!) durchaus eine Chance haben, einen Termin zu bekommen, auch wenn dann immer noch Senioren der Prio 1 bei den Hausärzten die Termine blocken. Denn bei den Impfzentren bewerben sie sich schon lange nicht mehr.
Die Hoffnung stirbt zuletzt, ich habe gestern abend auch nochmal einen verzweifelten Brief an die "Impfpriorisierung" geschrieben, dass ich definitiv kein Verständnis dafür habe, warum meine Frau als meine Kontaktperson (schwer chronisch Kranker und pflegebedürftig) keinen Termin bekommt. Die wollen da eine Bescheinigung über eine Pflegestufe sehen, aber das finde ich unglaublich. Ich habe aus sozialer Überzeugung schon lange keine Pflegestufe mehr beantragt (obwohl ich das jahrelang bekommen habe), weil ich nach der erstrittenen Abfindung finanziell abgesichert war und ich kein Sozialschmarotzer sein will, auch wenn es mir "technisch" vielleicht zusteht. Und jetzt fällt das auf mich selbst zurück, weil ich (im Sinne der hölzernen Bürokratie) nicht nachweisen kann, dass ich pflegebedürftig bin. Dabei ist das einfach mehr als offensichtlich, dass meine Frau mich "pflegt", dazu gehören ja auch die Dinge des Alltags wie einkaufen usw.. Ich habe auch meinen Schwerbehindertenausweis eingereicht, immerhin Grad der Behinderung 100%, Kennzeichen G (gehbehindert), aG (außergewöhnlich gehbehindert), RF (Befreiung von Rundfunkgebühr), B (ständige Begleitung erforderlich). Wie soll man da ohne pflegende Hilfe auskommen? Bin mal gespannt, wie das weitergeht, wenn es nichts wird: s.o., dann versuche ich es konsequent via Internet direkt ab 00:00 Uhr am 1. Juni.
Susan:
Die überlegen wirklich, warum die alten Leute nicht ins Impfzentrum gehen wollen? ::)
Ganz einfach, es ist den meisten alles viel zu kompliziert: von der Anmeldung über die Fahrt dorthin bis zum Prozedere vor Ort. Telefonisch hing man in der Hotline fest, für Online buchen brauchst du PC, Handy und jemanden, der sich mit beiden auskennt. Dann fährst du 35 km ins Impfzentrum (bzw. wirst gefahren), stehst mit deinem Rollator in einer Warteschlange (gut dass man sich zwischendurch darauf setzen kann), hast noch schlecht guckend Formulare auszufüllen und wirst dann wieder nach Hause geschickt, weil du eine Frage des Impfarztes nicht beantworten kannst, die dein Hausarzt nicht zu stellen bräuchte. Selbst so miterlebt (und ich habe noch nicht mal alle Stolpersteine aufgezählt)
Für die Altersgruppe wären mobile Impfteams wie für die Pflegeheime vielleicht eine passendere Wahl gewesen. Die hätten ebenso Praxen abklappern können oder zumindest in Schulen oder Gemeindehäusern impfen können.
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